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Morgana

Alphadoggie

  • »Morgana« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 14. Juli 2008, 10:16

BESCHWICHTIGUNGSSIGNALE

Wir alle wissen es: In menschlichen Beziehungen hängt die Hälfte aller erfolgreicher Kommunikation von unserem Willen ab, zuzuhören, was das Gegenüber zu sagen hat. Bei unseren Hunden jedoch tun wir uns eher schwer damit und betreiben häufig eine Einweg-Kommunikation: Wir teilen dem Hund etwas mit, und er soll lernen, das zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Wir sprechen ZU unserem Hund und nicht MIT ihm.
Dabei haben uns unsere Vierbeiner viel zu sagen und teilen uns fortwährend mit, wie sie sich fühlen. Sie verfügen über ein umfangreiches Kommunikations-Repertoire, mit dem sie zu Artgenossen und Menschen gleichermaßen "sprechen". Davon zu wissen und die Hundesprache zu verstehen, bringt ganz neue Qualitäten für unser Zusammenleben mit sich. Insbesondere das Wissen um die sogenannten "Beschwichtigungssignale" eröffnet ganze Tore zur Hundewelt.

WAS SIND BESCHWICHTIGUNGSSIGNALE?

Beobachtungen an frei lebenden Wölfen haben gezeigt, dass sie Meister im Konfliktlösen sind. Sie vermeiden Auseinandersetzungen, wann immer es geht. In diesem Zusammenhang hatte man schon relativ früh erkannt, dass Wölfe über ein umfangreiches Repertoire an Signalen verfügen, die dazu dienen, Konflikte zu entschärfen und Spannungen abzubauen. Allerdings wurden sie lange Zeit nicht richtig erforscht, außerdem hatte man ihre Existenz nicht auf die Hundewelt übertragen.
Dies alles war Anlass für die norwegische Hunde-Expertin und -Trainerin Turid Rugaas, Ende der 1980er Jahre eine Untersuchung zu starten. Hunderte von Hunden wurden beobachtet, es entstanden Videos und Diaserien. Das Ergebnis war eindeutig: Auch die Hunde wenden regelmäßig konfliktlösende Signale an - von Welpenbeinen an bis ins hohe Alter. Jeder Hund, überall auf der Welt, sendet diese Signale aus und kann sie seinerseits auch lesen. Eine Vielzahl verschiedener so genannter "Calming Signals" (Beschwichtigungssignale) wurde identifiziert.

WANN WERDEN DIE BESCHWICHTIGUNGSSIGNALE ANGEWANDT?
Unsere Hunde senden immer dann Beschwichtigungssignale aus, wenn sie etwas beunruhigt oder sie merken, dass jemand anderes - Hund oder Mensch - beunruhigt ist. Sie beschwichtigen damit sich selber genau so wie ihr Gegenüber bzw. das, was sie beunruhigt.
Diese Signale werden bei der Begegnung mit Artgenossen genau so angewandt wie im Umgang mit uns Zweibeinern - mit nur einem Unterschied: Hunde erhalten unter ihresgleichen immer eine Antwort auf ausgesandte Beschwichtigungssignale. Das Gegenüber signalisiert "Alles klar, ich habe erkannt, dass du beunruhigt bist - von mir geht keine Gefahr aus, entspann dich wieder". Der Umgang mit Menschen hingegen kann für den Hund frustrierend sein. Er spricht zu uns, teilt uns seine Befindlichkeit mit - und wir antworten ihm nicht. Oder noch schlimmer: Wir bestrafen ihn manchmal sogar, wenn er Calming Signals zeigt, weil wir seine Beschwichtigungsversuche irrtümlich als Ungehorsam oder Sturheit deuten.
Tun wir also etwas für unsere Beziehung und werfen einen Blick auf das große Repertoire an Beschwichtigungssignalen, über die auch unser persönlicher Vierbeiner verfügt.

WELCHE BESCHWICHTIGUNGSSIGNALE GIBT ES?
Bestimmt haben Sie das ein oder andere der folgenden Beschwichtigungssignale schon bei Ihrem Hund beobachtet. Die Auflistung ist übrigens nicht abschließend, sondern beinhaltet nur die "gängigsten" - es gibt noch mehr!
Das "Züngeln" gehört wohl zu den am häufigsten angewandten Calming Signals. Es kann ganz kurz sein, aber auch deutlich wahrnehmbar gezeigt werden. Auch, wenn wir Menschen gereizt oder aufgeregt sind, reagieren Hunde häufig mit Züngeln, um uns zu beruhigen.

Blinzeln
Hunde beschwichtigen auch, indem sie die Augen zusammenkneifen oder blinzeln. Einige senken auch den Blick oder lassen die Augen von rechts nach links wandern. Das kommt zum Beispiel vor, wenn wir unseren Hunden ins Gesicht starren oder die Kamera auf sie richten, genau so aber im Kontakt zu anderen Hunden.

Den Kopf zur Seite drehen
Das Abwenden des Blickes oder sogar des gesamten Kopfes ist ein oft zu beobachtendes Beschwichtigungssignal. Ohnehin gilt direkter Blickkontakt unter Hunden als unhöflich und wird demnach tunlichst vermieden.

Gähnen
Auch das haben Sie bestimmt schon bei Ihrem Hund gesehen. Vielleicht gähnt Ihr Hund auch ab und an, wenn Sie Anstalten machen, zum Spaziergang aufzubrechen und er das alles sehr aufregend findet.

Sich abwenden / sich mit dem Rücken zum Hund oder Menschen stellen
Hunde beschwichtigen uns Menschen und ihresgleichen, indem sie sich umdrehen und ihrem Gegenüber den Rücken zudrehen. Einige Hunde drehen sich bei der Begrüßung ihrer Menschen um und strecken ihnen ihren Rücken entgegen.

Verlangsamung von Bewegungen
Vielleicht kennen Sie die Situation ja: Sie gehen morgens mit Ihrem Hund spazieren, haben es eigentlich eilig und sind mit Ihren Gedanken vielleicht schon bei der Arbeit. Weil alles ganz schnell gehen muss, rufen Sie Ihren Hund - er soll sich mal ein bisschen beeilen. Doch was tut dieser? Trödelt noch mehr rum, kommt gaaaanz langsam auf Sie zu. Oder folgende Situation: Sie sind auf dem Hundeplatz und zeigen mit Ihrem Hund das bislang Geübte. Sie sind ein wenig nervös, weil alle zuschauen und Sie schließlich beweisen wollen, dass Ihr Hund seine neue Aufgabe beherrscht. Sie sagen "Platz" - und statt sich blitzartig in seine Position zu begeben, legt sich Ihr Hund im Schneckentempo hin, gaaaanz langsam. Oder er steht plötzlich wie angewurzelt da, bewegt sich keinen Millimeter mehr, während Sie gereizt auf ihn einreden. Das, was wir in all diesen Fällen sehen, ist ein gut gemeinter Beschwichtigungsversuch unseres Hundes. Er merkt es an unserer Stimme und an unserer Körperhaltung, dass wir angespannt sind - und versucht seinerseits alles, um die Situation zu entspannen. Leider missverstehen wir Menschen das oft gründlich: "Warum um Himmels Willen ist der Hund so langsam, wenn es darauf ankommt?" Sein Beschwichtigungsversuch wird von uns als Ungehorsam, Ignoranz oder "Dominanz" interpretiert. Ãœbrigens: Untereinander zeigen Hunde dieses Beschwichtigungssignal ebenfalls. Sie erstarren förmlich in ihrer Bewegung, um ihr Gegenüber zu beschwichtigen.

Sich ruhig hinsetzen oder hinlegen
Wenn in der Hundegruppe einem der Beteiligten das Spiel zu wüst wird oder ein Artgenosse allzu stürmisch des Weges kommt, setzen oder legen sich Hunde häufig ganz ruhig hin.

Am Boden schnüffeln
Wieder ein Beschwichtigungssignal, für das Hunde häufig bestraft werden. Sie erinnern sich an unser Szenario beim Herbeikommen? Sie rufen etwas ungeduldig, Ihr Hund kommt im Schneckentempo, um Sie zu beschwichtigen - und es kann gut sein, dass er dabei auch noch auf dem Boden schnüffelt. Einige Hunde tun dies auch, wenn sie beim Training mit ihren Menschen überfordert werden. Wir Menschen werten das häufig als Ungehorsam oder Unkonzentriertheit. Hunde beschwichtigen auf diese Weise auch beim Aufeinandertreffen mit anderen Artgenossen.

Höfliche Hunde machen umeinander einen kleinen Bogen, bevor sie sich beschnüffeln. Sie gehen niemals direkt aufeinander zu. Durch das Bogen Laufen beschwichtigen unsere Hunde auch uns Menschen - und werden häufig gründlich missverstanden. Wenn unser Hund nicht schnurstracks auf uns zu kommt, wenn wir ihn rufen, sondern einen Bogen schlägt, werten wir das häufig als Provokation.

Splitten
Wenn zwei Hunde oder Menschen zu nahe beieinander sind, könnte dies aus Sicht des Hundes in einen Konflikt münden. Um dies zu vermeiden, versucht der Hund, zu "splitten", sich also zwischen Hunde oder Menschen zu stellen. Wer eine Welpengruppe organisiert, weiß, welch eine Hilfe ein sozial kompetenter erwachsener Hund sein kann, der sich zwischen zwei all zu wild spielende Welpen stellt. Gesplittet wird unter Umständen aber auch, wenn sich zwei Menschen umarmen oder eng nebeneinander auf dem Sofa sitzen. Wenn der Hund sich dann dazwischen schiebt, hat dies nichts mit Eifersucht oder gar "Dominanz" zu tun.

Die Pfote heben
Beagle Asta fühlt sich nicht wohl auf der umzäunten Hundewiese und steht an der Tür. Gleichzeitig wird sie von einem Artgenossen beschnuppert. Sie kann nicht ausweichen, wendet jedoch den Blick ab und hebt ihre Pfote.

Vorderkörper-Tiefstellung
Was aussieht wie eine typische Spielaufforderung oder eine Verbeugung, ist oft ebenfalls eines der "Calming Signals"

Pinkeln
Einige Hunde nutzen auch das Pinkeln als Calming Signal. Ãœbrigens: Entgegen der landläufigen Meinung geschieht das häufige Pinkeln von Hunden nicht, weil sie nur "markieren" wollen. Oft ist es so, dass eine Vielfalt von Gerüchen den Hund aufregt - und genau wie uns Menschen schlägt auch ihm Aufregung auf die Blase. Wenn mehrere Hunde zusammen kommen und das Zusammensein genießen, veranstalten sie häufig eine regelrechte "Pinkel-Party": Einer fängt an, die anderen machen mit - ein echtes gesellschaftliches Ereignis also.


Das ist nur ein kleiner Absatz ohne Fotos von einem Bericht aus dem Internet, ihr könnt alles unter: http://www.spass-mit-hund.de/seiten/mehr…tigungssignale/ nach lesen und auch Büchertipps sind dabei. Viel Spass beim Stöbern.


Das liebste auf dieser Welt sind meine Tiere.

2

Montag, 14. Juli 2008, 14:02

naja… ich bin immer sehr vorsichtig mit dem Thema „Calming Signals“.. Sie beschreibt die Signale grundsätzlich sehr gut … und WENN es CS sind dann hat sie auch recht mit der Bedeutung, aber leider sieht es Turid oft nicht im Kontext des ganzen an. Man darf das nicht alles immer als CS sehen wie sie das macht:

wenn man sich zB Turids Video mal anschaut ist das teilweise recht happig; da behauptet sie zB der Hund beschwichtigt in dem Ausschnitt beim Spiel, er aber während er „beschwichtigt“ den Kamm stellt und in T-Stellung geht… naja.. also das ist wohl alles andere als ein CS. .

oder die Hündin die Splittet als „Beschwichtigung“.. und die Dame sagt dazu, der Hund der sie da voll frech anrempelt hätte nicht mehr ausweichen könne, und beschwichtige jetzt auch.. dabei er aber die Hündin ganz frech und respektlos korrigiert, und nicht „zufällig“ nicht Ausweichen kann. ..

Auch ist nicht immer „Verlangsamen der Bewegung“ ein CS – sondern manchmal das Gegenteil, ein Hund kann bei entsprechende Bewegung sogar drohen …wenn die Bewegungen plötzlich gaaaaaaanz langsam werden und der Blick entsprechend kommt, dann gibt es Situationen da sollet sich das Gegenüber jetzt lieber vorsehen wenn das passiert.

Wenn dein Hund „Wufft“ zu Hause, Blick richtig Tür geht dann hebt er auch meist die Pfote, das ist dann auch nicht ein CS.
oder Gähne/Schnuffeln kann auch ein Ãœberspringen sein, und ist dann nicht beschwichtigend. (Hingegen man CS dann eher als „Beruhigung“ sehen kann)

Aber beschrirben hat sie es wirklich gut – danke für den Bericht!

PS:
Und jetzt noch eine „ketzerische“ Frage… Turid sagt teilweise, wenn mein Hund beschwichtigt soll ich zurück beschwichtigen.. hmm… also „Züngelt“ der Hund.. (weil er zb unsicher ist und überspringt) und ich züngel zurück :-p das zeigt ihm ja jetzt auch nicht dass ich der souveräne Halter bin sondern genau so unsicher wie er.. und will ich das? ;)

Nickquenim

Alphadoggie

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3

Mittwoch, 16. Juli 2008, 08:02

Danke Morgana für den Bericht!!

also grundsätzlich finde ich das buch von turid rugaas (schreibt man das so?) nicht soooo schlecht.
aber man sollte es mit vorsicht geniessen, wie auch yorkie schon schreibt. die signale sind gut beschrieben, (ich habe das buch von einer bekannten zum lesen bekommen) und als grundlage fürs "wissen" sicherlich gut. aber ich finde es relativ heikel von einem buch zu "lernen" wie man sich dem hund gegenüber verhalten soll und auch denke ich kann man aus einem buch nicht lernen wie der hund "zu lesen" ist. hoffe ihr versteht was ich damit meine.
habe einige solche bücher gelesen, aber erst durch die arbeit mit dem trainer an und mit meinem hund daraus gelernt, das heisst, lernen muss ich noch seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr viel!

Valloodle

unregistriert

4

Samstag, 19. Juli 2008, 15:32

finde turids buch wirklich gut, vorallem für neue hundebesitzer oder die einige hundebesitzer wer "ein bisschen" blind sind (er will doch nur spielen.......). Und wenn man ein rudel zuhause hat oder/und ein rudel im tierheim betreut sieht man fast alle arten von beschwichtigungssignalen, so sie beschriebts sehr gut. aber ich bin immer sehr sehr vorsichtig wenn ich ein "beschwichtigungssignal" ein beschwichtigungssignal nenne, es ist nie so einfach wie sie das beschreibt!

bin aber genau nichquenims meinung :) und yorkie könnte meine gedanken fast haargenau beschreiben ;)

danke sehr morgana!! super zusammengefasst :)

Vaku

Schnupperdoggie

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5

Freitag, 10. März 2017, 09:21

Hallo,

ich hohle den Thread aus der Versenkung, weil ich das Buch von Anne empfohlen bekommen habe und ich es seit gestern verschlungen habe.

Beim Lesen sind mir einige Situationen mit Hunden plötzlich klarer geworden, aber ein Verhalten eines Hundes erklärt sich für mich noch nicht so ganz, aber vielleicht könnt ihr mir helfen. (Vielleicht bin ich auch auf dem Holzweg)



Wir gehen ja regelmässig mit fremden Hunden aus der Tierpension spazieren. Es handelt sich also nicht um unseren Hund.

Vor einiger Zeit waren wir mit einem Labrador spazieren (Alter: vielleicht so 1-2 Jahre). Bei Hundebegegnungen hat der Hund sich, sobald er den anderen Hund bemerkt hat immer die Vorderkörper-Tiefstellung eingenommen. Ich kannte das bis dahin dieses Verhalten eigentlich nicht. Wir haben dann angehalten und gewartet, dass der andere Hund vorbei geht.

Nach dem Buch Calming Signals, müsste dieses Signal vom Hund ja eigentlich ausgesendet worden sein um den anderen Hund zu beruhigen - soweit habe ich das verstanden. Das anschliessende Verhalten vom Hund verstehe ich dann aber nicht mehr. Kommt es zu Kreuzung mit dem anderen Hund (also ist der andere Hund noch etwa 1-2 m entfernt), hat der Labrador seine Vorderkörper-Tiefstellung verlassen und "stürmte" geradezu auf den andere Hund zu. Das konnten wir ja schlecht zulassen und haben ihn dann versucht über am Halsband einfach festhalten (nicht ziehen, nur halten) uns dazwischen Stellen (also den Hund sozusagen leicht wegdrängen) davon abzuhalten zu dem anderen Hund zu stürmen. (Leckerlis als Ablenkung waren vollkommen uninteressant in den Situationen)


Bei der nächsten Begegnung mit einem anderen Hund passierte das selbe Spiel. Ich habe dann mir einfach mal demonstrativ mich vor den Labrador gestellt (das waren noch locker 10 m bis zum anderen Hund). Wenn ich Turid richtig interpretiere (bitte sagen, wenn ich das falsch mache), habe ich damit dem Hund ja eigentlich ein Beschwichtigungssignal, das Splitten gesetzt. Den Hund hat das aber wenig interessiert und hat dann freudig "um mich herum" geschaut (also den Kopf so gedreht, dass er an mir vorbei gucken konnte).





Muss man das Verhalten des Labradors eigentlich anders lesen? :peinlich:

Schneeflocken

Sportdoggie

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6

Freitag, 10. März 2017, 09:25

Ich kenne das Buch nicht aber so wie du die Situation beschreibst, würde ich an eine Spielaufforderung denken, nicht an ein beschwichtigen.

Verbringe nicht so viel Zeit mit der Suche nach einem Hindernis.
Es könnte sein, dass keines da ist.

Husky92

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7

Freitag, 10. März 2017, 09:29

Das macht meine Kira auch und eigentlich viele unserer Hunde. Das ist eine Spielaufforderung.

Vaku

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8

Freitag, 10. März 2017, 09:57

Ich kenne diese Spielsignale halt nur wenn die Hunde sich zumind. einmal "beschnuppert" haben, dass ein Hund das schon aus gut 10 m Entfernung beginnt, war für mich völlig neu und konnte es gar nicht einordnen. In Turids Buch wird dieses Oberkörpertiefstellen als Beschwichtigungssignal beschrieben und da war meine Überlegung, dass der Hund vielleicht den anderen Hund auch beschwichtigen will. Darauf hat dann für mich das anschliessende "darauflosstürmen" bei Kreuzung nicht gepasst (nach Turids hätte ich ja angenommen, dass der Hund sich wegdreht, sich hinsetzt oder einfach ruhig bleibt).

Danke für eure Einschätzung.

Anne

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9

Freitag, 10. März 2017, 10:35

Da zeigt sich, wie situativ man die Körpersprache von Hunden lesen muss - Vorne-Tief kann ein Beschwichtigungssignal, ebenso aber eine Spielaufforderung sein. Man kann die Körpersprache nicht einfach nach Buch lesen, sondern muss sich immer alles drumherum anschauen. Beschwichtigungssignale werden eigentlich in Situationen gezeigt, in denen der Hund gestresst ist, und gehen mit diversen anderen Ausdrücken einher. Bestes Beispiel: Ein Gähnen kann auch nur ein Gähnen sein - oder eben Ausdruck von Stress. Dafür entwickelt man mit der Zeit ein immer besseres Gefühl ;)

In dieser spezifischen Situation würde ich die Vornetief-Stellung des Labis in erster Linie als Spielaufforderung verstehen, respektive verspielt-freundliche Annäherung in einer für ihn aber durchaus leicht stressigen Situation. Viele Labis sind total grenzenlos und zeigen dieses Herandonnern (nicht nur Labis, aber man beobachtet es bei ihnen einfach oft). Insofern ist das Vornetief einfach als "hey, ich bin doch ganz freundlich" zu verstehen, oder durchaus auch als Flirtverhalten in einer Konfliktsituation (siehe die 4F in Konfliktsituationen: https://teamschuleblog.wordpress.com/201…ategien-die-4f/) als die ich die Kreuzung für den Labi sehe (die Kreuzung ist schwierig im Sinne von: Die Emotionen fahren hoch und schwappen über, auch eine Form von Stress - seine Lösung dafür ist spielerisches Verhalten - gerade dass Heranstürmen, anstatt langsam herankommen ist für mich ein Zeichen, dass der Hund eher unsicher ist in Hundebegegnungen. Einen souveränen Hund würde ich das selber händeln lassen und nicht dazwischen gehen. 1. Können Hunde andere Hunde 1000x besser lesen, als wir das können, und auch richtig reagieren (bei einem Hund, dessen Konfliktstrategie Fight ist, würde ich den das natürlich nicht selber händeln lassen ;)), und 2. gibt es wahnsinnig viele Hunde, die dieses überschwängliche Heranpreschen zeigen bei Hundebegegnungen und ich finde es zwar total nervig (v.a. die, die erstmal lauern und dann heranpreschen, und Frauchen/Herrchen macht da nichts.. :rolleyes: ), aber irgendwie muss mein Hund wohl lernen, damit umzugehen.

(Wohlbemerkt: Bei einem unsicheren Hund oder sonstwie schwierigen Hund (wie zB Nyell, ihre Konfliktstrategie ist Fight), würde ich so einen Hund auch fernhalten.)

Aber eben, das ist immer wieder situativ zu lesen - Mairin und Nyell zeigen die schönste Vornetiefvorstellung auch einfach im Spiel (ich habe dazu ein Video von den Beiden, dass ich gerne nachher rasch raussuchen werde).
Generell: Calming Signals werden in Konfliktsituationen / im Stress gezeigt, und es ist wichtig, sie zu erkennen. Aber nicht jedes Signal, dass auch eine Beschwichtigung sein kann, muss immer eine Beschwichtigung sein. Hund beobachten, immer wieder neu einschätzen, und ein Gefühl dafür entwickeln ;) Vor allem: Versuche, die Signale in Kombination zu sehen und zu lesen, insbesondere mit Mimik (entspannt, angespannt, Maulwinkel rund oder eckig, Augen gross, zusammengezogen, Lefzen locker, angespannt etc pp).
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Rusty

Schnupperdoggie

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10

Freitag, 10. März 2017, 10:55

Bei dem Ganzen darf auch nicht vergessen werden dass diese Signale bei Hunden welche nicht oder schlecht sozialisiert wurden verfälscht gesendet werden können.

Es kann sein dass ein Hund gelernt hat, wenn ich drauflos gehe anstatt ein Calming Signal zu zeigen, habe ich danach meine Ruhe. Das sind dann die Hunde welchen ohne ersichtlichen Grund angreifen, usw.

Man muss also neben der Situation auch die Charakteren der Hunde, wie sie aufgewachsen sind und den Ort wo es passiert einbeziehen. Das zeigt wie schwierig es ist eine Situation richtig einzuschätzen.

Trotzdem bin ich ein absoluter Fan von Calming Signals da es uns Menschen hilft den eigenen Hund besser zu verstehen.

Namara

Alphadoggie

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11

Freitag, 10. März 2017, 11:05

Ich denke es spielen verschiedene Faktoren dazu bei, wie bereits in verschiedenen Post beschrieben wurde.

Hier habe ich eine friedlich verlaufende Begegnung mit verschiedenen Körpersignalen.

Der dunkle Hund war noch sehr jung etwa dreiviertel Jahre jung. Der Collie war damals 12 Jahre alt. Laut Besitzerin immer sehr laut, wobei der junge Hund in dem nicht nachstand zu dieser Zeit. Die Hunde haben sich das erste Mal begegnet und es war auch etwas überraschend.











Es ist der Strom aus dem wir sind im Werden und Vergehen, aus dessen liebevoller Kraft wir unsere Wege gehen.


Sage es mir, und ich werde es vergessen; Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern; Beteilige mich und ich werde es verstehen!!! (lao tse)

Vaku

Schnupperdoggie

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12

Freitag, 10. März 2017, 11:08

Ich finde es ein ansich schönen Konzept, nur ohne Hund als Testbeobachtungsobjekt etwas schwer zu interpretieren.

Ich glaube ich werde auf jeden Fall bei den nächsten Gassigehrunden und beim Hundekennenlernen für den eigenen Vierbeiner vermehrt darauf achten (und wenn es unterbewusst ist, dass ist wie beim "nicht an den rosa Elefanten denken" :d ) einfach um mal ein Gefühl dafür zu bekommen. Zuviel reininterpretieren möchte ich da aber noch nicht, weil ich glaube, dass man da vielleicht auch zu viel reininterpretiert, da ich man ja die Hunde nicht kennt.



Nochmal danke Anne für die tolle Buchempfehlung!

Anne

Moderatordoggie

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13

Freitag, 10. März 2017, 11:34

http://www.youtube.com/watch?v=AKnx1NukaiU&feature=youtu.be

hier das versprochene Video von Mairin und Nyell, wo man diverse Spielaufforderungssignale sieht :nicken:
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Gimp

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14

Freitag, 10. März 2017, 16:15

Pizza macht das auch so. Nerven, bis einer mitmacht oder sie vollends ignoriert :good:
***********************************************************
Wer die Menschen kennenlernt, wird seine Liebe lieber den Tieren schenken.
Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als ein Mensch mit stundenlangem Gerede.
und bitte: Jeans "hudeln" ist keine Liebesbekundung. :bruell:

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15

Freitag, 10. März 2017, 18:17

http://www.youtube.com/watch?v=AKnx1NukaiU&feature=youtu.be

hier das versprochene Video von Mairin und Nyell, wo man diverse Spielaufforderungssignale sieht :nicken:

jö, ist das der Mudi deiner Schwester? sie ist zwar aufdringlich, aber alles im grünen Bereich, einfach etwas frech :biggrin:

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16

Samstag, 11. März 2017, 01:14

es kann auch einfach eine erlernte strategie sein und eine mischung aus spielaufforderung und beschwichtigung.
dazu reicht es oft wenn der hund damit einmal eine sehr positive erfahrung gemacht hat und wendet diese nunmal auch bei anderen hundebegegnungen so an.
sein gegenüber nimmt es evtl als beschwichtigung auf...und der labi hat es im blick, sondiert und möchte dann eben hin stürmen, denn das gegenüber hat die signale gesehen und stuft es entsprechend (gar positiv)ein.
hunde erkennen an den feinsten nuancen des gegenüber die stimmungslage. ich meine da nicht nur die vorderkörpertiefstellung..sondern das gesamtbild vom hund wie bsp ohrenspiel, gesichts/augenausdruck, rutenhaltung etc...

Anne

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17

Samstag, 11. März 2017, 14:20

jö, ist das der Mudi deiner Schwester? sie ist zwar aufdringlich, aber alles im grünen Bereich, einfach etwas frech


Genau, das ist Nyell. Da war sie glaub ich grad mal so 2 Jahre alt.
Im eigenen Rudel ist sie eigentlich wirklich gut, Probleme hat sie nur mit fremden Hunden. Generell versucht sie schon auch, Mairin und Freeby (unseren Familienaussie) zu kontrollieren - wenn Freeby sich zB in seinem Körbchen oder im Garten wälzt, will sie kläffend hin und an ihm "rumnäggele", ebenso, wenn die Aussies schwimmen gehen oder sonstwas.. alles, was ihr nicht 100% in den Kram passt, versucht sie lauthals unter Kontrolle zu bringen :rolleyes: Ich glaub, ähnlich wie Dix bei Ghiro. Ich bin mit ihr mittlerweile so weit, dass sie genau weiss, dass sie Mairin nicht zu kontrollieren oder korrigeren hat, wenn wir zusammen unterwegs sind. Ich unterbinde das konsequent und nehme sie wenn nötig (wenn sie sich zu fest aufregt) an die Leine. Aber eben, daheim und im eigenen Rudel ist sie eigentlich völlig okay, einfach ein bisschen hochspanniger als Nicht-Mudis :d
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Lady

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18

Samstag, 11. März 2017, 16:28

hunde erkennen an den feinsten nuancen des gegenüber die stimmungslage. ich meine da nicht nur die vorderkörpertiefstellung..sondern das gesamtbild vom hund wie bsp ohrenspiel, gesichts/augenausdruck, rutenhaltung etc...
Ja, das sehe ich auch so. Lady reagiert nämlich sehr unterschiedlich auf "gleiche" Körperhaltungen resp. "gleiches" Verhalten. Also gibt es garantiert Nuancen, die mir (teilweise) entgehen.
Gerade heute Morgen war so ein Fall. Kam uns von weitem ein Hundehalter mit seinem Flat Coated entgegen. Der Flat legte sich hin und wartete auf Lady. Sie kann es nicht ausstehen, wenn ein Hund sich hinlegt und dann auf sie zuprescht. Der HH und sein Flat waren auf dem Weg, den wir aber sicher 15 m vorher der Begegnung verliessen und auf die Wiese gingen (nicht wegen dem HH und Hund!). Der Flat preschte dann ca. 10 m vor und legte sich wieder hin. Normalerweise stellen wir uns schützend vor Lady, aber da wir ja bereits den Weg verlassen hatten und über die Wiese hügelabwärts liefen - also den Abstand ständig vergrösserten - sahen wir keine Veranlassung dazu. Der Flat blieb denn auch liegen. Doch aus irgend einem Grund sah sich Lady genötigt bellend zum Flat hin zu rennen 8| Zwar nicht ganz bis zu ihm hin, es war mehr so eine Art "komm mir nicht zu nahe" Geste, aber normalerweise tut sie das nicht... schon gar nicht, wenn wir einen ganz anderen Weg einschlagen und der andere Hund keine Anstalten mehr macht auf sie zuzurennen. Es muss also etwas in seiner Körperhaltung/Verhalten gewesen sein, dass sie veranlasst hat, so zu handeln. Gut, ich habe jetzt auch nicht mehr auf den Flat geachtet... Aber in den meisten Fällen beachtet Lady andere Hunde nicht, solange die sie nicht bedrängen (dann wird sie zickig) oder geht höchstens auf deren Spielaufforderung ein, wenn sie ihr gefallen.
Liebe Grüsse
Marianne

www.ladys-huetewiese.jimdo.com

andi+rudel

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19

Sonntag, 12. März 2017, 01:50

Der Flat blieb denn auch liegen. Doch aus irgend einem Grund sah sich Lady genötigt bellend zum Flat hin zu rennen 8| Zwar nicht ganz bis zu ihm hin, es war mehr so eine Art "komm mir nicht zu nahe" Geste, aber normalerweise tut sie das nicht... schon gar nicht, wenn wir einen ganz anderen Weg einschlagen und der andere Hund keine Anstalten mehr macht auf sie zuzurennen. Es muss also etwas in seiner Körperhaltung/Verhalten gewesen sein, dass sie veranlasst hat, so zu handeln. Gut, ich habe jetzt auch nicht mehr auf den Flat geachtet... Aber in den meisten Fällen beachtet Lady andere Hunde nicht, solange die sie nicht bedrängen (dann wird sie zickig) oder geht höchstens auf deren Spielaufforderung ein, wenn sie ihr gefallen.



wenn er sich hingelegt hat beim herankommen..dann werten das manche hunde als bevorstehenden angriff...da es wie ein schnelles annhähern mit auflauern (beute fixierend) wirkt.
da wird sogar unsere doch ziemlich coole ayla recht böse. kommt ein hund schnell auf sie zu, reagiert sie völlig anderst als einer der sich hinlegt. so einen "lauernden vermeintlichen angreifer" lässt sie auch keine sekunde mehr aus den augen.