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flower11

Schnupperdoggie

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1

Montag, 16. Oktober 2017, 11:09

Hund auf Bezugsperson fixiert

Hallo zusammen

Vielleicht hat ja jemand von euch schon ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir ein paar Tipps geben.

Shelties sind ja häufig ziemlich auf eine Person fixiert, das liest man auch in den Rassenbeschreibungen. Ich kenne das von unseren vorherigen Hunden nicht so extrem. Jeder hatte wohl einen «Lieblingsmensch» aber ist trotzdem mit allen spazieren gegangen und hat alle gemocht. Nun habe ich ja meine Hündin mit 12 Monaten letzten Dezember übernommen und sie kannte ja praktisch nichts. Die Vorbesitzerin konnte sie nicht streicheln, d.h. sie musste sie zuerst einfangen dann das Streicheln aufzwingen. Sie hatte auch keinen Grundgehorsam und hatte ja vor allem und jedem Angst (Autos, Fussgänger etc). Sie hat dann aber recht schnell dazugelernt, mir gehorcht sie wirklich gut, sie hat keinen Jagdtrieb, super Abruf, guten Gehorsam, wir gehen ins Agility etc. Sie ist mit jedem Hund verträglich, sie bellt nie, ist immer schön ruhig auch z.B. in einem Restaurant und kann gut alleine bleiben. Im Grossen und Ganzen wirklich ein super Hund. Eine gewisse Angst vor lauten Geräuschen ist einfach noch geblieben. Zudem ist sie immer noch sehr reserviert gegenüber Fremden, sie hat sich aber schon so weit gebessert dass sie an der Hand riechen geht und wenn ich mit jemandem unterwegs bin taut sie nach ein paar Stunden auf und lässt sich dann manchmal auch freiwillig streicheln. Bei mir und meiner Mutter, welche regelmässig zu ihr schaut wenn ich arbeite, ist sie extrem anhänglich. Sie möchte am liebsten den ganzen Tag kuscheln und ist immer gerne überall dabei.

Nun kommt aber das Problem, das ist eigentlich nur bei uns zwei der Fall. Bei meinem Freund ist sie zuhause auch sehr anhänglich und will immer gestreichelt werden, zuhause gehorcht sie ihm auch gut, er übt täglich Tricks mit ihr und das macht sie sehr gut. Aber sobald er mit ihr spazieren gehen will ohne mich fängt sie an zu böckeln, er muss sie regelrecht mitziehen und zwingen. Von der Leine lassen kann er sie draussen nicht weil sie würde wahrscheinlich nach Hause springen. Mein Vater kann sie immer noch kaum streicheln obwohl mein Hund ihn fast täglich sieht und er sich wirklich auch Mühe gibt und auch ab und zu mit ihr spazieren geht. Gestern musste ich arbeiten, habe den Hund am Morgen früh zu meinen Eltern gebracht und mein Vater wollte einen kurzen Spaziergang mit ihr machen. Er muss sie dann auch praktisch mitzehren, sie läuft ihm nur hinterher an der Flexileine am liebsten mit 5 Meter Abstand. Und auf einmal sei beim Geschirr der Verschluss aufgegangen (ich denke mein Vater hat das Geschirr nicht richtig angezogen, ich hatte noch nie ein Problem damit) sie hat sich aus dem Geschirr befreit und ist nach Hause gesprungen. Wir hatten Glück dass nichts passiert ist, denn sie musste eine Strasse überqueren. Mein Vater war ziemlich wütend und hat gesagt er geht nicht mehr mit ihr spazieren sie will ja eh nicht, was ja eigentlich auch stimmt.

Ups sorry ist ein bisschen ein langer Text geworden. Nun meine Frage: Muss ich mich einfach damit abfinden dass nur meine Mutter und ich mit ihr spazieren gehen können? Dass sie jetzt halt einfach nur auf uns fixiert ist? Hat sonst auch jemand dieses Problem mit seinem Hund?

Chiara

Alphadoggie

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2

Montag, 16. Oktober 2017, 11:22

Chiara (fast 12) geht seit ca 2 Jahren auch nurnoch mit mir raus. Ab und an geht sie mit meinem Hütidiebst pinkeln, wenn uch nucht Zuhause vin, aber nichtmal das immer. Wir haben uns damit abgefunden.

Ich denke aufzwingen bringt ja nichts

Magira

Schnupperdoggie

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3

Montag, 16. Oktober 2017, 11:40

Ein bisschen kenn ich dein Problem. Zelda löst sich auch nur sehr schlecht von mir wenn z.b. mein Vater sie zum spazieren gehen mitnehmen möchte. Sie verkriecht sich teilweise richtig gehend in ihre Box und stellt sich schlafend. Der grosse unterschied bei ihr zu deiner ist, draussen läuft sie dann recht gut mit. Wirklich zurück möchte sie dann vllt. ~4x im Jahr und das gesteht er ihr auch zu und dreht mit ihr um.
Der Vorteil ist natürlich, ich hatte Zelda schon als Welpe und vom ersten Tag an, nahm er sie hie und da mit, sie kennt ihn also schon lange und die Vorgeschichte ist schön und ohne Komplikationen. Hier aber mal paar Schritte die wir gemacht haben damit es sich auf Dauer bessert und wir immer wieder mal erneut wiederholen.

- Bei meinem Vater gibts für das Anleinen, Geschirr anziehen, viele Kekse oder sogar Paste
- Hie und da läuft er nur ganz kleine Runden von 5-10 Minuten um sich zu versäubern damit sie nicht das Gefühl hat, mit ihm mitgehen heisst immer LANGE gehen zu müssen
- er leint sie im Haus direkt im Bett an und geht nicht direkt raus mit ihr, sie kuschelten noch eine weile oder blödelten herum
- Ist sie bockig bleibt er stehen und wartet ab bis ihr die langeweile eintritt und sie zum nächsten Grashalm läuft um dort zu schnüffeln, dann wird gelobt
- er setzt sich häufig einfach mal auf eine Bank und sie darf sich daneben setzen, das schauen lassen und so gemeinsame Zeit zu haben ist positiv verknüpft

Zwingen tut er sie erst seit kürzerer Zeit und sie ist ja nun 6 Jahre alt. Weil sie nun einfach manchmal die Prinzessin raushängen lässt. Merkt er aber, sie hat wirklichen Stress damit, wird eben irgendetwas wieder eingebaut. Während ich gut und gerne mal sie hinter mir herschleife weil ich keine Lust hab an JEDEM Grashalm stehen zu bleiben, tut er das nie. Er nutzt die Flexileine nur wenn sie z.b. etwas verbotenes fressen möchte und es auch als Strafe angesehen werden darf. Sonst lässt er ihr wirklich die Zeit und versucht alles möglichst positiv anzugehen. Ist halt bisschen anders, mit dem Hund so spazieren zu gehen, man braucht vieel zeit und nerven, weil es durchaus lange dauern kann bis der Hund freiwillig mit einem mit kommt und weiter läuft.

Bei deinem Freund würd ich einfach das Tricksen nach draussen verlagern. Geschirr anziehen, Leine dran, und irgendwo draussen üben und direkt wieder rein. Leine = supertolles Tricksen und nicht "oh nein wir gehen weit weg"
Es grüsst

Psovaya Borzaya

Alphadoggie

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Doggie(s): ein barsoi und ein whippet

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Beruf: dipl. pflegefachfrau, 20% pensum im nachtdienst

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4

Montag, 16. Oktober 2017, 11:46

windhunde gelten auch als sehr reserviert fremden gegenüber... meine sind das pure gegenteil, vor allem die grosse. aber sie ist seit baby bei mir und ich habe genau das gefördert. zudem kam sie mit auf meine arbeitsstelle im pflegeheim und so wuchs sie ganz selbstverständlich auf mit fremden leuten und auch solchen, die sich aus hundesicht "komisch" verhalten. auch im alter hat sich dies nicht geändert.

ev. kannst du zusammen mit hund und zb. deinem vater mitgehen und unterwegs kümmert er sich dann aber. übt was mit ihr, spielt mit ihr, gibt ihr ein leckerli während du sie "links liegen lässt". nicht bestätigst sollte sie deine nähe suchen etc. das würd ich wohl mal probieren. damit abfinden würd ich mich nicht. dieser hund hat ja offenbar in kurzer zeit soviel dazu gelernt, das kommt sicher auch noch, vermutlich auch ganz von selber mit der zeit. einfach nicht mehr mit ihr zu gehen halte ich für die falsche alternative. er könnte sie auch unterwegs füttern wenn ihr nicht grad barft zb. aus dem futterdummy. halt einfach dinge mit ihr tun, die sie liebt (bei meinen ist das nun mal futter...). ausserdem würd ich ihr ein wirklich ausbruchsicheres geschirr zulegen und statt flexi eher schlepp. mit einer flexi kann man nicht richtig arbeiten, finde ich.
ich würde vermutlich auch nicht zulassen, dass sie dir zuhause auf schritt und tritt folgt (sollte sie das tun). und sie ev. auch mal ein paar tage woanders lassen, so dass sie einfach raus muss und all die dinge tun muss mit einem andern menschen. aber alles langsam schritt für schritt.
herzliche grüsse conny mit nastassja und jendayi und dawn im herzen

flower11

Schnupperdoggie

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5

Montag, 16. Oktober 2017, 13:47

Ich habe nicht das Gefühl dass sie Stress hat wenn sie mit den anderen Spazieren gehen "muss", mich dunkt es eher trötzeln was sie da macht. Eine Zeit lang ging es nämlich recht gut, jetzt ist es wieder schlechter. Zudem hat sie mit Männern sowie das grössere Problem als mit Frauen. Meine Kollegin hat sie letztes Mal zum Spazieren abgeholt als ich auf einem Geschäftsausflug war und das ging tip top.

Wenn ich mit meinem Freund zusammen spazieren gehe, machen wir viel Abrufspiele und das funktionierts recht gut. Mittlerweile geht sie auch zu ihm wenn er ruft, die ersten Monate hat sie nur an mir geklebt und sein Rufen ignoriert, Leckerlie hin oder her. Oder sie ist dann zu ihm gesprungen und 1 Meter vorher hat sie umgekehrt und ist wieder zu mir gerannt. Das Wichtigste für sie bin ich, bei mir arbeitet sie auch ohne Leckerlie problemlos mit, habe eigentlich nur im Agility dabei. Hauptsache sie kann bei mir sein, dann ist sie glücklich :noidea:

Zuhause war sie am Anfang auch ein kleiner Kontrollfreak und wollte mich am liebsten auf Schritt und Tritt verfolgen. Ich habe aber von Anfang an gewisse Zimmer verboten und halt ab und zu auch Zwangspause in der Box gegeben. Jetzt geht es schon viel besser, sie kann jetzt auch gut schlafen und vor sich hin dösen ohne mich immer auf Schritt und Tritt verfolgen zu müssen.

Magira

Schnupperdoggie

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Doggie(s): Zelda, Beagle 2011

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6

Montag, 16. Oktober 2017, 14:00

Auch beim trötzeln würde ich es möglichst mit spass verbinden damit sie sich freut mit den Männer mit zu gehen. Erst wenn das wirklich mit freude geschieht würde ich die Trotzphasen "unterbinden".
Kommt sicher immer auch noch auf die Ausstrahlung an. An Seminaren kann ich aufs Klo gehen und Zelda sitzt bei jemand und sucht mich kein bisschen und bei anderen Personen fängt sie sogar an zu bellen. Je nach dem wie sympathisch sich die beiden sind und ja, auch wie viele Gedanken sich die Person darum macht. Ich kann mir vorstellen, dass dein Vater und Freund, beide es dir und dem Hund recht machen wollen und sich sorgen, wenn etwas nicht so super läuft?
Es grüsst

Lady

Schnupperdoggie

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Doggie(s): Lady - Berger des Pyrénées

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Samstag, 28. Oktober 2017, 19:51

Mit Lady habe ich nun schon den zweiten Berger des Pyrénées. Diese Schafhütehunde gelten auch als "Einpersonenhund", d.h. sie haben die starke Neigung sich auf eine Bezugsperson zu fixieren. Da mein Mann die ersten 7 Jahre ihres Lebens wochentags gearbeitet hat, habe ich logischerweise sie erzogen, mit ihr gespielt und sie hat praktisch 24 Stunden mit mir verbracht. Mit ihm ohne mich mitlaufen - nie und nimmer :nönö: Er musste sie an der Leine hinterherzerren, sie legte sich hin, es war ein Ding der Unmöglichkeit! Zu Hause mit ihm kuscheln und spielen, sehr gerne :d Aber nur, wenn ich auch anwesend war... War ich nicht zu Hause, lag sie vor der Haustür und wartete auf mich und guckte ihn nicht an. So war das bei uns. Egal, was er tat, Gudies hinhalten - sie fastete lieber... ohne mich war ihr Leben blöd! Jetzt ist er seit 3 Jahren pensioniert und auch immer zu Hause und jetzt ist er toll. Jetzt muss er für sie auch immer dabei sein und sie läuft mit ihm auch allein mit. Zwar muss ich sie noch mitschicken, also ihr sagen, sie soll mit ihm mitgehen, aber dann geht sie problemlos mit und freut sich.
Darum: Mein Mann hat sie früher nie gefüttert oder mit ihr gearbeitet oder gespielt - das tat ja ich :biggrin: Nun tut er es auch... Jetzt ist er für Lady auch ein "Partner". Mein Tipp: Wann immer möglich, sie vom Freund oder Vater füttern lassen, möglichst sogar aus der Hand. Selber nie füttern, wenn einer dieser Männer anwesend ist!
Anfangs zusammen spazieren gehen, aber immer der Freund/Vater führt sie an der Leine und gibt ihr die Anweisungen. Du sagst und tust NICHTS. Du ignorierst sie, egal was sie tut!!! Der Mann soll evt. mit ihr spielen (Gudies verstecken usw.).
Liebe Grüsse
Marianne

www.ladys-huetewiese.jimdo.com