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Chrigula

Kläfferdoggie

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41

Mittwoch, 10. Mai 2017, 13:58

Danke für deinen Bericht Oraya :) Von mir aus hätte er ruhig noch etwas ausführlicher ausfallen dürfen :P Wie meinst du denn das genau mit der positiven Verstärkung? Wie wurde das rübergebracht? An und für sich ist das Schafe Treiben bzw. Hüten für den Hund ja schon positive Verstärkung genug. Wenn ich z.B. meine Hündin ins Platz lege und sie das zuverlässig gemacht hat, darf sie gleich wieder an die Schafe und hat somit ihre positive Verstärkung indem sie lernt, dass ich ihr die Schafe nicht "weg nehme", sondern sie gleich wieder an die Schafe darf, wenn sie mein Kommando zuverlässig befolgt. Natürlich lobe ich Ariba auch mal mit der Stimme, wenn sie etwas ganz besonders gut gemacht hat oder wenn ich merke, dass sie etwas macht, obwohl es ihr ausserordentlich schwer fällt.

Oh je, ich merke gerade, dass es enorm schwierig ist, das irgendwie verständlich zu beschreiben :d

Wir haben übrigens bei beiden Hunden am Netz / am Roundpen angefangen was mir, als Anfänger, enorme Sicherheit gegeben hat. Gerade bei sehr flüchtigen Schafen ist das für mich eh ein Muss, besonders auch dann, wenn der Hund das erste Mal an den Schafen ist. Ariba, meine jüngere Hündin, haben wir aber sehr schnell an die freien Schafe gelassen (am Anfang noch an der Schleppleine). Ich denke das kommt auch immer sehr auf den Umstand drauf an, wie Hund und Schafe aneinander gewöhnt sind und wie gut der Hund gehorcht ;) Ich persönlich bin übrigens ein grosser Fan der Schleppleine, da man so auch auf Distanz sehr gut einwirken kann.

Und ja, viele Wege führen nach Rom. Schon noch interessant, wie unterschiedlich die einzelnen Trainer arbeiten :)

Oraya, wo trainierst du denn eigentlich und gehst du regelmässig ins Training? Habe ich das richtig verstanden, dass du auch eigene Schafe hast?

Als im Frühling 2016 meine ersten eigenen Schafe eingezogen sind, habe ich mich am Anfang gar nicht richtig getraut, alleine an ihnen zu trainieren ;) Die Schafe waren zwar eingehütet, als ich sie gekauft habe, aber sie kannten mich nicht und der fremde Hund war ihnen auch nicht geheuer. So haben sie am Anfang regelrecht die Flucht ergriffen, wenn ich mit dem Hund auf die Weide gekommen bin. Ich hatte dann immer unglaublich Angst, dass mir die Schafe ausbüxen, wenn ich an ihnen trainiere (obwohl sie sehr Netztreu sind). Mittlerweile hat sich das aber eingependelt und es ist spannend zu beobachten, wie sich das Verhältnis zwischen mir, den Schafen und meinen Hunden verändert hat. Es hat sicher sehr viel damit zu tun, dass ich im Winter jeden Tag im Stall war und mich die Hunde begleitet haben (oftmals war ich sogar zwei oder drei Mal täglich im Stall - zu der Zeit als wir Flaschenlämmer zu versorgen hatten sogar noch mehr :d ). Zudem kennen mich meine Schafe inzwischen und wissen, dass ich diejenige mit den leckeren Sachen bin :) Meine Schafe sind sehr zutraulich geworden und das hilft mit im Umgang mit ihnen extrem. Es ist wunderbar, dass sie angerannt kommen, wenn ich die Weide betrete und ihnen rufe, da geht mir jeweils richtig das Herz auf :zwinker:

Bei den letzten Weideumtrieben durfte mir Ariba helfen und sie hat es total super gemacht :love: Es ist vor allem toll zu beobachten, wie sie mit jedem Weideumtrieb sicherer wird und die Kommandos immer besser befolgt. War der erste Weideumtrieb noch etwas chaotisch und unkoordiniert, wurde es mit jedem Mal besser und ich habe gelernt, Ariba zu vertrauen. Ich bin richtig stolz auf das kleine Bordertier :) Natürlich haben wir noch viel Arbeit vor uns aber ich bin zuversichtlich, dass wir ein tolles Team werden und freue mich auf alle Herausforderungen, die noch auf uns zukommen werden.

In zwei Wochen gehe ich nach Holland, wo wir ein paar Tage Hütetraining vor uns haben. Das wird sicher sehr intensiv und spannend. Freue mich jedenfalls total darauf und bin gespannt, was ich aus diesen drei Tagen für Ariba und mich mitnehmen kann :)
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Tabasco

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42

Mittwoch, 10. Mai 2017, 22:11

@Chrigula: Eine kurze Frage: Arbeitet Mim auch an den Schafen? Und falls ja, kannst du beide Hunde auf die gleiche Art führen?

Chrigula

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43

Donnerstag, 11. Mai 2017, 08:03

@Chrigula: Eine kurze Frage: Arbeitet Mim auch an den Schafen? Und falls ja, kannst du beide Hunde auf die gleiche Art führen?

Mim arbeitet nicht mehr an den Schafen. Sie ist sehr ungestüm und hat (zumindest für meinen Geschmack) zu "viel Pfeffer unterm Hintern". Das zu handeln ist extrem schwierig für mich und ich habe mich deshalb (und meinen Nerven zu liebe :d ) dazu entschieden, sie nicht weiter an den Schafen auszubilden. Bei einem anderen Handler sähe dies vielleicht anders aus aber sie ist halt nun einmal bei mir und wenn wir uns nicht finden, ist das sicher der bessere Weg, als ständig mit extrem viel Druck arbeiten zu müssen. Zudem bin ich ja nicht darauf angewiesen, dass es "ums Verrecken" funktionieren muss und mit Agi und Mantrail habe ich für Mim sicher eine Beschäftigung, die ihr eher zusagt ;)

Grundsätzlich würde ich aber schon sagen, dass ich beide Hunde auf die gleiche Art führen kann. Bei Mim braucht es einfach viel, viel, VIEL mehr Druck. Bei ihr muss man ständig auf Zack sein und um einiges konsequenter, als bei Ariba (dort muss ich natürlich auch konsequent sein aber es liegt auch drin, wenn man es einmal etwas "schleifen" lässt).
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Tabasco

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Donnerstag, 11. Mai 2017, 10:46

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! :smile:

Ja, ich kann mir vorstellen, dass es in dem Fall angenehmer ist, mit ihr etwas anderes zu machen, als wenn du mit grossem Druck arbeiten müsstest.

Es hätte mich ja schon lange Wunder genommen, wie sich Tabasco an Schafen führen liesse. Schmackhaft machen müsste man ihm die Arbeit bestimmt nicht, das hatte er bewiesen, als er mal einen Zaun übersprang, die Herde holen ging und sie danach in anderthalb Meter Abstand umkreiste. Einfach aussiemässig, ohne zu fixieren. Aber ob er dann auch führig genug wäre, weiss ich nicht.

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45

Donnerstag, 11. Mai 2017, 10:54

Es hätte mich ja schon lange Wunder genommen, wie sich Tabasco an Schafen führen liesse. Schmackhaft machen müsste man ihm die Arbeit bestimmt nicht, das hatte er bewiesen, als er mal einen Zaun übersprang, die Herde holen ging und sie danach in anderthalb Meter Abstand umkreiste. Einfach aussiemässig, ohne zu fixieren. Aber ob er dann auch führig genug wäre, weiss ich nicht.
Ja das mit der Führigkeit ist so eine Sache. Ich weiss noch genau, als ich mit Mim das erste mal an den Schafen war. Da dachte ich plötzlich: "Moment mal! Der Hund macht doch im Alltag sofort 'Platz' wenn ich ihm das sage, weshalb gehorcht er mir jetzt nicht!?" :d Ich war jedenfalls ziemlich perplex zu sehen, wie sich mein Hund um 180 Grad gedreht hatte ;) Natürlich kommt das auch immer sehr auf den Hund drauf an. Ariba ist im Allgemeinen viel "weicher" und führiger - das zeigt sich auch an der Arbeit mit den Schafen.
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46

Donnerstag, 11. Mai 2017, 15:54

Liebe Oraya, ich hoffe, du berichtest noch in zwei, drei Zeilen mehr über das Seminar :d Bin doch so ein "Gwündri" :-p

Ich habe auf der Seite der einen Referentin dieses Seminares diesen Abschnitt gefunden (ich hoffe, ich darf das hier so reinkopieren? :gruebel1: )

"Was in unserem Training nicht gemacht wird: Wir trainieren ohne die Hunde zu erschrecken oder zu verängstigen. Postive Strafe wird auf keinen Fall eingesetzt. Der Hund wird nicht von der Bezugsperson bei Distanzunterschreitung verscheucht, oder durch Geräusche verängstigt oder angeschrieen oder etwas nach ihm geschmissen." (Quelle: https://www.behuetettrainieren.de/hüten/)

Mich würde wirklich interessieren, wie sie z.B. Hunde handelt, die in die Schafe reinschiessen / Schafe beissen / etc. Wie soll man so einen Hund, ohne ihn "in die Schranken zu weisen", von seinem Tun abbringen? Mit einem Markersignal, wie sie es auf ihrer Homepage beschreibt, wird dies ja kaum möglich sein. Nun, um dies zu erfahren, müsste ich sie wohl persönlich fragen :d Auf jeden Fall etwas speziell diese Ausbildungsmethode. Aber eben - viele Wege führen nach Rom :kaug:
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47

Donnerstag, 11. Mai 2017, 19:38

An und für sich ist das Schafe Treiben bzw. Hüten für den Hund ja schon positive Verstärkung genug. Wenn ich z.B. meine Hündin ins Platz lege und sie das zuverlässig gemacht hat, darf sie gleich wieder an die Schafe und hat somit ihre positive Verstärkung indem sie lernt, dass ich ihr die Schafe nicht "weg nehme", sondern sie gleich wieder an die Schafe darf, wenn sie mein Kommando zuverlässig befolgt.


Es ist eigentlich genau gleich wie du es machst.. (so wie du es oben beschrieben hast)
Ich hab noch ein Klicker andere haben ein Markerwort um dem Hund zu vermitteln was man sehen will von im. Obwohl ich meiner auch mal sage was ich nicht sehen will.. mit einem Nein, weiss jetzt aber nicht ob das nicht korrekt wäre..
Sie wollen es gar nicht so weit kommen lassen das der Hund, die Schafe beisst.
Also meine wir hibbelig wenn sie zu nahe an denn Schafen ist.. so ist sie im momment noch an der Schleppleine wenn wir das Nachtreiben üben, damit wir genug Abstand haben. Machen genau wie du, Platz wenn sie zunähe an denn Schafen ist und dann darf sie gleich wider weiter laufen als Belohnung fürs Platz und das Ruhig bleiben.
Ich glaube eigentlich nicht das es viel Anders ist wie du es machst :gruebel1: oder schmeißt du gegen stände nach deinem Hund? denke wohl nicht..
Ich finde es halt ziemlich alte Schule wenn man so grob und unterwürfig dem Hund beibringen will die Schafe zu hüten.

Oraya

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48

Donnerstag, 11. Mai 2017, 19:45

ich hab mehrere Videos wo ich dir zeigen könnte aber ich weiss nicht wie..;)

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49

Donnerstag, 11. Mai 2017, 20:58

Zitat

Mich würde wirklich interessieren, wie sie z.B. Hunde handelt, die in die Schafe reinschiessen / Schafe beissen / etc. Wie soll man so einen Hund, ohne ihn "in die Schranken zu weisen", von seinem Tun abbringen? Mit einem Markersignal, wie sie es auf ihrer Homepage beschreibt, wird dies ja kaum möglich sein. Nun, um dies zu erfahren, müsste ich sie wohl persönlich fragen :d Auf jeden Fall etwas speziell diese Ausbildungsmethode. Aber eben - viele Wege führen nach Rom :kaug:


Das ist eben das was mich auch interessiert... wen der Hund ja dann mit der Zeit nicht mehr an der schleppe ist und mal frei an den Schafen, was von mir aus ja eben sinn macht... alles andere frustet ja nur :noidea:
für mich soll der Hund Fehler machen dürfen, dass ist ja dann eben das interessante an der Ausbildung, dass ich dem Hund sofort mit einem ,,hee,, oder mittels Körpersprache sagen kann was ich gut finde und was schlecht... oder den Hund wen er zu frech wird auch mal nach hinten wegjagen :0engel0: und ja, ihr ist auch schon der Stock hingeworfen worden ;)
Meine June ist ja auch eher ne ,,harte,, Nuss und braucht ab und an eine ansage, sie testet immer wieder ;)
@Chigula, June und Mim haben ja den gleichen Vater :biggrin:
woher stammt den Ariba? welche Zucht/Linie

meinen nächsten Hund werde ich sicherlich bedachter auswählen und ein wenig auf die Linien achten...
Kira, 20.01.2003, Border Mix
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,,Ein Hund ist nicht "fast ein Mensch", und ich kenne keine grössere Beleidigung des Hundes, als ihn so zu bezeichnen,,

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50

Montag, 15. Mai 2017, 06:14

Schade das du nicht mehr Antwortest Oraya :-)
Interessiert mich wirklich...
Wie sah der Tag den so aus?
Wie lange trainierst du schon?




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51

Montag, 15. Mai 2017, 08:55

Ich komme auch endlich dazu, zu antworten. Leider lag ich gerade mehrere Tage mit Grippe flach...

Sie wollen es gar nicht so weit kommen lassen das der Hund, die Schafe beisst.
Also meine wir hibbelig wenn sie zu nahe an denn Schafen ist.. so ist sie im momment noch an der Schleppleine wenn wir das Nachtreiben üben, damit wir genug Abstand haben. Machen genau wie du, Platz wenn sie zunähe an denn Schafen ist und dann darf sie gleich wider weiter laufen als Belohnung fürs Platz und das Ruhig bleiben.
Ich glaube eigentlich nicht das es viel Anders ist wie du es machst :gruebel1: oder schmeißt du gegen stände nach deinem Hund? denke wohl nicht..
Ich finde es halt ziemlich alte Schule wenn man so grob und unterwürfig dem Hund beibringen will die Schafe zu hüten.
Es nicht so weit kommen zu lassen, dass der Hund die Schafe beisst, soll natürlich das oberste Ziel sein - immerhin haben wir es hier mit Lebewesen zu tun. Allerdings klaffen hier Theorie und Praxis - wie so oft :rolleyes: - ziemlich weit auseinander. Es gibt immer mal Situationen, in denen der Hund in die Schafe schiesst und eine "Wollprobe" nimmt. Gerade bei Anfängern kann das vorkommen und ich glaube nicht, dass dies zu 100% verhindert werden kann.

Du sagst, ihr übt das Nachtreiben mit Schleppleine, damit ihr genügend Abstand machen könnt. Soweit, so gut. Ich nehme an, du sprichst hier vom Nachtreiben von dir, gemeinsam mit deinem Hund hinter den Schafen. Aber wie machst du das dann, wenn dir der Hund beim Outrun die Schafe bringen soll? Bzw. generell würde mich interessieren, wie ihr es macht, wenn der Hund die Schafe hinter dir hertreibt. Wie wirkst du da ein, wenn dir der Hund zu nah an die Schafe geht? Falls dein Hund das "Platz-"Kommando auch in dieser Situation zuverlässig befolgt ist das ja super :) Meine ältere Hündin hat das jedoch nicht gemacht. Sie war oftmals viel zu nah an den Schafen und hat auf mein Platz nicht zuverlässig reagiert, so ist dann halt schon mal ein Gegenstand geflogen. Dabei sehe ich übrigens nichts Schlimmes (es waren weiche Gummischläuche, die ich hinter mich in Richtung Hund geworfen habe), ich möchte einfach die Schafe schützen und meinem Hund zu verstehen geben: "Bis hierhin und nicht weiter!". Ich sehe das überhaupt nicht als alte Schule ;) Mein Hund hat damit sehr schnell gelernt, dass er Abstand machen muss, ohne, dass ich ständig laut schreien musste.

Ich kann dir aber auch gerne kurz ein Praxisbeispiel nennen und du kannst mir dann vielleicht sagen, wie du das Problem gelöst hättest :) Wir haben kürzlich einen Weideumtrieb zu Fuss gemacht. Ich hatte meine junge Hündin dabei und sie war teilweise sehr nah an den Schafen (sie schiesst zwar nicht in die Schafe aber Abstand halten soll sie natürlich trotzdem). Ich habe ihr mehrmals das Down-Kommando gegeben, welches sie so "halb-zuverlässig" befolgt hat. Jedoch war ich zu sehr auf die Schafe konzentriert und gedanklich wohl etwas zu wenig beim Hund. Als wir dann an eine enge Stelle kamen, war sie so nah an den Schafen, dass sie diese an mir vorbeigetrieben hat. Nun haben mich also meine Schafe überholt und rannten an mir vorbei. In diesem Moment ist mir der Geduldsfaden gerissen und ich habe meinen Stecken nach hinten Richtung Hund geworfen (ich möchte betonen, dass ich meinem Hund den Stecken nicht angeworfen habe, sondern der Stecken lediglich in ihre Richtung geflogen ist). Da hat das Fräulein sofort kapiert, dass ich es ernst meine und hat ganz brav den Abstand gewahrt. Ich konnte meine Schafe einholen und wir konnten das restliche Stück zur Weide in aller Ruhe zurücklegen.

Natürlich kann man jetzt sagen, dass es vielleicht einfach noch zu früh war, den Weideumtrieb mit dem jungen Hund zu machen und vielleicht habe ich zu viel von ihr verlangt. Andererseits muss man ja irgendwann von der Theorie in die Praxis wechseln (bzw. vom Training in den Alltag) und man muss auch mal ausprobieren, was geht und was nicht :) Nur so kann man Baustellen erkennen und diese verbessern. Die folgenden Weideumtriebe, die wir gemacht haben, haben jedenfalls alle super funktioniert und ich weiss jetzt, wo unsere Stärken und Schwächen liegen und kann dies im nächsten Training anbringen und daran feilen.

Videos würde ich übrigens gerne sehen :) Ich denke, du müsstest diese auf YouTube hochladen und dann hier verlinken. Das ist vermutlich am einfachsten bzw. ich wüsste keine andere Lösung ;)
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52

Montag, 15. Mai 2017, 09:03

Meine June ist ja auch eher ne ,,harte,, Nuss und braucht ab und an eine ansage, sie testet immer wieder ;)
@Chigula, June und Mim haben ja den gleichen Vater :biggrin:
woher stammt den Ariba? welche Zucht/Linie

meinen nächsten Hund werde ich sicherlich bedachter auswählen und ein wenig auf die Linien achten...
Oh ja, Mim ist auch eine seeehr harte Nuss (wie auch die meisten ihrer Geschwister). Nicht nur an den Schafen, auch im Alltag merke ich das immer wieder. So leicht ich es als Welpe / Junghund mit ihr hatte, so oft beisse ich mir heute manchmal fast die Zähne an ihr aus ;) Aber man wächst ja an seinen Problemen :d Und hergeben würde ich sie natürlich trotzdem um kein Geld in der Welt :love: Viele Dinge macht sie ja wirklich super und sie ist nicht generell schwierig - sie ist einfach teilweise ziemlich "hart" und dickköpfig. Aber beim nächsten Hund achte ich sicher auch mehr auf die Linien, das habe ich damals etwas verpasst bzw. ich habe mir halt gar nicht so gross Gedanken darüber gemacht und das Hüten hatte damals auch noch keinen so grossen Stellenwert wie heute :)
Ariba kam ja nur durch Zufall zu uns und war überhaupt nicht geplant. Sie ist aus reiner Arbeitslinie, hat jedoch keine FCI-Papiere sondern "nur" ISDS-Papiere :) Es musste wohl einfach so sein, dass sie bei mir gelandet ist :0herzsm0:
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Montag, 15. Mai 2017, 10:39

Am Schluss muss ja jeder mit seiner Methode zufrieden sein :zwinker:
Ich bin nicht alleine am trainieren das ist wohl auch ein Vorteil, so kann ich vor denn Schafen laufen und Claudia führt denn Hund oder umgekehrt. Wir trainieren viele verschiedene Varianten.. Ich im Kreis und der Hund aussen am Netz oder Hund und ich ausserhalb vom Kreis.. Das der Hund nicht nur abspeichert das ich zu denn Schafen gehöre. Mann schaut halt auch viel auf den Hund was hat der Hund für ein Ziel warum tut er das so etc. etc..
Ich denk, wenn euch diese Methode so interessiert, müsstet ihr fast selber an einen Kurs oder mit Petra kontakt aufnehmen, weil ich bin nicht die geborene Schreiberin.. :) ich find es halt schön geht es auch ohne Gegenstände vor allem wenn man bedenkt wie feinfühlig ein Border ist. Hinzu kommt das Petra nicht nur Border Collies an den Schafen trainiert.

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Montag, 15. Mai 2017, 13:19

melde mich auch mal zu Wort hier.
Habe ja vor einigen Jahren auch das Seminar von Petra besucht ... Anfangs fand ich das ganze noch gut, so ganz ohne Druck und Zwang nur mit positiver Bestärchung. Die Schafe auch gut, im doch sehr kleinen, Gatter gesichert.
Mein Hund natürlich auch sofort in seinem Element und allesammt begeistert.
Nach dem Seminar getraute ich mich jedoch nicht mehr an die Schafe mit meinem, doch so ambitionierten und absolut geeigneten Hund. :(
Am 2. Tag des Seminares, meinte Petra dann schon das er soweit wäre, ausserhalb des Roundpen zu Arbeiten, nur an der Schleppe. Ich sollte voraus laufen mit den Schafen und der Hund hinterher. Sie sichere ihn.
Da hatte ich schon ein mulmiges Gefühl, da mein Hund doch viel kraft hat und einen starken Willen, verliess mich aber auf die Seminarleiterin. Sie sollte ja wissen was sie tut.
Joa, es geschah dann das was ich befürchtete und eigentlich absolut nicht wollte. Hundi zog, hielt einen Moment inne und knallte mit voller Wucht in die Leine, worauf diese natürlich riss /karabiner durchknallte und der Mister in vollem Tempo in die Schafe knallte. smilie_sh_019

In meiner Verzweiflung rief ich dem Hund Platz und ging ihm nach .. worauf sie dann meinte ich solle ihm die "bereits gelernten" Kommandos geben, die kann er ja! :wall:
Ende der Geschichte, eine Teilnehmerin konnte auf den Rest der Schleppleine stehen und ihn so stoppen. 2 Schafe haben Wolle gelassen und ich und mein Hund waren kompett durch den Wind.
Ich hätte heulen können und wollte danach eigentlich nur noch nach Hause.
Die Wochen danach musste ich wieder extrem an seiner Impulskontrolle arbeiten, den er ging mir jegliches Vieh an.

Für mich also definitiv nicht der richtige Weg einen starken und triebigen Hund an den Schafen zu Arbeiten. :thumbdown:

Letztes Jahr wagte ich mich dann doch nochmals ran. Dieses mal bei Tom Daume.
Der eingeschlagene Weg sagt mir viel mehr zu, gibt mir mehr sicherheit. Gerade nach dem Vorfall war mir das extrem wichtig.
Gwizdo ist wirklich ein "vor gebrauch Schütteln-Hund" und verarscht mich auch hier regelmässig, da er immer wieder seine Spielchen anfängt ... und ich muss mir immer mal wieder neue Inputs holen, damit ich seinen Ideen Grenzen setzen kann.
Aber, ich denke, wir machen gute Fortschritte
Beginne jeden Tag mit einem Lächeln und genieße jede Sekunde Deines Lebens.

betti86

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Dienstag, 16. Mai 2017, 07:23

Zitat

Es nicht so weit kommen zu lassen, dass der Hund die Schafe beisst, soll natürlich das oberste Ziel sein - immerhin haben wir es hier mit Lebewesen zu tun. Allerdings klaffen hier Theorie und Praxis - wie so oft :rolleyes: - ziemlich weit auseinander. Es gibt immer mal Situationen, in denen der Hund in die Schafe schiesst und eine "Wollprobe" nimmt. Gerade bei Anfängern kann das vorkommen und ich glaube nicht, dass dies zu 100% verhindert werden kann.



Sicher ist dies die Oberste Prio... andererseits bin ich auch der Meinung, dass ein Hund diesen ,,Fehler,, auch mal machen muss! So das ich ihm sagen kann das ich dies scheisse finde... diese Chance soll der Hund doch haben 8)
June hat als Junghund 2mal diesen Fehler gemacht, da ich aber da gleich reagiert habe und es für sie danach nicht toll war, hat sie es schnell gelernt! (Ich hab sie nicht geprügelt oder so! Ich habe sie von den Schafen weggejagt und sie durfte nicht mehr auf sie zu arbeiten.)


Zitat

Oh ja, Mim ist auch eine seeehr harte Nuss (wie auch die meisten ihrer Geschwister). Nicht nur an den Schafen, auch im Alltag merke ich das immer wieder. So leicht ich es als Welpe / Junghund mit ihr hatte, so oft beisse ich mir heute manchmal fast die Zähne an ihr aus ;) Aber man wächst ja an seinen Problemen :d Und hergeben würde ich sie natürlich trotzdem um kein Geld in der Welt :love: Viele Dinge macht sie ja wirklich super und sie ist nicht generell schwierig - sie ist einfach teilweise ziemlich "hart" und dickköpfig. Aber beim nächsten Hund achte ich sicher auch mehr auf die Linien, das habe ich damals etwas verpasst bzw. ich habe mir halt gar nicht so gross Gedanken darüber gemacht und das Hüten hatte damals auch noch keinen so grossen Stellenwert wie heute :)


Bei June sehr ähnlich... sie hat den natürlichen Abstand einfach nicht :zwinker: wobei ich sagen muss, dass es langsam auch besser wird! :brav0: und sie arbeitet langsam ruhiger und fängt an mitzudenken... bei ihr ist es einfach so, wenn ich mal nachlasse und nicht gleich reagiere dann hab ich verloren, sie merkt sich das und nutzt es aus :peinlich:
kommandos die sie kennt, werden einfach missachtet oder sie macht das gegenteilige :nönö: dabei könnte sie es so toll!
mein nächster Hund wird sicher auch ,,weicher,, und rein Hütelinie... :pfeifen:


Zitat

gut, im doch sehr kleinen, Gatter gesichert.
Mein Hund natürlich auch sofort in seinem Element und allesammt begeistert.


Dein Junge ist aber auch toll! :love:
muss auch wieder mal vorbei kommen am Weekend wen ihr trainiert :d
nur June ist gerade Läufig, da warte ich lieber noch...


Zitat

Für mich also definitiv nicht der richtige Weg einen starken und triebigen Hund an den Schafen zu Arbeiten. :thumbdown:

Letztes Jahr wagte ich mich dann doch nochmals ran. Dieses mal bei Tom Daume.
Der eingeschlagene Weg sagt mir viel mehr zu, gibt mir mehr Sicherheit. Gerade nach dem Vorfall war mir das extrem wichtig.


Ich sehe das Problem darin, dass der Hund an gespannter Schleppe hinter den Schafen her läuft... die Spannung/Frust baut sich doch auf wen der Hund immer so laufen muss wie Herrchen will :peinlich: klar ist es nicht schlecht für Impulskontroll Übungen! (den Hund gerade anlaufen lassen, stopp üben, abruf vom Schaf, ruhig bleiben...) aber dies sollte nicht an gespannter leine erfolgen! Die schleppe soll ja ein Hilfsmittel sein und eigentlich möglichst nicht in der Hand sein... so als Notbremse! aber nicht um sich abschleppen zu lassen :ohmann: Aber das ist meine Ansicht/Meinung 1_(53)

Das Seminar von Tom hat mir auch sehr gefallen! überlege auch, ob ich meinen Nächsten Hund am Anfang so aufbauen soll :smile:
oder eben dan Frei an den Schafen... wies grad kommt :huh:
geht ja noch ein weilchen...
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Dienstag, 16. Mai 2017, 09:13

Ich finde es toll, wie ihr hier übers Hüten diskutiert. Interessant und lehrreich. ...wollte ich nur mal gesagt haben. :smile:

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Dienstag, 16. Mai 2017, 13:19

Zitat

gut, im doch sehr kleinen, Gatter gesichert.
Mein Hund natürlich auch sofort in seinem Element und allesammt begeistert.


Dein Junge ist aber auch toll! :love:
muss auch wieder mal vorbei kommen am Weekend wen ihr trainiert :d
nur June ist gerade Läufig, da warte ich lieber noch...

Zitat



JAAAA würde mich auf jeden Fall sehr freuen euch wieder mal zu sehen.
Im Juni kommt dann ja Tom wieder, villeicht magste auch da ne Stunde/Zwei rein schauen! ;-)


Zitat

Für mich also definitiv nicht der richtige Weg einen starken und triebigen Hund an den Schafen zu Arbeiten. :thumbdown:

Letztes Jahr wagte ich mich dann doch nochmals ran. Dieses mal bei Tom Daume.
Der eingeschlagene Weg sagt mir viel mehr zu, gibt mir mehr Sicherheit. Gerade nach dem Vorfall war mir das extrem wichtig.


Ich sehe das Problem darin, dass der Hund an gespannter Schleppe hinter den Schafen her läuft... die Spannung/Frust baut sich doch auf wen der Hund immer so laufen muss wie Herrchen will :peinlich: klar ist es nicht schlecht für Impulskontroll Übungen! (den Hund gerade anlaufen lassen, stopp üben, abruf vom Schaf, ruhig bleiben...) aber dies sollte nicht an gespannter leine erfolgen! Die schleppe soll ja ein Hilfsmittel sein und eigentlich möglichst nicht in der Hand sein... so als Notbremse! aber nicht um sich abschleppen zu lassen :ohmann: Aber das ist meine Ansicht/Meinung 1_(53)

Das Seminar von Tom hat mir auch sehr gefallen! überlege auch, ob ich meinen Nächsten Hund am Anfang so aufbauen soll :smile:
oder eben dan Frei an den Schafen... wies grad kommt :huh:
geht ja noch ein weilchen...


Du beschreibst das sehr gut mit der Schleppe. :super: und ich bin da ganz deiner Meinung.
Zudem müsste man ja dann auch irgendwie immer zu zweit sein. Jemand der mit den Schafen vorläuft und dem Hund die Kommandos erteilt und jemand der den Hund hinten absichert. :gruebel1:

direkt frei, sagt mir gar nix. Kenne das nur von den Australiern, wenn sie auf den Videos zeigen wie die jungen Kelpie's schon arbeiten. Ist dass dan so in etwa??
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Chrigula

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58

Dienstag, 16. Mai 2017, 13:40

direkt frei, sagt mir gar nix. Kenne das nur von den Australiern, wenn sie auf den Videos zeigen wie die jungen Kelpie's schon arbeiten. Ist dass dan so in etwa??
Ich nehme an, sie meint damit einfach, dass sie den jungen Hund direkt frei - also ohne Netz bzw. Roundpen - an die Schafe lassen würde. Meist werden die jungen Hunde ja erst mal am Netz gearbeitet (also Schafe im Netz, der junge Hund aussen) ;) Ich hoffe du korrigierst mich, Betty, wenn ich falsch liege :d

Von Tom Daume habe ich jetzt schon von verschiedenen Seiten gehört. Wie arbeitet er? Könnte man zu so einem Seminar auch mal zugucken kommen @Kelpie? :) Wir gehen ja nächste Woche nach Holland schäfelen. Freue mich sehr und bin gespannt, was wir dort für neue Inputs erhalten 8)

@Oraya: Genau, du sagst es. Schlussendlich muss jeder mit der Methode, nach der er trainiert, zufrieden sein :) Spannend ist es trotzdem, über die verschiedenen Methoden zu diskutieren :peace:

Ich finde es übrigens noch interessant zu wissen, dass zwischen Alltag & Training oft Welten liegen :d Ich merke das bei der täglichen Arbeit mit meinen eigenen Schafen. Da passieren viele Dinge, die wir im Training gar nie üben und umgekehrt (bzw. gewisse Dinge, die im Alltag vorkommen, passieren im Training halt einfach nicht ;) ).
"Über den Hund rede nicht mit anderen Hirten. Die sehen das nicht
objektiv; jeder denkt, sein eigener Hund sei der beste. Lass sie denken.
Der beste Hund ist dein Hund. Das wisst ihr beide, dein Hund und du."


(L. Tuor - Über das Schafhüten aus "Neues Handbuch Alp")

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59

Dienstag, 16. Mai 2017, 14:15

Ah dann ist das so wie in den jeweils gezeigten Videos. ;-)

Tom arbeitet zu beginn ausschliesslich im Roundpen. Hund und HF laufen gemeinsam den Roundpen ab, stoppen, ran laufen und wieder weg laufen. Alles gesichert an einer Schleppe.
Hund soll lernen dem Roundpen entlang zu laufen, so die Distanz zu halten und die Kommandos zuverlässig aus zu führen. Fehler sollen wenn möglich gar nicht erst auftreten, so das auch keine massive korrektur (druck oder gar gewalt) nötig ist.
Nach und nach wird die Distanz zum Hund aufgebaut und vergrössert.

Frag mal Betti, sie war letztes Jahr auch kurz da. Weiss jedoch nicht mit wem sie das abgesprochen hat, mit Pascale oder Tom selbst??
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Anne

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60

Dienstag, 16. Mai 2017, 14:23

Ich lese hier auch sehr interessiert mit - persönlich sagt mir die Methode, wie Oraya das beschreibt, sehr zu. Ich finde nicht, dass es notwendig ist, einen Hund in Fehler laufen zu lassen, um diese zu korrigeren, wenn es auch so geht, dass man ihm das erwünschte Verhalten beibringt. Klar korrigere ich, wenns dann sein muss, aber extra in Fehler laufen lassen und das als "Chance" für den Hund zu bezeichnen.. ist nicht so mein Ding.

Dazu muss ich aber sagen, dass ich vom Schafehüten und der Ausbildung am Schaf keine Ahnung habe ;)

Finde es jedenfalls spannend, haben wir diesen Thread, mit verschiedenen Methoden und Meinungen.

Oraya, habt ihr eigentlich auch eigene Schafe oder machst du's nur "zum Plausch" ?
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