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Paws and Wheels

unregistriert

61

Freitag, 30. März 2012, 12:42

Ach so, ich bin im Schreibefieber abgewichen.... ich wollte zu "Verbal ist keine Belohnung" * ja noch etwas schreiben.


*
Im vorletzten Seminar bei der Verhaltensbiologin Ute Blaschke-Berthold (Hüte- und Jagdhundeseminar) mussten wir eine top twenty Liste schreiben. 20 verschiedene Belohnungen, die für meinen Hund ein Highlight sind. Es durften nicht die gleichen Belohnungsgruppen vorkommen. Also nicht 20 verschiedene Futter, oder 20 verschiedene Spielzeuge an einer Schnur, usw.
Verbal und streicheln durfte nicht vorkommen, weil das keine Belohnungen sind.
Weiter sagte sie, dass wir diese Liste unbedingt von Zeit zu Zeit überarbeiten sollen, weil sich Highlights bei Hunden immer mal wieder verändern würden und keine Konstante sind.

Ein Beispiel, worum es ging:
Wenn ein Border Collie oder ein Sichtjäger die Augen einsetzen, fixieren oder Wild mit Augen verfolgen, dann wollen sie in genau dem Moment die Augen benützen. (Also sehr vereinfacht erklärt. Das Ganze ist bissl komplexer, aber das würde hier zu weit führen).
Wieso soll dieser Hund sich jetzt für ein schnödes "feiiiiiiiin" oder ein schnödes Gudi von seinem Ziel abwenden?
Stattdessen wähle ich die Belohnung so, dass genau in diesem Moment der Hund seine Augen bei/mit mir einsetzen kann.
(Und klar funktioniert es nicht direkt an Wild oder reizvoller Umgebung. Dem ganzen geht ein Aufbau voraus).


Oder ein Beispiel, das Ute nannte: es ist warm, der Hund ist gerannt und hat vielleicht in dem Moment einen mega Durst und Mensch kommt ihm noch mit einem Trockengudi. In dem Moment kann das für den Hund eher fast eine Strafe, statt eine Belohnung sein. In genau exakt diesem Moment ist für den Hund Wasser die Belohnung, statt dem Trockengudi.

Es ging darum, sich einfach viel mehr bewusst zu machen, wie und womit man seinen Hund in der jeweiligen Siutation gerade richtig belohnt, unter Berücksichtigung seiner aktuellen Bedürfnisse. Ute war damals der Meinung, dass viele Hunde viel kooperativer wären, bis hin zu in schwierigen Situationen, wenn Mensch das viel viel mehr berücksichtigen und praktizieren würde (auch wieder sehr vereinfacht erklärt).

Paws and Wheels

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62

Freitag, 30. März 2012, 13:12

Vieleicht kommen ja noch andere Trainingsvorschläge von euch Usern, wie man einen ziehenden Hund beibringen kann, nicht zu ziehen :smile:
Habe noch einen, den wir (meine damalige Clickertrainerin und ich) bei DC letztendlich angewendet haben. Aber: er ist viel zu wenig untersucht und lässt sich sicher auch nicht auf jeden Hund anwenden. Abgeleitet hat es meine Clickertrainerin aus dem "ich bringe einem ständig bellenden Hund bei, auf Kommando zu bellen und frage es immer weniger ab". Auch das funktioniert nicht bei allen Hunden. Bei einigen hilft's gerade umgekehrt: man bricht jegliches Bellen erst ab, bevor man es auf Kommando legt.
Aber das war die damalige Grundlagen-Idee, weil bei DC gar nichts half. (Er war damals ein Hund, der keine Menschen gebraucht hätte. Er hat sich NULL nach einem Menschen orientiert. Für Gudis und Spielzeug interessierte er sich anfangs überhaupt nicht. Erst clicken begann er anzunehmen. Das fand er genial).


Damit es funktionieren kann, sollte der Hund den Clicker bereits gut kennen. Und er sollte sich auch unter Ablenkung clicken lassen. Heisst, dass er es schafft, sich abzuwenden und das Gudi holen zu kommen. Klappt das noch nicht, weil Umweltreize zu gross sind, sollte zuerst daran gearbeitet werden, weil die Übung sonst nicht klappt.
Wichtig ist ebenfalls, dass man schon ein geübter Clicker ist und richtiges Timing hat. Diese Übung steht und fällt extrem mit dem richtigen Timing.

Brustgeschirr, das gut sitzt, ist Voraussetzung und eine Führleine. Ich habe sie anfangs auf lang gestellt, damit ich genug Zeit zum Reagieren hatte.

Geclickt habe ich dann folgendermassen:

1. Hund zieht, Click und Belohnung (C +B). Weil: der Hund dreht ab, weil er seine Belohnung will.
2. Noch bevor die Leine wieder auf Spannung kommt, clicke ich erneut und gebe das Gudi.
3. Ich mache ca. 9x C + B, bevor die Leine wieder straff ist. Dies ist notwendig, damit es nicht zu der Verhaltenskette kommt: geil, ich ziehe, kriege click, drehe um und kriege Gudi und ziehe gleich wieder weiter. So könnte der Hund nicht lernen, dass es um die lockere Leine geht. Aber er würde wahrscheinlich ein super Zughund werden ;-).
4. Ich beginne wieder von vorne. Lasse den Hund kurz ziehen, clicke das Ziehen, er wendet ab für's Gudi, schon ist die Leine locker und ich clicke wieder ca. 9x für die lockere Leine.
Hier kommt dann immer das Argument: aber versteht der Hund, wann ich für was clicke, wenn ich so durcheinander clicke? Darum ist es wichtig, dass der Hund das Clickerprinzip schon begriffen hat und bereits ein geübter Clickerhund ist. Und ja, er versteht es. Auch hier, die einen verdammt schnell, die andern brauchen was länger und einige Anläufe mehr.

Bin ich nun am Punkt, an dem der Hund verstanden hat, dass es um die lockere Leine geht, fange ich an, das Ziehen mit einem Wort zu belegen.
Ich clicke immer noch nach oben erwähnten Schritten, sage aber, sobald der Hund wieder nach vorne geht, kurz bevor die Leine straff ist, "zieh" (oder was auch immer).

An dem arbeite ich wiederum so lange, bis der Hund das Wort mit dem Ziehen verknüpft hat.
Wie ich das weiss? Ich mache immer mal wieder bei lockerer Leine den Test und sage:"zieh". Und wenn er es begriffen hat, wird er genau das tun. Hat er es noch nicht begriffen, bleibt er noch an lockerer Leine stehen, weil er damit schliesslich viele Erfolge hatte.

Wenn der Hund es dann aber begriffen hat, gehe ich so vor: ich rufe immer mal wieder ziehen ab. In einem gesunden Verhältnis zu lockerer Leine. Ähnlich wie ich oben die Schritte geclickt hatte. Setze aber nun Ziehen als Belohung ein und clicke es nicht mehr, ich clicke nur noch die lockere Leine. Und ich schleiche ebenfalls das "ziehen abrufen" immer mehr aus, bis ich es gar nicht mehr abrufe.


Ich kann aber noch heute "zieh" abrufen, wenn ich ihn mit dem Zuggeschirr vor den Rolli spanne ;-) (Das ist das, was ich mit Nachhaltigkeit auch meine. Ich schreibe dazu noch eine Erfahrung in den "Gewalt-Thread" weil das dort besser passt).

Bluenote

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63

Freitag, 30. März 2012, 13:17

Pfote-drauf-Button! :thumbsup:
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Xanthippe

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64

Freitag, 30. März 2012, 17:18

@Turi: klasse :biggrin:
Luna würde ähnlich reagieren, nur dass sie sich dann hinlegen würde :D mal ganz davon abgesehen dass wir ihr immer erst den Futternapf freigeben müssen bevor sie ihn nimmt :noidea: aber dafür üben wir halt mit allen anderen sachen die Luna spannend findet :D

65

Freitag, 30. März 2012, 20:24

@xanthippe:
Danke für die positive Verstärkung!
:zwinker:

passing by

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66

Freitag, 30. März 2012, 22:37

Wheels: wie genau begründest du, dass verbales lob oder streicheln niemals eine belohnung für den hund sein kann?

Paws and Wheels

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67

Freitag, 30. März 2012, 23:51

Wheels: wie genau begründest du, dass verbales lob oder streicheln niemals eine belohnung für den hund sein kann?
Hab ich doch schon begründet?
Eine Belohnung ist nur dann eine Belohnung, wenn es dem Hund ein aktuelles Bedürfnis befriedigt (siehe oben das Beispiel mit Trockengudi und Wasser. Das Falsche im falschen Moment gegeben, kommt beim Hund eher als Strafe, denn als Belohnung an).

Und das mit den Bedürfnissen kann ich sowieso nicht in kurzen Sätzen allgemein erklären. Wie ich oben schrieb, jeder Hund hat eine eigene persönliche Highlight-Liste. Auch dazu nannte ich zwei Beispiele.

Meine beiden sind Extrem-Kampf-Kuschler :love: Aber DC? Wenn er im Arbeitsmodus in einer guten Arbeitsspannung ist und jemand/ich möchte ihn jetzt als Belohnung streicheln, weicht er 3 Schritte zurück und "sagt": aber Mutti, doch nicht in der Öffentlichkeit! Die meisten Hunde mögen streicheln als Belohnung nicht (Ausnahmen gibt es immer), aber lassen es einfach über sich ergehen.

Ich arbeite auch mit Markerwörter, statt mit dem Clicker. Auch dort zeigt sich, dass die Stimme niemals der gleich starke Verstärker ist, wie das Clickgeräusch.

Ist wie wenn du arbeiten gehst und am Monatsende deinen Lohn in Geldform haben willst. Jetzt sagt dir der Chef aber am Monatsende nur: hast du feiiiiiiiin gemacht. Und zahlt dir kein Geld. Würdest du da vor Freude Luftsprünge machen?

inhii

Alphadoggie

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68

Samstag, 31. März 2012, 08:32

Zu den Belohnungssachen.

Also ich merke schon, dass Diuni wenn sie am ,,Arbeiten,, ist es nicht so mag gestreichelt zu werden weil sie ganz wenig weicht. Also beim Obedience habe ich es mir abgewöhnt. Ich streichle einen Hund auch nie als Belohnung wenn er in einem Kommando ist.

Wenn dann nur in lockerer Stimmung wenn sie auch weichen darf wenn sie es dann möchte.

Wenn ich aber so in die Plauschgruppe mit Diuni gehe, merke ich das sie es total schätz wenn ich als Belohnung streichle/knuddle oder auch sonst wie einfach den Hampelmann spiele. Sie nimmt dann anschliessend das Leckeli einfach noch weil sie es halt bekommt.

Aber das mit der Belohnung von wegen Wasser, Essen oder Spiel finde ich sehr einleuchtend und habe mir das gar nie so überlegt. OK, Wasser habe ich auf der normalen Gassirunde auch nicht dabei aber scheint mir wirklich logisch. :thumbsup:

Aber was ich auch interessant finde, dass man einen Hund auch nur verbal belohnen kann. Meine erste Hündin bekam weder Spiel noch Futter als Belohnung. Ihr musste das Wort und Streichler reichen und sie hörte besser als jeder folgende Hund von der Familie. :noidea:

So muss nun los.... :winke:

passing by

unregistriert

69

Samstag, 31. März 2012, 08:41

Natürlich ist eine belohnung extrem bedûrfnis und situationsabhängig. Aber hunde haben auch das bedürfnis nach bindung und sozialer anerkennung. Das ist nicht bei allen hunden gleich ausgeprägt, aber hunde spüre ehrliche freude unsererseits sehr wohl, sie geniessen ein sanftes oder freudiges verbales lob, welches sich natürlich auch ritualisiert.

Auch gibt es die stimmungsübertragung. Will ich ein genaues verhalten shapen, wie z.b. die genaue fussposition, arbeite ich auch mit ( wort) click und futter, da der cklick sehr zeitgenau bestätigt
Mache ich mit ihr jedoch ein spiel ala " bring mir das richtige spieli" suchen oder klettern usw, dann ist mein hund zwar hochkonzentriert und freudig dabei, aber sie findet es viel besser, wenn ich mich mit ihr freue und sie lobe, als wenn es nur c+ b gibt.
Streicheln kann sehr belohnend wirken wenn es zur richtigen zeit kommt.

Den vergleich mit dem chef hinkt. Denn dieser " frust" tritt nur ein, wenn du einen lohn ERWARTET hast!
Wenn du deinen hund also für alles mit futter belohnt stumpfst du ihn natürlich für jede andere art der belohnung ab, da er ja nichts anderes mehr kennt.

Ich höre oft diesen satz auf hundeplätzen " ICH würde auch nicht ohne lohn arbeitenn"
Tatsächlich machen wir aber ganz viel ohne.lohn. hobbies ( selbstbelohnend), wohltätige arbeiten, gefallen für freunde und familie..
Letzeres tun wir, weil es sich einfach gut anfühlt, ein freudiges feekback zu bekommen.
Oder weil es die grupoe/ soziale struktur festigt oder dem gemeinsamen wohl dient.
:smile:
Hunde sind ebenfalls obligat sozial. Sie spüren unsere freude ebenfalls und geniessen sie.

Natürlich braucht es dazu ein eingespieltes team. Je besser man sich kennt, desto einfacher und schöner.

Psovaya Borzaya

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70

Samstag, 31. März 2012, 08:50

das mit dem belohnen hatten wir mal als thema in einer huschustunde. wir machten verschiedene, einfachere und schwierigere, übungen und die trainerin bestimmte jeweils vorher wie wir zu belohnen hatten (einmal leckerli, einmal lob, einmal streicheln, einmal spiel, einmal zb. hund durch den tunnel schicken etc). und es war ziemlich spannend was dabei herauskam. ganz klar war, dass streicheln für keinen einzigen hund in dem moment einer arbeitssituation ein lob war, das er auch als solches verstand. liegt sicher am trieb des hundes (die einen mehr, die andern weniger) aber auch daran, dass wir in dem moment gar nicht in er lage sind "richtig" zu streicheln.

ich fand es sehr spannend, wie die einzelnen hunde auf das jeweilige lob reagierten. für einige ist klar der ball das grösste, für meine verfressenen sind würstli mit nichts zu vergleichen. in gewissen situationen (zb. aus einer platz-haltung raus) ist jedoch auch für meine das weitergehen das grösste lob (barsois machen extrem ungern platz in der sphinxstellung aufgrund ihrer anatomie).
herzliche grüsse conny mit nastassja und jendayi und dawn im herzen

inhii

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71

Samstag, 31. März 2012, 10:47

Wenn man sich gut achtet weicht jeder Hund beim Streicheln etwas zurück. auch wenn es nur 1cm mit dem Kopf ist. ich streichle erst nach dem die Übung eigentlich schon vorbei ist, also das Auflösungskommando kam. Kann man also nicht mehr direkt mit Lob vergleichen. Eher ein Zwischendurchknuddeln oder so ;)

Für meine nehme ich am Liebsten die Leckerchenn/Würstchen. Da werden sie nicht hochgeschaukelt und es ist schnell weg und es geht weiter.

Spielzeug ist für Diuni 2-3 lustig dann ist das Interesse extrem klein und schaut nur noch doof. Also nehme ich bei ihr das Spielzeug mehr zum Auflösen wenn sie Tempo machen soll. Also Beispiel beim Fusslaufen im Moment in der Hoffnung sie kommt wieder mehr Pfupf über. Jedoch kapiert sie es nicht recht und wartet auf ihre Wurst, statt sofort aufs Spiel einzugehen. :noidea:

Bei Pyri wäre Spielzeug besser weil sie gerne spielt, aber auch dort... wenn sie weiss ich habe Würstchen dann hängt sie mir noch vorne rum und will lieber das.

Ich habe heute geachtet wie das Leinenlaufen eigentlich in den letzten Tagen so war bei meinen Hunden. Weil es mir ja nicht so wichtig ist ob nun Leine gespannt oder nicht. Dran voll ziehen ist auch bei mir nicht erlaubt. Nun dachte ich... bin ich schon sooo abgestumpf, dass ich das Ziehen gar nicht mehr wahrnehme und es mir so egal ist :noidea:

Irgendwie musste ich feststellen, dass sobald sie am Halsband und kurze Leine sind (sonst sind sie am Geschirr und Flexi), sie eigentlich gar nicht ziehen... Leine ist zu 95% durchhängend und sie starren uns an... manchmal fallen sie vom Blick ab und dann spannt sich die Leine aber Diuni korrigierte sich grad selber und guckte wieder. Anscheinend sind sie gar nicht soooo übel meine Hundis. Für mich reicht das völlig :good:

Aber ich weiss, es kann Phasen geben wo sie den Dauerzug haben (grad wenn man eine Zeitlang nicht mehr so drauf geachtet hat, eben halt die Konsequenz ;) ), dann tun sie den Tschumpelgang rein, Kopf etwas nach unten, Ohren etwas nach hinten und sie laufen einfach immer mit gespannter Leine. Und das regt mich dann auf. Wenn sie was sehen, riechen usw. und dann mal die Leine gespannt ist, sage ich nichts weil sie immer noch ansprechbar wären. Aber bei dem kommischen Tschumpelgang, da reagieren sie dann nicht mal mehr wenn ich den Name sage oder sonst was. Sie sind dann wie Hirnleer :d ;) . So wie ein alter Ackergaul der so rumtrampelt. :hihi:

Es sind einfach so Phasen. Nach der Läufigkeit werden sie lahmer und trotten schön neben her. Dann kommt sie Scheinträchtigkeit wo sie auf dem Anfang sehr langsam sind und auf dem Heimweg fast rennen. Dann kommt die Phase wo sie voller Energie sind und dann sind sie einfach immer schneller unterwegs.

Paws and Wheels

unregistriert

72

Samstag, 31. März 2012, 13:11

@ passing by: Erwartet ein Hund keine Belohnung, keine Aufmerksamkeit vom Menschen, wenn er dies schon kennt und ein gut eingespieltes Team ist?

Den Hund einfach mal anlächeln geht auch in den sozialen Bereich rein.
Aber ich habe noch nie Hunde gesehen, die sich gegenseitig so streicheln, wie Menschen das bei Hunden zu tun pflegen (und dann noch dieses unsägliche Hund abklopfen dabei, wie es gute Menschenkumpels zu tun pflegen).


Ich setze die Stimme auch ein. Für Markerwörter, für keep going und für intermediäre Brücke. Und sicher verstärke ich mal eine Belohnung noch mit der Stimme. Aber Stimme alleine ist z.B. für meine Beiden niemals ein Lob.
Mentalkraft und eigene emotionale Gefühlslage setzte ich oft sehr gezielt ein. Unsere Dogdance-Trainerin schult uns stark darin.


Als Belohnungsbeispiele die aktuelle Top Twenty von DC. Ist keine Rangliste, ich greife mir davon raus, was er in der jeweiligen Situation grad braucht (und ja, auch ich kann mich vertun und mal zur falschen Belohnung greifen, weil ich ihn in dem Moment grad falsch einschätze. Aber ich denke auch, dass ich mir da keinen Kopf drum machen muss, weil ich mir bezüglich Belohnung eh schon sehr viele Gedanken mache und Fan bin von sehr variabel belohnen). All diese Belohnungen setzte ich ein, statt immer nur C + B. Ist etwas allerdings ganz neu im Aufbau, gibt es am Anfang nur C + B. Variabel fange ich erst an, wenn DC begriffen hat, worum es geht.






1. Mit anderen Hunden zocken
2. Rennen
3. schnüffeln
4. arbeiten (mit mir zusammen etwas tun)
5. free shapen
6. Bälle
7. befüllbare Gegenstände
8. Karton schreddern
9. Gudis in die Botanik werfen
10. Futterbeutel/Spielzeug/Gegenstand suchen. Auch vergrabene
11. Kauzeug
12. Etwas herumtragen; am Liebsten einen Gegenstand von mir
13. Zerrspielchen
14. Reizangel ohne Stab (also Gegenstand nur an der Schnur)
15. Kontakt liegen
16. Selbstbefüllte Futtertuben
17. Trick zeigen
18. Das nächste Eleement oder das nächste Hinderniss
19. selbstbelohnendes Verhalten auslösen (was ist für meinen Hund selbstbelohnend?)
20. Hasenfell-Dummy/Dummies/Plüschtiere

passing by

unregistriert

73

Samstag, 31. März 2012, 23:36

@wheels: doch natürlich erwartet er aufmeksamkeit? Aber ich habe dich so verstanden dass verbales lob, das ja aufmerksamkeit ist, in deinen augen nicht belohnend wirkt.

Streicheln wird in der regel als unangenehm empfunden, wenn der hund angespannt oder sehr aufmerksam ist. Das heisst aber nicht, dass streicheln NIE eine belohnung ist. Ein ruhiges entspanntes liegen ( nicht schlafen natürlich) belohne ich hin und wieder mal durch streicheln.

Ich gehe mit dir völlig einig, dass belohnungen sehr situations und charakter abhångig sind

Es gibt ein einziges verhalten, dass ich immer mit futter belohne und das ist das anzeigen von meinen blutzuckerschwankungen. Dies hat den einfachen grund, dass ich zum teil nicht mehr in der lage bin mit ihr zu spielen, oder sie mega zu loben, wenn mein zucker im sinkflug ist. Ausserdem gehört das futterstück da quasi zur übung. Sie zeigt so lange an bis ich sie belohnt habe. Das ist z.b. nachts wichtig, wenn sie mich nicht sofort wach bringt.

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Admindoggie

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74

Samstag, 31. März 2012, 23:47

@ Passing by: Ist zwar OT, interessiert mich aber sehr: Wie nimmt sie wahr, dass dein Blutzuckerspiegel im Sinkflug ist? Riecht sie was? Spürt sie es einfach? Oder beobachtet sie dich?
Wie hast du es aufgebaut (also grob, musst ja keinen Roman schreiben :zwinker: ) und wie zeigt sie es an?

Nur falls du darauf antworten magst.

Finde das sehr faszinierend. Genau so wie die Hunde, die nahende Epi-Anfälle anzeigen.
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cindy

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75

Sonntag, 1. April 2012, 08:03

Zitat

@ Passing by: Ist zwar OT, interessiert mich aber sehr: Wie nimmt sie wahr, dass dein Blutzuckerspiegel im Sinkflug ist? Riecht sie was? Spürt sie es einfach? Oder beobachtet sie dich?
Wie hast du es aufgebaut (also grob, musst ja keinen Roman schreiben ) und wie zeigt sie es an?


Ohh das würde mich auch interessieren :good:

Cindy hat, wo sie so ca. 2 Jahre alt gewesen ist, mal bei meinem Mann der einen Zuckersturz gehabt hat, angezeigt. Und zwar in der Nacht hat sie so lange gebellt bis ich wach wurde und meinem Mann helfen konnte. :hopser: Das war in der Zeit wo mein Mann noch mt den Medis am einstellen war. Er hat Typ 2 Diabetes. Seit damals hatte mein Mann nie mehr einen solchen Zuckersturz, er ist schon seit Jahren super eingestellt. Da denke ich hat Cindy die Ausdünstung, vom Mann, war genommen, das sie anders war als sonst.
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

Foto Homepage tier-natur-foto

Paws and Wheels

unregistriert

76

Sonntag, 1. April 2012, 10:55

@wheels: doch natürlich erwartet er aufmeksamkeit? Aber ich habe dich so verstanden dass verbales lob, das ja aufmerksamkeit ist, in deinen augen nicht belohnend wirkt.
Ich schrieb den Grund schon: verbal ist nur ein schwacher Verstärker. Und kommt meistens auch nicht punktgenau , sondern "hinkt" dem Verhalten, das man bestärken möchte, immer leicht hinterher.
Aufmerksamkeit fällt für mich in den Bereich der Kommunikation, und nicht unter Belohnung. Ich ging auf deine Aussage "nur wenn ich den Lohn erwarte" ein. Für mich hinkt dieser Vergleich nicht. Denn als Mensch erwartest du am Monatsende deinen Lohn, so wie der Hund auch auf seine Belohnung wartet (es sei denn, er kennt belohnen nicht. Aber das ist gerade nicht Thema).

Paws and Wheels

unregistriert

77

Sonntag, 8. April 2012, 11:57


Taja setzt keine Hilsmittel ein: absolut Keine Hilsmittel,


Wieso nimmst du dann den Hund für diese Übung an die Leine? Was ist denn eine Leine anderes, als ein Hilfsmittel?


keine töne keine geräusche, keine Kommandos, und der Hund wird nicht nach dem Namen gerufen.


Genau diese Aussage ist es, die meine Frage von vor paar Postings immer noch nicht beantwortet: du hilfst dem Hund in dem Moment ja rein gar nichts und lässt ihn reinrasseln? Kein Hund, der an der Leine zieht, würde sofort mit dir kooperieren, wenn du "nichts" tust. Sondern sich reinsteigern. Du lässt das also zu?
Was ist daran besser für den Hund , als wenn Trainer XY dem Hund anfangs hilft zu zeigen, was von ihm erwartet wird?
Solange du mir diese Fragen nicht schlüssig beantworten kannst, erachte ich deine Methode als die schlimmere für den Hund. Den Hund reinsteigern lassen hat so gar nichts mit "positiv arbeiten" zu tun.




Taja wechselt nur wenn es nötig ist: Jeder Besitzer kann mit dem gleichen Geschirr arbeiten er muss aber eine verknüpfung einbauen bevor er mit dem Traning beginnt und es wieder auflösen bevor er den Platz verlässt. (so kann er auch mit dem Hund spazieren gehen, diese Info haben von mir nur Hundebesitzer erhalten die 100% diese verknüpfung richtig ausführten.)


Genau das führt aber doch dazu, dass der Hund auf dem Platz ein "Platzhirsch" ist, und kaum vom Platz runter, zieht er trotzdem wieder wie ein Muni. Wie soll er denn da die Verknüpfung machen, dass überall nicht an der Leine gezogen wird? Verstehe ich immer noch nicht.

Paws and Wheels

unregistriert

78

Dienstag, 10. April 2012, 23:26

Taja, was bringt es dir, zu provozieren? Was hast du davon? Und vor allem, was haben all unsere Hunde davon? So langsam reichts!




Ich war mir bei Paws and Wheels nicht sicher ob er ein solcher ist oder nicht.



Paws and Wheels ist eine sie, kein er. Steht sogar in meiner Sig für Leute, die alles lesen. Fake bin ich auch keiner. Mind. 2 Personen (Vierbeiner und Crispy) kennen mich live und können's bestätigen.



Viele denken XY Tranier arbeiten nur mit zwei Methoden positive Bestrafung und negative Bestrafung es gibt noch eine dritte Methode.


Kann das irgend jemand verstehen? Ich jedenfalls nicht..... was willst denn damit sagen? Du sprichst hier die ganze Zeit von Strafe. Darum gehts überhaupt nicht. Habe ich weiter oben schon mal erklärt. Das nicht zu lesen, aber mich dann persönlich anzugreifen ist respektlos! Und dann noch nicht mal für nötig halten, um Entschuldigung zu bitten. Ich kann nichts dafür, wenn du nicht verstehen willst in deiner festgefahrenen Meinung.


Ich habe diese Methode durch den Leinenschnalzer gelernt


Was ist ein Leinenschnalzer?



egal wo der Hund hinwollte er bekamm einen Leinenschnalzer ausser wenn er bei mir stand bekamm er nichts.


Weiter oben, in den Postings, die du fleissig gelöscht hast, hast du locken verpönt. Und jetzt lockst du doch selber? Ja, ne, ist klar.




Die Methode die man beim Futternapf anwendet ist die gleiche


Eben nicht. Ich habe den sehr gravierenden Unterschied weiter oben erklärt. Verdreh doch bitte nicht wissenschaftlich untersuchte Tatsachen, wenn du keine Ahnung davon hast.


Man setzt dem Hund auf Distanz einen Hundenapf voller Leckerli hin der Hund sieht in und er wendet durch immer der gleichen Wiederholung seine Taktik an um sein Ziel zu erreichen, aber er wird sein Ziel nie erreichen weil es so aufgebaut wurde.


Blödsinn!


Denn seit ich nicht mehr mit solchen Methoden arbeite und man mich aufgeklärt hat, dass man mit spätfolgen bei solchen Methoden rechnen muss sage ich heute nogo.


Ich arbeite seit den 90er Jahren mit positiver Verstärkung. Von Spätfolgen habe ich noch nie etwas gesehen. Im Gegenteil. Ich habe in einem anderen Thread auch dazu die Unterschiede erklärt.


Nebenbei habe ich den Lerhgang an der ATN Tierpsychologie schwerpunkt Hund bestanden .


Na und? Eine bestandene Prüfung sagt noch rein gar nichts über die Qualität aus :hihi:
Zudem bin ich mir ganz sicher, dass nicht mal die ATN so Stuss lernt, den du hier verzapfst!


negative Bestrafung positive Bestrafung und die 3 Methode können zu spätfolgen führen, dass der Hund sich in seinem Wesen verändert.
Diese spätfolge können Auftreten: meinde verhalten vor Futternapf, Hund verweigert Futter, sensible Hunde gehen nicht mehr in den Raum wo Futternapf steht.
Instabile Hunde werde noch unsicherer, noch ängstlicher noch schreckhafter etc etc. möglichkeiten ohne Ende.


Da stimme ich dir sogar mal zu. Nichts desto trotz hat XY NICHT mit solchen Methoden gearbeitet im Video. Auch wenn du das immer noch beharrlich behauptest.


machts gut.


Für wie lange diesmal?

feel free aussies

unregistriert

79

Dienstag, 10. April 2012, 23:47

Paws and Wheels :thankyou: :thankyou: :thankyou:

Zitat

Was ist ein Leinenschnalzer?

ich glaube, ich weiss was sie damit meint. da wird dem hundi beim geringsten vorlaufen oder überholen - über die leine (meistens lederleine damit es fitzt) - so ein schnalzer gemacht. ist echt schwer zum erklären.
ich hab die leine in der hand und gebe einen rechten schwung nach vorne ans halsband... ohje, sollte jetzt eine "in deutsch erklärung" werden, klingt aber eher wie "russisch", gell?! ;)

Paws and Wheels

unregistriert

80

Mittwoch, 11. April 2012, 02:46

ssch00036 für die Erklärung, feel free. Es war in deutsch und gut verständlich. Nichts anderes als ein Leinenruck, nur tönt Leinenschnalzer nicht so brutal, sagte Tante Google (hatte nachgegoogelt, ob ich noch deutsch verstehe :zwinker: ).



Soviel zu "Taja arbeitet mit positiver Verstärkung".