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Lagotto

Sportdoggie

  • »Lagotto« ist der Autor dieses Themas

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1

Mittwoch, 18. Mai 2016, 15:29

Hibbelhunde / Hundesport / Natur des Hundes (Split aus NADAC)

Anne, stimmt. Die Frage stelle ich mir auch bei vielen Hundesportarten ;)
Für einen hibbeligen Hund kommt von mir ein ganz klares nein zu den meisten Hundesportarten. Da würde ich immer die Nasenarbeit, also ein ruhiges/konzentriertes Arbeiten, empfehlen. Auch wenn man den Eindruck hat, dem Hund geht es gut und er ist glücklich, wenn er umher rennen kann. Ich habe mich schon oft gefragt, ob wir das auch richtig interpretieren. Vielleicht ist der Hund auch gestresst und entwickelt über Jahre hinweg plötzlich gesundheitliche Probleme.
Sorry, aber das gehört natürlich in eine andere Rubrik... :pfeifen:
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lagotto« (18. Mai 2016, 16:08)


erica

Sportdoggie

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2

Mittwoch, 18. Mai 2016, 16:52

Für einen hibbeligen Hund kommt von mir ein ganz klares nein zu den meisten Hundesportarten. Da würde ich immer die Nasenarbeit, also ein ruhiges/konzentriertes Arbeiten, empfehlen. Auch wenn man den Eindruck hat, dem Hund geht es gut und er ist glücklich, wenn er umher rennen


Nur Nasenarbeit für einen hibbeligen Hund? Wohl eher nicht. Um Nasenarbeit gut ausführen zu können sollte er bereits etwas zur Ruhe gekommen sein. Nasenarbeit ist ein sehr guter Ausgleich, aber nicht ein "NUR" für einen temperamentvollen Hund.

Anne

Moderatordoggie

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3

Mittwoch, 18. Mai 2016, 17:20

Hundesport / Natur des Hundes (Split aus NADAC)

Ich erstelle hier einen neuen Thread für dieses Off Topic aus dem NADAC, weil mich das Thema interessiert ;)
We think it's a dog's inalienable right to get dirty.

Anne

Moderatordoggie

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Doggie(s): Mairin, Aussie

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4

Mittwoch, 18. Mai 2016, 17:37

Tja - wenn man sich diese Frage bezüglich Hundesport anfängt zu stellen, dann muss man da aber schon sehr viel konsequenter sein: Wieso überhaupt Hunde haben?
Ich finde halt, man muss sich schon sehr bewusst sein, dass der Haushund heute menschgemacht ist. Ich weiss, dass sich das abscheulich anhört, und sich deswegen viele dagegen sträuben. Wir hätten doch so gern ein bisschen unverfälschte Natur daheim. Aber das ist der Hund nicht. Das macht ihn nicht mehr oder weniger toll - es ist einfach was, womit wir leben müssen. Und wenn sich einer entscheidet, einen Hund zu holen, gehört dieser Hund so ausgelastet, dass er happy ist. Und dazu gehört für mich ganz klar körperliche Auslastung, Kopfarbeit, Zusammenarbeit mit dem Menschen (dafür haben wir ja die meisten Hunde gezüchtet) dazu. Und ich bin überzeugt, dass man das nur mit Spaziergängen nicht hinkriegt, weil der Hund einfach ein ganz anderes Tempo drauf hat als der Mensch.

Ansonsten schliesse ich mich eigentlich sowohl Lagotto wie auch erica an.
Ja, Lagotto - ein Hibbelhund braucht erdende Auslastung. Da hilft Nasenarbeit und ist eine tolle Beschäftigung. ABER: Der Hibbelhund wird dadurch nicht wirklich weniger hibbelig, respektive er lernt nicht, mit der Situation umzugehen, die ihn zum Hibbeln bringt, weil man ihn dieser Situation gar nicht aussetzt. Null Lerneffekt also.

Ich geh absolut einig damit, dass viele Leute dass nervöse, oft laute Umherrennen zu sehr als "glücklich" einschätzen wo es eigentlich nur "Stress" bedeutet (grad im Agility finde ich das teilweise echt bedenklich). Aber deswegen jetzt jedem Border Collie, Aussie, Holländer, auch Lagotto, den körperlichen Outlet verbieten? Das seh ich gar nicht. Man muss es konrollieren und nicht ausufern lassen. Man muss seinen Hund lesen lernen. Mal wieder die Zauberwörter: Impulskontrolle und Frusttoleranz. Ganz viel Hibbelverhalten hat damit zu tun, dass der Hund das nicht gelernt hat. Das lernt er aber nur in Situationen, in denen diese Eigenschaften eben auch gefragt sind. Klar, das muss man langsam aufbauen, Überforderung bringt dem Hund nichts. Aber einfach diese Situationen umgehen, das ist für mich eine tickende Zeitbombe.

Dann zu erica: Hibbelhund ist für mich nicht gleich temperamentvoller Hund. Ich denke, Hibbel sind die temperamentvollen Hunde unter Dauerstress ;) (versteht man, wie ich das meine?)
Mit einem temperamentvollen Hund (ich hab selber so einen zu Hause ... ) MUSS meiner Meinung nach körperliche Auslastung definitiv sein, allerdings klar gut abgeschmeckt mit ruhiger Arbeit (wie zB Nase, oder auch Obedience). Mit einem Hibbel würde ich definitiv kein NADAC machen, kein Agility, kein Frisbee. Da sind erstmal andere Übungen angesagt, damit der Hibbel lernt, seine Hibbeligkeit im Zaum zu halten.

Mit einem temperamentvollen Hund sehe ich da aber gar kein Problem, solche Sports zu machen - einfach in dem Masse, in dem er die starke Reizung aushalten mag. Und da ist dann die geniale Balance gefunden, in denen ich kein Quäntchen Zweifel dran habe, dass der Hund nicht gestresst ist oder nur "mir zuliebe" mitmacht, sondern wirklich Spass an der Sache hat.

Beispiel Mairin:
Im Agility habe ich von Anfang an wert darauf gelegt, dass sie nicht bellt, nicht stresst, mich nicht korrigiert (nicht zu korrigieren braucht, weil ich sie nicht überfordere). Sie durfte so lernen, dass wir was körperlich cooles mit Power machen können, ohne dass sie deswegen "überegheit", dass sie sich auspowern kann, dabei aber voll und ganz auf mich konzentriert sein kann, eine Zusammenarbeit da ist.
We think it's a dog's inalienable right to get dirty.

Aline

Wachdoggie

Beiträge: 759

Doggie(s): Jaro, Aussie, Beluga, Schapendoes

Beruf: Studentin

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5

Mittwoch, 18. Mai 2016, 21:16

(Nochmals hier: )

Mein Hund geht definitiv in die Kategorie hibbelig/tiefe Frudttoleranz. Ich gebe dir recht, Agi wird oft für solche Hunde nicht optimal aufgebaut. Heisst aber nicht, dass diese Sportart für die Hunde nicht zu empfehlen sind. Bei solchen Hunden brauchts ganz viel Feingefühl und viel Bestärkung im richtigen Moment. Ich habe unter unsere bisherige Agi-Karriere einen Schlussstrich gezogen und mit dem neuen Training haben sich neue Welten für mich aufgetan. Das Nadac (bei meiner Trainerin) wird in Mini-Schritten aufgebaut und bei jedem Nervositätsanzeichen gehen wir einen Schritt zurück oder ändern die Situation. Ich finde es wichtig, dass mein Hund lernt, sich auch in erregteren Lagen zu konzentrieren.

catba

Alphadoggie

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Doggie(s): Lagotto "Ghiro" / Mudi "Dix"

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6

Mittwoch, 18. Mai 2016, 22:12

sehr gut Aline ! Genau so macht man es richtig...Ghiro ist auch sehr schnell hochgefahren im Agi und beim NADAC wäre es auch so gekommen, aber wir haben auch in kleinen Schritten gearbeitet, ganz ruhig und mit viel Feingefühl... wir haben ein guter Trainer, der das einem beibringt, denn ich bin (war) auch eher etwas hibbelig :d