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LucyLu

Schnupperdoggie

  • »LucyLu« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 46

Doggie(s): Border Collie Mix Lio

Wohnort: Graubünden

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1

Dienstag, 19. Januar 2016, 21:12

Angst vor Kindern, wie angehen?

Mich würd mal eure Meinung interessieren...

Hab meinen Wuff ja nun seit einem halben Jahr, mit 8 Monaten kam er direkt von Bulgarien zu mir. Wir haben vieles schon schön hingekriegt, und ich beklage mich in keinster Weise. Ich habe den besten Hund sowieso :)

Vor Kindern hatte er schon immer Angst. Sie bewegen sich unkontrolliert, schreien, schmeissen Sachen um etc. etc. Geht für meinen Hund gar nicht. Kommt uns also eine Familie entgehen, weicht er aus so gut es geht, kommt aber wenn das "Übel" vorüber ist brav zurück und beruhigt sich inzwischen schnell wieder. Nur kann ich es kaum verhindern das mal grössere Gruppen unterwegs sind oder das er nicht ausweichen kann oder das jetzt halt grad Schule aus ist und grad mehrere auf unserer Strecke unterwegs sind. Also er hat auch Angst wenn die ganz ruhig sind, nicht springen oder so, nur einfach da sind. Kinderwagen sind i.O., die Verknüpfung macht er (noch) nicht.

Kennt das jemand? Soll ich das üben? Wenn ja, wie? Bisher hab ich ihn wenn dann nur draussen bewusst konfrontiert, (2x bisher) mit max. einem Kind, und das unter mind. vier Augen. Das geht, er kommt dann auch einmal gaaanz kurz das Kind anschauen, wenn ich auch da bin. Indoor könnte ich das nicht verantworten, da fühlt er sich eingeengt und reagiert entsprechend. Ebenso nie(!!!) an der Leine. Trotzdem könne es mal zu einer Situation kommen das die Kinder zu nahe kommen, nicht reagieren wenn ich sie wegschicke oder einfach nur auf uns zurennen. Sind ja Kinder. Hündl würde tausend Tode sterben, und nachher nie wieder gern da durchlaufen. Auf einer Strecke liegt eine Schule, selbst wenn Ferien sind und kein einziges Kind da ist, krieg ihn da quasi nicht vorbei, und wenn denn unter enormen Stress für ihn. Verlange das aber höchst selten von ihm. Selbstverständlich binde ich ihn nie unbeaufsichtigt irgendwo an. Horror-Szenario schlechthin, sollte er jemals ein Kind beissen, einfach aus Angst weil er nicht wegkonnte und das Kind zu ihm hinrennt und ihn streicheln will *schreikreisch*

Möchte ihn ja auch nicht überfordern... Bin froh wenn jemand von seinen Erfahrungen berichtet!

Holger

Wachdoggie

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2

Dienstag, 19. Januar 2016, 21:43

Ohne Lösung schliesse ich mich dem Problem an...


Gruss,
Holger

Bolotta

Alphadoggie

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Doggie(s): Luna, Labi Mischling und Honey Mischling

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3

Dienstag, 19. Januar 2016, 22:16

Die Eltern eines Kindes müssen halt ihre Verantwortung auch übernehmen und ihr Kind nicht einfach auf den Hund loslassen. Als Luna noch recht jung war, kam sie ja bereits mit mir mit in den Wald. Da gab es auch Eltern (gibt es immer noch), die ihre Kleinkinder, die knapp oder gar nicht laufen können, auf Luna "losliessen". Dh. sie wollten sie streicheln, zogen aber an den Ohren, fassten in die Augen, etc. So hatte sie am Anfang auch eher Angst vor Kleinkindern.

Im SKN Kurs lernten wir, dass ein Hund immer eine Ausweichmöglichkeit haben muss. Sprich, wenn ein Kind ein Hund streicheln möchte, so soll der Hund freiwillig zum Kind hin. Möchte er das nicht, so kann er sich jederzeit zurückziehen.

Zu deinem Problem: Ich würde versuchen mit Eltern, die dir und du ihnen, vertrauen, mit einem Kind beginnen. Es soll langsam zum Hund kommen, sich hinhocken, ihn locken, ggf. mit Guddeli. Einfach ganz langsam. Wichtig fände ich jetzt, dass er viele positive Erfahrungen machen kann.

Meine eigene Kinder sind ja schon fast erwachsen, und mit den zu betreuenden Kindern kann ich leider nicht dienen. Hoffentlich findet ihr "geeignete" Kinder.

Gimp

Sportdoggie

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Doggie(s): Volpino Balu, Jack Snoop, Grinch Lio, Boomer-Tibet-Terrier-Mix Pizza

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4

Dienstag, 19. Januar 2016, 22:45

Es soll langsam zum Hund kommen, sich hinhocken, ihn locken, ggf. mit Guddeli

Das hat sich bei uns als ungeeignet herausgestellt. Locken durch Stimme oder Leckerli eleminieren die Ängst nicht, sie überlagern sie.
Die Eigendistanz und Angst des Hundes sollte immer von IHM ausgehen.
Wenn ihr übt, einfach das Kind sitzen / stehen lassen. Von ihm weggedreht. Gerne mit einem quitscher oder auch geruchsstarken leckerli.. der unterschied ist, das der Hund kommt.. und nicht aktiv gelockt wird.
Er soll über seine Neugier und den anschliessenden erfolg die positive verknüpfung bekommen. Aktives locken kommt aber nicht von ihm aus.. Das ist aus meiner Sicht ein kleiner, aber gravirender unterschied.

Dem LIO wurde per "Locken / Rufen" seine individualdistanz abgezwungen (sozusagen) .. an dem ergebnis arbeiten wir immer noch in kleinen teilen!.

die Pizza, der "nicht erzogene Hund" .. der, der alles nur Nachahmt (sie muss alles selber machen.. 15 mal gezeigt.. sie macht es nicht.. und nach 1-20 tagen "platsch" .. sitzt es.. ), dem seine individualdistanz nicht abgezwungen wird, ist bei neuem viel viel entspannter.. denn alles neue erlebt SIE selbst. so auch, wenn sie vor etwas angst hat (ein Feldgerät auf einem Feld, wo es vorher nie stand) .. dann gehen wir einfach zum gerät.. wir sagen nix, gehen zwei, drei mal drumherum ..bis der Hund durch seine Neugier oder durch den Nachahmungseffekt VON SELBST rankommt. Oder eben auch nicht! .. Dann eben bein nächsten mal .. oder beim Rückweg ..

Das ist immer bei Ängsten von elementarer bedeutung.. keiner kann einem die Angst nehmen .. das muss man immer selbst machen. So auch der Hund.. alles locken "überlagert" nur ..

Aber: das ist nur meine Erfahrung und Meinung. Vielleicht ist ja was bei :good:
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Wer die Menschen kennenlernt, wird seine Liebe lieber den Tieren schenken.
Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als ein Mensch mit stundenlangem Gerede.
und bitte: Jeans "hudeln" ist keine Liebesbekundung. :bruell:

Ellu

Kläfferdoggie

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Doggie(s): Betty

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5

Mittwoch, 20. Januar 2016, 07:11

Wenn ihr übt, einfach das Kind sitzen / stehen lassen. Von ihm weggedreht. Gerne mit einem quitscher oder auch geruchsstarken leckerli.. der unterschied ist, das der Hund kommt.. und nicht aktiv gelockt wird.
Er soll über seine Neugier und den anschliessenden erfolg die positive verknüpfung bekommen. Aktives locken kommt aber nicht von ihm aus.. Das ist aus meiner Sicht ein kleiner, aber gravirender unterschied.


Das kann ich so bestätigen. Beim Locken ist die Motivation das Futter und bringt den Hund in einen noch grösseren Konflikt "ich will das leckerli aber das doofe Kind steht da"...
Besser ist es, dass jede Annäherung an das Kind belohnt wird, so ändert sich auch die Erwartungshaltung des Hundes an das Kind. Nicht mehr "oh je ein Kind" sondern "cool ein Kind, das bedeutet immer etwas tolles".
Wenn du mit dem Clicker arbeitest könntest du auch jegliches Interesse an einem Kind clickern und er holt sich die Belohnung (Futter/Spiel/Distanz zum Angstobjekt) bei dir. Aber wieder es ist kein "ohh geh mal zum Kind schauen" sondern einfach beobachten, abwarten und bestätigen. Wenn dein Wuffl das mal verstanden hat, kann das Kind das Leckerli auch selbst dem Hund zuwerfen oder dreht zum Beispiel ab und geht weg ("juhui das Angstobjekt entfernt sich").

Und ich würde mir überlegen, was dein Ziel ist. Dass er Kinder plötzlich heiss und innig liebt wird eher unwahrscheinlich. Aber soll er ruhig und nah an ihnen vorbeikönnen? Keine Angst haben wenn sie lauter sind? Wenn er Angst hat zu dir kommen und Schutz suchen etc. etc. Und dann von diesen Zielen aus entsprechend hinarbeiten...

toi toi toi!
Das Hundespielzeug aus Bio-Hanfseil

Bea2521

Alphadoggie

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6

Mittwoch, 20. Januar 2016, 08:33

Zunächst mal würde ich den Hund zu keinem Kind mehr hin lassen. Ich kann nur aus eigenen Erfahrungen sprechen, Jacky hatte ja nie wirkliche Probleme mit Kindern, ausser sie kamen gruppenweise angerannt, aber auch da war es einfach zunächst mal das erschrecken, die Kinder selber waren nicht das Problem, sie dachte einfach sie würde wohl angegriffen oder keine Ahnung, aber sie lernte schnell, das die Kinder nichts Böses wollen.

Du musst ganz klar die Führung übernehmen und ich würde bei so einer Angst, nicht auf direkte Konfrontation mit Kindern gehen, sondern aus der Distanz arbeiten. Z.B. In der Nähe von einem Spielplatz oder Kindergarten mit einem Futterbeutel oder was auch immer dien Hund toll findet, da trainieren. So das der Hund die Kinder zwar mitkriegt, aber aus sicherer Distanz und der Hund sich auf dich konzentrieren muss und auf eure Arbeit. Und dann dieses Distanz Schritt für Schritt verringern, ganz wichtig aber, der Hund muss die Kinder mitkriegen.

Sollte es zu Situationen kommen während eures Spaziergangs, wo euch Kinder entgegen kommen, dann Wink den Kindern zu und Grüsse sie richtig, so das der Hund merkt, dass du die Situation im Griff hast, das du die Kinder wahr nimmst. Mit von weitem schon mal winken und grüssen, konnte ich bei Jacky auch schnell die "Angst" vor Männern nehmen, sie sich aus heiterem Himmel viel zu schnell in unsere Richtung bewegten. Zeig deinem Hund, das du die Situation vor dir siehst und im Griff hast. Und dann lass kein Kind mehr an deinen Hund ran, so lange diese Angst besteht. Das könnte ansonsten wieder einen Rückschritt bedeuten, ich würde da wirklich nicht direkt auf Konfrontation gehen und mit Kinder üben, ich denke das könnte nach hinten los gehen, sondern aus der Distanz arbeiten und diese dann verringern.


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Das Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt!

LucyLu

Schnupperdoggie

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Doggie(s): Border Collie Mix Lio

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7

Mittwoch, 20. Januar 2016, 10:26

Danke für eure Antworten.
Das macht Sinn, Gimp und Ellu. Die zweimal wo wir etwas in die Richtung gemacht haben (ich hab mich mit dem Kind beschäftigt) stand Lio entsetzt ca 15 Meter weg, und jedesmal wenn ich ihn angesehen habe lief er 5 Meter weiter Richtung nach Hause und drehte sich dann wieder um. Schwanz zwischen den Läufen natürlich... :( Einmal hab ich ihn dann zu mir gerufen das Kind einfach neben mir, da kam er schaute das Kind kurz an und ging wieder.
Er muss Kinder auch nicht innig lieben, das geht sowieso nicht (mehr). Aber ich möchte ihm einfach etwas den Stress nehmen....

@Bea Das hat mir meine erste Hundetrainerin auch geraten. Ich bekomme ihn nicht mal in die Nähe eines Spielplatzes, auf dem nur schon zwei Kinder sind. Grad beim spielen rennen und schreien die, noch bevor ich die höre ist Lio weg. Keine Chance. Er ist dann nicht mehr ansprechbar, frisst nicht mehr und an ein Training ist unmöglich zu denken.
Während den Spaziergängen mach ich das so wie du beschreibst. Ich verändere auch bewusst weder mein Tempo, noch meine Körperhaltung oder sonst etwas. Ich versuche Lio damit zu zeigen das ja überhaupt gar nichts ist.
Aber eben.... Er geht dann mit eingezogenem Schwanz weg und später dann wieder her.
Mir wurde auch schon geraten den Kids bewusst aus dem Weg zu gehen, also mit Lio mitgehen beim ausweichen und auch nicht vorauslaufen. Jaaaa das geht gar nicht, dann kommt er sowieso nicht mehr mit. Von sich aus macht der dann keinen Schritt mehr....

Gimp

Sportdoggie

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8

Mittwoch, 20. Januar 2016, 11:26

Mir wurde auch schon geraten den Kids bewusst aus dem Weg zu gehen, also mit Lio mitgehen beim ausweichen und auch nicht vorauslaufen.


Das halte ich für unzweckmässig. Man muss sich seinen Ängsten stellen. In Bezug auf den Hund darf er nicht lernen, der Angst auszuweichen. Er sollte sie angehen können. Jede desensibilisierung erfolgt ja durch und mit dem "Angstobjekt".
Was passiert, wenn du ihn mit zum Spielplatz nimmst und einfach mal 1-3 Stunden (nimm dir ein Buch mit) beim Spielplatz sitzt. (Alle Kontaktversuche der Kinder durch einen Bösen Blick und deutlichem "Spielt woanders" abwehren)

Vielleicht sind deien Zeiträume zu kurz .. vielleicht braucht er viel viel länger, um "runter zu kommen" ..
Und wenn er dann entspannt unter der Bank liegt und döst oder sonst wie teilnahms"loser" wird, aufstehen und gehen.. und es am nächsten Tag wiederholen.
ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er nicht begreifen sollte: "pöö da passiert ja gar nix" ..

Denke hier liegt sein Atem nur länger vor als deiner? *herz3*
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Bea2521

Alphadoggie

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9

Mittwoch, 20. Januar 2016, 11:47

Den Situationen aus dem Weg gehen, würde ich nicht wirklich, das macht meist alles noch viel Schlimmer.

Mit Nähe von einem Spielplatz meine ich nicht paar Meter nah dran sein, sondern wirklich mit einer Distanz die passt. Vielleicht am besten an einem Ort wo dein Hund nicht kennt, so,das er nicht schon einen Kilometer vorher den Schwanz einziehen kann. Und dann wirklich mit grosser Distanz arbeiten...

Aber ich würde ehrlich gesagt nicht mitten rein ins Getümmel ;-)


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Bea2521

Alphadoggie

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10

Mittwoch, 20. Januar 2016, 11:50

Und ja mit viiiiiiel Zeit und Geduld. Wie Gimp geschrieben hat, dein Hund braucht halt eine Weile zum runter kommen...


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Holger

Wachdoggie

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11

Mittwoch, 20. Januar 2016, 12:23

Wenn Tibby nur ANgst hätte, wäre mir das egal. Dann würde ich nicht ausweichen. Aber er hat - vermutlich ein Mitbringsel aus rumänischer Zeit - je nach Situation den Tick, Kinder wegzubeissen. Jetzt wissen dann Hütehundebesitzer genauer, was ich meine: Nicht ein Beissen wie bei einem Kampf. Sondern so, wie ich das bei Hütehunden dort in Rumänien gesehen habe. Quasi ein Zwicken mit den vorderen Zähnen um ein stures Schaf in Gang zu bringen, ohne es zu verletzen. Hat diese Aktion einen Fachbegriff?
Wie auch immer: Weder Kind noch Mami würden sich darüber freuen, so behandelt zu werden.
Deshalb weiche ich zwar nicht direkt aus, aber halte ihn sehr am Rand des Weges oder bringe ihn ins Sitz. Damit ich die Situation besser kontrollieren kann. Ist nicht ideal, aber besseres fällt mir nicht ein...

Gimp

Sportdoggie

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12

Mittwoch, 20. Januar 2016, 13:19

Hat diese Aktion einen Fachbegriff?

Aus meiner Sicht: er kontrolliert, er maßregelt (wie eben der Border die Schafe, wenn sie nicht spuren :biggrin: ) .. eigentlich etwas, was du tun solltest.
Was machst du, wenn er das macht?
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Gimp« (20. Januar 2016, 13:29)


Ellu

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13

Mittwoch, 20. Januar 2016, 13:46

hmm ok also dann würde ich auch wie Bea schreibt wirklich viel Distanz schaffen und zwar soviel wie er die Kinder sieht/hört aber es gut verträgt und sich auf ein Spiel einlassen kann. Zergeln, Leckerchen schmeissen und nachrennen etc. etc. Einfach etwas das lockert und ihm sagt die Situation ist überhaupt nicht beängstigend. Und die Distanz dann nach und nach verringern.
Setz dich vielleicht auch mit dem Thema Stress beim Hund und seinen Nachwirkungen auseinander (Buch, Internet). Mir hat das sehr geholfen zu verstehen dass es wirklich eine Zeit lang dauert bis die Stresshormone auf Normalstand sind nach einer stressigen/beängstigenden Situation.

Wenn ihr also mal auf Kinder trefft und er hat Angst, verschiebe euer Training auf den nächsten oder übernächsten Tag. Und wenn ihr mal Fortschritte gemacht habt, geh nicht gleich am nächsten Tag wieder hin und setz ihm dem aus. Lieber langsam aber stetig. Lernen braucht viel Zeit und entspannten Schlaf :-))

Und dann würde ich mir noch ein paar Management-Lösungen überlegen, falls ihr mal unerwartet in eine Situation mit Kindern kommt. Geht es besser wenn er z.B. an einer Leberwursttube lecken darf oder wenn er seine lieblingstricks machen darf während ihr in Distanz an Kindern vorbeigehen (Pfote geben oder sowas)... Das soll keine langfristige Lösung sein, aber halt etwas zum Überbrücken was euch nicht vorwärts aber auch nicht zurück bringt...

Angst (oder vielleicht auch ein Trauma) ist ja nichts dass man wirklich steuern kann.. nicht mal wir Menschen. Jemand der panische Angst vor dem Liftfahren hat, wird auch beim 100. Mal nicht entspannt Lift fahren nur weil eine Vertrauensperson entspannt neben ihm steht.

Wenn er also bereits Angst (Angst/Panik und nicht nur Unsicherheit) hat, dann schaff ein bisschen Distanz so dass er wieder aufnahmefähig ist und warte bis er sich dort etwas beruhigt hat. Nicht betüddeln etc. sondern einfach eine Stütze für ihn sein, dass er nicht allein ist und er Zeit hat runter zu fahren. Dann schauen ob er Leckerli nehmen kann oder Spielen kann und dann weitergehen.
Ich persönlich würde nicht probieren seine Angst einfach so vor dem Reiz auszusitzen und warten bis er sich beruhigt oder einschläft. Er wird natürlich irgendwann müde sein und aufhören, aber nur weil er völlig k.o. sein wird und das hat ja nichts mit Entspannt sein oder positiver Verknüpfung zu tun.
Das nächste mal wird sein Reaktion noch stärker und früher eintreten, weil er gelernt hat wie hilflos er der unangenehmen Situation ausgesetzt ist und von dir auch keien Unterstützung erwarten kann... Das würde ich dem armen Kerlchen nicht antun.
Das Hundespielzeug aus Bio-Hanfseil

Gimp

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14

Mittwoch, 20. Januar 2016, 16:54

Ich persönlich würde nicht probieren seine Angst einfach so vor dem Reiz auszusitzen und warten bis er sich beruhigt oder einschläft. Er wird natürlich irgendwann müde sein und aufhören, aber nur weil er völlig k.o. sein wird und das hat ja nichts mit Entspannt sein oder positiver Verknüpfung zu tun.

Das ist nach meiner Erfahrtung eben nicht der Fall. Der Effekt der desensibilisierung IST sich mit dem Thema AKTIV auseinander zu setzen. Und hier ist die Zeit ein Faktor. Und selbst wenn er beim ersten mal "kaputt" ist.. so ist dieses "kaputtsein" doch begleitet von .. ja.. wovon denn? das NICHTS passiert ist auf/vor/bei dem Platz.. Und die Entfernung ZUM Objekt kann variiert werden .. reiner Gusto ..
Jemand der panische Angst vor dem Liftfahren hat, wird auch beim 100. Mal nicht entspannt Lift fahren nur weil eine Vertrauensperson entspannt neben ihm steht.

Sobald er aber an den Lift gestellt wird und sich SELBST entscheidet, rein zu gehen, wird er die Angst irgendwann ablegen.
Und dem Hund sollte die Möglichkeit gegeben werden, diesen Entscheid auch mal treffen zu können. Das kann eben lange dauern.
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15

Mittwoch, 20. Januar 2016, 17:20

hmm ja ich versteh deinen Ansatz und sehe das grundsätzlich auch so. Aber wenn er an der Leine ist, ist es doch nicht seine aktive Bestimmung ob er hin will oder nicht. Seine erste Reaktion ist ja erstmal einfach weg und das kann er nicht, da er von der Leine gehindert wird. Er müsste sozusagen frei sein, wegrennen können und dann aus eigener Entscheidung heraus wieder an die Situation heran kommen. Weisst du was ich meine?

Aber LucyLu hat ja jetzt ein paar Ansätze und kann sich das rauspicken, das am ehesten für sie umsetzbar ist. Bei Angstproblemen ist es meist einfach ein eigener Lernprozess wie man mit der Situation (Hund hat Angst) umgehen soll und man spürt mit der Zeit auch raus was hilft und was nicht.
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Bea2521

Alphadoggie

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16

Mittwoch, 20. Januar 2016, 18:48

Mir fehlt da eben auch der Entscheidungsfreiheit vom Hund, wenn man da direkt konfrontiert und aussitzen lässt. Der Hund hat da keine Wahl und wird voll mit seiner Angst konfrontiert, aber wenn das für den HH so stimmt, dann auch okay. Denn ganz wichtig ist, das man als HH sich wohl fühlt in den "Trainingssequenzen".


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Gimp

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17

Mittwoch, 20. Januar 2016, 20:29

*seufts*

transferiert einfach auf euren Problemfall.. das ist alles anpassbar.. niemand sagt, man solle 2 meter von den kindern sitzen .. es geht darum, es nicht zu vermeiden ... und es statt dessen zu desensibilisieren.. steter tropfen höhlt den stein..

Damit der Hund ausweichen kann, kann man schleppleinen oder lange ausziehleinen nehmen.. aber das braucht man nicht, wenn man gar nicht so nah ransitzt.. eben anpassen :)
..
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Holger

Wachdoggie

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18

Mittwoch, 20. Januar 2016, 21:17

Zitat



Angst (oder vielleicht auch ein Trauma) ist ja nichts dass man wirklich steuern kann.. nicht mal wir Menschen. Jemand der panische Angst vor dem Liftfahren hat, wird auch beim 100. Mal nicht entspannt Lift fahren nur weil eine Vertrauensperson entspannt neben ihm steht.


DAS ist so nicht richtig. Gewöhnung und Einbindung beängstigender Situationen hat sogar ganz massiven Einfluss auf den Umgang mit beängstigenden Situationen.
Trauma? Dieses Wort sollten Laien meiden wie die Pest. Ihr diagnostiziert ja auch keine Meningitis oder einen Lymphdrüsenkrebs.
Warum sollten wir dann also wissen, wie man ein Trauma erkennt? Dies ist viel komplexer als eine Krebsdiagnose...
Belassen wir es also bei Angst. Und Angst kann indirekt gesteuert werden, indem man diesem negativen Gefühl alternative Gefühlserlebnisse zur Seite stellt. Gewöhnung also.
Das muss keinen Erfolg haben. In der Erziehung gibt es keine Automatismen.
Aber ein entspanntes Vorbild reduziert den Einfluss von Ängsten massiv. Sowohl bei eher instinktgesteuerten Vierbeinern als auch bei den wesentlich mühsameren Zwei- und Dreibeinern.




Gruss,
Holger

19

Mittwoch, 20. Januar 2016, 21:23

Lady ist ganz und gar kein Fan von Kindern! Solange die Kinder sich ruhig verhalten, nicht wild herumrennen und/oder kreischen oder laut herumrufen und ihr nicht zu nahe kommen, geht es. Sobald Kinder aber wild toben und eben dann noch dazu kreischen oder sonst laut sind, dann will sie sie mittels Hütebiss = zwicken zur Ruhe bringen :thumbdown: Unsere armen Enkel können ein Lied davon singen... Wir haben alles probiert und obwohl ich sonst in Lady absolutes Vertrauen habe - bei Kindern vertraue ich ihr nicht. Wie gesagt, sie beisst nicht, aber auch zwicken tut weh und ihr Gebell kann Kindern Angst machen. Darum sorge ich vor, sehe ich Kinder, ist Lady nah bei mir im Fuss.


Was die Angst anbelangt, so hatte Lady früher auch starke Ängste. Zwar nicht vor Kindern, aber z.B. vor einem Zug, wenn sie ihn sah und zwar richtige Panik, sie flüchtete und kam nicht mehr zurück, sie konnte auch nicht mit Gudeli abgelenkt werden, sie war gar nicht mehr fähig etwas zu fressen oder sich auf etwas anderes zu konzentrieren und sich ablenken zu lassen, in ihrem Kopf war einfach nur noch Platz für Panik und sonst gar nichts. Ich denke, das ist bei ihm bei Kindern so. So hab ich sie an die Leine genommen und bin mit ihr auf weite Distanz so nah zum Zug gegangen, wie sie es ohne Panikattacke aushielt. D.h. genau so nahe, dass sie leichten Stress hatte, aber eben nicht mehr. Das war ziemlich weit!!! Sicher 500 m gerade aus, aber man konnte den Zug von dort aus über eine Brücke fahren sehen... Täglich nach einem langen Spaziergang, wenn sie schön zufrieden und müde war, fuhr ich mit dem Auto auf einen Parkplatz dort, wo man zum Zug sehen konnte. Sie sass in ihrer Box im Auto, wo sie sich sicher und wohl fühlte, ich hatte ein Buch mit und so sassen wir jeden Tag ca. 30 Min. weil ich herausgefunden hatte, dass genau dort jeden Tag alle 2-3 Min. ein Zug durchfuhr. Lady hatte anfangs bei jedem Zug erträglichen Stress, nach ca. 2 Wochen liess dieser merklich nach. Da öffnete ich ca. 5 cm das eine Fenster, so dass man den Zug hörte und sofort stieg ihr Stresslevel wieder an... Nach 3 Monaten täglichem !! Training ertrug sie den Anblick der Züge bei völlig geöffnetem Fenster absolut ohne Stress und darum fuhr ich näher ran und immer näher. Das Training brauchte 7 Monate und zwar fuhr ich jeden Tag mit ihr hin und blieb 30 Min. auf dem Parkplatz. Danach setzte ich das Training zu Fuss fort, d.h. ich lief dann immer näher mit ihr zu den Zügen hin. Nach einem Jahr konnte ich direkt unter der Zugbrücke hindurch laufen mit ihr und sie guckte nicht mal mehr hoch, wenn ein Zug darüber fuhr :) Es war seeeehr zeitaufwändig und brauchte wahnsinnig viel Selbstdisziplin, aber jetzt hat sie keinen Stress mehr mit Trams, Zügen usw. Sie hatte übrigens auch schrecklich Angst vor Autos, LKWs und generell im Verkehr und darum bin ich wochenlang mit ihr in Strassencafés gesessen, liess sie einfach aus Distanz dem Verkehr zugucken und dann war das plötzlich kein Thema mehr für sie.
Kurzum: du musst herausfinden, welche Distanz dein Hund gerade noch als leichten Stress mit Kindern empfindet und dort mit dem Training beginnen. Zuviel Druck bringt nichts! Dann kann er gar nichts mehr aufnehmen, dann ist er vor lauter Panik blockiert. Aber es wird viel Zeit und Geduld brauchen, wenn er vor Kindern solche Angst hat.

inhii

Alphadoggie

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Doggie(s): Pyri (Eurasier) 4.2010* , Flaffy (Eurasier) 11.2015* -- Diuni (Eurasier) im Herzen --

Wohnort: ZH

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20

Mittwoch, 20. Januar 2016, 22:02

Ängste kann man abbauen mit viel viel üben, Geduld und noch mehr Zeit. :nicken:

Ich habe es mit Diuni geschafft und sie hatte wirklich Panik vor Kindern und Angst vor allen Menschen. Zum Glück nie ins aggressive sondern mit Flucht.

Ich sehe mich wieder wie ich jeden Tag über Monate in der Wiese sass, 20m vom Weg entfernt und einfach die Menschen vorbei gehen sah. Dann nach und nach Abstand reduziert bis ich auf dem Gehweg selber sass, selbst im Dorf vor meiner Haustüre. Und jaaaa, die Leute schauten alle doof :hihi: ;)

Dann habe ich auch an Orten mit Kindern (mit Zaun gesichert damit sie nicht herkommen, Beispiel Schulhausplätze) lustige Sachen gemacht oder einfach Diuni gefüttert. So dass sie die Kinder hört aber dabei was schönes machte.

Später kam dann das Füttern von allen Menschen und vor allem Kindern. Dies brachte auch viel. Klar sie lernte zu betteln weil ja nun Jeder was haben muss. Aber dies war mir egal und konnte ich später mit Gehorsam wieder abtrainieren. :nicken: So kam es, dass sie dann irgendwann sogar ein Sitz machte wenn es ein Kind verlangte und sie für Futter sogar Kunststücke machte.

Aber ich kam nicht mit einer Methode ans Ziel :nönö: . Man kommt ein Stück weit, dann geht's nicht mehr weiter und man muss einen neuen Weg finden. So gab es auch Phasen wo ich ihr die Flucht nicht mehr erlaubte (böse gesagt, ich zwang sie dazu normal zu kreuzen ohne ausweichen und doof tun). Klingt gemein und ist schwer zu beschreiben was ich genau machte, aber auch dies hat ein gutes Stück geholfen. :nicken: Man muss einfach immer ruhig bleiben und geht natürlich nicht als erste Methode.

Es ist viel Arbeit, aber es lohnt sich enorm. Mit 3 Jahren war sie in meinen Augen gut, ganz toll mit 5 Jahren.

Ich hoffe du kriegst es auch in den Griff, es erleichtert enorm das alltägliche Leben :nicken: