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Neymi

Schnupperdoggie

  • »Neymi« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 3. August 2017, 01:00

Unkonzentriertheit und Kontrollverhalten

Hallo zusammen

Wir haben seit 6 Monaten einen 8-jährigen Border Collie Rüden bei uns, den wir von einer Familie übernommen hatten. Bei ihnen gings nicht mehr, weil er nach der neugeborenen Tochter schnappte und sehr eifersüchtig war.
Bei der Besichtigung wirkte der Hund total lieb, hatte Antrieb, war aber nicht hyper.
Uns wurde gesagt, dass er keine Erfahrung mit öffentlichem Verkehr und städtischer Umgebung hat, dafür aber im Auto super gerne mitfährt. Dazu war er abrufbereit, an der Leine lief er während der Besichtigung nicht. Da hiess es, er kann das nicht. Ausserdem wurde uns geraten NICHT mit ihm zu spielen, weil er sonst nicht mehr "runter fährt". Naja, diesbezüglich hab ich dann wohl geschummelt. :) Spiel gehört doch dazu. Leider kann er das noch gar nicht.
Der Hund blieb bei den Vorbesitzern problemlos längere Zeit alleine Zuhaus, bis zu 8 Stunden. Er erhielt damals täglich eine 1-stündige Gassirunde ohne grosse Aufregung am Nachmittag, dazu wurde er am Morgen und Abend jeweils kurz in den Garten gelassen.
Bei uns geht das wegen fehlendem Garten so oder so nicht, also gehen wir gleich ganz raus und da kriegt er auch täglich mehr Auslauf als früher. Dazu wird er unterwegs noch mit Übungen, Spielchen und Futtersuche beschäftigt, dazwischen darf er frei rumrennen und schnüffeln. Jetzt im Sommer gehen wir viel ans den Bach und er wurde langsam eine richtige Wasserratte. Es hiess, dass er eigentlich Angst hat vor Wasser. Aber das schien sich nach ein paar Spielen im seichten Wasser schnell lösen. Inzwischen macht es ihm riesen Spass zu planschen.
Am Futter haben wir nix umgestellt.

Nun.. Jetzt ist es so. Er hat leider etliche kleine Baustellen. Ein paar davon gab es sicher schon zuvor, ein paar kamen wohl nach dem Umzug zu uns.
Rassetypisch ist er ein kluges Kerlchen. Leider hat er oft nur keine Lust was zu tun, jedenfalls draussen.
Das wäre dann die Unkonzentriertheit. Es ist eine Katastrophe. Wenn es gut geht, dann macht er Dinge aus Futtermotivation. Aber oft nur, wenn er das Futterstück bereits sehen oder riechen kann oder ich die Hand bereits in der Tasche habe. Warte ich damit, ist er unmotiviert. Manchmal stehen wir nur da - ich rufe und er guckt in die Wolken. Ich rufe nochmal, er sieht einem davon wehenden Blättchen hinterher. Ich stups ihn von der Seite an, er guckt in die Ferne. Heute war es so schlimm, da hab ich mal an ein paar Häärchen an seinem Hintern gezupft, dass es ein bisschen ziept. Aber keine Reaktion. Zuhause hasst er das (und das gibt's auch nur ganz selten). Wenn man ihn da ein wenig zwickt, dann macht ihn das ganz madig. Aber draussen nimmt er es gar nicht zur Kenntnis.
Ohne Leine läuft er meist ganz okay, ist aber nicht 100% abrufbar. Eigentlich nur dann, wenn er über den Weg läuft und sowieso grad nichts Interessanteres sieht oder riecht. Ansonsten ignoriert er den Ruf komplett. Manchmal hab ich mich auch wo versteckt. Das merkt er erst nach einer Weile, aber dann sucht er schnell nach mir. Letztens hat er einen Fahrradfahrer verfolgt, da kam mir das Entsetzen. Der Mann ist fast runtergefallen und der Hund liess sich nicht abrufen. Das war nicht nur peinlich, sondern hätte böse enden können.
An der Leine ist es auch schlimm. Er zieht und zieht und zieht. Nicht immer, aber eben so, dass alles seiner Nase lang läuft. Ob er stehen bleibt um zu schnüffeln, schnell auf die andere Strassenseite will, geradeaus zieht, etc. Keine Rücksicht. Oft wechselt er von alleine die Seite (links oder rechts von mir), so, dass er mir ständig vor die Füsse läuft und ich stolpere.
Ganz am Anfang hat er sich öfters zu mir umgedreht und mich angeschaut, mittlerweile nicht mehr. Er läuft voraus, ich bin Anhängsel.
Ich hab verschiedene Methoden probiert, aber ich glaube, die kratzen nur an der Oberfläche.
Zbsp stehen bleiben wenn er zieht, Richtung wechseln wenn er zieht, rückwärts laufen wenn er zieht, sich selber vordrängeln, Weg abschneiden, blockieren, unvorhersehbare Richtungswechsel, mit Leckerli an der Seite halten, etc. (Gerade bei letzterem ist es leider so: Ich halte das Leckerli ca 3-4m lang vor seine Nase. Bleibt er an meiner Seite, kriegt er es. Leider hat es sich dann für ihn schon erledigt und er prescht wieder nach vorne. Manchmal kapiert er auch, dass da noch mehr Leckerli folgen und bleibt noch eine Weile, aber nie sehr lang. Je länger es geht, desto schneller verliert er wieder die Konzentration.)

Desweiteren: Er bellt. Er bellt Autos an, Kinder auf Dreirädern, Traktoren, Motorräder, Rasenmäher, Rollköfferchen. Wir wussten ja, dass er ein Landei ist und nicht viel gesehen hat von der Welt, aber das ist wirklich zum Heulen.
Manchmal ahne ich es bereits im Vorfeld, ob er bellen wird oder nicht und mahne ihn, lenke ab oder wir knorzen uns eben durch die Situation. Manchmal kommt es völlig aus dem Nichts. 5 Autos okay und dann das sechste Auto wird verbellt. Wegen der Aufregung auch gleich noch Auto Nr 7 und Nr 8.
Überraschenderweise hat er am 1. August überhaupt nicht gebellt und hatte auch sonst keinen Stress. Döste nur in ner Ecke rum.

Nun der nächste Punkt: Das Alleinbleiben und das Kontrollverhalten. Und ich meine nicht das Alpha Gedöns, sondern eher Unsicherheit damit.
Als er zu uns kam, musste mein Mann am nächsten Tag bereits wieder zur Arbeit. Ich nicht. Vielleicht hat er seit daher irgendwie verinnerlicht, dass ich gefälligst zuhause zu bleiben habe. Wenn ich gehe, ist die Hölle los.
Es fängt klein an. Er liegt oder stellt sich immer in den Weg, er kontrolliert das Zimmer, legt sich an die wichtigen Punkte wo er viel Übersicht hat. Stehe ich vom Bürotisch auf, folgt er mir, latscht mir in die Beine. Ich könnte 1h lang nur in der Wohnung rumlaufen und er würde an mir kleben wie eine Klette. Das habe ich irgendwann angefangen zu unterbinden, indem ich für kurze Zeit immer wieder die Tür vor seiner Nase zumachte. Mal für ein paar Sekunden, dann Minuten, dann Stunden. Solange er mir noch hören kann durch die Tür, ist alles in Butter.
Schlimm wirds, wenn ich wo hin muss. Er klettet sofort, nachdem ich aus der Dusche komme, mich umziehe, usw. Dann blockiert er die Wohnungstür und ich muss mich durchquetschen. Solange er mich im Treppenhaus hören kann, bleibt er ruhig. Habe ich das nächsttiefere Stockwerk erreicht, geht das Geheule los. Bellen, Jaulen, Heulen. Man hört es im ganzen Gebäude. Man hört es draussen auf den Parkplätzen, es ist schrecklich laut.
Ich hab beim Gehen einen Kloss im Brustkorb, weil er so weint und ich die Nerven der Nachbarn so strapazieren muss.
Seither bin ich beinahe schon gefangen in dieser Wohnung. Ich gehe nur noch raus, wenn ich wichtige Termine habe oder ganz dringend in die Stadt fahren muss. Ansonsten lasse ich meinen Mann einkaufen oder warte mit dem Nötigsten, bis er nachhause kommt. Übrigens, es ist kein Problem wenn ich gehe, aber mein Mann noch in der Wohnung ist. Ebenso kann mein Mann jederzeit locker gehen - ob ich zuhause bin oder nicht. Der Hund hat nur Stress wenn ICH gehe und sonst keiner mehr da ist. Oder wenn wir beide gleichzeitig gehen. (Also alles okay, wenn ich ihn beim Dogsitter lasse.)
Ich bin völlig entnervt. Ich kann meine Freunde nicht treffen, ich kann nicht in die Stadt fahren, einkaufen und in Ruhe zu meinen Terminen gehen.
Ich hab bereits Methoden versucht. Das mit den Sekunde - Minute - Stunde, aber das geht so nicht im Treppenhaus, weil er genau weiss, ob ich bluffe oder nicht. Es geht wirklich in genau der Sekunde los, wenn ich weiter runter gehe oder (mit dem Lift) fahre und er mich nicht mehr hört. Dann hab ich noch diverse Tricks versucht. Lecker gefüllte Kongs, Knabberzeug, Zimmer zu lassen, Zimmer offen lassen, vorher laaaaange Gassi und auspowern, Füttern und sofort los.
Das Kreativste war wohl folgendermassen: Nach dem Gassi lege ich unten im Treppenhaus meine Schuhe und Tasche in den Briefkasten. Dann gehe ich in die Wohnung und lasse die Tür einen Spalt weit auf und den Schlüssel an der Aussenseite. Dann stelle ich im Schlafzimmer den Fernseher an und blockiere die Schlafzimmertür, dass sie etwas auf bleibt, aber er nicht rein kann. Dann gebe ich ihm Futter und schleich mich aus der Wohnung raus.
Der Fernseher erfüllt den Zweck, dass er die Geräusche beim rauslaufen dämpft, ausserdem soll der Hund denken, dass ich zuhause im Schlafzimmer bin und TV gucke. Er darf da sowieso nicht rein. Der Schlüssel ist an der Aussenseite geblieben, damit es wieder möglichst wenig Geräusche gibt beim rausziehn und wieder reinstecken. Desweiteren habe ich meine Sachen schon unten geparkt, damit meine Tasche mich nicht behindert und weil ich barfuss leiser bin. Ich zieh das Zeug erst unten an.
Bis jetzt hab ich das 3mal versucht und nun ist der Hund schon viel wachsamer geworden. Er lässt jetzt generell sein heiss geliebtes Futter stehen, sollte ich während dieser Phase den Raum verlassen. Er kontrolliert dann sofort, wo ich bin.
Durch dieses ganze Theater bin ich so eingeschränkt, es nervt einfach nur noch.
Wenn ich und mein Mann zusammen wohin gehen möchten, muss ich immer eine Übergangsphase einbauen. Also 10min früher los und dann in der Garage rumstehen. Weil es dem Hund ja nur passt, wenn mein Mann geht und ihn allein lässt. Aber bloss nicht beide zusammen oder nur ich! :wall:

So, jetzt bin ich so kaputt, dass ich gar nicht mehr weiss, wie lang ich noch weiter schreiben mag. Ich versuch mich etwas kürzer zu fassen.

Neymi

Schnupperdoggie

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2

Donnerstag, 3. August 2017, 01:00

Weitere Probleme: Er hat ja nie gelernt zu spielen. Für ihn ist Spielen, dass er ein Seil kriegt und das dann alleine zerkaut bis es in Fetze hängt. Zu zweit spielen kennt er nicht und ich habs nicht geschafft, ihm das beizubringen.
Dabei hätte er Köpfen und würde auch SO GERNE. Ich seh es bei unsern Versuchen. Er weiss nur nicht wie und dann endet es wieder mit blanken Nerven.
Hab auch schon mehrere Methoden versucht, um ihm Apportieren beizubringen. Per Backchaining, Lockmittel, Distanzübungen, verschiedene Spielzeuge, usw. Nichts fruchtet. Er jagt das Spielzeug begeistert, fängt es, dann lässt er es liegen, entführt es oder läuft damit vor mir weg. Ausserdem reagiert er eifersüchtig, wenn andere Hunde an sein Spielzeug wollen.

Dann... AUS funktioniert auch nicht. Hat schon mehrmals vor mir irgendwelchen Abfall im Rasen gesehen und verschlingt es dann unter Zeitdruck innerhalb von wenigen Sekunden. Zbsp einen halben schimmligen Brotlaib. Danach am röcheln bis ich vor Angst blass wurde, aber hauptsache Gammelbrot gegessen, dieser Held. Dazu knurrt er noch und hat meinen Mann gebissen, als dieser ihm den Abfall wegnehmen wollte.
Er knurrt nie an der Futterschüssel. Aber immer wenn er was findet oder wenn man ihm einen Knochen zum Kauen schenkt. Zuerst darum betteln und danach darf man sich nicht nähern.

Boah, da sammelt sich echt das Zeug, aber ich hab grad keinen Nerv mehr um heute noch weiter aufzulisten. :(

Der Punkt ist: Alles ist völlig ausser Kontrolle, Hundetrainer konnte bis jetzt auch nicht gross helfen und wir wissen nicht weiter. Wenn man sauer ist, grübelt man bekanntlich viel und ich frag mich echt grad, ob das alles neu sein soll, oder bereits vor der Abgabe so war. Falls ja, fühl ich mich ziemlich über's Ohr gehauen.
Meinem Mann stinkts langsam und ich fühl mich verantwortlich, weil offenbar keiner meiner beiden Jungs so richtig zufrieden ist mit der Situation.
Und natürlich ärger ich mich über mich selbst. Hab vor der Anschaffung zahlreiche Bücher gelesen, Erziehungs Videos geguckt, in Foren gelesen, Freunde befragt, Rassen studiert, Tierheime besichtigt, usw usw.
Was bei anderen totalen Sinn zu machen scheint, geht dann aber plötzlich nicht mehr auf und ich steh am Anfang.
Am meisten ärgere ich mich darüber, dass ich mich im Internet bequatschen liess einen älteren Hund zu nehmen. Hört sich jetzt blöd an, aber da wär ich lieber durch Kindheit, Pupertät, verkackte Teppiche und komplette Erziehung, als einen älteren Hund zu haben der nun Mühe hat umzulernen und wo ich zuerst 1000 Probleme ausbügeln muss, bevor ich mit was neuem anfangen kann.
Nichts gegen Tierheim Hunde, deren Besitzer oder sonstwas. Für mich schien es auch die Bessere Lösung zu sein, nach dem Motto "da weisst du, was du hast + tu was Gutes nebenbei". Aber das ist ja wohl voll in die Hose gegangen.

Jedenfalls... im letzten halben Jahr hat sich kaum etwas gebessert ausser, dass er Wasser mag und eeeetwas weniger an der Leine zieht als auch schon. Ansonsten nur viel Frust und Kosten.
Sag ich jetzt auch so nüchtern und kühl und breche vielleicht irgendwo ein Tabuthema an. Aber wenn eben keine Sonne in Sicht ist, wird man zum Pessimisten. :S

So, ausgekotzt.
Letztendlich bin ich ja doch wieder ins Forum gekommen in der Hoffnung, dass da was zu machen ist.
Ich brings noch nicht übers Herz ihn aufzugeben. Aber wenn sich die Situation verschlimmert, wär es vielleicht für alle die beste Lösung. Jedenfalls besser, als wegen Stolz oder Sturheit die Geschichte künstlich in die Länge zu ziehen.

Chiara

Alphadoggie

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3

Donnerstag, 3. August 2017, 03:20

Ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber dein Hund gehört an die Schleppleine. Ein Hund der nicht Abrufbar ist und gar Jogger, Fahrradfahrer etc jagt ist eine Gefahr für alle!
Ich empfehle dir, kauf ein gutes Geschirr, pack ne Schleppe dran und üb das Handling damit.
Weiter würde ich ihn sein gesamtes Futter nur Erarbeiten lassen und nichts mehr im Napf. Und zeig ihm nicht was du hast, du sollst unberechenbar sein in der Belohnung. Mal gibt es einen Jackpot, mal Trockenfutter, mal Spiel, mal Streicheln, mal nur verbales Lob.
Und such dir einen BC erfahrenen Trainer, das Jogger etc anbellen ist Hüteverhalten

Gutes Durchhaltevermögen :peace:

flower11

Schnupperdoggie

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4

Donnerstag, 3. August 2017, 06:56

Ich kann auch nicht zu allem etwas schrieben, würde dir aber empfehlen einen guten Trainer zu suchen der sich mit Hüties auskennt.

Ich habe auch eine Klette daheim, sie hat mir auch überallhin gefolgt. Ich würde ihn immer wieder auf seinen Platz schicken, wenns nicht klappt halt anbinden oder in eine Box zum runterfahren. So hat es meine mit der Zeit dann gelernt, weil für den Hund selber ist es auch sehr stressig.

Ansonsten würde ich auch zur Schleppleine raten denn das kann echt gefährlich werden! Betreffend Autos unf Velofahrer jagen wurde hier erst ein Thread eröffnet ich glaube unter Hundeverhalten..

Viel Glück mit eurem Hund. Es wird viel Geduld brauchen aber ich finde es toll gebt ihr ihm eine Chance!

PS: Ob man den den vorherigen Besitzern glauben kann das er zB gut alleine sein kann bin ich mir nicht so sicher. Ich wurde bei meinem Hund auch angelogen aber die Arbeit hat sich bezahlt gemacht

Lagotto

Sportdoggie

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5

Donnerstag, 3. August 2017, 08:31

Ich kann Dich gut verstehen und mitfühlen, hatte mit meinem doggie auch so einige Schwierigkeiten und erst nach fünf Jahren kann ich sagen, es wird besser.
Mit Border Collies kenne ich mich gar nicht aus. Wenn Du einen Hund hast, der speziell ausgelastet werden müsste (Arbeit an den Schafen), würde ich auch nach einem erfahrenen BC Trainer schauen oder mit einem BC Verein Kontakt aufnehmen. Die können Dir bestimmt weiterhelfen.
Letztendlich musst Du Dir überlegen, ob der Hund bei Euch richtig platziert ist. Das ist nicht böse gemeint, aber bevor ihr alle dauerhaft gestresst seid, würde ich ihn notfalls weitervermitteln.
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

Nickquenim

Alphadoggie

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6

Donnerstag, 3. August 2017, 08:37

Ich hab dein Post auch nur kurz überflogen, aber Chiaras Post kann ich unterschreiben.

Du wirst einiges zu Arbeiten haben mit deinem Hund.
Wegen dem alleine bleiben: langsam aufbauen (ich weiss von was ich rede, mein Rüde ist einfach nur schlimm was dies anbelangt (er hat eine enorme Verlustangst)).

Zum kletten zu Hause: Wie flower11, würde ich ihn an seinen Platz schicken, anbinden oder in eine Boxe (Boxe sollte er erst kennen lernen, falls er sie nicht kennt).

Es sind sicherlich viele Baustellen da, ja. Aber schön gibst du ihm die Chance!
Es wir ein schwerer Weg, doch es kann sich wirklich lohnen :smile: ....... (und ja, ich weiss auch hier ganz genau von was ich rede...)


Ps: Auch wenn du einen BC hast, weniger ist manchmal mehr..... so wie ich es herau gespürt habe, haben die Vorbesitzer nicht all zu viel gemacht mit ihm. Einen Spaziergang mit Guddeli suchen und div. Sachen zum lernen finde ich zuviel für solch einen Hund.

Tabasco

Sportdoggie

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7

Donnerstag, 3. August 2017, 09:21

Ich schliesse mich Nickquenim an: Wenn der Vorbesitzer kaum etwas mit dem Hund gemacht hat, würde ich zumindest den Spaziergang noch sehr ruhig angehen. Den Hund an der langen Leine schnüffeln lassen und noch nicht viel von ihm erwarten. Übungen kannst du ja erstmal zuhause aufbauen.

Geht ihr regelmässig in eine Hundeschule? Wenn ja, wie verhält er sich dort? Was sagen die Trainer zu ihm? Wenn nein, weshalb nicht?

Zum alleine bleiben, kann ich nichts beisteuern. Aber ganz bestimmt würde ich das Kontrollieren unterbinden.

Xanthippe

Alphadoggie

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Doggie(s): Luna- Dalmi Mädchen, Yenni- Border-Schäfer-Mixine

Wohnort: Teufen ZH

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8

Donnerstag, 3. August 2017, 09:47

Ja das kontrollieren unterbinden und dass er dir die Tür versperrt geht gar nicht. Evtl den Eingangsbereich zur Tabu Zone erklären die er nur auf Einladung betreten darf.
Am besten holst du dir einen Hundetrainer ins Haus; in welcher Region wohnt ihr denn? Evtl kann ja jemand einen empfehlen.

Und zum Thema alleine lassen: wie gehst du aus dem Haus und wie dein Mann? Wenn du schon denkst " oh der arme Hund" oder " gleich geht das gejaule wieder los" ist das nicht förderlich. Männer gehen in der Regel einfach unbekümmert raus und haben dabei auch diese Ausstrahlung. Nur als Idee.

Crispy

Sportdoggie

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Doggie(s): Breeze (*2010) Australian Shepherd Hündin

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9

Donnerstag, 3. August 2017, 09:53

Such Dir einen Trainer, der sich mit Border Collies sehr gut auskennt. Da gibt es ja zum Glück in der Schweiz inzwischen ein paar wirklich gute Trainer. Ich denke nicht, das Du all diese Probleme alleine lösen kannst und für mich gehört da auch eine neutrale "Bestandsaufnahme" dringend dazu.

Aber nicht den Kopf hängen lassen, das kommt sicher gut mit einem guten Trainer.

Und ja, weniger ist mehr. Vor allem, wenn es noch so viele Baustellen gibt. Ich würde mich da wirklich auf wenige Dinge beschränken und den Hund auch viel "einfach Hund sein lassen". Natürlich unter Kontrolle, so das er sich/euch und vor allem auch Andere nicht gefährden kann. Also Geschirr und Schleppleine auf jedenfall dran.

Für mich zB eine DER Ansprechspersonen bei BC Problemen ist Anita. Ich habe nicht geguckt, wo Du wohnst...aber vielleicht könne wir Dir sonst auch noch Jemanden in deiner Gegend empfehlen. Für mich persönlich wäre Anita die erste Anlaufstelle.

http://borderhomeless.ch/neu/de/left/hundeschule-kurse/

Gruss Wendy

Neymi

Schnupperdoggie

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10

Donnerstag, 3. August 2017, 12:15

Zitat

Ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber dein Hund gehört an die Schleppleine. Ein Hund der nicht Abrufbar ist und gar Jogger, Fahrradfahrer etc jagt ist eine Gefahr für alle!
Ich empfehle dir, kauf ein gutes Geschirr, pack ne Schleppe dran und üb das Handling damit.
Hatten wir ganz am Anfang, als wir nicht sicher waren, ob er davonlaufen würde oder nicht.

Muss aber kurz erwähnen, dass das mit dem Fahrrad auf meinem Spaziergang bis jetzt nur 1 mal passiert ist. Und Jogger sind kein Problem.
Ich weiss nicht, warum er genau DIESEN Radfahrer jagen wollte.

Zitat

Und such dir einen BC erfahrenen Trainer, das Jogger etc anbellen ist Hüteverhalten
Er bellt keine Jogger an. Nur Motorfahrzeuge und suspekte Dinge, zbsp Trottinett, Dreiräder, klappernde Sachen

Neymi

Schnupperdoggie

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11

Donnerstag, 3. August 2017, 12:23

Zitat

Ich habe auch eine Klette daheim, sie hat mir auch überallhin gefolgt. Ich würde ihn immer wieder auf seinen Platz schicken, wenns nicht klappt halt anbinden oder in eine Box zum runterfahren. So hat es meine mit der Zeit dann gelernt, weil für den Hund selber ist es auch sehr stressig.
So machen wir das bereits. Naja, jedenfalls solange ich mich nicht bewege, klappt es. Er bleibt in der Box, solange ich zBsp TV gucke, auf der Couch sitze, oder grad gegessen wird.
Wenn ich in die Küche gehe, wird er schon aufmerksamer. Laufe ich richtung Schlafzimmer oder zur Wohnungstür, steht er auf und folgt mir.
Ich schicke ihn dann oft zurück, aber er tut es nicht. Er läuft ein paar Schritte zurück, blickt aber immer noch mit dem Kopf hinter der Wand hervor was ich mache und ob ich gehe. Er streckt sich einfach so in die Länge, dass nur der Kopf sichtbar ist. Es ist als wollte man eine Fliege verscheuchen. Man kann schimpfen, fuchteln, machen wie man will, aber sie setzt sich nach paar Sekunden sowieso wieder an die genau gleiche Stelle am Tellerrand.
Anbinden, bzw die Box verschliessen geht nicht gut. Das haben wir zu Beginn versucht. Er dreht dann völlig durch, schreit, kratzt und beisst die Innenwände kaputt, sobald man sich aus dem Sichtbereich entfernt. Danach hat er die Box lange nicht mehr gemocht und wir mussten das beheben. Jetzt geht er wieder gern und freiwillig rein, aber nur, solange sie offen bleibt.

Neymi

Schnupperdoggie

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12

Donnerstag, 3. August 2017, 12:36

Zitat

Ich kann Dich gut verstehen und mitfühlen, hatte mit meinem doggie auch so einige Schwierigkeiten und erst nach fünf Jahren kann ich sagen, es wird besser.
Mit Border Collies kenne ich mich gar nicht aus. Wenn Du einen Hund hast, der speziell ausgelastet werden müsste (Arbeit an den Schafen), würde ich auch nach einem erfahrenen BC Trainer schauen oder mit einem BC Verein Kontakt aufnehmen. Die können Dir bestimmt weiterhelfen.
Letztendlich musst Du Dir überlegen, ob der Hund bei Euch richtig platziert ist. Das ist nicht böse gemeint, aber bevor ihr alle dauerhaft gestresst seid, würde ich ihn notfalls weitervermitteln.
Ohje, 5 Jahre... Der aktuelle Zustand lässt sich wohl kaum so lange aushalten.
Das Schlimme ist: Es macht einfach null Spass. Unter Hundehaltung haben wir uns echt was anderes vorgestellt. Aber nicht, dauerhaft alte Marotten auszubügeln für die wir selbst nichtmal verantwortlich sind.
Im Moment ist jeder Tag einfach nur Stress. Keiner streitet sich drum, wer denn heute mit dem Hund raus darf, weil es einfach nicht toll ist. Ziehen, unerwartetes Gebelle, Ungehorsam und im Nacken immer die Angst, dass er das noch irgendwie toppen könnte.
Vielleicht ist es wirklich auch die falsche Umgebung. Er wohnte früher so ländlich. Gut, wir sind jetzt also auch nicht in der Grossstadt, sondern auf dem Land. Aber hier fahren bereits etwas mehr Autos rum und es gibt mehr Begegnungen.

Übrigens, vor Schafen hat er Angst. Eigentlich hat er vor vielen Dingen, insbesondere Tieren Angst.
Sowas wie Hüten würde ich auch erst in Angriff nehmen, wenn die Grundkommandos zuverlässig funktionieren.

Ja, das mit dem Vermitteln hab ich mir schon überlegt. Bzw würde ich zuerst die Vorbesitzer fragen, ob sie das selbst übernehmen möchten.
Im Moment ist es mir unangenehm überhaupt mit ihnen in Kontakt zu kommen. Wir schreiben gelegentlich und ich hab meistens so verkrampft versucht, die positiven Aspekte zu beschreiben. Ich wollte mich gewissermassen nicht voreilig beschweren. Mittlerweile ist mir die rosa Brille endgültig von der Nase gerutscht.
Ich wollte auch keine Anschuldigungen machen oder mir wilde Theorien ausdenken. Mein Mann hingegen meint schon seit ein paar Monaten, dass wir irgendwie ausgetrickst wurden und sie uns die Wahrheit verheimlichten um ihren Hund los zu werden.
Ich will gar nicht an sowas denken. :S Wie daneben wär das denn. Den Problemhund einfach an hundeunerfahrene Neulinge abzugeben.

erica

Sportdoggie

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13

Donnerstag, 3. August 2017, 12:45

Mal so in die Runde geworfen: ein Hund kann bei unterschiedlichen Personen ganz unterschiedliche Verhaltensmuster zeigen. Muss also nicht sein, dass ihr falsch informiert worden seid. Redet doch zuerst mal mit den Vorbesitzern.

Neymi

Schnupperdoggie

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14

Donnerstag, 3. August 2017, 12:47

Zitat

Wegen dem alleine bleiben: langsam aufbauen (ich weiss von was ich rede, mein Rüde ist einfach nur schlimm was dies anbelangt (er hat eine enorme Verlustangst)).
Naja, die Frage ist: wie?
Wie gesagt, er fängt ja nicht an, wenn ich aus der Tür gehe, sondern erst, wenn er mich nicht mehr hört. Und da bin ich schon zu weit weg um rechtzeitig zur Tür zu hechten bevor er bellt.
Es sind quasi 2 völlig voneinander abgekoppelte Ausgangspunkte, ohne Überschneidung. Ich kann mich noch so lange schrittchenweise im Treppenhaus aufhalten - er bleibt ruhig solange er mich hört. (Er hört mich auch, wenn ich mich nicht bewege und leise bin)
Trete ich also aus der "Hör-Zone" raus, geht es noch in derselben Sekunde los und er heult wie gestört. Demzufolge bringt es nichts, solange ich mich in der Hörzone aufhalte und ausserhalb dieser, kann ich mich weniger als eine Sekunde aufhalten. Dazu ist für mich schwer einzuschätzen ab wann genau er mich nicht mehr hören kann. Ausserdem kann ich nicht eine Sekunde die Hör-Zone verlassen und dann wieder rein, weil er die neuen Geräusche nicht mit mir verbindet. Es könnte schliesslich auch nur ein Nachbar sein. Und da er bereits schreit, hört er noch weniger. Es hört erst wieder auf, wenn man die Wohnungstür öffnet. Aber das will ich ja eigentlich vermeiden.

Zitat

Ps: Auch wenn du einen BC hast, weniger ist manchmal mehr..... so wie ich es herau gespürt habe, haben die Vorbesitzer nicht all zu viel gemacht mit ihm. Einen Spaziergang mit Guddeli suchen und div. Sachen zum lernen finde ich zuviel für solch einen Hund.
Er kriegt das auch nicht jeden Tag. Wir haben ein wenig rumexperimentiert und wollten uns dem annähern, was er von früher kennt. Aber es scheint keine Rolle zu spielen, ob man 1h auf ereignislosen Spaziergang geht, oder 2h auf einen spannenden.
Wenn die Aufmerksamkeit da ist, macht er bei den Übungen idR auch gut mit. Er sucht gerne nach Leckerlis und kennt auch schon lange das Kommando dafür.
Ansonsten baue ich nur gelegentlich Abruf rein, dazu ein paar Grundkommandos wie Sitz, Platz, Warte, Männchen.

Es ist einfach so schade, dass es mit dem Spielen nicht klappt.

Neymi

Schnupperdoggie

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15

Donnerstag, 3. August 2017, 12:54

Zitat

Geht ihr regelmässig in eine Hundeschule? Wenn ja, wie verhält er sich dort? Was sagen die Trainer zu ihm? Wenn nein, weshalb nicht?
Ja, wöchentlich. Hmm... Meistens wie ein Streber. Er kapiert die Übung schnell, ist beinahe etwas unterfordert manchmal. Aber wenn er wo was falsch macht, dann macht er's konsequent falsch und es wird auch nicht besser. Schwarz-Weiss sozusagen. Ein paarmal ist er nach einer Übung ohne Leine einfach übers Feld gerannt, liess sich nicht rufen und ist stattdessen ins Zelt mit den Utensilien um sich dort umzusehen oder nach Futter zu suchen.
Der Trainer dort hat nicht viel dazu gesagt. Ich glaube der nimmt nicht soooo wirklich ernst, was wir daheim für nen Stress haben. Er meint "abwarten".

Offen gesagt hätten wir uns die Schule auch sparen können. Es ist nicht so, als hätte er dort viel gelernt. Das liegt daran, dass wir zbsp eine Übung machen, die er nicht schafft und dann ist die Stunde auch schon bald vorbei. Die selbe Übung kommt je nachdem erst nach Wochen wieder dran. Ausserdem haben wir zuhause nicht die Möglichkeit, dass er weiter üben könnte, weil in der Schule viele Outdoor Sachen verwendet werden, wie zBsp Tunnel.

Vaku

Schnupperdoggie

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16

Donnerstag, 3. August 2017, 12:55

Ich habe das Gefühl, dass da von euer Seite eine Erwartungshaltung an den Hund ist der von seiner Seite nicht befriedigt wird.
(siehe die Sache mit dem Spielen... wo ist das Problem wenn der Hund das nicht macht? Meine Spielt auch nicht mit mir, sie liegt 90 % des Tages nicht mal im selben Raum wie ich. So ist sie halt und das nehme ich ihr nicht übel, sie mag mich trotzdem.)


Bei dne ganzen Baustellen die ihr habt (und nein das sind nicht nur kleine, sondern Grundlegende Dinge), würde ich mir mal eine Liste machen und überlegen, was beeinträchtigt uns am meisten, was will ich wirklich "eleminieren" und dann die Liste abarbeiten.
Ihr arbeitet irgendwie an 20 Baustellen gleichzeitig und deshlalb funktionieren viele "Standardvarianten" nicht.
Ausserdem hab ich das Gefühl ihr seit zu inkonsequent mit einer Methode und probiert zu viel aus, wenns beim erstem Mal nicht klappt.
Am besten wäre ein guter Hundetrainer der euch hilft euch euren Alltag zu bewältigen, nicht irgendwelche Tricks auf dem Platz.

Wenn du uns sagst wo du ungefähr wohnst, kann hier bestimmt wer jmd gutes empfehlen. :nicken:

Neymi

Schnupperdoggie

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17

Donnerstag, 3. August 2017, 13:03

Zitat

Ja das kontrollieren unterbinden und dass er dir die Tür versperrt geht gar nicht. Evtl den Eingangsbereich zur Tabu Zone erklären die er nur auf Einladung betreten darf.
Am besten holst du dir einen Hundetrainer ins Haus; in welcher Region wohnt ihr denn? Evtl kann ja jemand einen empfehlen.

Und zum Thema alleine lassen: wie gehst du aus dem Haus und wie dein Mann? Wenn du schon denkst " oh der arme Hund" oder " gleich geht das gejaule wieder los" ist das nicht förderlich. Männer gehen in der Regel einfach unbekümmert raus und haben dabei auch diese Ausstrahlung. Nur als Idee.
Ersteres geht nicht. Der Flur ist eben nachts sein Schlafbereich und da legt er sich auch oft zur Tür.
Hundetrainer hätten wir hier schon gefunden, aber das Problem ist der Preis.
Also ich hab nichts gegen hohe Preise, wenn es sich denn auch lohnt. Die Frage ist nur, ob es was bringt und wie lange es geht. Ein paar Lektionen um mich gut vorzubereiten und damit ich nachher selber die Methoden anwenden kann, wären gut.
Aber etliche Stunden à 100Fr. kann ich mir einfach nicht leisten. Mein Mann ist Alleinverdiener und ich müsste auch ihn zuerst überzeugen, dass das gut angelegtes Geld wäre. Wie soll ich das anstellen, wenn ich selbst nicht mal überzeugt davon bin.

Mein Mann ging ganz locker raus. Typisch führ ihn und er hat da auch viel Ausstrahlung.
Bei mir war's verschieden. Beim ersten Mal ging ich genau so locker los, weil ich ja dachte das Alleinlassen ist kein Problem. Als es dann plötzlich losging, rutschte mir vor Schreck das Herz in die Hose. Ich war so überrascht. Also da war definitiv noch keine negative Erwartungshaltung vorhanden.
Danach versuchte ich etwas zu variieren. Mal streng weggeschickt und raus, mal lieb und dann raus, mal ganz ganz schnell, dann eben noch per Tricks usw.
Aber idR gehe ich ohne grosses Tra-ra und ich komme auch ohne Aufregung nachhhause. Erstmal Mann begrüssen, Schuhe und Mantel ausziehn, dann wird der Hund kurz gestreichelt.
Habs von Anfang an so gemacht.

Tabasco

Sportdoggie

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Donnerstag, 3. August 2017, 13:13

Ich versuche nun mal die Sache aus Sicht des Hundes zu betrachten. Denn mir scheint, dass dir deine eigene Seite wichtigerer ist, als die des Hundes.
Der Hund verlor seine Familie, kam an einen neuen Ort. Und so wie du schreibst, fühlt er sich nun alles andere als wohl. Da würde ich ansetzen. Was könnt ihr tun, dass es ihm bei euch gut geht. Denn erst dann kann eine gesunde Beziehung entstehen.

Neymi

Schnupperdoggie

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19

Donnerstag, 3. August 2017, 13:15

Zitat

Und ja, weniger ist mehr. Vor allem, wenn es noch so viele Baustellen gibt. Ich würde mich da wirklich auf wenige Dinge beschränken und den Hund auch viel "einfach Hund sein lassen". Natürlich unter Kontrolle, so das er sich/euch und vor allem auch Andere nicht gefährden kann. Also Geschirr und Schleppleine auf jedenfall dran.
Das Problem mit den Baustellen ist, dass sie wohl so vernetzt zu sein scheinen. Zbsp wären dann einige Dinge, wie Leinenziehen, Alleinbleib Probleme, Klette, Verbellen, Unkonzentriertheit ja MÖGLICHERWEISE auf einen einzigen Punkt zurückzuführen: Kontrollverhalten.
Damit meine ich, dass der Hund evtl das Gefühl hat, ER müsse die Dinge regeln. Deshalb versuche ich das im Vorfeld zu analysieren.
Ein Beispiel noch: Manchmal ist er scheu bei anderen Hunden. Er friert dann im Liegen am Boden fest und bewegt sich kein Stück mehr. Wenn der andere Hund näher kommt, eskaliert es manchmal und manchmal nicht.
Manchmal wenn er bellte, hab ich mich vor ihn gestellt. Ich hab wohl mal irgendwo gelesen, dass ihm das zeigt, dass ICH ihn beschütze und dazwischen gehen kann. Naja, er rennt dann durch meine Beine und ist sofort wieder vor mir.

Wegen Schleppleine: Wir wollten die ursprünglich fürs Abruftraining benutzen. Leider kapiert er sofort, ob er an der Schleppi ist oder nicht. Also kommt er an der Schleppi immer. Ohne stellt er sich wieder an wie ein verwöhnter Prinz.
Zum Abrufen haben wir übrigens auch tolle Leckerlis benutzt. Selbst angebratene Poulet Stückchen. Also ein hin und wieder meinerseits geopfertes Abendessen für Prinz Poopsalot. :wacko:

Neymi

Schnupperdoggie

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20

Donnerstag, 3. August 2017, 13:21

Zitat

Ich habe das Gefühl, dass da von euer Seite eine Erwartungshaltung an den Hund ist der von seiner Seite nicht befriedigt wird.
(siehe die Sache mit dem Spielen... wo ist das Problem wenn der Hund das nicht macht? Meine Spielt auch nicht mit mir, sie liegt 90 % des Tages nicht mal im selben Raum wie ich. So ist sie halt und das nehme ich ihr nicht übel, sie mag mich trotzdem.)
Aber er WILL spielen. Er fordert mich ständig dazu auf, ihm das Zeug zu werfen, aber danach will er's nicht hergeben. Und ich hab schon etliche Bälle im hohen Gras verloren, weil ich sie kaum sehen kann und er sie teilweise noch versteckt oder entführt.
Versteh mich nicht falsch, ich muss nicht wegen MIR spielen. Ich kann auch nur den Weg lang laufen und in die Wolken gucken. Aber ich bin überzeugt davon, dass er vom Spielen profitieren kann. Sei es nur zum Spass oder auch zur körperlichen sowie geistigen Auslastung.

Zitat

Bei dne ganzen Baustellen die ihr habt (und nein das sind nicht nur kleine, sondern Grundlegende Dinge), würde ich mir mal eine Liste machen und überlegen, was beeinträchtigt uns am meisten, was will ich wirklich "eleminieren" und dann die Liste abarbeiten.
Definitiv das mit dem Alleinbleiben. Dann der Abruf. Dann der generelle Ungehorsam.