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mandala

unregistriert

1

Mittwoch, 6. Januar 2016, 17:22

Leinenaggression / Unverträglichkeit / nicht sozialisiert? Bitte um Tipps und Erfahrungen

Hallo Zusammen :smile:
Ich freue mich sehr habe ich mich in diesem Forum angemeldet und hoffe, ich könnt mir einige Tipps geben oder von euren Erfahrungen mit den lieben Vierbeinern berichten :zwinker:

Zu meiner Hündin: Sie ist 2 Jahre alt, ich bin ihre 3. Station. Ursprünglich kommt sie aus Bulgarien, ist wahrscheinlich auf der Strasse aufgewachsen. Kann man ja nicht richtig sagen, evtl. war sie auch nur kurze Zeit "obdachlos", bis sie gefunden wurde. Sie kam zu einer Frau in der CH, wo sie ca. 7-8 monate blieb, bis sie auf eine Pflegestelle kam, wo sie mit einem unkastrierten Rüden zusammenlebte. Dort war sie jedoch nur 3 Wochen, da sie am 23.12 bei mir eingezogen ist. Sie ist laut Aussage ein American Bulldog Mischling, ca. 50 cm gross und 24 kg schwer. Ich kann sie also relativ gut halten :-p

Nun zu unseren "Problemen": uns (meine Kollegin hilf mit bei der Betreuung) wurde gesagt, sie habe eine gewisse "Leinenaggression", kommt aber im Freilauf relativ gut mit anderen Hunden aus. wir haben angefangen mit ihr drinnen und draussen Gudeli zu suchen, damit sie dann einmal in Zukunft bei Hundesichtungen ablenkbar ist :-p Dies haben wir auf Rat vom Hundetrainer, welcher uns vom Tierschutzverein vermittelt wurde, angefangen.. vielleicht gibt es hier Leute, die dieses "Problem" auch hatten und können uns Tipps geben, wie sie da vorgegangen sind?

Drinnen im Haus ist sie ein kleiner Engel :0engel0: Sie schläft sehr viel und tief (muss wahrscheinlich auch einiges verarbeiten), ist natürlich stubenrein, bettelt nicht und kann schon gut alleine bleiben. Man kann sie ohne Probleme aus dem Zimmer und auf ihr Plätzli schicken. Also drinnen sehr angenehm, wenn auch am Anfang etwas verschüchtert und zurückhaltend, was wir auf der kurzen Dauer, die sie bei uns ist, zuschreiben.

Draussen allerdings sieht es anders aus: Ich denke, sie ist (soweit ich das beurteilen kann) sehr reizempflindlich, kennt auch nicht viel und schnell gestresst. Sie konzentriert sich nur sehr schwer auf uns (natürlich, wie haben auch fast keine Bindung zueinander), zieht ganz schön an der Leine etc. Wir haben angefangen an der Leinenführigkeit zu arbeiten, indem wir immer stehen bleiben, sobald sie zu sehr zieht, abwarten bis sie sich zu uns wendet, sie danach loben und weitergehen, entweder in die gleiche Richtung oder woanders hin. Ein kleiner Fortschritt können wir schon bemerken.. :yeah:
Da wir sie natürlich noch nicht so auslasten können wie wir gerne möchten (Fahrradfahren und joggen etc.) denken wir, hat sie halt auch noch sehr viel Energie, die sie noch nicht so richtig loswerden kann..

Da ich ein Pferd habe, habe ich sie nach ein paar Tagen einmal mitgenommen. Auf die Hofhunde und andere Hundegäste hat sie eigentlich gut reagiert, der unkastrierte Flat wurde sofort der beste Freund. Ausser mit einem kleinen Mischling hat sie sich mit allen gut verstanden / hat sie in Ruhe gelassen. Den kleinen Mischling hat sie relativ schnell gepackt, was wahrscheinlich unser Fehler war. Wir haben sie aufeinander zugehen lassen (ohne Leine), beide haben die Haare gestellt und sich fixiert.
Leider hat sie im Anschluss ein Pony in die Nase gebissen, was wir alle nicht kommen gesehen haben :taschentuchtraurig: Wir wollten sie riechen lassen, da sie sehr angespannt war und zu den Pferden gezogen hat. Dass sie gleich zubeisst hätten wir nicht gedacht und ist sicherlich auch unserer fehlenden Erfahrung zuzuschreiben. Meine Kollegin allerdings, die jahrelang selber Listenhunde hatte, war mit dieser Situation auch ganz schön überfordert. Dem Pony geht es gut, sie hat ein kleines Löchlein in der Nase, welches wir natürlich sofort verarztet haben. :peinlich:

Kurz zusammengefasst: Wir sind uns sehr unsicher ob wir all diesen Sachen gewachsen sind und sind über Tipps und Ratschläge sehr froh. Einen Hundetrainer haben wir, bei einem anderen waren wir zu einer Schnupperlektion. Dieser hat gemeint, sie brauche eine starke und konsequente Führung etc. Auch sind wir uns natürlich noch unsicher, welche Erziehungsmethode für uns und den Hund am Besten ist. Vielleicht kann uns der eine oder andere erzählen, was sie als sehr wichtig empfinden, was gar nicht geht vom Hundetrainer etc?

Unsere Einschätzung ist, dass sie eine ziemlich tiefe Reizschwelle hat (sagt man das so?) und bei Hundebegegnungen aus welchen Gründen auch immer (konnten wir nicht herausfinden) von Anfang an einmal den Macho raushängen lässt. Sie ist überhaupt nicht zimperlich und spielt auch relativ grob. Wenn der andere Hund kuscht und nicht aufmüpfig auf sie reagiert ist eigenlich alles in Ordnung, wenn es ein Hund wie sie ist ist, wird es schwierig..
Wir sind im Moment sehr ratlos und wissen nicht, wie wir diese Sachen anpacken sollen. Wir haben grossen Respekt sie im Freilauf (an der Schleppleine) zu anderen Hunden zu lassen, weil wir das Gefühl haben, dass bei ihr die Sympathie sehr ausschlaggebend ist. Ist diese nicht vorhanden, zeigt sie das sehr klar, schnell und unsanft. Wir möchten natürlich solche Hundebegegnungen vermeiden.. vielleicht ist das gerade das Falsche und sie sollte so viele Hund wie möglich treffen, dass sie die Kommunikation mit anderen Hunden besser lernen kann? Oder sollten wir zuerst an den Sachen wie Rückruf, Aufmerksamkeit etc arbeiten, bevor wir sie auf andere Hunde "loslassen"?
Wir haben ihr einen Maulkorb gekauft, auch für unsere Sicherheit und dass wir nicht bei jeden Hund einen kleinen Herzinfarkt kriegen :d

Ganz klar ist natürlich auch, dass wir an unserer Einstellung arbeiten müssen, damit wir ihr in solchen Situationen mehr Sicherheit geben können und ihr zeigen können, dass wir alles im Griff haben..

Falls es jemand bis hier nach unten geschafft hat und mir einige Tipps / Anregungen geben kann, bin ich sehr sehr froh!
Ich danke euch und wünsche euch einen schönen Abend!
Liebe Grüsse!! :zwinker:

catba

Alphadoggie

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Doggie(s): Lagotto "Ghiro" / Mudi "Dix"

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2

Mittwoch, 6. Januar 2016, 18:38

ich würde reizarme Gegenden zum Spazieren aussuchen, vielleicht sogar am Anfang viel die gleichen Wege laufen, damit sie die Chance hat Sicherheit zu gewinnen...die Spaziergänge würde ich nicht zu lange machen, damit sie nicht überfordert ist...Arbeiten würde ich vorwiegend zu Hause, wo sie auch aufmerksam dabei sein kann, denn draussen ist wohl alles noch zu aufregend...mach Vertrauensübungen, das schweisst euch zusammen, damit sie sich draussen mit dir sicher fühlt...das wären so meine ersten Gedanken, denn ich habe mit Dix ein ähnlicher Fall (Angstagression)

Bolotta

Alphadoggie

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Doggie(s): Luna, Labi Mischling und Honey Mischling

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3

Mittwoch, 6. Januar 2016, 20:22

Wir haben in der HuSchu gelernt, dass es nicht wirklich sinnvoll ist, den Hund mit Guddeli abzulenken bei Hundekontakt, bzw. Kreuzen von anderen Hunden. Der Hund soll mit einem Zupf an der Leine erstmals seine Aufmerksamkeit auf mich richten. Zieht er gegen den anderen Hund, nicht zurückziehen, sondern quasi auch nach vorne. Unsere Trainerin hat sogar gesagt, wenn einer ganz blöd tut, darf man ruhig auch mit der Leine VOR dem Hund auf den Boden knallen. Also nicht den Hund schlagen, aber ihn quasi erschrecken und ihm zeigen, dass wir dieses Verhalten nicht tolerieren. Weiter auch ruhig und zügig den anderen Hund kreuzen und immer wieder an der Leine ganz leicht nach vorne zupfen, und den Hund mich anschauen lassen. Jedesmal wenn er mich ansieht, loben. Hier kann schon als Zusatzhilfe mit einem Guddeli gearbeitet werden. Das sollte aber ganz oben, auf Schulterhöhe gehalten werden, weil wir eben wollen, dass der Hund UNS ansieht.

Im SKN Kurs wurde uns ganz klar gesagt, dass Hund und Pony, Pferde, Kühe, etc. einander NICHT beschnuppern dürfen. Genau diesen Fall hat sie dabei geschildert. Der Hund müsse sich nur kurz erschrecken und schon hätte er das Tier in die Nase gebissen.

Ich würde wohl auch langsam aufbauen. Nicht zu viel Hundekontakt suchen, zu Beginn. Ihn auch nicht zu vielen Reizen aussetzen und ihn keinenfalls zum Pony oder anderen Tieren lassen. Du hast ja einen Hundetrainer. Wenn er dir passt und euch hilft, weiterhin eng mit ihm zusammen arbeiten.

Denk immer daran, wenn dein Hund einen anderen verletzt, muss er gemeldet werden! Er ist ein Listenhund und dein erster Hund. Also aus Sicht von Leute mit Vorurteilen nicht gerade ideale Bedingungen.

Ich kann mir gut vorstellen, wenn du gewisse Vorsichts Massnahmen beachtest, dass ihr beide viel Freude aneinander habt.

Lagotto

Sportdoggie

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4

Mittwoch, 6. Januar 2016, 20:35

Denke, ihr macht es richtig, generell mal den Maulkorb anzulegen. Ihr könnt sie so am besten beobachten und lernt sie einzuschätzen. Ich würde nicht zu viel bei Hundebegegnungen involvieren (sie hat ja den Maulkorb an), sie vorerst mal an der Schleppleine halten und eingreifen, wenn sie den anderen Hund versucht anzugreifen. Wenn es nur aus Unsicherheit ist, müsst ihr versuchen, ihr die Sicherheit zu geben. Wie genau das geht würde ich allerdings auch mit einem Hundetrainer anschauen.
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

hasch-key

Sportdoggie

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5

Donnerstag, 7. Januar 2016, 07:47

Zur Leinenaggression: ist erstmal schwer einzuschätzen, wenn man weder Dich noch den Hund kennt. Bei "Proletenpöblern" kann man da gut deutlich werden, bei eher Angsthunden würde ich nicht noch Leine o.ä. vor die Füsse knallen.
Wenn sie bisher tatsächlich kaum etwas mitbekommen hat, würde ich ähnlich wie Catba vorgehen und ich würde beim Kreuzen mit anderen Hunden wenn möglich einen Bogen laufen, resp. Ausweichen. Das nicht als Dauerlösung aber bis ihr einen besseren Draht zu Dir hat, sich auch draussen besser auf Dich konzentrieren kann und nicht so hochgefahren ist. Wenn sie jetzt bei jeder Hundekreuzung pöbelt, ist das nen Lerneffekt, den ich nicht unbedingt wöllte.

Zum Thema Hundekontakt: ich würde das mit ein paar wenigen, sehr sicheren Hunden üben, dass ihr Sicherheit gewinnt und Hundi auch. Ein Hund braucht nicht mit jedem Hund Kontakt haben und muss auch nicht mit allem und jedem zwangsvergesellschaftet werden. Lieber weniger Begegnungen aber dann qualitativ passend.

catba

Alphadoggie

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Doggie(s): Lagotto "Ghiro" / Mudi "Dix"

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6

Donnerstag, 7. Januar 2016, 08:12

den Maulkorb finde ich übrigens nicht so prikelnd ! lauft lieber einen grossen Bogen um den Hund / wechselt die Strassenseite / einfach ausweichen...mit der Zeit kann man das immer verkürzen, aber mit langsamen Schritten...bei Dix hat es 1,5 Jahre gedauert, jetzt kann ich mit dem "luege" sie auf mich fixieren und wir können ruhig ganz nah am fremden Hund vorbeiziehen...der Maulkorb nützt nur für euch (dass ihr Sicherheit habt), der Hund hat trotzdem total stress und lernt nix dabei...das A und O ist, dass der Hund das Vertrauen zu euch bekommt, nur so könnt ihr weiter arbeiten !

Gimp

Sportdoggie

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7

Donnerstag, 7. Januar 2016, 08:39

der Maulkorb nützt nur für euch (dass ihr Sicherheit habt),

Das sehe ich etwas anders. Sie hat einen SoKa.. Allein das macht sie für die "Gesellschaft" mehr als angreifbar. Auch haben wir hier all zu oft gelesen, dass viele HH ihre Hunde einfach laufen lassen. Da helfen dann auch keine Bögen laufen.
Und weiter wird schnell verzeigt in Bezug auf SoKa´s .. Der Maulkorb schützt so nicht nur die Halterin, sondern auch die unerzogenen HH.
Somit kann sie deine Anleitung viel entspannter ausführen, was direkt dem Hund zugute kommt.
***********************************************************
Wer die Menschen kennenlernt, wird seine Liebe lieber den Tieren schenken.
Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als ein Mensch mit stundenlangem Gerede.
und bitte: Jeans "hudeln" ist keine Liebesbekundung. :bruell:

mandala

unregistriert

8

Donnerstag, 7. Januar 2016, 08:40

Wow, vielen vielen Dank für eure Antworten!
In den letzten Tagen haben wir es so gemacht, dass wir auf dem Spaziergang (ohne Maulkorb) sowieso viele Richtungswechsel eingebaut haben, da wir das mit der Leinenführigkeit üben.. Und wenn uns dann ein Hund entgegen kommt, weichen wir halt einfach aus. Wenn dies nicht möglich ist, drehen wir halt um.. die komischen Blicke der Leute, wenn ich Slalom durch die Autos laufe bin ich mir bereits gewöht :biggrin:

Ja, unser Ziel wäre natürlich schon, dass wir sie an anderen Hunden vorbeiführen können und sie bewusst ruhiger ist, als sie mit Gudeli abzulenken. Ich muss mir ja sicher sein, dass sie den Hund sieht bevor ich sie zum Gudeli suchen schicke, sonst hat das ja gar keinen Sinn :-p
Also ist das mit dem Ausweichen / Strassenseite wechseln keine dumme Idee? dass sie es erstmals mit mehr Distanz lernen kann, dann Stück für Stück näher ran.. Besser als sie "ins kalte Wasser werfen" und so viele Hunde treffen wie möglich?

Der Hundetrainer meiner Kollegin hat gemeint, sie brauche schon eine starke Führung etc, also für mich hat es nicht unbedingt nach Ängstlichkeit oder dergleichen getönt.. Wenn man sie draussen sieht (finde ich), kommt man nicht so schnell auf die Idee, dass sie in irgendeiner Weise unsicher oder so wäre.. Aber klar, ein unsicherer Hund spielt sich ja oft auch gerade deshalb so auf und muss sich nicht zwingend bei jedem Pieps hinter dem HH verstecken.

Gibt es irgendwelche Anzeichen oder auch Verhaltensweisen drinnen, welche für eine Unsicherheit sprechen würden? Drinnen ist sie sehr zurückhaltend, hat am Anfang kaum gewedelt etc. Draussen wie gesagt total anders.. Für uns noch schwierig zum beurteilen. Und je nachdem würde man halt schon anders reagieren..

mandala

unregistriert

9

Donnerstag, 7. Januar 2016, 08:53

Betreffend Maulkorb.. Ich war überhaupt nicht Fan von den Dingern.. Aber seit dem sie den kleinen Hund auf dem Hof gepackt haben, haben wir den gekauft, damit wir sie auch zu anderen Hunden hinlassen können, ohne dass sie den sofort beissen kann.. Klar, in einer Rauferei kann es natürlich einmal zu kleineren Verletzungen kommen. Aber wenn sie (gerade auf kleinere Hund) so derb reagiert, haben wir den gekauft.
Beim Spazieren tragen wir ihn nicht, vorallem wenn wir nur an der kurzen Leine spazieren gehen. Ich kann ja ausweichen und kann sie auch ohne Probleme halten.
Sie ist auch sonst (ÖV, Auto etc. ) sehr ruhig und einigermassen gelassen. Solange halt kein Hund in die gleiche Tür einsteigen will wie sie.. Dann kann sie schon ziemlich hochdrehen.. Und das ist dann für niemanden lustig, auch für die Leute im Zug.. Wir wissen nicht, ob sie gleich zubeissen würde, würde sie zum anderen Hund kommen.. Und das Theater mit in die Leine springen, Bellen und Fiepen haben wir ja mit Maulkorb genau gleicht..
Der Unterschied ist, dass sie mit Maulkorb noch gefährlicher aussieht :ohmann: :peinlich:

Betreffend Listenhund (Ich bin noch nicht sooo informiert :peinlich: )
Da im Kanton Bern keine Listen existieren, zählt sie trotzdem zu den Listenhunden? Wenn ich das richtig recherchiert habe, ist eine Amerikanische Bulldogge nur im Kanton Tessin bewilligungspflichtig, ansonsten kommt diese Rasse auf keiner Liste vor? Habe diese Übersicht bei sos-listenhunde schweiz gefunden. Heisst das, weil sie in einem Kanton auf der Liste der bewilligungspflichtigen Rassen steht, dass sie ein Listenhund ist? Für uns Laien sind Listenhunde natürlich Pitbull, Staffs, Bullterrier, evlt. noch Cane Corso und Dobermänner.. Vielleicht kann mir das jemand richtig erklären? :bekloppt: :zwinker:

Gimp

Sportdoggie

Beiträge: 1 392

Doggie(s): Volpino Balu, Jack Snoop, Grinch Lio, Boomer-Tibet-Terrier-Mix Pizza

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10

Donnerstag, 7. Januar 2016, 09:16

Der Mensch ist ja leider "fehlassimiliert" worden, was diese Hunde betrifft.

Hier als beispiel wird es gut erklärt:
http://www.petfinder.ch/service/ratgeber…eigentlich.html

Aber da sind im Tessin z.B. Deutsche Doggen mit gelistet. für mich eigentlich sehr sanfte Hunde. Aber es gibt es berichte, wo DD (nicht Dagobert Duck ^^) Hunde/Menschen "angefallen" haben.. und schon "werden sie verteufelt"
Mir geht es bei derartigen Hunden um die "Sicht der Gesellschaft" und mit deinem hast du ein "Opfer" an der Hand.. ob zurecht oder nicht. Der Fingerzeig auf "dein Monster" geht den Leuten schnell von der Hand. :sad:
Selbst wenn deiN hund die größte Schmusetuse ist, wird sich an der Einstellung der Leute wenig ändern, solange die Medien die Welt derart verrückt machen.
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Wer die Menschen kennenlernt, wird seine Liebe lieber den Tieren schenken.
Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als ein Mensch mit stundenlangem Gerede.
und bitte: Jeans "hudeln" ist keine Liebesbekundung. :bruell:

11

Donnerstag, 7. Januar 2016, 12:20

Selbst wenn deiN hund die größte Schmusetuse ist, wird sich an der Einstellung der Leute wenig ändern, solange die Medien die Welt derart verrückt machen
Das stimmt leider. Dasselbe gilt für den Maulkorb. Bei uns laufen derart selten Hunde mit einem Maulkorb rum, dass alle Leute sofort rot sehen und bei ihnen alle Alarmsirenen losheulen, dabei gibt es nichts, was eigentlich entspannter wirken müsste, aber eben müsste und nicht tut.
Ich finde es gut, wenn du im Moment versuchst deinem Hund die nötige Distanz zu bieten, die sie braucht um ruhig bleiben zu können. Hat sie mal genug Vertrauen aufgebaut, kannst du die Distanz langsam und schrittweise verringern und irgendwann wird ein ruhiges, stressfreies Kreuzen hoffentlich möglich. Aber das kann resp. wird ziemlich sicher viel Geduld und Zeit brauchen. Sie jetzt ständig mit Hundebegegnungen zu konfrontieren sehe ich als kontraproduktiv an, solange sie nicht damit umgehen kann.

Ellu

Kläfferdoggie

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Doggie(s): Betty

Wohnort: Züri Oberland

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12

Donnerstag, 7. Januar 2016, 12:33

Hättest du dieselben Probleme mit z.b. einem Goldie hättest du es in der Gesellschaft bestimmt etwas einfacher, auch wenn er Maulkorb tragen muss. Aber zum Glück liest es sich so raus als ob es dir ziemlich egal ist was die anderen von euch denken, das ist schon mal top!!

Ich denke gerade unsichere Hunde finden es notwendig "stark" aufzutreten und schiessen dann übers Ziel hinaus... In deinem Fall würde ich viel Impulskontrolle mit ihr üben. Dass sie auch lernt Reize auszuhalten während sie sich auf dich konzentrieren soll, das hilft dir sowohl generell beim Leinenlaufen als auch beim Vorbeigehen an anderen Hunden.
malkorb finde ich für den Anfang nicht schlecht, auch damit ihr mehr Sicherheit habt und nicht so gestresst seid bei Hundebegegnungen. Anonsten würde ich persönlich mehr daran arbeiten erstmal an der Leine ruhig an anderen Hunden vorbeizukommen und dass sie sich dabei auch zu euch umorientieren kann. Falls du mit Klicker arbeitest, kannst du auch klicken wenn sie ruhig zu einem fremden Hund hinschaut und das Leckerli geben (so habe ich das bei meiner Hundetrainerin gelernt, da Betty seit der letzten Läufigkeit auch etwas zickig reagiert).
Das hat bei uns nach kurzer Zeit dazu geführt, dass sie entgegenkommende Hunde nicht mehr anstarrt und so angespannt ist, sondern sich zu uns umorientiert und sich da was leckeres oder ein Lobwort holt. Wenn wir auf gleicher Höhe mit dem anderen Hundehalter sind und der andere hund auch ruhig ist, fragen wir manchmal auch ob wir ein Stück zusammen gehen können und die Hunde freilassen können. Das klappt dann immer überraschend sehr gut!

Daneben ganz klar einen sicheren Rückruf aufbauen damit man sie später auch aus brenzligen Situationen rausrufen kann. Das braucht ja eine ziemlich lange Zeit bis so ein Rückruf sicher sitzt, deshalb lieber so früh wie möglich anfangen zu üben.

Anonsten finde ich solltet ihr jetzt nicht extra viele Hundebegegnungen aufsuchen, sondern lieber erstmal einsame Runden drehen und eine Bindung aufbaue, euch besser kennenlernen und den Alltagsgehorsam lernen. Die "schweren Brocken" kannst du dann eins nach dem anderen anpacken und in der Zwischenzeit einfach Managementlösungen dafür finden. Wenn du an allem gleichzeitig arbeitest möchtest, wirst nicht nur du überfordert sein, sondern auch deine Hündin ;)

Toi toi toi und berichte bitte wie es läuft!
Das Hundespielzeug aus Bio-Hanfseil

erica

Sportdoggie

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13

Donnerstag, 7. Januar 2016, 14:36

Wie kommt ihr eigentlich darauf, das sie unsicher ist? Und was mich auch sehr wundert: ein ehemaliger Strassenhund soll nicht mit andern Hunden kommunizieren können? Eher unwahrscheinlich!
Wisst ihr, warum sie umplatziert wurde? Wäre noch wichtig!
Dass sie zuhause lammfromm ist, ist normal. Der wahre Charakter zeigt sich erst nach ein paar Wochen.

pat_blue

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14

Donnerstag, 7. Januar 2016, 15:29

Hat Euer Hundetrainer Molosser Erfahrung? Mit "härte" oder "starker Führung" im klassischen Sinne erreicht ihr bei ihr eventuell eher das Gegenteil. Vielleicht suchst du dir mal einen Trainer, der wirklich Erfahrung mit problematischen Molossern hat. Der muss euch ja dann auch nicht wöchentlich sehen, sondern euch geeignete Trainingsmethoden für Euren Hund aufzeigen.

Und ich bin eher der Meinung, dass ein Mauli zwar vielleicht abschreckend wirkt, aber sollte sie einen anderen Hund erwischen, auch wenn sie angeleint ist, ihr den kürzeren ziehen würdet.

Wahrscheinlich wird ihr Verhalten sich auch schon etwas bessern, wenn sie richtig bei euch angekommen ist und richtig vertrauen gefasst hat.

Bea2521

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15

Donnerstag, 7. Januar 2016, 16:16

Zitat

Wie kommt ihr eigentlich darauf, das sie unsicher ist? Und was mich auch sehr wundert: ein ehemaliger Strassenhund soll nicht mit andern Hunden kommunizieren können? Eher unwahrscheinlich!
Wisst ihr, warum sie umplatziert wurde? Wäre noch wichtig!
Dass sie zuhause lammfromm ist, ist normal. Der wahre Charakter zeigt sich erst nach ein paar Wochen.


@ Erica, na schau mal einer an, da kann ich mal gleicher Meinung sein.

Die Unsicherheit zeigt sich vorallem bei euch Hundehalter, nicht böse gemeint. Daher würde ich nicht viel auf externe Ratschläge geben von Leuten, die den Hund nicht persönlich kennen (auch nicht böse gemeint). Aber momentan wird viel rein interpretiert, ohne wirklich zu wissen, daher unbedingt einen geeigneten HundetrainerIn zu ziehen und das dann umsetzen.


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Lagotto

Sportdoggie

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16

Donnerstag, 7. Januar 2016, 16:17

Ich sehe es auch so wie erica, als ehemaliger Strassenhund einen Bogen um andere Hunde zu machen könnte die Unsicherheit nur noch verstärken. Es ist eine komplett andere Situation, als wenn ihr einen Junghund habt, der erst noch die Welt entdecken müsste.
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

Kailani

Wachdoggie

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17

Donnerstag, 7. Januar 2016, 18:09

Man weiss nicht, ob die Hündin auf der Strasse gelebt hat:
Ursprünglich kommt sie aus Bulgarien, ist wahrscheinlich auf der Strasse aufgewachsen. Kann man ja nicht richtig sagen, evtl. war sie auch nur kurze Zeit "obdachlos", bis sie gefunden wurde.
Oft wird im Auslandtierschutz von "Strassenhunden" gesprochen. In manchen Fällen haben diese tatsächlich eine mehr oder weniger lange Zeit lang auf der Strasse gelebt. Dann aber, der Meinung bin ich auch, sollte das Sozialverhalten das kleinste Problem sein.
Klar ist bei dieser Hündin aber nur, sie ist in Bulgarien aufgewachsen. Vielleicht ist sie gar kein "Strassen"-hund, sondern hat an der Kette gelebt oder war zeitweise "normales Haustier" mit schechter Sozialisation. Wer weiss...

catba

Alphadoggie

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18

Donnerstag, 7. Januar 2016, 18:10

es gibt genügend Strassenhunde die sehr wohl auch unsicher sein können, z.B. durch schlechte Erfahrungen mit Artgenossen!...das ein Bogen machen, die Angst noch vergrössert, habe ich am Anfang auch gesagt, als mir das angeraten wurde, aber das ist blödsinn und menschliches Denken...du gibst dem Hund die nötige "Wohlfühlzone" und das schaft Vertrauen / Verständnis

Bea2521

unregistriert

19

Donnerstag, 7. Januar 2016, 19:02

Ich bleibe dabei, wir kennen den Hund nicht, klar ist das der Hund aber Verhalten zeigt, wo man dran arbeiten muss. Packte einen kleinen Hund und schnappte nach einem Pferd, hier nun Ratschläge zu geben, ohne das man den Hund kennt, ohne zu wissen ob es aus Angst passiert, kann sehr nach hinten los gehen.


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Lagotto

Sportdoggie

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20

Donnerstag, 7. Januar 2016, 19:04

Catba, grundsätzlich sehe ich das auch so, mit der Wohlfühlzone und handhabe das bei meinem doggie auch so. Es gibt aber auch Hunde, die anders reagieren und sich nicht wohlfühlen (kenne einige Hunde, die sich die Kehle aus dem Leib kläffen, egal auf welche Distanz). Es ist also wichtig, die Hündin zu beobachten und richtig einzuschätzen. Am besten mit fachlicher Hilfe.
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

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