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Anne

Moderatordoggie

  • »Anne« ist der Autor dieses Themas

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Doggie(s): Mairin, Aussie

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1

Mittwoch, 13. April 2016, 12:46

Weissfaktorierung bei verschiedenen Rassen

Liebe Fories, Biologen,Vets und Zuchtkenner unter euch,

ich hätte mal ne ganz blöde Frage: Wieso ist eigentlich das übermässige Weiss bei manchen Rassen ein Problem, bei anderen aber nicht?
Offensichtlich: Ich hab ja ein "defektes" Weisschen hier (einseitige Taubheit wegen Unterpigmentierung). Ich weiss, dass das zB bei Dalmis auch immer getestet wird und ein Problem sein kann. Dann gibts ja aber zB den Berger Blanc Suisse, schneeweiss, der kein Problem hat (soviel ich weiss?), ebenso die Westies, Pyrenäenberghunde, Spitze, Huskies ja glaubs auch nicht?

Hat es was mit dem Merlefaktor, respektive sonst noch mitspieldenen Farben zu tun (Dalmis sind ja auch "gescheckt")?
Und wieso haben es dann Aussie-verwandte Rassen wie der Collie und der Border Collie nicht? Da ist ja eine Weissfärbung erlaubt, bei der es mir bei einem Aussie ganz anders würde.. Bei den Collies hätten in Amerika schon ganz lange die Hunde diese Weissfaktorierung und keine Probleme.. deshalb wird das zugelassen.

Ich verstehs nicht, kanns mir wer erklären?
We think it's a dog's inalienable right to get dirty.

pipolino

Alphadoggie

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2

Mittwoch, 13. April 2016, 12:53

Weissfaktoriert ist nicht dasselbe weiss, wie weiss aufgrund von Merle. Probleme gibt es ja nur bei Doppel-Merle.
Aber ohne Garantie :zwinker:

Husky92

Sportdoggie

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3

Mittwoch, 13. April 2016, 12:55

Würde mich auch interessieren :smile:

pat_blue

Streunerdoggie

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4

Mittwoch, 13. April 2016, 12:59

Dogos haben auch die "weisse" Hund Problematik, wenn man es mal so nennt. Allergien und Taubheit. Beim Berger Blanc Suisse ist mir persönlich zumindest die Allergieneigung bekannt.
Wenn es im Himmel keine Hunde gibt, gehe ich dort auch nicht hin! (Brown P.)

pipolino

Alphadoggie

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5

Mittwoch, 13. April 2016, 13:10

Anne, schau mal hier. Es kommt eben darauf an, ob ein Hund weiss ist wegen dem Weissfaktor, oder ob er weiss ist wegen dem Merlefaktor:
http://www.americancollie.ch/white_factor.htm

Aus dem Link:
"Solch markierte Tiere (eben die mit viel Weiss aufgrund des Weissfaktors) dürfen niemals mit double dilute (einer Verdoppelung des Merle Gens) verwechselt werden, da die Farbigköpfigen genau so gesund sind, wie jeder andere Collie."

Zwei Gene für Weissfaktor sind kein Problem.
Zwei Merle-Gene hingegen schon.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »pipolino« (13. April 2016, 13:19)


Agouti

Schnupperdoggie

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6

Mittwoch, 13. April 2016, 13:20

Es gibt beim Hund mindestens fünf verschiedene Varianten von "Weiß", die alle einen anderen genetischen Hintergrund und dadurch auch andere gesundheitliche Auswirkungen haben können.

1. Weiß über den Extension-Lokus: "Weiß" beim BBS, Akita, West Highland White Terrier, Samojede, weißer Zwergschnauzer, aber auch Golden und Labrador Retriever (klingt komisch, ist aber so ).
Verursacht wird diese Fellfarbe durch das rezessive Allel der Extension-Serie, liegt es reinerbig vor, wir nur der Gelbe/rote farbstoff Phäomelanin in die Haare des Hundes eingelagert. Ein weiteres Gen sorgt für die starke Aufhellung, so dass der eigentlich gelbe Hund "weiß" oder creme erscheint. In die Haut (zumindest die unbehaarte) jedochwird ganz regulär das schwarze Pigment Eumelanin eingelagert, daher haben Hunde mit dieser Fellfarbe auch schwarze Points (Pfotenballen, Lefzen, Nasenspiegel und Augenlider) und dunkle Augen. Hör- und Sehsinn ist bei diesen Hunden völlig normal ausgebildet.

2. Weiß über die Kombination von Ay ("Sable") und Phäomelanin-Verdünnung. Ein eigentlich roter Hund "verlasst" zu (fast) weiß, kommt vor z. B. bei Eurasier oder Saluki.

Diese beiden Varianten von Weiß sind gesundheitlich völlig unbedenklich, anders steht es mit den drei übrigen Formen von Weiß, bei ihnen handelt es sich ausschließlich um Pigmentierungsdefekte! Alle diese Formen können mehr oder weniger ausgeprägte Gesundheitsschäden mit sich bringen.

2. Scheckung, MITF-Lokus. Scheckung entsteht durch die Abwesenheit von Pigmentzellen in der Haut, dadurch kann logischerweise weder Eumelanin noch Phäomelanin ins Haar eingelagert werden, es bleibt farblos, als weiß. Streng genommen beginnt Scheckung schon mit winzigen weißen Abzeichen an den Pfoten oder der Schwanzspitze, gefährlich wird es dann,wenn das Pigment im Bereich der Sinnsorgane, besonders dem Innenohr fehlt. Das Ergebnis nennt sich sensorineurale Taubheit, betroffen sind hiervon klassischer Weise Hunde mit extrem ausgeprägter Scheckung (Weißanteil über 75%): Dalmatiner, Dogo Argentino, weißer Bullterrier oder Boxer, Parson RusselTerrier, aber auch Englischer Setter und Australian Cattle Dog. Das Aufkommen von ein- oder beidseitiger Taubheitvariiert von Rasse zu Rasse.Dies ist übrigens einer der Gründe, weshalb bei vielen Rassen, bei denenScheckung vorkommt (z.B. als weiße Abzeichen), im Standard die Ausdehnung des Weißanteils genau geregelt und beschränkt wird.

3. Double Merle, M-Lokus. Ein Hund der reinerbig Merle trägt ist fast immer taub und/oder sehbehindert, zum Teil verursacht durch den Pigmentmangel, zum Teil aber auch als Folge von Pleiotropie, also direktdurch das Merle-Gen verursacht.

4. Albinismus. Hierbei befinden sich zwargenügend Pigmentzellen in der Haut, diese können jedoch keine (oder nursehr wenig) Pigment herstellen. Es gibt verschiedene Formen von Albinismus, beim Hund sind bislang zwei Mutationen bekannt, die Albinismus hervorrufen, eine beim Dobermann und eine bei Lhasa Apso, Pegingese und Pomeranian . Oft ist ein albinotischer Hund nicht reinweiß, sondern leicht cremefarben mit blauenAugen.

Mehr Infos gibt es auf meiner Website: http://hunde-fellfarben.de.tl/Home.htm

Kailani

Wachdoggie

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7

Mittwoch, 13. April 2016, 14:13

So spannend!
Danke @Agouti für die Ausführungen, muss wohl mal ein wenig auf deiner Seite stöbern... :P

Anne, was ist denn bei Mairin der Grund für das "viele" weiss? Sie ist ja keine Double Merle. Ist es einfach Zufall bzw. Risiko, dass einige Hunde dann zu viel weiss haben können (und/oder eben am falschen Ort), und das deswegen Probleme verursacht?

Anne

Moderatordoggie

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8

Mittwoch, 13. April 2016, 14:18

Wow, danke Agouti! Bin gespannt, was sonst noch so an Info kommt, finde das Thema sehr spannend.

Zwei Gene für Weissfaktor sind kein Problem.
Zwei Merle-Gene hingegen schon.


Das stimmt so eben nicht. Die "lethal white" Problematik, wenn also zwei Merle-Gene dabei sind, ist mir absolut klar.
Mairin ist ja aber eben kein lethal white, sondern stammt aus einer normalen Merle x Solid Verpaarung. Sie hat einfach zu viel Weiss abbekommen. Das Problem ist dann eine Unterpigmentierung im Ohr, genauer in den Härchen in der Chochlea. Dort braucht es Pigmentzellen, damit der mechanische Reiz vom Gehör in einen elektrischen Reiz für das Gehirn umgewandelt werden kann. Dass es also NUR bei Doppelmerles sein kann, stimmt so nicht. Einen Zusammenhang mit der Merle-Faktorierung könnte es aber schon haben, Mairins Schwester ist ja Black Bi mit zuviel Weiss und hat keine Probleme (abgesehen davon, dass sie wohl auf vieles allergisch ist, aber ob das mit dem Weiss zusammenhängt sei mal dahingestellt).
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Tabasco

Sportdoggie

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9

Mittwoch, 13. April 2016, 14:42

Anne, bei den Aussies ist es die Scheckung, die zur Taubheit führen kann. Agouti hat das ja gut beschrieben.

Husky92

Sportdoggie

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10

Mittwoch, 13. April 2016, 15:04

2. Scheckung, MITF-Lokus. Scheckung entsteht durch die Abwesenheit von Pigmentzellen in der Haut, dadurch kann logischerweise weder Eumelanin noch Phäomelanin ins Haar eingelagert werden, es bleibt farblos, als weiß. Streng genommen beginnt Scheckung schon mit winzigen weißen Abzeichen an den Pfoten oder der Schwanzspitze, gefährlich wird es dann,wenn das Pigment im Bereich der Sinnsorgane, besonders dem Innenohr fehlt. Das Ergebnis nennt sich sensorineurale Taubheit, betroffen sind hiervon klassischer Weise Hunde mit extrem ausgeprägter Scheckung (Weißanteil über 75%): Dalmatiner, Dogo Argentino, weißer Bullterrier oder Boxer, Parson RusselTerrier, aber auch Englischer Setter und Australian Cattle Dog. Das Aufkommen von ein- oder beidseitiger Taubheitvariiert von Rasse zu Rasse.Dies ist übrigens einer der Gründe, weshalb bei vielen Rassen, bei denenScheckung vorkommt (z.B. als weiße Abzeichen), im Standard die Ausdehnung des Weißanteils genau geregelt und beschränkt wird.

Jedoch "Scheckung" gibt es ja auch bei den Huskys und die Innenohren sind ja zu 90% bei den Huskys ja immer weiss. Jedoch habe ich hierbei noch nie was von Taubheit gehört. Wie ist es den da?

Sara&Yoshi

Sportdoggie

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11

Mittwoch, 13. April 2016, 15:13

2. Scheckung, MITF-Lokus. Scheckung entsteht durch die Abwesenheit von Pigmentzellen in der Haut, dadurch kann logischerweise weder Eumelanin noch Phäomelanin ins Haar eingelagert werden, es bleibt farblos, als weiß. Streng genommen beginnt Scheckung schon mit winzigen weißen Abzeichen an den Pfoten oder der Schwanzspitze, gefährlich wird es dann,wenn das Pigment im Bereich der Sinnsorgane, besonders dem Innenohr fehlt. Das Ergebnis nennt sich sensorineurale Taubheit, betroffen sind hiervon klassischer Weise Hunde mit extrem ausgeprägter Scheckung (Weißanteil über 75%): Dalmatiner, Dogo Argentino, weißer Bullterrier oder Boxer, Parson RusselTerrier, aber auch Englischer Setter und Australian Cattle Dog. Das Aufkommen von ein- oder beidseitiger Taubheitvariiert von Rasse zu Rasse.Dies ist übrigens einer der Gründe, weshalb bei vielen Rassen, bei denenScheckung vorkommt (z.B. als weiße Abzeichen), im Standard die Ausdehnung des Weißanteils genau geregelt und beschränkt wird.

Jedoch "Scheckung" gibt es ja auch bei den Huskys und die Innenohren sind ja zu 90% bei den Huskys ja immer weiss. Jedoch habe ich hierbei noch nie was von Taubheit gehört. Wie ist es den da?

Das hat mich eben auch gerade etwas stutzen lassen. Yoshi ist ja auch gescheckt und hat auch weisse Innenohren. Aber von Taubheit o.ä. bei Spitzen hab ich jetzt noch nie etwas gehört... :gruebel1:
Liebe Grüsse Sara & Yoshi


Agouti

Schnupperdoggie

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12

Mittwoch, 13. April 2016, 15:25

Mit Innenohr ist ist nicht die Innenseite der Ohrmuschel gemeint, sondern tatsächlich das Innenohr. Bitte nicht verwechseln. https://de.wikipedia.org/wiki/Innenohr

pipolino

Alphadoggie

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13

Mittwoch, 13. April 2016, 15:48

Zitat

sondern stammt aus einer normalen Merle x Solid Verpaarung


Anne, weisst du, ob die/der Solid genetisch getestet wurde auf das Merle-Gen?
Für die Aussies kann ich ja nicht sprechen, aber bei den Collies gibt es z.B. die Sable-Merle. Da sieht man das Merle dem Hund meist nicht an, er trägt es aber trotzdem. Und wenn dann so ein optisch nicht erkennbarer Sable-Merle mit einem anderen (vielleicht auch nicht erkennbaren) Merle-Träger zusammenkommt, kann es Doppel-Merle geben. Darum sind in Europa (VDH) bestimmte Verbindungen von Fellfarben generell verboten, und das nur, weil es eventuell versteckte Merle-Träger sein könnten...

Kailani

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14

Mittwoch, 13. April 2016, 16:15

Da sieht man das Merle dem Hund meist nicht an, er trägt es aber trotzdem.
Genau, davon weiss ich auch bei einer anderen Rasse - da wird von sogenannten Cryptic Merles gesprochen.

In Australien wird ja teilweise DNA getestet, um unter anderem die Farbe zu bestimmen. Wird das denn hier auch gemacht?

Tabasco

Sportdoggie

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15

Mittwoch, 13. April 2016, 16:18

@ Pipolino: Genau deshalb ist bei den Aussies nur schwarz oder rot zugelassen. Sable oder grau, also dilute ist eine Fehlfarbe. Mein Tabascotier wurde als Welpe wegen seiner hellen Farbe genauer angeschaut, ob es ev. dilute sein könnte.

pipolino

Alphadoggie

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16

Mittwoch, 13. April 2016, 16:20

Da hier bei den Collies solche Verbindungen verboten sind, muss auch nicht getestet werden.
Wer aber ausserhalb des VDH züchtet (z.B. die "Amerikaner" in Europa), die testen glaub schon.
Das gilt aber nur für die Collies.

Anne

Moderatordoggie

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17

Freitag, 15. April 2016, 10:02

Anne, weisst du, ob die/der Solid genetisch getestet wurde auf das Merle-Gen?

Ähm, nö, getestet wurde das wohl nicht - ich glaube, es gibt beim Aussie auch versteckte Merles, das zeigt sich dann aber (soweit ich weiss) oft durch z.B. weisse Flecken mitten im Fell oder kleine marmorierte Stellen. Ich glaube, getestet wird es nicht. Aber Mairins Vater (der Black Tri) ist ja angekörter Zuchtrüde, der schon einige Würfe hatte, das hätte man gemerkt (Doppelmerles sehen ja sehr anders aus, die sind nicht einfach nur "gemerlt", und bei einem Doppelmerle wärs dann auch eher ungewöhnlich, dass nur eine halbseitige Taubheit besteht und nicht noch Blindheit.. Mal Bilder zu Lethal White Aussie suchen, dann seht ihr, was ich meine.. man sieht das schon. Ich behaupte also mal, dass der Vater kein versteckter Merle ist, sondern ganz normaler Black Tri.

Anne, bei den Aussies ist es die Scheckung, die zur Taubheit führen kann. Agouti hat das ja gut beschrieben.


Jubb, das war mir in dem Sinne vorher schon klar, dass die Scheckung ein Problem ist, also das Merle an sich schon ein Gendefekt.
Was mich eben wundert, ist, dass explizit beim Border Collie und Kurzhaarcollie zB sehr, sehr viel Weiss zugelassen ist auch bei Merle, weil diese Rassen angeblich damit kein Problem hätten. Das würde ja dann heissen, dass sie kein Problem haben mit dem durch Scheckung ausgelösten Weiss. Oder wäre es beim Collie dann nicht die Scheckung, die das Weiss auslöst, obwohls ja auch Merle Hunde sind? Das ist mir einfach nicht klar, wiesos beim Aussie und anderen gescheckten Rassen ein Problem ist, bei Border und Collie aber keins sein soll? :huh:

Es geht mir also grundsätzlich überhaupt nicht um Mairin - ich verstehe das Problem und weiss, wieso sie taub ist und alles. An sich ist mir die Problemtatik der Scheckung völlig klar. Nicht klar ist mir nur, wieso die Scheckung bei manche anderen Rassen kein Problem sein soll.

Beim Collie hört man dann manchmal, sie hätten ja pigmentierte Köpfe.. hatten Mairins Eltern aber beide auch.
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Agouti

Schnupperdoggie

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18

Freitag, 15. April 2016, 10:48

Scheckung ist kein Problem, so lange die Köpfe pigmentiert sind. Die Genetik dahinter ist noch völlig unbekannt, aber generell ist es tatsächlich so, dass mit fortschreitender Scheckung die Pigentierung über Ohren und Augen als allerletzte verschwindet, es scheint also eine Art genetischer "Notfallsicherung" zu geben, die dafür sorgt, dass auch bei reinerbigen Schecken noch Pigment an den Stellen, wo es am dringendsten benötigt wird, vorhanden ist. Bei Hunden mit Split Faces und weißen Köpfen ist diese Notfallsicherung nicht mehr da und bei diesen tritt ein- oder beidseitige Taubheit auf. Wieviele, geschweige denn welche Gene dabei mitspielen ist völlig unbekannt; auch folgt die "innere" Pigmentierung nicht notwenigerweise der äußerlich sichtbaren, d. h., bei einem Hund mit Split Face kann durchaus das äußerlich pigmentierte Ohr von Taubheit betroffen sein.
Auch beim Border Collie sind Split Face und völlig weiße Köpfe nicht erwünscht, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht und beim Collie steckt die Sicherung sogar im Namen: color-headed white!

In Mairins Fall scheinen also beide Elternteile Anlageträger für Weißkopf/Split Face zu sein, welche unabhängig von "normaler" Scheckung oder Merle vererbt wird.

Kailani

Wachdoggie

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19

Freitag, 15. April 2016, 14:37

Was mich eben wundert, ist, dass explizit beim Border Collie und Kurzhaarcollie zB sehr, sehr viel Weiss zugelassen ist auch bei Merle, weil diese Rassen angeblich damit kein Problem hätten. Das würde ja dann heissen, dass sie kein Problem haben mit dem durch Scheckung ausgelösten Weiss. Oder wäre es beim Collie dann nicht die Scheckung, die das Weiss auslöst, obwohls ja auch Merle Hunde sind?
Was mir dazu spontan einfällt:
Bei den Collies und Borders ist das weiss ja fester Bestandteil auch der "solid"-Farben. (ODer wie man die bei den beiden Rassen auch immer nennt, da kenn ich mich nicht aus.) Vielleicht ist das somit kein problematisches Weiss, also tatsächlich nicht durch das Merle ausgelöst.
Weisst du wie ich meine? :peinlich:
@Anne: Wieviel % weiss ist denn da zugelassen bei den verschiedenen Rassen?

@Agouti: Weswegen sind denn Splitfaces betroffen? DIe sind ja meist (äusserlich) recht stark pigmentiert. Ich kenne z.B. eine Blue Merle Hündin, deren eine GEsichtshälfte schwarz ist, die andere Merle. Oder ist eben das noch unbekannt?
Gibt es zu der ganzen Farb- und eben auch Merlethematik LIteratur, die du empfehlen könntest?

Was ist eigentlich mit nicht bzw. kaum pigmentierter Nase (im Erwachsenenalter)? Birgt das auch Gefahren? Mal abgesehen von der offensichtlichen Sonnenempfindlichkeit... Oder ist dies ein Hinweis darauf, dass ein problematisches Splitface oder eben auch ein "Weisskopf" vorliegt? (das tönt ja :0haue-haue0: )

Agouti

Schnupperdoggie

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20

Freitag, 15. April 2016, 15:04

@Agouti: Weswegen sind denn Splitfaces betroffen? DIe sind ja meist (äusserlich) recht stark pigmentiert. Ich kenne z.B. eine Blue Merle Hündin, deren eine GEsichtshälfte schwarz ist, die andere Merle. Oder ist eben das noch unbekannt?
Gibt es zu der ganzen Farb- und eben auch Merlethematik LIteratur, die du empfehlen könntest?

Was ist eigentlich mit nicht bzw. kaum pigmentierter Nase (im Erwachsenenalter)? Birgt das auch Gefahren? Mal abgesehen von der offensichtlichen Sonnenempfindlichkeit... Oder ist dies ein Hinweis darauf, dass ein problematisches Splitface oder eben auch ein "Weisskopf" vorliegt? (das tönt ja :0haue-haue0: )
Splitface im Sinne einer unpigmentierten Gesichtshälfte, also halb farbig (Schwarz, Merle, irgendwas) und halb weiß.
Literatur zum Thema ist durchgängig auf Englisch und nicht alles davon ist so ohne weiteres frei erhältlich. Du kannst mal in die Literaturliste meiner Website gucken und schauen, was davon Du im Web so findest.

Mit der Nase kommt es darauf an, weshalb die Nase unpigmentiert ist. Eine "Snownose" ist in aller Regel unbedenktlich. Ansonsten braucht man sich eigentlich nicht die Nase anzuschauen um festzustellen, ob ein Splitface oder weißer Kopf vorliegen... ;) . Viele Hunde mit weißen Abzeichen im Gesicht haben auch zumindest teilweise unpigmentierte Nasen, aber da dürfte die Sache mit der Sonneneinstrahlung tatsächlich das größte Problem sein.