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LucyLu

Schnupperdoggie

  • »LucyLu« ist der Autor dieses Themas

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Doggie(s): Border Collie Mix Lio

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1

Samstag, 28. Oktober 2017, 20:01

unpassendes Verhalten bei Spazierpausen

Hallo liebe Forumsmenschen ;)

Ich habe mich schon länger nicht mehr gemeldet, weil es mit meinem Hund eigentlich sehr sehr gut läuft. Seit längerem hat sich aber ein Problem`gezeigt und wäre froh um eure Feedbacks!

Zum Hund: Lio ist ein 3jähriger kastrierter BorderCollie/Kooiker Mix. Er kam mit knapp jährig zu mir, vorher lebte er in Bulgarien (Auffangstation). Er kannte nichts als er zu mir kam und war ein sehr sehr ängstlicher Hund.

Lio hat sich toll entwickelt. Er ist fremden Menschen gegenüber sehr skeptisch, mit viel Zeit und Geduld legt sich das aber dann und dann freut er sich riesig über die ihm bekannten Menschen. Hunde mag er prinzipiell alle. Er macht ruhige Begegnungen, ist nicht dominant und immer freundlich eingestellt ohne dabei penetrant zu sein. Er spielt auch sehr gerne, wenn das Gegenüber passt.

Probleme mit dem Gehorsam hatten wir nie. Im Gegenteil, ich bin froh wenn er gelegentlich mal ein kleiner Schlingel ist, das zeigt mir das er doch auch etwas Selbstbewusstsein aufbaut und auch mal austestet. Da ich das ja unterstütze, lasse ich ihm auch einiges durchgehen was man vielleicht bei einem "normalen" Hund nicht sollte (an mir hochspringen beispielsweise). Er läuft zu 95% ohne Leine.

Lio kommt mit zur Arbeit (täglich 4-6 Std), da läuft er mir jeden Meter hinterher. Entsprechend müde ist er danach, er verschläft den Rest des Tages hauptsächlich. Alleine Zuhause bleiben geht gut, im Auto bleiben geht gar nicht. Vor Männern, Kindern, lauten Geräuschen, Schüssen und Lärm jeglicher Art hat er Angst. Lio ist sehr auf mich bezogen. Auch für eine Cervelat würde er mich nicht aus den Augen lassen. Auch wenn ich mich noch in Sichtweite befinde aber für seine Verhältnisse zu weit weg bin (alles ab 20 Meter) hat er Stress.

Das damit ihr ein Rahmen habt zu dem Thema.

Wie gesagt funktionieren Begegnungen sehr gut. Beim spazieren gehen ist alles was kommt entweder egal oder je nach Hund interessant.

Wenn ich nun aber irgendwo stehen bleibe, mit jemandem rede oder beim Wandern ein Picknick gemacht wird ändert sich das sofort. Ich würd sagen ab einer Minute stehen/sitzen/liegen wird alles was kommt angeknurrt, angebellt oder sogar angeheult. Es wird schlimmer, je seltener jemand kommt. Also ein viel "belaufener" Weg da gehts noch. Es reicht auch schon ein Knacken im Gebüsch oder ein Blätterrascheln und er knurrt. Auch wenn ein Hund dabei ist, will er denn garantiert nicht kennenlernen, der wird auch angebellt.

Ich glaube für ihn wird das dann sofort sein Revier und er meint mich beschützen zu müssen. Er kommt dann je gestresster er ist umso näher zu mir. Wenn ich mit ihm schimpfe, nützt das wenig bis nichts. Wenn ich aufstehe und weitergehe ist er aber sofort wieder im "Spaziermodus". Das funktioniert sogar indoor (z.B. um die Kücheninsel spazieren, wenn jemand ins Haus kommt).

Wir wohnen in einer WG. Wenn er hört das die Eingangstüre aufgeht und (blödester Fall) einige lärmenden Menschen eintrudeln, krieg ich ihn kaum noch ruhig. Er kriecht dann auch immer näher zu mir. Ich streichle ihn natürlich nicht in diesen Situationen, schicke ihn aber auch nicht weg.

Wenn ich ihn ignoriere steigert er sich. Schimpfen hilft kaum, wenn er dann wirklich übertreibt kriegt er einen wirklich ersten Blick ab, das hilft am besten.

Also, her mit den Tips... habe mir schon überlegt ihn wenn er sich so benimmt nicht zu mir zu lassen, weiss aber nicht ob ihn das dann noch in der Unsicherheit bestärkt (da er ja normalerweise immer sehr nah bei mir ist).

Freue mich auf eure Anregungen! :/dank:/

P.S.: Allenfalls hat jemand auch ein Rat bez. eines Hundetrainers in der Umgebung Stadt St. Gallen. Aber es geht mir nicht um einen "normale " Hundeschule (bin mit Lio auf dem Niveau einer BH1 in allem aus dem Fährten).

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »LucyLu« (28. Oktober 2017, 20:09)


Vaku

Schnupperdoggie

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2

Samstag, 28. Oktober 2017, 20:39

Ich bin jetzt kein Spezialist, aber ich kenne einige Leute die Revierverhalten dadurch in den Griff bekommen haben, dass der Hund anzeigen darf.
Das Anzeigen wurde belohnt um dann dem Hund zu vermitteln, das jetzt Herrchen oder Frauchen die Situation übernimmt und er nun entspannen kann.

Wie man sowas aufbaut kann ich dir nicht sagen, aber vielleicht würde das auch bei euch klappen.


Was mich etwas verwundert, weder ein Kooiker, noch ein Border sind eigentlich klassiche Revierhunde, oder :gruebel1: ?
Bist du sicher das es Revierverhalten ist und nicht Überspruchshandlung oder Frust?

romadeda

Wachdoggie

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Doggie(s): Bulgarischer Trottoirterrier! Ritchey

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3

Samstag, 28. Oktober 2017, 21:18

ich kann nur im zuhause mitreden, ritchey ist auch ein bulgar. auch er meinte immer bellen und knurren zu müssen wenn besuch kam, seit wir ihn aber konsequent auf sein platz (er hat in jedem stockwerk sein bettchen an einem raumüberblickenden platz) weisen, ist es viel besser geworden. Mit mir und meiner Frau klappts nun auch wenn er mit an die türe kommt, bei den kindern noch nicht. ich denke dass es sich nicht um ein revierverhalten, sondern um ein beschützen handelt. ganz sicher spürt er deine anspannung wenn das risiko einer solchen begegnung besteht und verhält sich dementsprechend.
das du viel bei ihm durchgehen lässt, heisst vielleicht für ihn, das er über dir steht und so muss er dich auch beschützen. nur meine persönliche meinung!
:winke: lg romadeda
rojul.ch

catba

Alphadoggie

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Doggie(s): Lagotto "Ghiro" / Mudi "Dix"

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4

Samstag, 28. Oktober 2017, 22:10

Lio kommt mit zur Arbeit (täglich 4-6 Std), da läuft er mir jeden Meter hinterher.

dieser Satz viel mir gleich auf und geht gar nicht bzw da musst du anfangen...dein Hund ist nicht nur auf dich bezogen, sonder er ist ein "Kontrollfreak", so kommt es bei mir jedefalls an...ich glaube, dass das auch das Problem ist, wenn ihr rastet und andere Personen kommen auf euch zu...er meint er müsse dich beschützen, dabei ist er aber überfordert...ich würde damit anfangen, dass er dir nicht immer folgen darf (Büro) und auch zu Hause (macht er es da auch?)...unterwegs würde ich ihn ins Platz legen und nur kurze Sequenzen üben, dass er die Kontrolle dir abgibt...das er ängstlich ist bei Lärm, lauten Geräuschen etc braucht halt sehr viel Geduld, meine Dix ist das übrigens auch und ich vermittle ihr, mit dem kondizionierten Satz "alles gut", dass ich da bin und alles gut ist...inzwischen funktioniert das super

LucyLu

Schnupperdoggie

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Doggie(s): Border Collie Mix Lio

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5

Samstag, 28. Oktober 2017, 22:19

Danke euch für die Antworten
@Vaku
Nein ich bin nicht sicher das es Revierverhalten ist. Übersprung oder Frust glaub ich allerdings nicht (da zeigt er andere "Symptome"). In diesen "Pausen" legt er sich ja jeweils relativ schnell hin und macht Pause. Er ist gar nicht der Typ "lauf weiter machen wir was...." gar nicht Border Collie like.

@romadeda
Ich glaube nicht das sich meine Anspannung überträgt, denn ich bin nicht angespannt ;) ist ja nicht so das etwas tragisches passieren würde. Seit vielen Jahren arbeite ich mit Pferden, da lernt man auch seine Emotionen möglichst für sich zu behalten. Ich beachte die kommenden Leute absichtlich kaum, ich schaue einmal hin sage Lio ok und dann führe ich das Gespräch weiter oder ählnliches. Eigentlich mit der Absicht ihm zu zeigen was mich nicht kratzt muss dich auch nicht kratzen... Aber eben, funktioniert ja nicht wahnsinnig gut.
Das mit der Rangordnung habe ich mir auch schon überlegt. Allerdings ist es zwar so das er viel darf wenn ich nichts sage, aber WENN ich etwas sage wird das gemacht. Weisst du was ich meine? Ich schicke ihn selten auf seinen Platz, aber wenn ich es tue ziehe ich das durch. Wenn ich ihn bei der Arbeit in eine Ecke schicke damit er da bleibt, dann hat er da zu bleiben. Aber er hat halt nicht viele Regeln was er aus Prinzip niemals darf. Ich rufe ihn selten beim spazieren gehen, weil er eh immer guckt und macht und tut, aber wenn ich rufe hat er sofort zu kommen (tut er ja sowieso). Rennt er einem Vogel hinterher, und ich sage nichts, ist das ok. Rennt er einer Katze hinterher, hat er sofort umzukehren wenn ich rufe (macht er).

Meinst du echt wir haben ein Rangordnungsproblem?

LucyLu

Schnupperdoggie

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Doggie(s): Border Collie Mix Lio

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6

Samstag, 28. Oktober 2017, 22:35

Danke catba, ja das mit dem Kontrollfreak glaub ich auch!! Ja, Zuhause macht er das auch (ausser ich verbiete es ihm). Und auch das er damit überfordert ist seh ich absolut so! An sich ist er ja ein sehr unsicherer Hund.
Ich arbeite im Stall (Sportpferde). Der Stall/das Gelände ist gross... Einfach so in einem Büro (hattten wir schon) gings viel besser (da viel weniger Distanz).
Unterwegs ablegen klappt einwandfrei. Da ist er dann im "Arbeitsmodus", und da macht er auch alles.

Der Grund, warum ich das bisher nicht konsequent geübt habe ist folgender: Er lässt mich ja eh nie aus den Augen. Er macht ALLES was ich möchte, wenn er es denn kann (klar in Angst etc. nicht mehr).
Ist es da sinnvoll, ihn noch mehr mit Befehlen etc. zu "Gehorsam" zu bringen? Ist das nicht wieder Stress, wieder immer schauen "was sagt sie was will sie was soll ich"?
Vor allem bei der Arbeit mach ich's aktuell so, das ich ihn hauptsächlich ignoriere. Bis auf kurze Spielsequenzen. Das er wirklich merkt, es läuft nichts, sie macht nichts mit mir, ich kann mich da mal hinlegen und chillen. Wenn er mich bei der Arbeit behindert, weil er im Weg steht, wird er nicht allzu nett verschickt. Das mit dem Plan das er lernt, das es nicht um ihn geht jetzt, das er nichts zu machen braucht....
Manchmal beschäftigen sich andere Leute im Stall mit ihm, was ich toll finde da er sich dann ja eben mal andersweitig orientiert.

Würdest du ihn den mit Befehlen von nachlaufen hindern oder mit anbinden? Mit Befehlen funktionierts ja eigentlich. Mit anbinden ist sehr schwierig in der Umgebung, weil wir keinen guten Platz dafür haben wo er mich zwar noch sehen könnte aber sicher ist vor den Pferden und den anderen Hunden (er muss manchmal flüchten ;))

LucyLu

Schnupperdoggie

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7

Samstag, 28. Oktober 2017, 22:44

Ah was ich noch sagen wollte: Es ist auch schon vorgekommen das er mich bei der Arbeit aus den Augen verloren hat. Weil ich rufe ihn ja nicht wenn er mal 2 Sekunden nicht in Sichtweite ist....
Das Ergebnis: Er rennt panisch vollkommen kopflos über den Hof. Lässt sich nicht von anderen Leuten ansprechen/halten. Er rennt dann alle Orte ab an denen er mich vermutet. Wenn er mich dann gefunden hat, macht er ein riesen Theater (was ich dann aber gar nicht unterstütze, will ja nicht bestätigen dass das jetzt mega schlimm war etc). Er beruhigt sich dann allerdings nicht mehr so schnell.
Er ist auch schon aus der WG abgehauen und in den Stall gerannt. Blöderweise hat er mich dann da "gefunden". Je nachdem was passiert ist, ist der total gaga.

catba

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Samstag, 28. Oktober 2017, 22:46

Ist es da sinnvoll, ihn noch mehr mit Befehlen etc. zu "Gehorsam" zu bringen? Ist das nicht wieder Stress, wieder immer schauen "was sagt sie was will sie was soll ich"?

ich glaube nicht, denn du sagst ihm zwar ein Befehl (Platz), aber es bedeutet für ihn auch, dass er nichts anderes machen muss (auf dich schauen)...weisst du was ich meine? schwierig zu sagen, du müsstest zuerst einmal ausprobieren, aber du kennst dein Hund natürlich besser, wäre nur so eine Idee...

Würdest du ihn den mit Befehlen von nachlaufen hindern oder mit anbinden?

wenn es mit einem Befehl reicht, brauchst du ihn ja nicht anzubinden...er soll einfach lernen, dass er nicht auf dich zu schauen braucht...es wird ihm viel mehr Ruhe geben und evt hilft es auch ein bisschen für die Situation draussen

LucyLu

Schnupperdoggie

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9

Samstag, 28. Oktober 2017, 22:58

Ich kann ihn zwar an einen Platz schicken und ihm sagen er soll da bleiben, aber das er nicht mehr gucken tut hab ich noch nicht geschafft. Klar legt er mal den Kopf ab, je nach Müdigkeit macht er sogar mal die Augen zu. Aber sobald ich mich bewege ist er wieder auf zack.

catba

Alphadoggie

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10

Samstag, 28. Oktober 2017, 23:05

das braucht halt Zeit, irgend wann wird er merken, dass er dich nicht immer beobachten muss und fängt sich an zu entspannen...sieht er denn von seinem Liegeplatz die ganze Umgebung? könntest du evt ein Platz suchen, wo er dir nicht nachschauen kann?

LucyLu

Schnupperdoggie

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11

Samstag, 28. Oktober 2017, 23:10

Er hat in dem sinne keine fixen Liegeplätze. Geht nicht in der Umgebung. Ja ich könnte ihn irgendwo einschliessen (mach ich aktuell wenn ich mal absolut sicher sein weil das er nicht nachläuft).
Aber für einen längeren Zeitraum find ich das doof, da kann ich ihn doch gleich Zuhause lassen?

flower11

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12

Sonntag, 29. Oktober 2017, 00:46

Die Beschreibung von deinem Hund klingt exakt nach meinem. Sie ist extrem auf mich bezogen, macht alles richtig und will mir gefallen, lässt mich nie aus den Augen etc. Sie ist aber auch in gewissen Situationen immer noch sehr ängstlich, Horror für sie ist es auch wenn sie mich aus den Augen verliert. Das mit dem Knurren macht sie aber nicht. Sie würde mir auch immer hinterher laufen wenn sie könnte. Beim arbeiten ist sie in der Box. Am Anfang ist sie immer aufgestanden in der Box wenn ich es bin aber sie hat schnell kapiert das ich wieder zurück komme. Mittlerweile kann sie seelenruhig tief und fest schlafen auch wenn ich aufstehe. Zuhause solltest du auch schauen das er dir nicht immer hinterher läuft. Ich habe das auch konsequent geübt, halt am Anfang auch mit der Box denn da musste sie irgendwann entspannen. Mittlerweile geht sie auch selber in ihr Bettchen schlafen auch wenn ich in einem anderen Raum bin. Das ist nämlich sonst auch sehr anstrengend für den Hund, so kann er nie richtig entspannen denn er will ja nicht verpassen wenn du weg gehst.

Lady

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13

Sonntag, 29. Oktober 2017, 08:15

Das Verhalten zeigte unser früherer Skipper (auch ein Berger des Pyrénées wie unsere jetzige Lady) genau gleich. Auch er war völlig auf mich fixiert und ignorierte draussen andere Leute problemlos, ausser wir setzten uns hin, machten ein Picknick usw. Wehe es tauchte dann in 500 m, je nach Tagesverfassung und Sicht reichte sogar 1 km eine Person auf 8| Dann tobte er los... Auch wenn ich stehen blieb und ein Schwätzchen hielt, durfte weder Mensch noch Hund in meine Nähe :thumbdown: Das ging natürlich nicht. Ich hatte null Lust mich von meinem Hund derart kontrollieren und tyrannisieren zu lassen.
Es war sehr aufwändig (oder evt. habe ich es zu aufwändig betrieben?), aber ich hab es hinbekommen :good: Angefangen habe ich mit dem Schwätzchen halten, weil das für mich einfacher war zu üben. Ich habe all meine Kolleginnen und Hundebekannten gebeten zu der Zeit, in der ich mit Skipper laufen ging auch dort zu sein (sie waren unglaublich lieb und kamen tagtäglich über Wochen extra immer in mein Laufgebiet :0herzsm0: damit ich üben konnte). Mit der einen Hälfte verabredete ich mich so, dass wir uns "zufällig" antreffen und einige Minuten reden würden, die andere Hälfte würde extra nah an mich ranlaufen... Während ich redete und die erste also angelaufen kam, knurrte Skipper erst wie immer und ich hiess ihn ruhig sein und sagte ihm, dass ich selber schaue (ich hab für meine Hunde ein Codewort, mit dem ich ihnen sage, dass alles okay ist), aber eben, er kläffte los... Ich hab ihn dann demonstrativ an einen Baum gebunden und bin zu der von ihm verbellten Frau hin, hab die in den Arm genommen und relativ laut und überlieb (Stimme!) mit der geredet - nur ganz kurz und - inzwischen war er ruhig - bin dann zu ihm zurück und hab ihn fürs Ruhigsein gelobt und ihn frei gelassen. Das halt immer und immer wieder, leider blieb er angebunden nicht immer ruhig und so habe ich so lange mit den Leuten geredet und ihn jeweils ignoriert, bis er ruhig war - das hat viel Nerven und Geduld gekostet... Aber er hat schnell kapiert, dass er sofort frei kommt, wenn er ruhig ist und nur dann :d Er fiel leider immer wieder ins alte Verhaltensmuster zurück, darum brauchte es drei lange Monate bis er ein Schwätzchen ohne Gekläff akzeptierte. Du könntest das sicher auf dem Reiterhof mit den Leuten dort üben, falls sie so nett sind und ihre Zeit opfern...
Danach packte ich das Rastproblem an. Rasch habe ich bemerkt, dass es vor allem das Sitzen war, was den Schutztrieb auslöste und interessanterweise ist auch bei Lady sofort eine Verhaltensänderung feststellbar, sobald ich mich draussen hinsetze! Auch sie wechselt sofort in den Bewachermodus 8| Darum habe ich dann angefangen aufzustehen und stehen zu bleiben, wenn Leute in Sicht kamen und er musste sich hinter mich setzen. So konnte er keinen Blickkontakt mehr herstellen... Das war der erste Schritt. Waren sie in einiger Nähe, bin ich den Leuten entgegengegangen. Mit Skipper. Ich habe sie gegrüsst und ging zurück und habe mich wieder hingestellt bis die Leute vorbei waren. Das hat bei ihm sehr viel Druck rausgenommen. Vor allem hat er bemerkt, dass ich die Kontrolle übernehme und er sie nicht an sich reissen darf/muss. Und natürlich immer total übermässiges Lob, wenn er ruhig blieb und danach tolle Spielsequenz, damit er Druck abbauen konnte...
Liebe Grüsse
Marianne

www.ladys-huetewiese.jimdo.com

catba

Alphadoggie

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Doggie(s): Lagotto "Ghiro" / Mudi "Dix"

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14

Sonntag, 29. Oktober 2017, 09:23

was mir in den Sinn gekommen ist...meine Dix (habe sie aus zweiter Hand) ist auch sehr unsicher/ängstlich und meint gleichzeitig auch, dass sie überall (draussen) die Kontrolle übernehmen muss...am Anfang dachte ich auch, dass möglichst wenig Befehle das Richtige sei, aber ich kann dir sagen, dass bei solchen Hunden genau das Gegenteil angebracht ist...sie brauchen in der Situation Führung und sind bzw werden viel gelassener, wenn sie genau wissen, was von ihnen verlangt wird...z.B. draussen hat der Hund nichts zu kontrollieren (Frauchen übernimmt), Nachlaufen gibt es nicht (Frauchen kann auf sich selber schauen), beim Pausieren hat bleibt der Hund ruhig (vorbei laufende Menschen sind okay) und und und...verstehst du was ich meine, so ein Hund braucht in jeder Situation eine klare Anweisung...

Lady

Schnupperdoggie

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Doggie(s): Lady - Berger des Pyrénées

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15

Montag, 30. Oktober 2017, 07:34

o ein Hund braucht in jeder Situation eine klare Anweisung...
Das sehe ich auch so!
Liebe Grüsse
Marianne

www.ladys-huetewiese.jimdo.com

Bolotta

Alphadoggie

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Doggie(s): Luna, Labi Mischling und Honey Mischling

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16

Montag, 30. Oktober 2017, 10:09

Draussen würde ich das so üben, in den ihr euch setzt. Hund soll sich entspannt hinlegen. Wenn du siehst, dass jemand kommt, befiehlst du ihm, dich an zu schauen. Am besten BEVOR er jemanden sieht. Das geht gut mit Leckerli. Dann fest loben. So kommt er erst gar nicht dazu, zu schauen.

andi+rudel

Streunerdoggie

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17

Dienstag, 31. Oktober 2017, 06:34

Lio kommt mit zur Arbeit (täglich 4-6 Std), da läuft er mir jeden Meter hinterher.

dieser Satz viel mir gleich auf und geht gar nicht bzw da musst du anfangen...dein Hund ist nicht nur auf dich bezogen, sonder er ist ein "Kontrollfreak", so kommt es bei mir jedefalls an..

so sehe ich das auch undviel mir beim lesen als erstes ins auge.. so ein hund kann nicht zur ruhe kommen und steht ständig unter strom.
ich würde als allererstes das nachlaufen unterbinden..und wenn es sein muss eben durch zeitweiliges anbinden.
ich denke schon damit könnte man das erste grosse etappenziel erreichen, nämlich den stresslevel senken und ihm diese aufgabe wegnehmen. er wird es sicher nicht nur im büro, sondern auch daheim in eurer wg so handhaben..und auch da würde ich es beschränken.
kann sogar sein dass es euer problem ausserhalb damit löst und er so lernt dass er nicht immer und überall auf dich aufpassen muss.

Bello

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18

Dienstag, 31. Oktober 2017, 10:50

Lio kommt mit zur Arbeit (täglich 4-6 Std), da läuft er mir jeden Meter hinterher.

dieser Satz viel mir gleich auf und geht gar nicht bzw da musst du anfangen...dein Hund ist nicht nur auf dich bezogen, sonder er ist ein "Kontrollfreak", so kommt es bei mir jedefalls an..

so sehe ich das auch undviel mir beim lesen als erstes ins auge.. so ein hund kann nicht zur ruhe kommen und steht ständig unter strom.
ich würde als allererstes das nachlaufen unterbinden..und wenn es sein muss eben durch zeitweiliges anbinden.
ich denke schon damit könnte man das erste grosse etappenziel erreichen, nämlich den stresslevel senken und ihm diese aufgabe wegnehmen. er wird es sicher nicht nur im büro, sondern auch daheim in eurer wg so handhaben..und auch da würde ich es beschränken.
kann sogar sein dass es euer problem ausserhalb damit löst und er so lernt dass er nicht immer und überall auf dich aufpassen muss.

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Liebe Grüsse Isa

LucyLu

Schnupperdoggie

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19

Mittwoch, 1. November 2017, 14:00

Danke für eure Beiträge!

Ich habe mir nun folgendes überlegt: Lio kommt statt 5 Tage nur noch 4 Tage mit zur Arbeit. Dann kann er mal Zuhause ausschlafen und ein Tag ohne in bei der Arbeit kommt mir gelegen. Ausserdem kann ich auch nicht mehr viel mit ihm machen wenn er mit bei der Arbeit war. So hab ich ein Tag mehr zum spazieren und trainieren.
Dann bin ich jetzt dran ihn beim nachlaufen zu Beschränken. Also ich versuche es... Bei der Arbeit zwar wirklich etwas schwierig, aber wie gesagt, ich probiers.
Zuhause lasse ich ihn schon länger nicht mehr immer nachlaufen. Muss aber auch sagen, das ich mich zu 95% in meinem Zimmer aufhalte.

Das mit dem auf mich konzentrieren funktioniert nicht wenn jemand kommt Bolotta... bisher jedenfalls nicht. Und ihm sagen er soll sich entspannt hinlegen kann ich auch nicht ;) nur ich Sitz/Platz machen lassen da wo ich will.... aber entspannt ist er dann nicht.

Lady, das klingt sehr nach unserem Fall. Leider bin ich relativ neu in der Gegend und kenne wenig Leute. Im Stall bin ich ja am arbeiten (und immer recht beschäftigt) da habe ich keine Zeit zum üben geschweige denn das mir da jemand helfen würde... Anbinden kann ich ihn da im Stall selber nicht, wegen den anderen Hunden (er hat etwas Angst vor denen und muss weglaufen können) und auch wegen der Pferde. Ausserdem neigt Lio angebunden zu so Panikschüben (wenn er sich irgendwie verwickelt hängts ihm aus.

Ah und immer wieder die gleichen Leute kommen lassen zu üben funktioniert nicht. Er guckt genau und wenn er die Leute wiedererkennt ist er neutral oder freut sich sogar. Und eben ich kenne viiiiiiel zu wenig die Leute hier.

flower11

Schnupperdoggie

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20

Mittwoch, 1. November 2017, 14:52

D.h. du arbeitest in einem Stall? Da verstehe ich es das es schön etwas schwieriger ist den Hund zur Ruhe zu "zwingen".
Aber wie wäre es wenn er halt mal 1-2 Stunden im Auto wartet (natürlich nur wenn es nicht zu heiss ist). Oder hast du irgendwie eine Möglichkeit eine gemütliche, grosse Box hinzustellen wo du ihn bei Bedarf mal "einsperren" kannst? Ich weiss das tönt jetzt böse, aber anbinden ist in etwa das selbe und es gibt Hunde die müssen das Entspannen zuerst lernen. Mein Hund hat sich schnell an die Box gewöhnt und weiss, da drin kann sie sich entspannen. Es ist aber wichtig dass ihn dort niemand stört, d.h. ihn streicheln will oder was auch immer. Er muss wissen das er in der Box sicher ist und dann kann er sich vielleicht auch langsam anfangen darin zu entspannen.

Ein Hund schläft ja etwa 16-18 Stunden pro Tag (steht zwar fast überall wieder was anderes), und wenn er dir von morgens bis abends hinterherläuft ist das natürlich auch anstrengend für ihn.