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Vaku

Schnupperdoggie

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1

Sonntag, 2. April 2017, 15:24

Vertrauensaufbau und Erziehung - Ersthund

Wie einige ja mitbekommen haben bin ich auf meiner Suche nach einem Vierbeiner ja schon einen Schritt weiter.
Der engere Kandidatin heisst Alma.

Da sie mein/unser erster eigener Hund sein wird, habe ich grossen Respekt vor der Hundeerziehung. Nach einigen Lektüren denke ich, dass mein Weg der Hundeerziehung zuerst einmal über Bindung gehen soll.
Alma ist eher schreckhaft und unsicher. Sie wird dabei nicht agressiv und geht eher in den Fluchtmodus zum Mensch (also nicht weg laufen, sondern dahin sich verziehen, wo sie sich "sicherer" fühlt).
Daher denke ich, dass es für sie ganz wichtig sein wird Vertrauen und eine Beziehung zu uns aufzubauen.

Das steht auch in all diesen tollen Hunderatgebern, nur wie baue ich dieses Vertrauen bei einem Hund auf ?(.
Reicht es wirklich "Zeit mit dem Tier", also Qualitätszeit (nicht kuscheln!) mit dem Hund zu verbringen? Wie mache ich ihr klar, dass ich auf sie aufpassen werde?



Ich habe mir da viele Gedanken die letzten Tage gemacht und einige Hundelektüren zu Rate gezogen.
Ich würde gerne zwei Wege gehen:

  • Ihr vertrauen geben, indem ich viel mit ihr mache, zuerst einmal bei uns im Garten "einfache" Sachen wie: Abruf an der Schleppi oder toben/spielen im Garten - alles was uns interessant macht als Halter und ihr auf Dauer sicherheit gibt. "Grosse" Ausflüge in die Stadt wo es laut ist, würde ich die erste Zeit dann gerne vermeiden. (Normal Gassi gehen wir natürlich davon unabhängig, da geht es mir eher um die Qualitätszeit)
  • Ich würde gerne mit Futterbeutel arbeiten und sie sich ihr Frühstück morgens gerne erarbeiten. Durch den Futterbeutel sollen wir als Mensch interessanter sein und vielleicht kann ich das später nutzten um einen Gegenimpuls für "Probleme" aufzubauen. Da hätte sie morgens schon was zu tun und ich habe die leise Hoffnung, dass sie dann ausgeglichener fürs Büro ist. ( :rolleyes: Vielleicht ist der Gedanke etwas naiv).
Meint ihr das sind total dumme Ideen oder zu ambitioniert?
Oder sollte ich das ganze nicht so verkopfen? :0haue-haue0:

Klar am Ende kann man viel "planen", aber ich brauche zumindest irgendeinen Plan wie ich das angehen kann, ansonsten bin ich gleich zu beginn überfordert.
PS: Hundeschule ist natürlich auch geplant, aber ich habe etwas angst, dass das aktuell sehr stressig für sie wäre. Vor fremden Hunden hat sie angst und in der Erstgruppe sind hier bei der Hundeschule 5-6 Hunde. Von daher würde ich ihr gerne die Sicherheit geben und vorher ein Grundmas an Vertrauen aufbauen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Vaku« (2. April 2017, 15:44)


Rusty

Schnupperdoggie

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2

Sonntag, 2. April 2017, 16:37

1. Kontaktliegen :-)
2. Schutz. Sobald sie Unsicherheit oder Angst zeigt würde ich mich zwischen das Objekt (Hund, Mensch, was auch immer) und sie stellen. Nicht bemitleiden sondern ihr einfach zeigen dass du dich um das Problem kümmerst. Auch kannst du bei festen Objekten als erstes das Objekt anfassen und sie dann auffordern hinzukommen und daran zu schnupper.
3. Den Futterbeutel musst du ja zuerst aufbauen. Weisst du wie?
4. Grenzen setzen. Mach ihr von Anfang an klar was du im Haus möchtest und was nicht (Sofa, Bett, warten aufs Essen, etc.)
5. Berechenbar sein. :-). Es gelten immer die gleichen Regeln. Wenn du sie mal "rügen" musst probiere das immer ruhig und bestimmt und nicht mit Emotion zu tun :-)

Hast du noch ein paar Wochen frei oder muss sie gleich am 1. Tag mit zur Arbeit?

Ach ja, noch ein Buchtipp: Calming Signals von Turid Rugaas

inhii

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3

Sonntag, 2. April 2017, 16:41

Finde Punkt 2 von Rusty sehr wichtig. :nicken: :super:

Als Gedanke/Tipp:

Wichtig finde ich, wenn sie schon den Schutz zum Menschen (zu euch) sucht wenn was ist wo ihr Angst macht, dann dies auch unbedingt zu fördern besser gesagt nicht zu zerstören. :nicken: ich rede aus Erfahrung und habe es nicht von Anfang an gemacht ihr bei mir dann die Sicherheit auch zu 100% zugeben. Heisst das anfängliche zu mir kommen und sich zwischen meinen Beinen zu verstecken, wechselte in Fluchtverhalten. Heisst bei mir gab es keinen oder zu wenig Schutz und sie haute dann ab, weil sie sich so besser schützen konnte indem sie davon rannte. :S Heute würde ich viel strenger sein und viel mehr Schutz bieten. Aber ich kam wie die Schnecke hinterher und musste es auskorrigieren. :wall:

Als ich dann das erst Mal sie wirklich schützte (ich musste ein angreifenden Hund wegkicken, sie war an der Leine bei mir) merkte man wie sie richtig studierte und ab dann kam sie wieder zu mir, worauf ich sie immer wieder wie es halt nötig war die Angreifer abwehrte. :0haue-haue0: .

Also schön und gut wenn sie den Schutz dann bei euch sucht, aber ihr müsst ihn ihr dann auch wirklich geben und um sie kämpfen. :nicken: weil wenn sie Schutz sucht und dann sagen wir mal von einem anderen Hund schlussendlich zwischen euren Beinen doch gepackt wird, ist das auch bald Geschichte. Und dann wird es sehr unschön.

Lagotto

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4

Sonntag, 2. April 2017, 16:43

Klingt doch gut... würde Dir aber auch raten, es mal abzuwarten wie sie sich bei euch einlebt. Wirst Du vermutlich auch von den Anderen noch hören, bloss nicht zu viel wollen am Anfang. Der Hund sollte sich erstmal einleben dürfen und dann siehst Du bestimmt auch, wie Du sie fördern kannst und woran ihr beide spass habt.
Meine Erfahrung ist, mein Hund will einfach dabei sein und (bei uns zumindest) weniger ist mehr. Auslastung, Training, Kopfarbeit haben sich bei uns ganz anders ergeben, als ich anfangs dachte und vorhatte. Wichtig ist, einen glücklichen, zufriedenen, sozial kompetenten und ausgeglichenen Hund zu haben, der auch gut ein paar Stunden (ohne Stress zu haben) alleine bleiben kann.
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

andi+rudel

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5

Sonntag, 2. April 2017, 16:53

prinzipiell gilt:
alles und wirklich alles was du mit dem hund zusammen machst dient dem vetrauensaufbau und stärkt die bindung.
dazu gehören schon einfache -lapidare- dinge wie bürsten, kuscheln, spazieren gehen usw..usw... so lernt der hund dir zu vertrauen und sich an dir orientieren.
um das alles zu erleichtern gibt es auch regeln an die ihr, als auch euer hund sich lernt halten zu müssen. bsp. einen geregelten tagesablauf mit immer wiederkehrenden ritualen welche auch immer gleich gestaltet werden. gerade unsichere hunde brauchen sicherheit...und die müsst ihr mit verlässlichkeiten und einem geregelten tagesablauf bieten.
"aufgeweichte" regeln an die sich nicht alle familienmitglieder halten verunsichern einen hund und er weiss nicht was wirklich von ihm verlangt und erwartet wird. hunde haben diesbezüglich ein grossen verlangen nach "ordnung".
deshalb finde ich es auch enorm wichtig dass bevor der hund einzieht man sich abspricht welche regeln für den hund gelten damit sich alle darin einig sind und keine "hü und hot" allüren einschleichen.
zu anfang tendieren viele dazu den hund -ankommen- zu lassen...ohne dass besondere erwartungen an ihn gestellt werden. ich finde dies als fatalen fehler...
denn die gefahr besteht dass sich -unarten- von der seite des hundes her so ganz schnell etablieren und ruck zuck...müssen auf einmal viele einschränkungen dem hund klar gemacht werden welche leicht von anfang an vermeidbar gewesen wären...denn solche situationen fördern dass diese hunde nur sehr schwer eine struktur vermittelt bekommen...und um so mehr auch darunter leiden. dies äussert sich evtl. auch schnell in weiterer verunsicherung..und die hunde verstehen nicht mehr was in ihrem neuen umfeld mit ihnen passiert.
nicht zu vergessen...
man kann tausende hundebücher lesen und kommt keinen wirklichen schritt vorwärts, weil man dabei das eigene bauchgefühl vergisst..oder nicht (mehr) beachtet, denn im hundebuch steht etwas anderes.
ich finde man ist gut beraten wenn man vom hund zu allererst einmal nichts erwartet...sondern genug damit zu tun hat ihn in den alltag zu integrieren und feste tagesabläufe mit entsprechenden ritualen zu manifestieren.
der hund packt in aller regel nach einigen wochen oder monaten "das köfferchen" nach der eingewöhnung aus und man lernt gemessen daran auch neue seiten an ihm kennen. diese gilt es dann in die rechten bahnen zu lenken und evtl. auch mit unterstützung von aussen, falls erforderlich.
zu anfang jedoch würde ich mir darüber noch die wenigsten gedanken machen, denn dies lässt sich nie von anfang an zur genüge einschätzen.
deshalb bin ich jetzt z.b. froh, dass wir tierschutzhunde haben welche zuvor in pflegefamilien lebten und man dort diese hunde schon sehr gut kennen gelernt hat und ausgiebig über sie innerhalb des familienlebens berichten konnte.

catba

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Sonntag, 2. April 2017, 17:59

@andy...super geschrieben :thumbsup:

ich habe mit Dix auch eine sehr unsichere /ängstliche Hündin aus zweiter Hand und dachte auch, dass ich sie mal zuerst ankommen lasse und nicht zuviel fordere (sie war ja nur hinter dem Sofa anzutreffen)...heute würde ich es anders machen und sie sehr wohl ankommen lassen , aber gleichzeitig mehr Struktur bieten und eine klare Linie haben, denn das ist einer der wichtigsten Punkte

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »catba« (2. April 2017, 18:06)


Vaku

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Sonntag, 2. April 2017, 18:14

zu anfang tendieren viele dazu den hund -ankommen- zu lassen...ohne dass besondere erwartungen an ihn gestellt werden. ich finde dies als fatalen fehler...
denn die gefahr besteht dass sich -unarten- von der seite des hundes her so ganz schnell etablieren und ruck zuck...müssen auf einmal viele einschränkungen dem hund klar gemacht werden welche leicht von anfang an vermeidbar gewesen wären...denn solche situationen fördern dass diese hunde nur sehr schwer eine struktur vermittelt bekommen...und um so mehr auch darunter leiden. dies äussert sich evtl. auch schnell in weiterer verunsicherung..

Genau das ist meine "Verunsicherung" bei der ganzen Sache.
Sie einfach nur ankommen zu lassen finde ich schwer, wenn sie sehr unsicher ist.

Beim Beschützen weiss ich auch einfach nicht wie ich das tun soll. Also klar wenn da wirklich eine Gefahrensituation ist. Aber sie hat zB auch vor Schafen angst gehabt. Die waren ja hinten ihrem Gatter, die kann ich ja nicht wegscheuchen. Ich habe dann einfach versucht Sichheit auszustrahlen und mich zwischen Schafweide und sie zu stellen.
Was das ruchtig oder falsch?


Kurz Futterbeutel: ich meinte damit das sie ihr Futter morgens erarbeiten muss/soll und entsprechend Handgefüttert wird. Der Futterbeutel kennt sie ja noch nicht, er soll später aber damit verknüpft werden.

catba

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Sonntag, 2. April 2017, 18:30

Ich habe dann einfach versucht Sichheit auszustrahlen und mich zwischen Schafweide und sie zu stellen.

in meinen Augen richtig, hätte ich so gemacht :nicken:

Darcyschatzi

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Sonntag, 2. April 2017, 19:47

Jetzt riesen Erfahrung hab ich nicht, aber ich kann ja mal schreiben was ich so gemacht hab.
Ich hatte am Anfang auch grosse Angst das Darcy nie Vertrauen oder eine Bindung aufbaut. Aber grad am ersten Tag, nachdem ich ihn aus dem Tierheim geholt hab, setzte ich mich auf seine Decke, er legte sich dazu und schlief ein. Seit dem Tag bin ich seine Bezugsperson und wenn etwas ihm wirklich Angst machte (ohne das er gerade in Panik verfiel, da gabs dann kein Halten mehr) lief er zu mir. Auch heute noch, wenn zB meine Schwestern mit ihm schimpfen oder einfach etwas von ihm erwarten läuft er zu mir :-p Unterschätze auch die Kraft von Leckerchen nicht :zwinker:
Am Anfang hab ich auch alle Türen geschlossen, so konnte er zuerst Wohnzimmer und Küche kennenlernen und sich dort sicher fühlen.
Futterbeutel kann am Anfang schwierig werden, Darcy hat zB am Anfang kaum in meiner Nähe gegessen. Sobald ich in die Nähe seines Futters kam ist er weggegangen.
Ich bin auch immer dieselben Runden gegangen, auch eher kurz, da seine Hüfte wegen dem seltenem Auslauf im Tierheim doch eher instabil war.
Hundeschule hab ich vom ersten Tag besucht, da Darcy viel besser auf andere Hunde reagierte als auf Menschen und ich einfach Hilfe brauchte :rolleyes:
"Man kriegt nicht den Hund den man will, sondern den den man braucht"

Vaku

Schnupperdoggie

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Sonntag, 2. April 2017, 19:50

Hast du noch ein paar Wochen frei oder muss sie gleich am 1. Tag mit zur Arbeit?

Ach ja, noch ein Buchtipp: Calming Signals von Turid Rugaas
Danke für die Buchempfehlung. Die habe ich schon glesen.


Da wir sie ja erst zum Probewohnen bekommen (ohne gibt das Tierheim den Hund nicht ab) muss sie das Büro mit durchlaufen.

Frei habe ich also nicht, aber sie muss jetzt auch nicht am ersten Tag gleich mit.
Wir werden es so planen das wir sie Sa morgens abholen können und sie dann bis Di Abends bleibt (wenn es gut läuft, würde ich sie dann eigentlich am liebsten gleich da behalten, weil man den Hund ja sonst wieder da raus reisst, aber ich weiss nicht wie das Tierheim dazu steht).


Ich denke aber nicht das Büro ansich für sie sehr stressig wird. Mein Büro ist ein Einzelbüro, ich kommt maximal mal jmd rein um mich abzuholen oder um mich etwas zu fragen. Da ist also kein Durchgangsverkehr oder ähnliches. Aufregend ist es da nicht, höchstes die neue Situation, aber sie soll ja lernen da ruhig zu sein (Büro = Ruheort) und da sehe ich die Herausforderung.
Ich denke am Anfang wird das natürlich neu sein und sie hibbelig, aber so ängstlich ist sie nicht, dass es so ist, dass sie sich im Büro verstecken würde.
Ihr Angst geht eher vor anderen Hunden aus oder plötzlichen Geräuchen.

Das einzige was da etwas stressig werden könnte wäre der zweite Bürohund. Der ist aber am anderen Ende des Flurs, selbst wenn Alma zuerst noch angst vor ihr haben sollte, Lucy darf und kommt eigentlich nicht in mein Büro.


Auch allen anderen danke ich für die anregenden Worte :good:.

Lagotto

Sportdoggie

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Sonntag, 2. April 2017, 20:18

Meinem Doggie hat das Anbinden sehr beim Runterfahren geholfen. Gerade am Arbeitsplatz. Er hatte und hat seinen Radius und in diesem kann er dann schnell entspannen, denn weiter geht es ja eh nicht... ;)
Habe ich übrigens bei uns im Haus auch gemacht, also in der ersten Zeit, heute ist das natürlich nicht mehr nötig. Allerdings gibt es auch heute noch Zimmer, wo der Herr unerwünscht ist und für ihn Zutritt verboten :pfeifen:
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andi+rudel

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Sonntag, 2. April 2017, 20:21

tedenziell würde ich sagen:
vom ersten tag den hund in den alltag einbinden...und wenn er eben auch am ersten tag ins büro mit "muss" dann ist dies eben so. bei einem absolten panikhund würde ich das sicher so nicht befürworten...aber bei lediglicher leichten ängstlichkeit sollte das kein problem sein.
in jedem büro gibt es in der regel die möglichkeit dass der hund einen sicheren rückzugspunkt zugewiesen bekommt der für ihn ruhe bedeutet.
ich hatte gar nie die möglichkeit mir explizit frei nehmen zu können wenn ein weiterer hund zu uns kam...
sondern der hund kam und war einfach mittendrinn in unserem alltag. ich bin allerdings was die hunde angeht sehr durch strukturiert und wahrscheinlich auch ziemlich routiniert.
was demnach jetzt so nicht in unser leben passen würde wäre eben auch ein ängsticher hund... aber das sind unsere kriterien und sind in unserer mehrhundehaltung einfach nicht passend in der konstellation.
dennoch tendiere ich dazu dass jeder hund sich von anfang an eingliedern muss und dies am besten auch von anfang an lernt...wie es eben der alltag erfordert.

inhii

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Sonntag, 2. April 2017, 20:36

Pyri hatte am Anfang komischerweise Angst vor Kühen auf der Weide. :rolleyes: Da machte ich es auch so, dort wo es nicht anders ging, lief ich einfach zwischen Hund und Wiese und hielt so viel Abstand wie es ging... also lief an der anderen Wegkante. War ich vorbei an der Weide und die Kühe hatten somit Abstand hielt ich an und blieb dort etwas stehen, damit Klein-Pyri dies auch in Ruhe noch ansehen konnte. Wurde sie ruhig oder sass sogar von alleine ab, lobte ich das Verhalten und ging dann normal weiter.

nach 3-4x war dies gegessen und wir konnten normal bei Kuhweiden vorbei laufen. :nicken:

Bei Gegenstände (da hatte Diuni etwas Mühe) wo der Hund nicht einordnen kann, gehe ich hin und fasse es an. Das hilft extrem, sie kommen dann nach und schnuffeln dran. Das einfach immer wieder... sogar Nichthundehalter waren immer sehr hilfreich. Wie mal ein Mann mit Velo auf einem Feldweg stand (also so auf dem Velo aber stehend), dass fand Diuni nun extrem schlimm, weil sonst fahren die Dinger noch. :rolleyes: Also kurz Mann gefragt ob ich sein Velo anfassen darf, und der war ganz nett und sagte natürlich. Und so gingen wir auch zu dem Monstervelo hin. Die Erleichterung vom Hund sah man jeweils extrem an ,,Uchhhh, nur ein Velo,, ;)

Es kommt halt immer etwas drauf an was es genau ist, wovor sie Angst hat. Gewisse Sachen kann man hin und anfassen, andere kann man mit Distanz eher üben, und in gewissen Situationen müssen sie halt einfach kurz durch.

andi+rudel

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Sonntag, 2. April 2017, 21:06



Es kommt halt immer etwas drauf an was es genau ist, wovor sie Angst hat. Gewisse Sachen kann man hin und anfassen, andere kann man mit Distanz eher üben, und in gewissen Situationen müssen sie halt einfach kurz durch.

das trifft es meiner meinung nach schon ziemlich genau auf den punkt.
ergänzen könnte man vielleicht noch dass man sich in gewissen situationen schützend vor den hund stellt um vertrauen auch hier zu fördern und zu signalisieren: ich halte das was dir angst macht von dir fern...

flower11

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Montag, 3. April 2017, 08:49

Ich finde du hast schon super Inputs bekommen. Vielleicht findest du in meinem Thread auch noch ein paar Tipps: ängstlicher Hund

Ich habe letzten Dezember eine damals 12 Monate alte Sheltiehünd gekauft, die wirklich auch sehr ängstlich war. Bei jedem Auto oder Fussgänger hat sie sich auf den Boden gelegt. Was ihr sehr geholfen hat und was sie vorher nie hatte war eine richtige Bezugsperson. Schon nach 2 Wochen war sie viel offener, hat mit dem Schwanz gewedelt und mich begrüsst. Die vorherige Besitzerin konnte sie nicht einmal streicheln. D.h. sie konnte schon, der Hund kam aber nicht freiwillig.

Da ich sie in der Wintersaison geholt habe, konnte ich keine Ferien nehmen da wir dann Sperrzeit haben. Also habe ich sie am Samstag Morgen geholt und am Montag direkt zur Arbeit mitgenommen. Hat super geklappt. Ich habe sie in einer Box, die gehört ihr. Da darf niemand aufmachen und sie streicheln, an diesem Ort muss sie sich wirklich sicher und geborgen fühlen. Nach ca. 1 Woche habe ich dann angefangen Sitz zu üben und sie war sofort mit viel Eifer dabei. Ich habe das Gefühl auch das Trick lernen gibt ihr Selbstvertrauen, oh super ich habe etwas gut gemacht. Sie möchte mir immer gefallen und gibt sich viel Mühe. Von dem her ist sie wirklich ein super Hund :good: In den ersten 2-3 Monate hatte ich sie immer an der Schleppe bis sie genug Vertrauen zu mir aufgebaut hat. In dieser Zeit ist sie 3x erschrocken, ist 2-3 Meter nach vorne gerannt und als ich gerufen habe sofort zu mir umgekehrt. Nun habe ich keine Schleppe mehr und der Abruf sitzt einwandfrei, ich hoffe es bleibt so. Sie hat aber auch keinen Jagdtrieb das macht vieles einfacher.

Da sie Angst vor Autos hatte und ich immer einer Strasse entlang musste, war das halt Hardcore-Training. Ich habe nicht bei jedem Auto gewartet und sie bemitleidet, ich bin einfach weiter gelaufen und habe kein Tam-Tam daraus gemacht. Nach ca. 2 Wochen war das Thema gegessen. Jetzt hat sie einfach noch etwas Angst vor lauten Mofas oder Lastwagen aber damit kann ich leben.

Das einzige "Manko" was sie hat und wohl auch immer behalten wird, ist dass sie sich nicht von anderen Leuten streicheln lässt. Daran muss ich mich noch immer etwas gewöhnen weil ich mir aufgeschlossene Hunde gewohnt bin. Die Leute sagen dann auch immer:"was ist mit diesem Hund los?". Ich sage dann jeweils dass ja auch nicht alle Menschen gleich aufgeschlossen sind. Aber ansonsten entwickelt sie sich wirklich zu meinem Traumhündchen wie ich es mir vorgestellt habe :love:

PS: Ich habe den Grundgehorsam zu Hause erarbeitet und bis erst nach 3 Monaten in die Hundeschule gegangen. Ich habe aber auch schon Hundeerfahrung. Meine Hündin hat keine Angst vor anderen Hunden. Bei einem Hund wie deinem der sich vor anderen Hunde fürchtet, würde ich persönlich vielleicht auch noch etwas abwarten mit Hundeschule, oder vielleicht zuerst 2-3 Privatstunden nehmen?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »flower11« (3. April 2017, 08:57)


perrolina

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16

Montag, 3. April 2017, 08:57

Ich fand das Buch von Udo Ganslosser/Kate Kitchenham gut: Beziehung - Erziehung - Bindung
Liebe Grüsse Nicole

Vaku

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17

Mittwoch, 3. Mai 2017, 09:05

Ich habe mal wieder eine Frage zu Hundeverhalten und Erziehung:

Meine Kollegin heute hat mir erzählt, dass ihr mal eine "Hundepyschologin" erzählt hat, dass man immer vor dem Hund in die Wohnung / durch Türen gehen sollte um dem Hund zu zeigen, dass man selbst das Alphatier ist und das man die Situation im Griff hat.

Mal abgesehen davon, dass ich es unglaublich unpraktisch finden würde, die Tür öffnen zu müssen und gleichzeitig den Hund davon abhalten zu müssen als erstes durch die Tür zu gehen (aber darum geht es nicht). Also bei eher unsicheren Hunden und neuen Situationen (wenn man wo ist, das der Hund nicht kennt in der Stadt oder bei externem Besuch - what ever) kann ich mir das noch gut vorstellen.

Bringen so Kleinigkeiten aber auch was für eher Dominat veranlagte Hunde? Würde ein selbstsicherer Hund, weil sein Besitzer/Mensch zu erst durch die Tür geht denken, oh der ist mein Boss :gruebel1:, weil der darf zu erst?



Was haltet ihr davon? Unsinn, oder sollte man darauf schon achten?

Wie handhabt ihr das? Achtet ihr da überhaupt drauf?

catba

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18

Mittwoch, 3. Mai 2017, 09:33

das sind definitiv Sachen, die einem Hund beibringen, dass er nicht der Boss ist bzw nicht die Führung übernehmen soll...bei Dix habe ich das auch so gemacht, dazu gibt es noch andere kleine Methoden....z.B. Futter hinstellen und erst auf mein Komando darf sie essen, Fragen für auf die Polstergruppe, Warten bis ich das okay gebe zum aus dem Auto aussteigen...zu Hause auf ihrem Platz bleiben, wenn ich es ihr sage etc

andi+rudel

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Mittwoch, 3. Mai 2017, 09:34

Klingt doch gut... würde Dir aber auch raten, es mal abzuwarten wie sie sich bei euch einlebt. Wirst Du vermutlich auch von den Anderen noch hören, bloss nicht zu viel wollen am Anfang. Der Hund sollte sich erstmal einleben dürfen und dann siehst Du bestimmt auch, wie Du sie fördern kannst und woran ihr beide spass habt.

So ganz bin ich hier nicht bei dir...
Eher im Gegenteil.
Von Anfang an regeln für den Hund welche immer und immer gleich gelten und auch von allen Familienmitgliedern umgesetzt werden. Regeln geben Sicherheit und der Hund kann sich an ihnen orientieren... Und.. Der Mensch ist für ihn berechenbar.
Dies würde ich um so mehr befürworten wenn es gar noch ein unsicherer /ängstlicher Hund ist. Zu den Regeln hinzu auf jeden Fall auch Rituale auf welche sich der Hund verlassen kann weil sie immer wiederkehren. Ein zu Anfang strikt geregelter tagesablauf ebenso.
Den Hund sich *einleben *lassen ist schlicht zu wenig.

Darcyschatzi

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Mittwoch, 3. Mai 2017, 09:38

Mein Vater wird von Darcy als absolute non plus ultra Alphaperson anerkannt, und mein Vater geht praktisch immer als Letzter durch die Tür ;) Letztendlich ist es viel mehr was einen Alpha ausmacht als Vornelaufen. Bei extrem auf Dominanz getrimmten Hunden macht das vielleicht Sinn, beim 0815 Hund ist es eher unnötiger Stress. Meine persönliche Meinung.
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