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Aika

Schnupperdoggie

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Doggie(s): Morelka, geb. ca. 2004, KH Chihuahua wildfarben

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81

Samstag, 26. August 2017, 17:25


Und würdest du mich auf dem Übungsplatz arbeiten sehen, könnte es ganz gut sein, dass du dir völlig unbekannte Seiten des hundesports zu sehen bekämest, nennt sich gewaltfreies arbeiten. Präzision hat nämlich nichts mir Gewalt zu tun......


Na, das tönte hier aber noch ganz anders... das sehe ich nicht als gewaltfreies Arbeiten an:

Ja, mein Hund muss aus jeder Situation (beissen im SD, schnuffeln, jagen etc.etc.) auf Pfiff sofort und im Galopp kommen. Verzögerung an Wettkämpfen kosten pro Sekunde einen Punkt!

Reagiert er nicht subito, begleite ich sein zurückkommen mit kurzen sehr aggressiven Pfiffen. ( löst Stress aus). Bei mir angekommen, packe ich in kurz am Nacken (schmerzfrei) und platziere ihn ins Fuss. (Immer noch von Pfiffen begleitet) dann gibts Drehungen, Schritte rückwärts, vorwärts etc. Verbunden mit je einem Pfiff ( Hund bei Fuss) . Anschliessend kommt ein sehr neutrales " frei". Wenn Hund wieder etwas abgelenkt ist, wird er zurückgepfiffen und überschwänglich gelobt.


Im Übrigen bedeutet Schwanzwedeln in vielen Fällen Beschwichtigung, nicht "Freude" ... logisch, wenn der Hund nie so genau weiss, ob er jetzt gelobt oder gemassregelt wird. Er kann ja nicht beurteilen, ob seine "Präzision" von 0.4 Sekunden ok war oder ob er bis zum Zurückpreschen 1.5 Sekunden zu lange gezögert hat. Von daher sind die "aggressiven Pfiffe" vielleicht sogar gut, weil er somit weiss, dass jetzt eine Massregelung folgt (die er nicht versteht, denn er kann nicht zwischen 0.4 und 1.5 Sekunden unterscheiden).
Ein angeblich "schmerzfreier" Nackengriff ist natürlich ebenso eine Strafe wie ein Schlag mit der Leine (wie es früher gang und gäbe war, heute im Versteckten vermutlich auch noch). Ich meine damit nicht, dass Du Deinen Hund schlägst, sondern nur, dass Du in vielen Situationen massiven körperlichen und psychischen Druck auf ihn ausübst, deshalb das Wedeln beim Zurückkommen, um den "Oberhund" möglichst zu beschwichtigen.
Meine Hündin wedelt auch wie verrückt und grinst mich an, wenn ich die Krallenzange in die Hand nehme... aber ganz bestimmt nicht aus Freude!

Aber wir könnten das vom Hundersten ins Tausendste diskutieren, wir werden nie einen Konsens finden, denn das Ganze geht stark in Richtung Tier-Ethik und das Grübeln darüber, wie wir unsere Mensch-Hund Beziehung sehen. Und das ist halt nun mal nicht mehr dasselbe wie vor 20 Jahren.
:smile: Liebe Grüsse von Fränzi und der Schweine-Bande

perrolina

Schnupperdoggie

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82

Samstag, 26. August 2017, 17:55

Ich war jetzt gerade drei Stunden unterwegs. Im Wald, am Weiher, über Wiesen. Amiga konnte die ganze Zeit ohne Leine laufen, rumtrödeln, schnüffeln, schwimmen.... ich musste sie kein einziges Mal abrufen. Bei Spaziergängern, Joggern, Velos und Hunden kommt sie eh von sich aus zu mir.
Hätte ich sie aber abrufen müssen, hätte ich erwartet, dass sie ohne zu Zögern auf dem Absatz kehrt macht und zum mir gerast kommt. Alles andere enttäuscht mich. Das merkt Amiga und stresst sie.
Liebe Grüsse Nicole

erica

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83

Samstag, 26. August 2017, 18:02

Da ich im 1985 stehen geblieben bin, kann ich natürlich Freude nicht von beschwichtigen unterscheiden und das Leben meines Hundes besteht aus militärischem Drill und Dogtra. Und da er ja Sporthund ist kommt er nur zu Drillzwecken aus dem Zwinger.......und dein Minihund ist ein unerzogener Kläffer...... ..

Vaku

Schnupperdoggie

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84

Samstag, 26. August 2017, 18:22

@vaku

Lies bitte richtig
Ich schrieb für MICH macht es der Mittelweg aus. :nicken:
Ich hatte deine Aussage so verstanden, dass du sagst, der Mittelweg aus "weiss = ausschliesslich Positiv" und "schwarz =nur Druck, Stress, Bestrafung" - also eine Art grau, also der Mittelweg, so eine Art "Bestrafaung und Härte bei Bedarf" für dich der richtige Weg ist und der einzig Richtige.
Tut mir Leid, wenn ich das falsch verstanden haben sollte.

Wie du oder andere HH ihre Hunde erziehen, ist mir so ziemlich Wurst.
...
Mit schwarz und weiss meinte ich, dass es nicht nur die ,,schwarz,, Hunderziehung gibt oder die ,,weisse,,. man sollte keine Methode verurteilen.
Ich finde auch jeder hat das Recht für sich Methoden zu verurteilen, indem man halt sagt so will ich nicht arbeiten, das halte ich nicht für richtig und Grundsätzlich finde ich es auch nicht in Ordnung wenn so gearbeitet wird. Man muss nicht alles "akzeptieren" und schön finden was andere machen. Es gibt auch Dinge die für manche HH ok und vertretbar sind (ohne Tierschutzrelavant zu sein), die sind für mich trotzdem nicht ok und ja die verurteile ich dann auch.
Warum soll man sowas nicht ansprechen dürfen und in Dialog treten, wenn man etwas nicht in Ordnung findet.

Völlig egal, wie andere Menschen ihre Tiere behandeln/ erziehen, ist es mir nämlich nicht.
Es gibt immerhin schwarze Methoden, die auf keinen Fall toleriert werden sollten: Stachelhalsband, Elektroschock, präzise Schläge und Tritte nach dem Hund um "Verstand einzubrügeln" uvm. Tierschutzrelevantes. Das sind für mich peschschwarze Methoden. Die gehören an keinen Hund!
(Und ich gehe nicht davon aus, das du es tolerieren würdest)

Vaku

Schnupperdoggie

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85

Samstag, 26. August 2017, 18:35

Hätte ich sie aber abrufen müssen, hätte ich erwartet, dass sie ohne zu Zögern auf dem Absatz kehrt macht und zum mir gerast kommt. Alles andere enttäuscht mich. Das merkt Amiga und stresst sie.
Findest du einen Stress der durch Korrektur und Konditionierung aktiv dem Hund zugeführt wird vergleichbar mit einem Stress den Amiga sich "selbst zufügt" weil ihr sie dir gefallen will ?
(Also mir gehts ums Verständnis, ob ich deine Aussage richtig interpretiert habe.)

Für mich, obwohl das beides Stress ist, sind das zwei verschiedene Dinge. Das eine ist "gewachsen", das andere antrainiert.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Vaku« (26. August 2017, 18:41)


perrolina

Schnupperdoggie

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86

Samstag, 26. August 2017, 18:52

...und weil es antrainiert ist, ist es negativ behaftet?
Liebe Grüsse Nicole

Vaku

Schnupperdoggie

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87

Samstag, 26. August 2017, 19:44

...und weil es antrainiert ist, ist es negativ behaftet?
Stress ist erst mal Stress.
Für mich ist erst Mal jede Form von Stress negativ behaftet, die kein positiver Stress ist. Positiver Stress, ist das hier nicht, weil sonst wäre es ja für den Hund kein Grund schnell und zügig zu seinem Besitzer zu kommen.

Bei Amiga und dir müsste ich zuerst die Frage stellen, hast du es aktiv aufgebaut und nutzt du es aus? Also förderst du aktiv ihren Willen dir gefallen zu wollen? Wenn ja, besteht da für mich kein Unterschied zu dem antrainierten Verhalten, weil es im Grunde genau das selbe ist nur ein anderer Weg. Du "förderst" ihren Stress damit sie schneller kommt.

Ist es aber eine "Begleiterscheinung" aufgrund des allgemeinen Trainings und nutzt die deine Entäuschung nicht "aktiv" als Strafe (klar die Entäuschung komplett runterschlucken ist praktisch unmöglich, wir sind auch nur Menschen) um ihr beim nächsten mal wieder den Stress zu vermitteln: "Beeil dich, sonst bin ich enttäuscht", ist das für mich anders behaftet.

Die persönliche Intention des Hundeführers hinter dem Verhalten ist für mich der Unterschied der es am Ende ausmacht.



Nehmen wir ein Beispiel wo ich vielleicht etwas verdeutlichen kann was ich meine:

Wir haben zwei Kinder. Beide fühlen den Druck eine gute Note schreiben zu müssen. Die Kinder spüren beide Stress - negativen Stress.

Bei Kind 1 machen die Eltern Stress, sie drücken ihre Enttäuschung bewusst aus um dem Kind zu zeigen sie sind mit seiner Leitung nicht zufrieden, wenn nicht eine bestimmte Note dabei raus kommt.
Bei Kind 2 sind die Eltern über jede Note zufrieden, das Kind mag seine Eltern aber nicht enttäuschen, dabei haben die Eltern nie unmut über eine schlechte Note geäussert und haben das Kind immer animiert seinen Weg zu gehen.

Für Kind 1 und 2 macht es am Ende keinen Unterschied, beide fühlen Stress, beide haben eine Erwartungshaltung an sich selbst. Der Stress den Kind 1 oder 2 hat ist nicht besser oder schlechter.
Die Erziehungsmethoden der Eltern zu ihrem Kind und die entsprechenden Stressauslöser sind dennoch durch unterschiedliche Intention geprägt.

Versteht man mein Beispiel und was ich aussagen will?

Tiesto Lunar

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88

Samstag, 26. August 2017, 19:50

Ich halte nichts von schlagen oder treten und finde es dem tier (egal welcher gattung ) gegenüber inakzeptabel.

Aber wenn mein hund das komando "komm" kennt, und nicht kommt weil er grad "kein bock" hat, dann muss eine konsequenz folgen, um zu zeigen das es egal ist wiso er grad nicht kommen will und ich darauf bestehe und nicht nachgebe.
D.h ich hole meinen hund am nacken oder halsband und führe ihn wortlos zu meiner startposition. Er hat keine angst, aber er beschwichtigt sehr wohl, schliesslich reagierte er nicht korrekt und weiss das auch.
Ich kann ihn schliesslich nicht drum bitten jetzt zu kommen und ihm auch noch wurst anbieten die ich ständig in meiner tasche rumtrage.


Positive verstärkung und motivation ist die erste wahl aber ein "schubsen", ein "klapps" oder ein ruck an der leine (nicht wie sau) hat für mich nichts mit quälen zu tun.

Gerade sitzt mein hund vor mir, seine schlabberbacke auf meinem knie, guckt treuherzig süss und trotzdem, konsequenzen gehören dazu, ansonsten hat man meistens irgentwelche probleme, die meist auch die gesellschaft mitbetrifft und dies ist schlecht.
Es gibt genug schlecht oder nicht erzogene nervende hunde, weil halter nicht kann/will/oder einfach zu dumm dazu ist?
Es gibt genug auflagen, es müssen ja nicht noch mehr werden.

Jedem das seine, solang es dem hund gut geht und nicht psychisch oder körperlich gequält wird.

Magira

Schnupperdoggie

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89

Samstag, 26. August 2017, 20:30

Wir dürfen hier wieder nicht vergessen, neben den eigenen Ansichten sind auch die Hunde anders.
Bei Erica könnte ich mir Zelda auch nicht vorstellen, die würde den Stinkefinger zeigen, Laila würde vermutlich überfordert sein und bei Miyu.. uff.. da könnte es klappen. Unabhängig nun von meiner eigenen Ansichten von dem was sie geschrieben hat. Wiederum, kann ich mir soweit ich Malinoise kenne, vorstellen, dass dies durchweg für beide stimmig sein kann.

Wir haben jeweils häufig "nur" die Erfahrung unserer eigenen Hunde und dürfen nicht immer von denen gleich auf andere Münzen. Natürlich kann man die Erziehungsmethoden und ansichten anderer kritisieren bzw. darüber diskutieren. Nur manchmal gibts eben mehrere wege nach Rom
Es grüsst

inhii

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90

Samstag, 26. August 2017, 20:45

@magira

Genau :good:

Ich hatte bisher 4 total verschiedene Hunde, was auf den einen passte, hätte ich beim Anderen nie machen können. :nicken:



Und schliesslich stressen wir alle unsere Hunde jeden Tag aufs Neue. ;) :nicken:

perrolina

Schnupperdoggie

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91

Samstag, 26. August 2017, 20:47

...und weil es antrainiert ist, ist es negativ behaftet?
Positiver Stress, ist das hier nicht, weil sonst wäre es ja für den Hund kein Grund schnell und zügig zu seinem Besitzer zu kommen.
deiner Meinung nach kommt also nur ein Hund der mit negativem Stress bestraft wird, schnell und zügig zu seinem Besitzer zurück?

Selten so einen Blödsinn gelesen :bruell:

Ich klinke mich aus der Diskussion aus...ist besser :d
Liebe Grüsse Nicole

Vaku

Schnupperdoggie

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92

Samstag, 26. August 2017, 21:04

deiner Meinung nach kommt also nur ein Hund der mit negativem Stress bestraft wird, schnell und zügig zu seinem Besitzer zurück?
Hä, das habe ich doch nicht geschrieben ?( ?
Du hast geschrieben, das Amiga schnell zu dir kommt, weil sie sich sebster Stresst weil sie deine Erwartungen dich nicht zu enttäuschen erfüllen will:
Das merkt Amiga und stresst sie.

Ich glaube nicht, das nur ein Hund mit negativem Stress konditioniert ist, schnell zu einem kommt! Totaler Blödsinn.
Ich wollte mit dem Satz nur den unterschied zw. positivem und negativen Stress darstellen. Es gibt immerhin auch positiven Stress, eine Erwartungshaltung nicht zu erfüllen ist kein positiver Stress.


Ehrlich gesagt finde ich es immer sehr unglücklich jmd was an den Kopf zu schmeissen und dan zu sagen, man klingt sich aus, anstatt noch mal zu fragen wie das gemeint ist.
Du hast mich nämlich falsch verstanden (vielleicht zurecht, weil ich mich nicht gut ausgedrückt habe). Aber das was du mir unterstellst stimmt einfach so nicht.
Ich würde das auch noch per PN weiterdiskutieren, aber ehrlich gesagt trau ich mich gar nicht....

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Vaku« (26. August 2017, 21:11)


inhii

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93

Samstag, 26. August 2017, 21:11

Ich habe das von perrolina so verstanden, dass wenn der Hund nicht schnell genug kommt, dann merkt der Hund an Frauchen an, dass diese nicht zufrieden ist. Hunde spüren so etwas sehr wohl ... man kann auch sogar ,,brav,, sagen, wenn man es nicht ehrlich meint, merkt es der Hund. Und das wird wohl Amiga dann innerlich stressen weil sie merkt Frauchen ist ,,sauer,, und unzufrieden.

Ist bei meinen auch so... sie merken wenn ich nicht wirklich zufrieden bin. :nicken:

Vaku

Schnupperdoggie

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94

Samstag, 26. August 2017, 21:20

Ich habe das schon verstanden.
Hunde reflektieren uns und bemerken unsere Stimmung.
Deshalb ja die Frage ob sie Amiga z.B. bei einem nicht schnell kommen, z.B. gar nicht lobt oder ignoriert - also aktiv zusätzlich eine "Strafe" nutzt um ihr missfallen auszudrücken.

Wie gesagt geht es mir um die Intention hinter einem handeln. Da ziehe ich klare Striche und Unterschiede.


Das ist wie bei Hund schlagen. Jeder von uns findet geziehltes Schlagen, z.B. zu Massregelung von Hunden nicht in Ordnung. Dennoch würde jeder von euch seinen Hund beschützen und im Falle eines Falles einen Fremden Hund durch gezielten körperlichen Einsatz von eurem Hund fernhalten.

Die eine Person ist für mich ganz klar ein Tierquäler, die andere nicht.

Genauso ist es mit zuführen von Stress und Unwohlsein: ein Hund der mutwillig jeden Tag unter Stress gesetzt wird, weil von ihm etwas erwartet wird, was er noch gar nicht kann (z.B. alleine zu Hause bleiben 8h am Tag, bei einem Welpen ohne Aufbau), das ist eine andere Intention, als wenn mein Hund Stress ausgesetzt wird, weil ich mit ihm z.B. Autofahren übe.

Beide haben Stress, das verleugne ich nicht.
Aber bei Fall 2 versuche ich diesen Stress aktiv abzubauen, bei Fall 1 ist es der Person "egal".
Hilft in der jeweiligen Situation dem Hund nicht, aber langfristig schon, weil die Intention hinter der Handlung eine andere ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Vaku« (26. August 2017, 21:29)


Aika

Schnupperdoggie

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95

Samstag, 26. August 2017, 21:21


Wir haben jeweils häufig "nur" die Erfahrung unserer eigenen Hunde und dürfen nicht immer von denen gleich auf andere Münzen. Natürlich kann man die Erziehungsmethoden und ansichten anderer kritisieren bzw. darüber diskutieren. Nur manchmal gibts eben mehrere wege nach Rom


Das stimmt nur bedingt, man kann sich nämlich auch aktiv weiterbilden, Fachliteratur lesen, Dokumentationen ansehen, mit andern HH diskutieren (wie hier im Forum), Seminare besuchen, fremde und eigene Hunde beobachten und sich intensiv mit Verhaltens-Psychologie befassen. Dann lernt man viel, viel mehr als nur grad das, was man vom eigenen Hund kennt. Ich bilde mich seit 50 Jahren in Verhaltens-Psychologie weiter und habe noch lange nicht ausgelernt (das tut man nie...)

In den letzten Jahren hat sich nun mal sehr vieles verändert im Bereich Tierschutz und Tier-Ethik. Man gesteht unterdessen allen Tieren Intelligenz und Gefühle zu (schau an, schau an...), man hat durch Forschungen herausgefunden, dass halt viel mehr hinter dem TIerverhalten steckt als man glaubt, wenn man nur einen "Hunde-Roboter" möchte, der gefälligst zu funktionieren hat (etwas überspitzt ausgedrückt, ich weiss). Und dieser Hunde-Roboter wird dann halt "hart angepackt", gestresst und bestraft, sobald er Dis-Funktionen zeigt.

Ich möchte dadurch nur etwas andere, vielleicht "neue" Gedanken in eine Diskussion über "Strafe", bzw. Konsequenz einbringen und vielleicht den/die eine oder andere ins Nachdenken bringen. Dass ich damit nicht alle erreichen kann, ist mir klar, das wäre völlig unrealistisch.

Der Weg von der "veralteten" Denkweise vom Hunde-Roboter, der sekundengenau zu funktionieren hat hin zum Gefährten, mit dem man gemeinsam die Natur erlebt und in ständigem Dialog steht und dem man auch eigene Gefühle zugesteht, ist halt weit und sehr schwer. Aber steter Tropfen höhlt den Stein, ist meine Devise. :smile:

Hier der Rückruf meiner Kleinen:

Rückruf

Das habe ich natürlich alles nur mit "Wattebäuschen werfen" erreicht und völlig ohne jede "Konsequenz" geschweige denn Strafe und schon gar nicht im Nackenfell packen. Dieser Rückruf funktioniert übrigens immer, sogar wenn sie einer Katze hinterher rennen will. Dann rufe ich allerdings energischer und muss sie vielleicht zuerst durch ein "Nein" stoppen und dann zurückrufen.

Ich würde gerne mal ein Video der "gewaltfreien Ausbildung" sehen, denn ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
:smile: Liebe Grüsse von Fränzi und der Schweine-Bande

inhii

Alphadoggie

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Samstag, 26. August 2017, 21:52

@aika

Von was für einer Ausbildung willst du ein Video sehen? Von UO, Agility, oder was für eine Ausbildung meinst du nun?

Oder meinst du nun Speziell erica und dem Schutzdienst?

Ich erzog meine im Hundesport alle gewaltfrei, es ist ja ein Hobby und soll allen Spass machen :nicken: . Alles mit Lob und Motivation und ja für Eurasier machten sie es nicht schlecht ^^ . Aber es gibt selbst Leute die behaupten wenn ein Hund UO läuft, hätte man ihnen den Willen gebrochen :rolleyes: :wall: . Ich kannte mal so eine Person, bis wir dann sagen, dass wir mit unseren Hunden auch UO und anderen Sport machen. Dann war schnell die Klappe zu, denn sie kannte uns sowie unsere Hunde aber wusste nicht, dass wir Sport machen. ;) Dann hiess es nur: Ja, bei euch ist es was anderes. :pfeifen:

Snowdog

Schnupperdoggie

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97

Samstag, 26. August 2017, 21:54

@Akira
Es gibt nunmal verschiedene Hunde und jeder gute Trainer geht auch darauf ein, denn wie schon mehrfach erwähnt: was beim einen funktioniert, geht beim anderen gar nicht. Sehe ich bei meinen eigenen Hunden. Es gibt Hunde, welche klare Ansagen brauchen und man ganz klar sein muss, nichts durchgehen lassen darf und andere, wo man auch mal "s 5i grad sein lassen kann". Das hat nichts mit Weiterbildungen in Verhaltenspsychologie zu tun, sonder ist rein Erfahrung und Beobachtung, welche man mit verschiedenen Hunden sammelt.
Hunde brauchen (im Übrigen genau wie Kinder) Grenzen - und wenn diese überschritten werden Konsequenzen. Es gibt immer Beispiele (besonders "einfache" Exemplare der Spezies) wo es auch ohne geht, meist allerdings nicht.

cindy

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98

Samstag, 26. August 2017, 22:25

Danke Snowdog :good: 3%9
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

Foto Homepage tier-natur-foto

Lady

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99

Sonntag, 27. August 2017, 07:20

Hunde brauchen (im Übrigen genau wie Kinder) Grenzen - und wenn diese überschritten werden Konsequenzen. Es gibt immer Beispiele (besonders "einfache" Exemplare der Spezies) wo es auch ohne geht, meist allerdings nicht.
So sehe ich das auch.

Zwar sieht es nicht nach Gewalt aus, aber wenn ich Lady wirklich bösartig strafen will, dann muss ich sie nur kurz anpusten :biggrin: Sie findet das unsagbar schrecklich! Logischerweise wende ich das nur an, wenn sie beim Bürsten einfach total über die Stränge schlägt und findet, sie müsse mir die Zähne zeigen... Das kommt selten vor, aber es kommt vor. Dann puste ich sie kurz an und sie "entschuldigt" sich nach dem Schrecken mit Lecken und ist danach lammfromm... Darum muss man einfach vorsichtig sein mit Schuldzuweisungen: es gibt auch subtile, kleine Dinge, die gar nicht gewalttätig aussehen, aber für einen Hund (oder Tier) trotzdem mit grossem negativen Stress verbunden sein können...
Liebe Grüsse
Marianne

www.ladys-huetewiese.jimdo.com

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100

Sonntag, 27. August 2017, 08:34

Es wäre schön wenn man sachlich bleiben würde ... manchmal sind geschriebene Worte misszuverstehen ... ich find das nämlich an sich grad spannend.

Mal so allgemein, Rute wedeln bedeutet erst malnur dass Errregung vorhanden ist, ob positiv oder negativ, da müsste man den ganzen Hund sehen ...

Ericas Art ist nu auch nicht meins, aber ich kenn weder ihren Hundnoch sie, von daher steht es mir fern das zu verurteilen ...
@Aika
Wer sagt denn dass man einen "harten" Hund mit ständigem! Druck erzieht?
Tarek ist n Hund der weiss was er will, der 30kg mitbringt, mir locker mal die Schulter auskugeln könnte
wenn er will ...

Das heisst aber noch lange nicht, dass ständig Druck da ist. Ich würd mal sagen 95% unserer Zeit, herrscht hier Friede Freude Eierkuchen, ab und an brauchts halt mal n Abbruch (möglichst im Ansatz, gut getimt, für den Hund fair und Verständlich) und davon halt ab und an ne Konsequenz (also auch mal Stress) ... Stress gehört by the way zum Leben dazu, sonst wären wir scheintot. Das Maß machts aus ...

Ich weiss nicht was du alles für Hunde hattest. Aber es gibt nicht wenige, die pellen sich bei nem nein (weiler zb grad nicht kommt) n Ei drauf (und zwar nicht weil nicht entsprechend trainiert wurde, sondernweil sie einfach mit riesem Ego und Selbstbewusstsein ausgestattet sind) und wenn dann keine Konsequenz folgt , warum sollten die ihr Verhalten einstellen? Es gibt Hunde die sind nicht im geringsten von nem nein beeindruckt ... was nicht bedeutet permanent den Hund zu unterdrücken, und zu gängeln. Aber solche Hunde müssen aktiv geführt werden, müssen wissen dass die letzte Entscheidung ich treffe. Und darum gehts, mir zumindest, nicht darum, weil ich Boss bin und Hund nix. Sondern darum, dass der Hund sich ohne andere zu gefährden mit mir im Alltag bewegen kann, er den Stress loswerden kann sich für Dinge verantwortlich zu fühlen.

@vaku
Ich denk mit mittelweg ist gemeint, dass man eben nicht nur weiss (im sinne von nur positiver bestätigung) oder nur schwarz (imSinne von nur mit Strafe) agieren muss ... ich binde das ein was grade sinnvoll ist ... Situativ und individuell auf den Hund abgestimmt ... ich mag mich nicht gerne auf eine Methode versteifen ... wir haben zb mit HTS gute Erfolge erziehlt, handhabe gewisse Situationen trotzdem anders, einfach weil es für uns so passt ... fürmich ist das in dem Fall grau, und da steh ich voll dahinter, weil das für mich und für dieses Hund stimmt ...

Hmm ob Stress bewusst antrainiert wird, oder weil man nicht drauf achtet entsteht, macht für den Hund vermutlich auch keinen Unterschied ... allerdings ist hier das Maß enorm wichtig, dauerstress (egal ob positiv oder negativ) macht Hunde auf dauer Krank ...
Positiver Stress ist mitunter genauso schädlich ... ein Hund der zig malam Tag n Puls von 200 kriegt weil jemand nach Hause kommt, oder n Hund zu sehen ist, sich kaum einkriegt und sich dermassen hochfährt ... nur denken die Leute dann, ist dich egal, der Freut sich doch bloss ... ungesund fürn Hund ist das genauso wie n Hund der permanent zb ne Strafe erwartet (dann wäre so ziemlichalles falsch gemacht worden, in Sache Abbruch undco), was ich leider auch schon erlebt hab ...
Grüsse Nathalie mit

Tarek, Tervueren, 12.11.2014
Und Whyona im Herzen 20.06.2002 - 03.04.2017