Sie sind nicht angemeldet.

Pacey

Sportdoggie

  • »Pacey« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 567

Doggie(s): Pacey

Wohnort: ZH

Beruf: Pflegefachfrau HF

  • Nachricht senden

21

Samstag, 3. März 2018, 17:29

Morgana, ist das so? Das sie bleiben im Alter? Und wer schaut denn zu ihnen? Wenn ein junger blindenhund dazukommt meine ich. Redest du da aus Erfahrung?

Gesendet von meinem SM-G930F mit Tapatalk
Wo kämen wir hin, wenn alle fragen wo kämen wir hin und keiner ginge um zu schauen, wohin man käme wenn man ginge...

labinchen

Streunerdoggie

Beiträge: 174

Doggie(s): Labrador

Wohnort: Bern

  • Nachricht senden

22

Samstag, 3. März 2018, 18:30

Zitat

Danke labbinchen!

Das tut mir dann wider etwas leid wenn der Hund weg muss... weil er hat ja sein ganzes Hundeleben dem menschen gedient und wenn er dann nicht mehr kann muss er weg. ...


Es ist nicht ganz so. Führhundehalter werden, wenn ihr Hund so um die 9 Jahre alt ist, von der Allschwiler Schule zu einer Runde eingeladen, an der auch Personen teilnehmen, die bereits einen oder mehrer Führhunde abgeben mussten. So findet ein Informationsaustausch über die Thematik des alternden Hundes statt.

Fakt ist, dass das Führgeschirr abgegeben werden muss, wenn der Hund zwischen 10 und 11 Jahre alt ist. Der Hund selber darf durchaus bleiben, die Sehbehinderten nutzen dann einfach ihren weissen Stock, um Weg und Hindernisse zu erkennen.
Verständlicherweise ist es nicht möglich, dass eine sehbehinderte Person zum pensionierten Hund einen jungen Führhund dazunimmt.

Bolotta

Alphadoggie

Beiträge: 5 024

Doggie(s): Luna, Labi Mischling und Honey Mischling

  • Nachricht senden

23

Samstag, 3. März 2018, 18:44

Also, jene Blindenführhunde die ich kenne, kamen alle, als sie pensioniert waren, in eine tolle Familie oder zu einer Privat Person. Beim einen weiss ich, dass diese Frau schon die Welpen sozialisiert und später immer mal wieder einen "Rentner" aufnimmt.

Diese Hunde sind auch wenn sie pensioniert sind, total ausgeglichen, zufrieden und geniessen ihr Dasein bei ganz tollen Leuten. Wie erwähnt, ich kenne 2 Familien persönlich.

Ich treffe auch immer mal wieder Blinde mit ihren Hunden. Eben solche, wo die Person mit Stock geht und der Hund frei ist und solche, die am Geschirr führen. Ich kenne auch viele HH, deren Hunde nie frei sein dürfen beim Spazieren, die nicht täglich laufen gehen können, sondern sich alleine im Garten verweilen müssen. Aber selbst die machen auf mich keinen traurigen Eindruck. Hier im Forum gibt es auch einige HH, die arbeiten und den Hund ein paar Stunden alleine lassen. Sie beschäftigen sich dafür intensiv mit dem Hund, wenn sie wieder zu Hause sind.

@Pacey: Dein Denken ist zu menschlich. Wie schon einige hier geschrieben hat, gibt es bestimmt manchen Hund, der nicht als Blindenführhund eingesetzt wird und kein schönes Leben führt. Das sind nicht nur Hofhunde. Was ist denn mit Herdenschutzhunde? Die sind ja ganz alleine mit den Tieren auf der Alp. Die haben keine Menschen um sich. Sie haben zwar einen sehr grossen Auslauf, aber that's it.

Man könnte auch sagen, ein Schlittenhund ist ein armer Hund, weil der doch den ach so schweren Menschen ziehen muss. Agility ist schlecht für die Gelenke. Kein Hund würde in der Natur freiwillig über Hürden, Hindernisse rennen und durch Tunnel, etc.

Und Polizeihunde? Drogenspürhunde, und andere Diensthunde? Leben die in einer Familie oder bei jemandem, der sie die ganze Zeit um sich hat, sie frei laufen lassen, und und und? Sind die nicht mehrheitlich in einem Zwinger und kommen zum Einsatz, wenn ihre Arbeit benötigt wird?

Ich weiss auch, dass es viele Züchter gibt, die ihre Hündin weggeben, wenn sie nicht (mehr) zur Zucht geeignet sind. Solange dieser Hund an ein tolles Plätzchen kommt, spricht doch nichts dagegen. Weshalb sollte es bei einem Blindenführhund anders sein?

Und um deine Frage zu beantworten: Ja, es ist Tierschutz gerecht.

Crispy

Sportdoggie

Beiträge: 1 665

Doggie(s): Breeze (*2010) Australian Shepherd Hündin

  • Nachricht senden

24

Sonntag, 4. März 2018, 09:11

Ich kann den mehrmals im Jahr stattfindenen Tag der offenen Tür / Besuchstag in Allschwil empfehlen. Dort werden genau all diese Dinge erklärt und man kann seine Fragen loswerden. Auch trifft man dort auf pensionierte Blindenhunde mit ihren neuen Besitzern oder Hunde, die die Eignungstest nicht geschafft haben und nun Sozialhund sind oder Autismusbegleithund. Ein wirklich sehr spannendes Erlebniss.

Durch die Therapiehundeausbildung in Allschwil haben wir einen ganz guten Einblick bekommen. Und ich fand, sie kümmern sich um alle Hunde. Ob nun noch im Einsatz oder pensioniert oder "ausgemustert". Jeder Hund bekommt die für ihn passende Aufgabe und neue Familie.

Und eben, es gibt ja auch viele andere "Diensthunde", die als Helfer für den Menschen ausgebildet werden. Ist das dann auch nicht tierschutzgerecht? Der Drogenhund beim Zoll, der Diensthund bei der Polizei usw...auch dort können nicht alle Hunde nach den Pensionierung bei ihren Besitzern bleiben und werden vermittelt.

Wenn ich sehe, wie viele Hunde schon bei den Eignungstests aussortiert werden müssen, dann finde ich das bedenklicher als das Leben als Blindenhund. Die Anzahl Würfe ist ja dermassen gross (für mich fast schon eine Produktion) und viele Hunde werden aussortiert. Ja sicher, sie werden dann als Autismusbegleithund ausgebildet und zumindest in Allschwil gehen dann die anderen Hunde in die Sozialhundeausbildung. Also jeder Hund bekommt eine gute Grundausbildung. Ist auf jedenfall schon einmal mehr, als viele "Familienhunde" bekommen. Und trotzdem mir persönlich hat das am Wenigstens gefallen. Diese "Produktion" der Welpen. Auch wenn sie toll aufgezogen werden und wirklich einen tollen Start ins Leben bekommen. Mir persönlich war es einfach etwas viel...Wobei alle Hunde ja wirklich immer gut vermittelt werden, auch wenn sie nicht geeignet sind als Führhund. Eine Sozialhundeausbildung absolvieren sie mit ihren neuen Besitzern ja dann meistens auch noch. Von daher, haben die Hunde alle eine gute Grundausbildung. Das ist schon mehr, als viele "Familienhunde" haben. Und es gibt Kontrollen, auch wenn die Hunde weitervermittelt wurden. Also es wird sich schon gekümmert...trotzdem, mir war es trotz all der yööööööö Welpen zu viel des Guten.

Psovaya Borzaya

Alphadoggie

Beiträge: 3 734

Doggie(s): ein barsoi und ein whippet

Wohnort: Balterswil TG

Beruf: dipl. pflegefachfrau, 20% pensum im nachtdienst

  • Nachricht senden

25

Sonntag, 4. März 2018, 13:30

ich kenne einen labrador retriever, der die prüfung nicht geschafft hat (warum wurde der neuen besi nicht gesagt, fand ich kosmisch) und nun ganz normal bei eben dieser besi lebt, sie sollte ihn allerdings zum sozialhund ausbilden, was sie auch vorhat. der hund war ein labi wie er im buche steht, schaden genommen von der ausbildung hat er definitiv nicht...
dann kenne ich noch eine labihündin die aktiv als führhündin tätig ist. die besi ist nicht blind, aber schwerst sehbehindert. ich sehe diesen hund im dort im führgeschirr, auf unseren spazi kommt er immer freilaufend daher, wird aber angeleint wenn wir kommen (was ich völlig ok, finde, ich würd nastassja eh nicht hinlassen). dieser hund ist aber nicht von allschwil (glaub von muttenz) und dann kenne ich noch 3 le copain hunde (service hunde) und die führen für mich ein sehr artgerechtes, tolles leben.

ich steh dazu, ich hab es nicht so mit dem blindenhundewesen, jedenfalls das was ich kenne, aber nicht weil ich denke, der hund lebt nicht artgerecht, das kann ich zu wenig beurteilen. bei mir ist es zu sehr "gebrauchsgegenstand". hund wird zu einem bestimmten zweck gezüchtet, erfüllt er den nicht hat es konsequenzen (dies ist aber auch bei andern zuchtzwecken so, früher auch bei den barsois in russland). der welpe wird geboren und wächst mit verschiedenen bezugspersonen auf, danach kommt er in eine familie, ein wechsel, den die meisten welpen durchmachen. aber nach dieser zeit wechselt er in die ausbildung, neue menschen again. nach der ausbildung wechselt er wieder und kommt zu einer blinden person. klappt es dort nicht, geht er zurück in die schule, wieder wechsel und danach wird er wohl weiter vermittelt, was wieder wechsel bedeutet. ist der hund als führhund nicht mehr geeignet, wird er, wenn er nicht behalten werden kann, wieder umplatziert, im alter noch. das entspricht nicht meiner ethik dem hund gegenüber.

aber ich bin nicht blind, ich halte keinen labrador, sondern ziemlich sensible windhunde und denen hab ich versprochen, dass sie ein leben lang hier sein dürfen. sie müssen rein gar nichts für mich tun, nur dasein und ich hab dran freude und erlebe dinge mit ihnen. that's it. ich verurteile deshalb nicht, dass es blindenhunde gibt, ich selber möchte jedoch weder einen patenhund aufnehmen (du liebe zeit, ich wär auch die ungeeignetste person überhaupt... sichwort, von fremden anfassen lassen, versäubern im garten, betteln am tisch etc pp) noch irgendwann selber einen hund übernehmen, der mir nicht gehört. ich habe schon von service dogs gehört, die man selber als welpe aussucht, selber ausbildet (mit fachpersonen zusammen versteht sich) und deren eigentümer man ist. dies entspricht mir viel eher. aber mit blindenhunden geht das vermutlich käumlich.
herzliche grüsse conny mit nastassja und jendayi und dawn im herzen

Frau Wolfinger

Schnupperdoggie

Beiträge: 24

  • Nachricht senden

26

Montag, 19. März 2018, 10:30

Also meine Labihündin arbeitet sehr gerne. Sie mag Aufgaben jeglicher Art, von daher denke ich, sie wäre als Begleit- oder Führhund nicht unglücklich geworden, falls sie ihr Problem mit anderen Hunden nicht entwickelt hätte.

Ob die Hunde es gut haben oder nicht, steht und fällt mit den HH, wie auch bei all unseren anderen Hunden. Ich denke, wenn die Beziehung stimmt, führt ein Hund gerne seinen Menschen durchs Leben, öffnet Türen und Schränke hebt Gegenstände vom Boden auf, apportiert das Telefon (das kann meine übrigens alles auch), etc. etc. Gemein wird es, wenn der Hund so eine Art Hilfsgerät für Menschen mit Behinderung ist, wenn also z.B. eine Familie mit einem Epi-Kind einen Hund hält, der die Anfälle anzeigen soll, ohne dass die Familie Hunde liebt und das Tier in die Familie integriert und Spaziergänge mit dem Hund macht. Aber sensible HH mit oder ohne Behinderung nehmen Rücksicht auf ihre Tiere und deren Bedürfnisse und überfordern ihre Fellnasen nicht.

Es ist auch so, dass Hunde, die solche Arbeiten leisten nicht den HH gehören, sondern dem Verein, der sie ausgebildet und vermittelt hat, und somit sollte dieser Verein auch regelmässig in Kontakt sein, beraten und bei Problemen eingreifen. Ob das genügend passiert, weiss ich nicht, aber theoretisch können Hunde zurückgenommen werden, wenn sie an ihrem Platz nicht gut gehalten sind. Da sie viel arbeiten, werden sie in einem gewissen Alter pensioniert und dürfen einen ruhigen Lebensabend verbringen, wenn's passt weiter bei der Familie oder dem Menschen, wo sie gearbeitet haben oder sonst in einer Pflegefamilie.

Ich denke wirklich, dass vielen Labis und anderen Retrievern (auch Schäferhunden) ein Leben gefällt, in dem sie eng mit ihren Menschen zusammenarbeiten können.

Frau Wolfinger

Bolotta

Alphadoggie

Beiträge: 5 024

Doggie(s): Luna, Labi Mischling und Honey Mischling

  • Nachricht senden

27

Montag, 19. März 2018, 10:42

@Psovaya Borzaya: Die Blindenführhunde gehören ja nicht einer Person, sondern der Stiftung in Allschwil. Dort werden sie als Welpen in eine Familie abgegeben, die sie sozialisiert und bereits vorbereitet. Danach kommen sie wieder zurück nach Allschwil, werden ausgebildet und kommen dann zu einer blinden Person. Sie gehören aber weiterhin Allschwil und nicht einer privaten Person.

DEshalb wundert es mich etwas, dass du schreibst, der neue Besi hätte die Prüfung zum Blindenführhund nicht geschafft. Ein Blinder kann die Prüfung nicht machen ?(

Larson

Schnupperdoggie

Beiträge: 107

  • Nachricht senden

28

Montag, 19. März 2018, 11:44

@Bolotta, vermutlich ist gemeint, dass der Besi mit seinem Führhund die sog. "Gespannprüfung" nicht bestanden hat? Die muss auch noch absolviert werden nach Einführung des Hundes, innerhalb einer Frist.

Psovaya Borzaya

Alphadoggie

Beiträge: 3 734

Doggie(s): ein barsoi und ein whippet

Wohnort: Balterswil TG

Beruf: dipl. pflegefachfrau, 20% pensum im nachtdienst

  • Nachricht senden

29

Montag, 19. März 2018, 11:48

DEshalb wundert es mich etwas, dass du schreibst, der neue Besi hätte die Prüfung zum Blindenführhund nicht geschafft. Ein Blinder kann die Prüfung nicht machen


das hab ich ja auch nicht gesagt. :pfeifen:

besagt person übernahm einen allschwil hund, der bereits in der ausbildung war bzw. soviel mir ist sogar schon fertig war aber dann die prüfung nicht geschafft hat (oder man brach kurz vorher ab, so ganz genau weiss ich das nicht mehr). er kam zu einer person, die sich für einen solchen hund interessiert hat und selbstverständlich nicht blind ist... und ja der hund gehört weiterhin der schule, ich hab ja auch gar nix anderes behauptet.

und genau, wie larson sagt, muss man nach einem halben jahr als gespann (also blinde person und hund) zusammen eine prüfung schaffen. schafft man die nicht, kann man den hund nicht behalten.
herzliche grüsse conny mit nastassja und jendayi und dawn im herzen

Lady

Schnupperdoggie

Beiträge: 443

Doggie(s): Lady - Berger des Pyrénées

Wohnort: Schweiz

  • Nachricht senden

30

Dienstag, 20. März 2018, 07:42

Eine ehemalige Mitarbeiterin hat gerade als Patin einen jungen Blindenhund... Der Hund bleibt bei ihr resp. ihrer Familie bis er 18 Monate alt ist. Sie muss jedoch sehr oft an die vorgegebenen Kurse mit dem Hund und auch die italienischen Kommandos geben. Wenn der Hund 18 Monate ist, wird er getestet, ob er geeignet ist. Besteht er den Test, kommt er von ihr weg in die Ausbildung. Ansonsten kann sie auf Wunsch - muss aber nicht - den Hund behalten. Der Hund bleibt aber lebenslang in Besitz der Blindenschule! Sie könnte ihn also weder verkaufen noch weitergeben... Der Hund wird zwingend kastriert.
Nach der Ausbildung werden Hund und blinder Mensch zusammen geführt und aneinander gewöhnt. Das ist ein längerer Prozess! Übrigens muss sich der Blinde verpflichten den Führhund mindestens 1x pro Tag bei einem langen Spaziergang frei laufen zu lassen, so dass er einfach nur Hund sein darf.
Hat der Blindenführhund das Pensionsalter erreicht, sucht der Blindenverein nach einer Person/Familie, die den Hund für die restliche Zeit übernimmt. Im Normalfall ist der blinde Mensch auf einen Führhund angewiesen und kann darum den alten nicht behalten.
Soviel zu den nackten Fakten.
Ich denke, es hängt vom einzelnen Halter ab, ob so ein Hund ein artgerechtes Leben hat, wie bei allen anderen Hunden auch. Klar wird ein Führhund bedeutend mehr gefordert und hat weniger Spiel- und Ruhezeit als ein Familienhund. Auch Assistenzhunde müssen ja bedeutend mehr leisten, obwohl die weniger stark eingespannt sind als Blindenführhunde. Aber ich bin sicher, dass wenn der Halter dem Hund genug Spiel- und Freilaufmöglichkeit gewährt und sich mit dem Hund abgibt und befasst, dass so ein Hund trotz hoher Belastung ein schönes Hundeleben hat.
Liebe Grüsse
Marianne

www.ladys-huetewiese.jimdo.com

Bolotta

Alphadoggie

Beiträge: 5 024

Doggie(s): Luna, Labi Mischling und Honey Mischling

  • Nachricht senden

31

Dienstag, 20. März 2018, 08:43

schön geschrieben, Lady :good: Intressant zu wissen wäre noch, wie alt so im Schnitt Blindenführhunde werden?

Aber das ist doch wie bei den Menschen. Es gibt solche, die haben ganz wenig zum Leben und sind glücklich, andere führen ein Leben in Reichtum und Überfluss und sind nicht glücklicher und zufriedener.