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ondra2002ch

Schnupperdoggie

  • »ondra2002ch« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 78

Doggie(s): Beagledame Bonnie & Beagleboy Chester

Wohnort: Cortébert

Beruf: auf Suche

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1

Montag, 13. Februar 2017, 21:35

Übungszeiten, wie lange?

hallo ihr Lieben


ich habe mit tricksen angefangen und ich frage mich immer wie lange, wieviel Zeit, darf ich meinen Hundchen zumuten (fürs üben von Tricks).
Ich weiss dass man in kleinsten Schritten die Tricks aufbauen muss damit der Hund versteht was ich von ihm will und das mache ich auch. Klappt, aber wie lange darf ich üben? Ich weiss es kommt auf den Hund an aber wie macht ihr es? Eure Erfahrungen würden mich sehr interessieren.
Bonnie ist 5Jahre und Chester 4,5 Monate. Bonnie ist überhibbelig und Chester etwas ruhiger. So muss ich wenn ich Bonnie zum Beispiel ins Sitz bringe erst eine Weile warten bis sie ruhig sitzt und ich weiter machen kann. Das heisst ich muss selber sehr ruhig bleiben (bin selber nämlich auch eher hibbelig :) ) und ihr vermitteln ruhig zu werden dann klappts sehr gut. Die Vorbesitzerin wollte ihr schon auch Tricks beibringen (die Rolle kann sie) hörte aber bald auf damit, weil sie so hibbelig ist. Ich hingegen werde nicht aufgeben und ich habe Erfolg damit. Ihr scheint es auch Spass zu machen, ok Futter/Leckerligierig wie sie ist. Aber wenn ich ihr den "Befehl" Sitz gebe machts zack und sie sitzt.
Chester fängt bei null an und es macht Spass und tut uns allen gut.
äs liebs Grüessli,
Bonnie, Chester & Thérèse 6%5

catba

Alphadoggie

Beiträge: 6 654

Doggie(s): Lagotto "Ghiro" / Mudi "Dix"

Wohnort: Geuensee (LU)

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2

Montag, 13. Februar 2017, 22:18

ja ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm :d Frauchen hibbelig und Hundchen auch, kommt mir sehr bekannt vor ;) ich musste es auch lernen, aber es geht und du machst das sicher gut...bei einem hibbeligen Hund ist weniger oft mehr...du kennst ihn am Besten und bevor er in die hibbelige Phase kommt, unbedingt aufhören, damit es ein possitives Ende hat...mein Ghiro ist auch so ein Kandidat und ich übe die bekannten Tricks, wie auch die neuen Tricks nur in kleinen Sequenzen...in Zeit ausgedrückt kann ich das gar nicht sagen, manchmal kann ich nur 3 Versuche machen, an einem andern Tag mehr, ist nicht immer gleich

Anne

Moderatordoggie

Beiträge: 5 086

Doggie(s): Mairin, Aussie

Wohnort: Aarau

Beruf: Schreiberling

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3

Dienstag, 14. Februar 2017, 09:34

Das ist sehr vom Hund abhängig.
Wenn du einen Hund hast, der erstmal hibbelt, mit der Zeit aber ruhiger wird, würde ich in die Ruhe hinein arbeiten (und aus der Ruhe heraus aufhören).
Wenn dein Hund anfangs ruhig arbeiten kann und mit der Zeit immer hibbeliger wird, würde ich auf jeden Fall vor der Hibbelphase aufhören.

Mairin ist am Anfang immer etwas übereifrig, kommt aber recht schnell in ein ruhiges Arbeiten rein (nach ca. 3 bis 5 Minuten) und bleibt dann ruhig, bis sie müde wird und wieder Hektik ins Spiel komm. Bei uns ist der Clue, am Anfang als Mensch ganz ruhig, geduldig und konsequent zu bleiben, allenfalls eher schneller mal den richtigen Ansatz zu clicken und nicht zuviel zu verlangen (um den Hund auf die Spur zu bringen, was verlangt ist). Hat sie keine Ahnung, was ich von ihr will, fängt sie an zu belleln und wird total nervig (so, dass es dann auch für mich massiv schwieriger wird, das gewünschte Verhalten herauszusehen und zu clicken). Und dann natürlich unbedingt aufhören, bevor die Hektik durch Müdigkeit eintritt. Meine Faustregel ist: Wenn nach ca. 15 Minuten der Teilschritt, an dem wir dran sind, wunderbar klappt, höre ich auf. IMMER mit einem positiven Erlebnis.

Kippts dahin, dass Mairin eigentlich zu müde ist und nicht mehr sauber arbeitet, gehe ich ein Minischrittli zurück, damit ich etwas clicken kann, anstatt sie in den Frust laufen zu lassen, und höre dann nach diesem Click auf. Eben: Immer aus dem Positiven heraus.

Also bei uns ist eine Clicker-Session je nach Tagesform und Hundelaune ca. 10 bis 20 Minuten. Das kann dafür aber auch mehrmals am Tag sein (bei uns höchstens 3x, und das eher selten).

Mit einem Junghund würde ich die Sessions unbedingt kürzer halten (5-10 Minuten), und den Hund sehr gut beobachten. Immer positiv aufhören und auch immer aufhören, bevor er Müdigkeit zeigt (durch Hibbeligkeit, Unkonzentriertheit, "Schlampigkeit" in der Bewegung).

Für meine eigene Ruhe fand ich es übrigens sehr gut, zwischendurch Tricks ganz frei zu shapen, ohne Hilfestellung zu leisten (was ich sonst durchaus auch mal mache - bei eher hibbeligen Leuten kann das aber dazu führen, dass sie zuviel reinlangen, zu grosse Schritte verlangen und den Hund eher verwirren als helfen ;) ).

Edit: Hier sieht man zB, wie ich das Kommando "Ibex" (rückwärts an etwas hochstehen) freeshaped habe. Ich bin dabei ziemlich passiv am Sitzen ;) https://www.youtube.com/watch?v=IgixS8SfKCg&t=5s
We think it's a dog's inalienable right to get dirty.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Anne« (14. Februar 2017, 09:53)


Crispy

Sportdoggie

Beiträge: 1 570

Doggie(s): Breeze (*2010) Australian Shepherd Hündin

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4

Dienstag, 14. Februar 2017, 09:42

Ich habe mir am Anfang eine Eieruhr gestellt, damit ich (vor lauter Motivation) nicht zu viel mache. Immer auf 1 Minute eingestellt. So würde ich es bei Chester machen. Ich habe immer 1 Min Trick, 2 Min Pause, 1 Min Trick gemacht am Anfang. Und das mit 5x Trick, danach dann aufgehört. Hört sich wenig an, aber für einen so jungen Hund ist das schon eine lange Zeit sich zu konzentrieren und in Ruhe zu arbeiten. Davon habe ich 2 Einheiten am Tag gemacht. Es ist schwer nicht zu viel zu machen, ich weiss. Aber Hunde lernen ja in den Pausen und die sollte man vor allem so jungen Hunden auch geben.

Was ich auch eine gute Idee finde, sind Perlenstränge. Also einen Strang mit zB 10 Perlen aufziehen und bei jeder Trickwiederholung = 1 Perle. So hat man die Sicherheit das man zB nicht mehr als 10 Wiederholungen macht. Oder auch 10x Tricks, wenn man versch. Tricks übt.

Es hat schöne Trick DVD's von Denise Nardelli zum Beispiel. Vielleicht wäre auch das etwas für Dich. "Der Trick mit dem Click". Dort werden auch das Sequenzentraining, Einheitslänge etc noch einmal schön erklärt.

Aline

Wachdoggie

Beiträge: 759

Doggie(s): Jaro, Aussie, Beluga, Schapendoes

Beruf: Studentin

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5

Dienstag, 14. Februar 2017, 10:09

Mir wurde kürzlich an einem Seminar ein guter Tipp gegeben, der nicht direkt etwas mit der Sequenzlänge zu tun hat, aber mir im Aufbau von Übungen sehr geholfen hat:
Ein Trainingsplan!

Dafür mache ich mir eine Liste mit folgenden Spalten:

Kriterien
Anzahl Wiederholungen
Ja (richtig gezeigt)
Nein (falsch/hat nicht geklappt)
Bemerkungen (z.B. was hat nicht geklappt, wie könnte ich die Übung anders gestalten, muss ich wieder einen Schritt zurück?)

Kriterien bedeutet ein ganz genauer Beschrieb, was ich vom Hund will. Z.B. erster Schritt beim Handtouch: Hand wird nahe an Hundenase gehalten, Blick vom Hund soll richtung Hand gehen, leichte Bewegung richtung Hand, auch der Lernort wird notiert; beispielsweise Stube zu Hause....
So bin ich mir erstens der kleinen Schritte bewusst, die mein Hund macht, und wähle diese auch ganz bewusst. So kann ich das Training schnell anpassen, wenns zu schwierig ist.
Ja/Nein dient meiner Kontrolle: zeigt der Hund 50-80% das richtige Verhalten ("Ja"), ist er auf gutem Weg, das gewünschte Verhalten zu lernen. Zeigt er über 80% das gewünschte Verhalten, kann ich die Kriterien anpassen.

Zum hibbeligen Hund: es gibt auch tolle Übungen zur Entspannung. Mein Hund hat mir z.B. immer wieder angeboten, sein Kopf zwischen meine Beine zu stecken, damit ich ihn an den Ohren kraulen kann. Dies habe ich dann eingeübt und das Signal eingebaut. Er entspannt sich dabei und ich kann es nun auch mal einsetzen, wenn er etwas aufgeregt ist.
Auch würde ich mir Gedanken dazu machen, für welche Art von Clickertraining sich mein Hund eignet: bei mir hat der Aussie Spass an Shaping und probiert immer wieder Neues aus. Beim Mali wäre freies Shapen purer Frust, er zeigt mir praktisch nichts, wenn ich ihm keine Hilfen gebe. Bei ihm muss ich also die Übungen so gestalten, dass er praktisch nichts falsch machen kann, das heisst für neue Übungen ganz ganz kleine Schrittchen. Aber eben, mit der Lernliste klappt das bei uns sehr gut. Und dank der Liste mache ich automatisch immer wieder Pausen, da ich mir ja die (Miss-)Erfolge notieren muss.

Last but not least: ich achte darauf, dass ich die Übungssession mit Schritten beginne, die der Hund schon sicher beherrscht. Innerhalb der Übung steigere ich den Schwierigkeitsgrad so weit, wie ich mir das für den neuen Schritt vorgenommen habe. Gegen Ende der Übung wird es dann wieder etwas einfacher (mit positivem Resultat aufhören). So bleibt der Hund motiviert, wir können an neuen Schritten arbeiten, aber müssen sicher nicht mit Frust aufhören.

ondra2002ch

Schnupperdoggie

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Doggie(s): Beagledame Bonnie & Beagleboy Chester

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6

Dienstag, 14. Februar 2017, 22:55

vielen lieben Dank für die vielen Hinweise, Tipps und Erzählungen. Erstens ist es interessant zu lesen wie ihr es macht und und immer wieder gut gute Tips und Ideen zu bekommen.
äs liebs Grüessli,
Bonnie, Chester & Thérèse 6%5

Crispy

Sportdoggie

Beiträge: 1 570

Doggie(s): Breeze (*2010) Australian Shepherd Hündin

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7

Mittwoch, 15. Februar 2017, 08:35

Was ich auch immer toll fand mit einem jungen Hund war ein Trainigsplan bzw Aufzeichnungen für den einzelnen Trick.

Am Anfang hab ich diese Vorlage hier benutzt:

Trainingsplan