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Anne

Moderatordoggie

  • »Anne« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 21. Juni 2016, 15:10

Jaghunde zu Nichtjägern - kriegt man das überhaupt?

Manchmal packts mich ja und ich fange an, über Rassen etwas zu recherchieren, die mir grundsätzlich gut gefallen.. Zum Beispiel jetzt grade: Der kleine Münsterländer. Ein Vorstehhund, der nach wie vor sehr intensiv aktiv zur Jagd eingesetzt wird, aber offenbar auch viele Eigenschaften mitbringt, die ihn auch ausserhalb der Jagd zu einem angenehmen, lieben, sehr intelligenten Begleithund machen.

Nun habe ich mich (ohne ernsthaftes Interesse ;)) durch Züchterseiten geclickt und sehe eigentlich überall: Züchter verkaufen ihre kleinen Münstis offenbar nur an Leute, die ihn auch für die Jagd einsetzen wollen.

Finde ich einerseits natürlich klasse ;) denn Jagdtrieb ist wohl nur schwer in andere Bahnen zu leiten, aber andererseits.. muss das wirklich sein? Kriegt man einen Jagdhund nicht auch anders ausgelastet und könnte ihn so als Begleithund haben, ohne auf die Jagd zu gehen?
Und wie kommen die ganzen Leute, die ich so mit Jagdhunden sehe, die aber ganz sicher nicht jagen, eigentlich zu ihren Jagdhunden?! Wenn ja Züchter offenbar sagen, dass sie sie nur an Jäger abgeben..
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husky

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2

Dienstag, 21. Juni 2016, 15:22

Das ist sehr schwär. Wen es jagt trieb hat hat es jagt trieb.
So einfach kan man das nicht weg trainieren.
Ich habe mich auch schon erkundigt meim hund das ab zu gewöhnen.

Anne

Moderatordoggie

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Doggie(s): Mairin, Aussie

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3

Dienstag, 21. Juni 2016, 15:31

Von Abgewöhnen soll absolut nicht die Rede sein - für mich ist klar, dass ein Jagdhund ein Jagdhund ist, der eben jagt, und dass damit Freilauf halt nur sehr bedingt möglich ist. Mir ist völlig bewusst, dass man so einen Hund auch möglichst artgerecht auslasten muss (wie ja einen Hütehund z.B. auch) - für mich wäre klar, dass ich mit einem Jagdhund intensiv Nasenarbeit machen würde (Fährten, Dummyarbeit, Trailen ..), um ihn auszulasten und den Jagdtrieb in händelbare Bahnen zu leiten (auch mit (Anti-)jagdtraining z.B. nach Pia Gröning, das Jagdverhalten eben nicht abstellt, sondern umlenkt / ausnutzt).

Ich frage mich eher, ob das für einen Jagdhund dann genügen kann (mein Aussie hütet ja auch nicht und ist, meiner Meinung nach, sehr zufrieden), und eben - ob und wie man überhaupt Züchter finden soll, die einen Münsti (oder auch anderen Jagdhund) in diese Voraussetzungen abgeben.
Und ob ihr findet, sie sollten diese Hunde nur in Jägerhände geben, oder auch an gut aufgeklärte, intelligente, arbeitsfreudige Nichtjägermenschen mit Hundeverstand ;)
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testudo

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4

Dienstag, 21. Juni 2016, 15:52

@husky
Ich finde Jagdhund und Hunde mit Jagdtrieb ist nicht dasselbe. Jagdhunde wurden zum Jagen gezüchtet bei einigen Hunderassen war Jagdtrieb keine Eugenschaft die wichtig oder aber unerwünscht war. Beim Husky beispielsweise war es einfach nicht wichtig, deswegen wurde diese charaktereigenschaft auch nicht weggezüchtet. Es spielte schlicht und einfach keine Rolle.

Tabasco

Sportdoggie

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5

Dienstag, 21. Juni 2016, 16:00

Kommt wohl stark auf die Rasse an. Der Beagle beispielsweise - eigentlich ein Hardcorejäger - wird ja schon lange an Nichtjäger verkauft.
Sobald eine Rasse bei den Nichtjägern genügend nachgefragt wird, fängt der eine oder andere Züchter damit an, seine Linie eher familienhundetauglich zu züchten.

Ich hatte mich kurzzeitig für Foxterrier interessiert. Auch dort gibt es mittlerweile Züchter für den normalen Hündeler.

Zum kleinen Münsterländer: Wir hatten im Dorf einen, der sich wie ein ganz normaler Hund benahm: Freundlich, viel offline laufend und dies, ohne dass mit ihm irgendwie "gearbeitet" wurde.

Ich sehe nicht ein, weshalb Jagdhunde nicht auch in Nichtjägerhand glücklich werden sollten. Wie bei anderen Rassen würde ich einfach darauf schauen, dass ich mir nicht einen reine Arbeitslinie aussuchen würde.

Bolotta

Alphadoggie

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6

Dienstag, 21. Juni 2016, 16:58

Ich hatte vor Jahren mit meinen Eltern zusammen eine Cocker Spaniel Hündin aus expliziter jagdlicher Zucht und wurde auch nur an Jäger verkauft (mein Vater ist Jäger). Taiga war eine Springer Spaniel. Auch ein Jagdhund. Doch die Züchter wollten sie extra nicht an Jäger verkaufen.

Es gibt bestimmt auch Zücher, die Jagdhunde an nicht Jäger verkaufen.

andi+rudel

Streunerdoggie

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7

Dienstag, 21. Juni 2016, 16:59

der epagneul breton (wie wir einen haben) wird in der schweiz z.b. auch nur an jäger abgegeben. in frankreich sitzen diese hunde (reinrassig) wiederum zu hauf in den tierheimen.
es gibt sogar einen verein, welcher sich genau diesen hunden widmet. sie heissen BIN (Bretone in Not). sie holen diese hunde aus französischen tierheimen. da hier leider nach 10 tagen getötet wird...
darunter sind auch topp ausgebildete gebrauchshunde.... in frankreich wird eben entsorgt was man nicht mehr will...
es werden jedoch von den bretonen mehr hunde im ausland gezüchtet als in frankreich selbst..
das ist unglaublich.
genauso ein -hündchen- haben wir und er ist sehr sehr anstrengend...wirklich sehr.
den bretonen sieht man allerdings auch nirgends so häufig wie hier in frankreich, da er auch als gesellschaftshund stark geschätzt wird.
in anderen ländern "brauchen" ihn eben nur jäger und in frankreich haben franzosen tradition und halten oft ihre eigenen rassen.

Psovaya Borzaya

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8

Dienstag, 21. Juni 2016, 17:34

die jagd mit sichtjägern ist ja hierzulande verboten, somit dürfte in der CH dann gar kein windhund rumlaufen... aber sie sind sicher insofern eine ausnahme, als dass sie nicht für die jagd mit dem menschen sondern für den menschen gezüchtet wurden. sie auszulasten ist, auch ohne windhundesport, nun wirklich kein problem. jagdtrieb haben auch nicht alle gleich. meine beiden jetzigen laufen überall frei, dawn musste streckenweise und immer im wald halt an die leine aber selbst das ist kein problem. als sprinter reichte denen auch mal eine abgemähte wiese zum sprinten und gut ist.

spurjäger oder sehr ausdauernde jagdhunde wie zb. pointer, find ich schon weit schwieriger auszulasten. ich mag zb. viszlas sehr und weiss, dass die schon länger auch an nichtjäger verkauft würden. aber ob ich ihnen auch gerecht würde?

kenne schon noch rassen, die wirklich nur an jäger verkauft werden, dachsbracken zb. von denen haben wir hier eine, gehört auch einem jäger. die pointer die ich kenne gehören ebenfalls einem jäger.

setter hingegen kann man ja problemlos auch als nichtjäger erhalten und ich sehe auch kleine münstis (im gegensatz zum grossen) in nicht-jägerhände. ich denke mal, bei jagdhunden ist es wie bei andern rassen: steigt die nachfrage (von nichtjägern, denn jäger brauchen soviel ich weiss papierlihunde), dann kommen die vermehrer auf den plan und ich denke, ein teil der jagdhunde stammen dann aus dieser ecke. weimaraner zb. hat es hier seit einigen jahren wahnsinnig viele. denke nicht, dass sie alle aus leistungszucht stammen.
herzliche grüsse conny mit nastassja und jendayi und dawn im herzen

Husky92

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9

Mittwoch, 22. Juni 2016, 09:42

Wir haben uns vor 2 Jahren auch sehr für den Münsti interessiert. Jedoch für den grossen. Diese gibt es ja noch weniger als die kleinen. Hab auch einige Zuchten in DE gesehen, jedoch eben nicht an nicht-jäger-halter. Haben es dann auch aufgegeben. Fand dass dann doch sehr schade, da ich sie eben neben dem jagen für ganz tolle Hunde halte und mein Mann so oder so. Sie sind neben dem jagen echt supertolle Familienhunde!

Husky- Passion

Wachdoggie

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10

Mittwoch, 22. Juni 2016, 14:01

Ich bin der Meinung, dass es schon genug "familientaugliche" Hunderassen gibt und fände es schade, wenn in Zukunft jede spezialisierte Hunderasse auch in "familientauglicher" Showhund Ausführung zu haben wäre. Bewahren wir uns doch noch einige spezialiserte Rassen für ihren ursprünglichen Zweck so auf wie sie nun sind.

Angenommen mit diesem Münsterländer würden nun einige ambitionierte Sporthündeler (nicht Jäger!) sich in der Hundeszene aufhalten. Früher oder später würde solch ein sicher nicht ganz einfaches Rassetier an ungeeignete Ersthundehalter oder Sonstige verscherbelt werden und wir hätten insgesamt gesehen doch nur noch mehr Probleme als Hundehalter. Versteht man was ich meine?

Aber ich denke auch, dass man sicher an ältere für die Jagd nicht geeignete "Ausschussware" solcher Jagdhunde kommt, wenn man sich wirkich in diese Rasse verliebt hat. Das macht für mich mehr Sinn.

andi+rudel

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11

Mittwoch, 22. Juni 2016, 22:56


Aber ich denke auch, dass man sicher an ältere für die Jagd nicht geeignete "Ausschussware" solcher Jagdhunde kommt, wenn man sich wirkich in diese Rasse verliebt hat. Das macht für mich mehr Sinn.
die werden jedoch schon relativ früh "aussortiert" wenn sie sich nicht eignen. also sind da die chancen auf einen jungen hund ebenso gross.

Schneeflocken

Sportdoggie

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12

Donnerstag, 23. Juni 2016, 08:47

Ich bin da ganz Husky-Passions Meinung.

Verbringe nicht so viel Zeit mit der Suche nach einem Hindernis.
Es könnte sein, dass keines da ist.

Mojito03

Streunerdoggie

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13

Donnerstag, 23. Juni 2016, 14:55

Wie man unschwer erkennen kann haben wir einen Gordon Setter. Unsere Züchterin verkauft sie an Jäger und an Nicht-Jäger.
Die Erziehung eines Setters ist seeeehr vieeeel Arbeit. Da unserer schon von "Natur" aus speziell ist, sind wir am Anfang fast verzweifelt. Alle Baustellen die wir hatten hier aufzuzählen würde das Forum sprengen ;( . Er war ein extremer Jäger, auch heute passiert es ab und zu mal, dass er durchs Unterholz flitzt. Er ist aber sehr gut abrufbar bei Wildtieren. Ausser bei Hasen, das habe ich aber schon mal erwähnt, da geht gar nix, dazu steh ich aber auch (letzten Hasen sah ich vor ca. 2.5 Jahren bei uns).

Wir lasten Mojito mit allerlei Nasenarbeit aus, das ist sein Ein und Alles. Auch kann er ein paar Kunststücke und Fahrradfahren findet er auch cool.

Falls jemand einen kleinen Münsterländer sucht. Es gibt da im Thurgau eine "Zucht" welche kleine Münsterländer als Haus-, Begleit-, Herden-, Jagd-, Allround-Hund die ideale Rasse für jedermann anpreist (das ist ja dann die Eierlegendewollmilchsau, der Hund den wir alle wollen :spass: )

Dieselbe Zucht bietet auch Gordon & Irish Setter an. Dort wollte man auch schon aus Gordon Settern Blindenführhunde :bad: machen ("Gedanken sind frei"!!!!!!). Zu solchen Ideen sage ich einfach mal gar nix. :angry2: :angry2: :angry2: :angry2:
Roh macht Froh und verleiht Flügel !!!!!!


hasch-key

Sportdoggie

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14

Donnerstag, 23. Juni 2016, 15:14

@Mojito: es gibt bzw. gab auch eine Huskyzüchterin in Österreich, wo die Hunde perfekte Zughunde, Blindenführuhunde, Therapiehunde, Agilityhunde, Obediencehunde und Gleitschirmhunde waren. Dazu braucht man ja nichts zu sagen.

Ich finde, dass es grds. ok ist, wenn Züchter Hunde an "Normalhundehalter" abgeben, wenn diese sich eingehend mit der Rasse beschäftigt haben und diese entsprechend auslasten wollen, also so wie Du es mit Mojito beschreibst. Blöd wird es eben dann, wenn man sich nicht damit auseinandergesetzt hat und dann schnell keine Lust mehr hat, wenn es anstrengend wird.

Aber ich finde auch nicht, dass man alle Hunderassen zu "eierlegenden Wollmilchsäuen" degradieren sollte.

Namara

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15

Donnerstag, 23. Juni 2016, 16:51

In unserer Familie hatten wir einen kl. Münsterländer. Dieser Züchter verkaufte damals die Welpen an Jäger und ebenso in Familien. Auch als Familienhund war dieser Hund zufrieden. Jagdinteresse hatte er kaum.

Dazu kommt, dass Jagdhund nicht gleich Jagdhund ist. Diese unterscheiden sich in vielen Belangen.
Es ist der Strom aus dem wir sind im Werden und Vergehen, aus dessen liebevoller Kraft wir unsere Wege gehen.


Sage es mir, und ich werde es vergessen; Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern; Beteilige mich und ich werde es verstehen!!! (lao tse)

Schneeflocken

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16

Donnerstag, 23. Juni 2016, 17:28

@Mojito: es gibt bzw. gab auch eine Huskyzüchterin in Österreich, wo die Hunde perfekte Zughunde, Blindenführuhunde, Therapiehunde, Agilityhunde, Obediencehunde und Gleitschirmhunde waren.

Die gibt es leider immer noch. Nur "züchtet" sie jetzt unter anderem Namen...

Verbringe nicht so viel Zeit mit der Suche nach einem Hindernis.
Es könnte sein, dass keines da ist.

Supersheltie

Schnupperdoggie

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Beruf: Erzieher

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17

Donnerstag, 23. Juni 2016, 17:30

Also ich habe eine Freundin, die einen Deutsch Langhaar hat - ein Jagdhund durch und durch. Bei seriösen Züchtern kann man die Hunde als Nichtjäger nicht kaufen, nun ja, sie hat ihn aus zweiter Hand. Es ist ein Knochenjob, diesen Hund artgerecht auszulasten. Sie hängt sich da total rein, trainiert Impulskontrolle und lässt den Hund (leblose) Gegenstände jagen, unter anderem hat sie sogar so ein ferngesteuertes Fluggerät gekauft, welches der Hund jagen darf. Klappt ganz gut, ist aber sehr viel Arbeit.