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pipolino

Alphadoggie

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1

Dienstag, 22. Mai 2012, 20:07

Trailen auf verschiedenem Untergrund

Ich eröffne hier mal einen neuen Thread, weil ich eine etwas provokative These in den Raum stelle und ich möchte nicht das Thema von Alice zweckentfremden.
Ich möchte eine rege Diskussion auslösen, aber ich will niemanden angreifen. Es geht mir überhaupt nicht darum, wer bei wem wie das Trailen gelernt hat. Es geht mir rein um eine theoretische Frage. Und ich stütze mich auf meine Erfahrungen. Was natürlich nicht heisst, dass es keine anderen Meinungen geben darf.

Also zur Theorie:
Beim Trailen orientiert sich der Hund am Geruch der vermissten Person. Und "nur" am Geruch. Dieser hängt in der Luft, an Bäumen, Sträuchern, Gegenständen, Gebäuden, und und und... Da spielt es doch überhaupt keine Rolle, über was für einen Untergrund man trailt. Der Geruch ist doch da, ob es eine Wiese ist oder ein festgetrampelter Pfad oder eine geteerte Strasse.

Ich behaupte jetzt einmal, dass ein sauber aufgebauter Trailhund überhaupt keine Schwierigkeiten bekommt, wenn sich der Untergrund ändert.

Probleme bekommen nur solche Hunde, die ich jetzt einmal "Sowohl-als-auch-Trailer" nenne. Diese arbeiten schon mit dem Geruch, natürlich, aber nicht nur. Sie haben gelernt, auf die Bodenverletzung zu achten und arbeiten nun auch beim Trailen mit beidem. Was der Hundeführer vielleicht nicht einmal merkt. Und wenn dann der Boden wechselt, haben sie Schwierigkeiten, weil ihnen die Bodenverletzung fehlt und sie plötzlich nur noch nach dem Geruch gehen können. Und das müssen sie dann zuerst wieder lernen.

Meine Erfahrungen sind die:
Ich habe mit Yogi zuerst getrailt. Und wir haben nie Markierungen gesetzt oder auf die Spur geachtet. Der Hund hat so gelernt, dass da nichts weiter ist als der Geruch. Und er durfte diesem Geruch folgen, egal ob der Mensch vorher da gelaufen ist oder nicht. Ungefähr nach einem Jahr wollten wir einmal das Fährten probieren, weil man doch unabhängig von anderen Personen üben konnte. Gesagt, getan. Yogi hatte 2 Trainings mit Fährten statt Trailen. Danach wollte ich wieder einmal einen Trail laufen und siehe da, Yogi war total durcheinander. Und das nach einem ganzen Jahr Training. Er hatte den Geruch in der Nase, aber da war keine Bodenverletzung und umgekehrt, da wo die Bodenverletzung war, dort war nicht der intensivste Geruch. Er wusste nicht mehr was er denn nun machen sollte. Das haben wir auch bei anderen Hunden beobachtet und wir haben das auch von anderen Trailern gehört. Deshalb stellten wir uns vor die Wahl: Entweder Trailen oder Fährten. Wir blieben beim Trailen.
Keiner meiner Hunde hat jetzt Probleme wenn der Boden wechselt und auch keiner aus unserer Gruppe. Wir haben sogar schon in einem Bach getrailt. Und das, weil sie auf nichts weiter achten als auf den Geruch.

Was meint ihr zu meiner These?

Bluenote

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2

Dienstag, 22. Mai 2012, 20:29

Ich bin absoluter Trail-Laie, habe es noch nie ausprobiert und weiss nur darüber, was ich hier und an anderen Stellen ab und zu darüber gelesen und aus ein paar Erzählungen von Bekannten, die trailen, gehört habe.

Finde es aber super interessant und ganz lässig! Würde mich ziemlich anmachen, es auszuprobieren mit Shirin. Habe letztens einen interessanten Artikel gelesen über "das Trailen als Eisbrecher" oder so, war glaub ich im HUNDE und im Schweizer Hundemagazin. Da geht es um einen sehr, sehr ängstlichen Hund, der über diese Form der Nasenarbeit total viel an Sicherheit gewonnen hat. Sehr spannend.

Darum verfolge ich sehr interessiert, wenn ihr hier darüber diskutiert.

Und zu der spezifischen Frage zu den Untergründen, lautet meine Laienmeinung, respektive meine logische Schlussfolgerung aus dem, was ich vom Trailen bisher weiss: Für mich ist es irgendwie ganz klar und völlig nachvollziehbar, dass es beim Trailen nicht auf den Untergrund ankommen sollte. Sicherlich spielt er mit, aber nicht mehr oder weniger, als jeder andere geruchliche Anhaltspunkt, an dem sich der Hund orientiert.

Eigentlich doch logisch, wenn man den Sinn und Zweck betrachtet: Eine verschwundene Person finden. Diese läuft nun mal überall durch, über jegliche Untergründe, vielleicht ständig wechselnd. Setzt sich irgendwo hin, lehnt sich an eine Mauer, überquert eine Wiese, einen Bach...also muss der Hund "nehmen", was vorhanden ist. Und das ist nicht immer eine Bodenverletzung.

Darum ist es für mich schlüssig, dass der Untergrund von Anfang an keine Rolle spielen sollte.

Wie gesagt, das sage ich als jemand, der nicht selber trailt und noch nicht so viel darüber weiss. Aber wenn ich darüber nachdenke, komme ich zu der genannten Ansicht.

Vor einer Weile bin ich übrigens mitten bei uns im Dorf einer Frau mit einem Dackel begegnet, die grad am Trailen waren. Ich habe auf die Bahn gewartet und die beiden sind an uns vorbeigerauscht. Der Dackel hat überall geschnüffelt...in der Luft, am Billetautomaten, an den Bänkli im Wartehäuschen, am Boden.
War sehr interessant anzusehen!

Interessiert mich je länger je mehr! :good:
And when the time comes, remember that dogs never die. They are sleeping in your heart.

rubahe

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3

Mittwoch, 23. Mai 2012, 14:54

Also pipolino :zwinker: , ich habe mir in der Zwischenzeit auch so meine Gedanken gemacht und werde nun probieren, euch diese nachstehend mitzuteilen. :smile:

Wie ich ja schon geschrieben habe, habe ich ja mit meinen Hunden PO-mässig gefährtet und bei Quirine war das nun so, dass sie oft auf den Fährten, vorallem wenn es geradeaus ging, die Nase oben hatte (wird von den Richtern nicht so gerne gesehen, wir haben aber von einer verständnisvollen Richterin bei einer BH3-Prüfung trotzdem ein sg erhalten). Damals habe ich mit meinen Hunden noch nicht getrailt. Für mich heisst das, dass sie so den Geruch der Fährte aufnahm, ohne auf die Bodenverletzungen zu achten - sie hatte die Fährte aber spurgenau gelaufen nur bei den Winkeln war die Nase am Boden. Also kommt der Geruch auch vom Boden und nicht nur aus der Luft. Ich denke, dass aber auf Wiesen, Wald- und Wanderwegen der Geruch intensiver haftet, als z.B. auf einer Teerstrasse. Denn dort müssen sich die Hunde vorallem auf den Geruch aus der Luft konzentrieren. Meiner Meinung nach spielt der Untergrund durchaus auch eine Rolle und somit wird es auf geteertem Untergrund schwieriger für die Hunde.

Da ich ja mit meinen Hunden schon ca. 3 Jahre lang traile (mit grösseren Unterbrüchen), habe ich ihnen in der Zwischenzeit auch einige Fährten gelegt und meine Hunde wussten genau, um was es ging und die Nase war am Boden (bei schwierigen Fährten hatte auch Quirine die Nase meistens am Boden :d ).
:winke: Grüessli Ruth mit Quirine

pipolino

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4

Mittwoch, 23. Mai 2012, 16:27

Ja natürlich ist der Geruch nicht nur in der Luft. Das habe ich ja auch schon geschrieben. Ich stelle mir so eine farbige Duftwolke vor :hihi: und je nach Wind und Luftfeuchtigkeit wird die hinter mir verwirbelt, steigt hinauf oder wird hinuntergedrückt, weggeweht und bleibt überall da hängen, wo es etwas zum hängenbleiben hat.
Nehmen wir einmal an, der Wind weht nicht. Es ist heiss und die Hitze drückt die Wolke auf den Boden. Einmal stelle ich mir eine Wiese vor, ein anderes mal einen Platz. Wenn der Duft nicht verweht wird, liegt er nun am Boden. In beiden Fällen gleich intensiv. Es riecht ja nicht mehr oder weniger ob Wiese oder Platz. Und der Hund kann doch in beiden Fällen die Wolke gleich gut riechen.
Nehmen wir dieselbe Wiese und den Platz, aber mit Wind. Meine Duftwolke wird verweht. Auf der Wiese hat es Gräser wo der Duft hängen bleiben kann. Auf dem Platz hat es das nicht. Der Duft bleibt zwar auch an Rippen und Rillen, an Kieselsteinen und so hängen, aber der grösste Teil wird über den Platz getragen, bis irgendwo ein Gegenstand kommt. Auf der Wiese werden die meisten Hunde den selben Weg suchen, nämlich den Duftgräsern mit dem intensivsten Geruch daran entlang. Auf dem Platz gibt es nun zwei Möglichkeiten. Lässt man den Hund selbständig arbeiten, wird er den intensivsten Geruch verfolgen, also denjenigen, den es weggeweht hat. Er wird also am Rand entlang gehen, bis dorthin, wo der Mensch wieder aus dem Platz heraus gekommen ist. Wenn es ein erfahrener Trailhund ist oder der wenige Duft, der am Boden trotz Wind liegen geblieben ist ihm zur Suche reicht, wird auch der Hund über den Platz laufen. Ist das nun schwieriger? Der Hund hat es ja selber so gewählt. Ich als Führer weiss ja nicht wo es lang geht und lasse den Hund entscheiden.

pipolino

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5

Mittwoch, 23. Mai 2012, 16:52

Moment, ich korrigiere mich. :hihi: Ich denke schon, dass es auf dem Platz mit Wind schwieriger ist, sofern der Hund über den Platz soll, obwohl er lieber rundherum gehen würde. Dort wo es intensiver riecht.
Geht er aber selber darüber, hat er ja genügend Geruch und somit auch keine Probleme.

Ich finde es wird immer dann für einen Hund schwierig, wenn er nicht dem intensivsten Geruch folgen darf. Z.B. läuft der Vermisste über eine Wiese. Im laufe des Tages wird die Wiese eingezäunt und es hat Schafe darauf. Nun muss sich der Hund einen Umweg suchen, der nicht oder fast nicht riecht, bis er auf der anderen Seite wieder normal weiter gehen kann. Das ist schwierig.

yvonnetta

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6

Mittwoch, 23. Mai 2012, 17:43

Ich gebe dir vollkommen recht - Pipolino

Ein gut aufgebauter Hund sollte keine Schwierigkeiten haben auf verschiedenen Untergründen zu arbeiten.
Was ich aber immer wieder beobachte ist, dass die Hunde sich anders verhalten.
Beispiel:
Wenn der Hund im Wald sucht, hat er die Nase eher tief unten. Wenn er dann vom Waldweg auf eine Teerstrasse wechselt, hebt er die Nase ein bisschen. Sie ist schon noch unten, aber nicht mehr fast am Boden. Auch zu beobachten ist, dass der Hund mit einem grösseren Radius arbeitet. Gerade dann, wenn es Bewegungen auf der Teer-Strasse hat (Fussgänder, Velo, Auto)
Der Unterschied von Waldweg zu Teerstrasse ist, dass im Waldweg die Büsche und Sträuche den Geruch etwas einfangen. Hingegen die Teerstrasse ist glatt und dort verteilt sich der Geruch auch viel schneller und mehr. Dazu muss man noch die Temperatur beachten. Da eine Teerstrasse schneller wärmer wird, verteilt sich der Geruch auch noch schneller....

Dies durfte ich letztens bei Hirkani beobachten.
Wir kamen von einem Waldweg auf eine Strasse. Im Wald arbeitete er Zielstrebig und in gutem Tempo. Als wir auf die Teerstrasse kamen, nahm er zuerst mal tief Luft. Dann arbeitete er etwas hektischer, bis er wieder den frischesten Geruch hatte. Zurück im Wald hatter er die Nase wieder tief und das Tempo wurde auch wieder schneller...
Liebe Grüsse

Yvonne mit Hirkani & Sanjay

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7

Mittwoch, 23. Mai 2012, 18:06

Interessant! :smile:

Ich wollte übrigens auch nicht behaupten, dass es überhaupt keinen Unterschied macht, auf welchem Untergrund sich der Hund bewegt. Natürlich riecht es anders,vielleicht intensiver, "konzentrierter", wenn der Vermisste sich auf Boden bewegt, der danach auch Verletzungen aufweist, wenn er Büsche streift und so...und klar verfolgt da der Hund evt. auch mal die direkte Fussspur, je nach dem, wie und wo sich der Geruch verteilt, je nach dem, ob sich der Geruch vielleicht in den Spuren sammeln kann, der Boden verletzt ist und so. Und sich der Geruch auf einem weiten Teerplatz natürlich eher "in alle Winde" verflüchtigt und sich ein Hund dann da anders verhält und anders orientiert als im Wald.

Ich meinte mit meinen Überlegungen eher, dass ich, wenn ich laienmässig, aber logisch überlege :zwinker: , der Hund von Anfang an mit verschiedenen Untergründen konfrontiert werden sollte und nicht z.B. die ganze erste Zeit immer nur mit einem Untergrund, der Bodenverletzungen aufweist, nach dem der Vermisste ihn gegangen ist, damit sich der Hund nicht daran gewöhnt, hauptsächlich einer Fussspur bzw. den Bodenverletzungen zu folgen.

Ich würde wohl anfangs eher mit kurzen Trails arbeiten, diese aber dafür - dem Hund angemessen - schon variieren. Also mal Waldboden, mal Asphalt, mal Feldweg, mal Acker, mal Wiese, mal gemischt...damit der Hund von Anfang an lernt, dass er einem Geruch nicht immer auf dieselbe Weise folgen kann, sondern sich eben an verschiedenen Anhaltspunkten orientieren muss.

Oder ist das falsch gedacht?

Hi hi...nun habe ich auch Lust zu trailen. :d
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pipolino

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8

Mittwoch, 23. Mai 2012, 18:21

Nein, das ist gut gedacht :thumbsup: Am Anfang sind kurze, dafür unterschiedliche Trails gut. Und mit wenig Ablenkungen, die kommen dann später automatisch.

pipolino

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9

Mittwoch, 23. Mai 2012, 18:29

Hm spannend, meine haben die Nase selten so ganz am Boden unten.

pipolino

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10

Mittwoch, 23. Mai 2012, 19:11

Ich habe ein Filmli von Yogi angeschaut. Wenn er sicher ist, hat er die Nase recht weit oben. In dem Fall gibt es aber einen Verleittrail von der selben Person, die er suchen soll. Und da, wo er den älteren und den frischeren Geruch unterscheiden muss, da ist seine Nase am Boden. Sobald er dann wieder den neusten Geruch hat, ist sie wieder hoch.

rubahe

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Donnerstag, 24. Mai 2012, 14:07

Pipolino, ich denke, dass wir etwas aneinander vorbei reden, bzw. schreiben und unsere Meinungen nicht weit auseinander gehen. :nönö:

Ein gut aufgebauter, routinierter Trailhund hat sicher keine grossen Schwierigkeiten mit den unterschiedlichen Untergründen. Aber für Anfängerhunde denke ich einfach, dass es schon schwieriger wird. Im Uebrigen lassen wir unsere Hunde nach Möglichkeit frei suchen, d.h. wir schreiten nur ein, wenn ein Hund wirklich auf Abwege geht. Da ich halt in verschiedenen Gruppen getrailt habe, haben wir vorallem auf Wiesen- und Waldwegen geübt. Ich trailte mit Quirine nun das erste Mal auf einem geteertem Untergrund und war positiv überrascht, wie schnell sie das kappiert hat. :super:

Pipolino, wie wärs, wenn wir mal zusammen trailen würden, wäre bestimmt sehr interessant? :good:
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pipolino

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12

Freitag, 25. Mai 2012, 09:30

Ich rede ja auch nicht von Anfängern. Und mich hätte es ehrlich verwundert, wenn deine nach drei Jahren trailen Probleme gehabt hätten.

Geht ein Trail einer Strasse entlang, hat es links und rechts so viele Möglichkeiten wo der Duft hängen bleiben kann, da kann sich der Hund gut orientieren. Und geht der Trail über eine Strasse drüber, ist die Distanz zur anderen Seite so kurz, das riecht der Hund auch gut.

Bei einem grossen Platz wird es aber für den Menschen schwierig! Du sagst, ihr schreitet ein, wenn der Hund zu weit auf Abwege geht. Was ist, wenn genau da der Duft ist? Unter Umständen "zwingt" ihr ihn dann zurück dahin, wo es nicht so intensiv riecht und das ist dann schwieriger für den Hund.
Der Mensch muss lernen, den Hund zu lesen. Das ist sehr anspruchsvoll. Wir versuchen jetzt einmal, die Spur des Vermissten völlig zu vergessen. Die wissen wir ja eigentlich auch gar nicht. Wenn der Hund nun einen grossen Umweg macht, sollte man erkennen können, ob er den Duft noch immer in der Nase hat. Wenn ja, lassen wir ihn weiter arbeiten, egal wie weit weg von der Spur. Wenn wir merken, er hat den Duft verloren, dann helfen wir natürlich auch. Und zwar einfach mit stehen bleiben und die Leine verlängern. Der Hund fängt dann an zu splitten und geht unter Umständen ein Stück zurück. Den Weg sucht er sich aber selber wieder. Unsere schwierige Aufgabe ist es nun, diesen Moment nicht zu verpassen und richtig zu deuten. Wir schreiten also nicht ein, weil er zu weit weg geht (was wir ja eigentlich gar nicht wissen), sondern wir schreiten ein, wenn wir merken, der Hund hat den Duft verloren. Man muss auch lernen, läuft der Hund dem Duft der vermissten Person nach oder läuft er inzwischen einem anderen feinen Geruch nach? Das ist für uns Menschen sehr schwierig. Und nun zurück zu unserem Platz. Solange der Hund "arbeitet" und "sicher" ist, können wir doch mit ihm mitgehen, auch wenn es relativ weit von der Spur weg ist. "Stehen bleiben" muss ich, wenn er splitten muss und "einschreiten" im Sinne von "hey wir laufen nicht dem Duft eines anderen Hundes oder eines Rehs nach, wir arbeiten".

Ich sehe die Schwierigkeiten bei uns Menschen und weniger beim Hund. Trailen ist zwar enorm anstrengend für den Hund, keine Frage. Aber wir können ihm diese Aufgabe enorm erleichtern, wenn wir ihn gut lesen und deuten können. Dann ist auch ein grosser geteerter Platz kein Problem.

Und ja rubahe, wir könnten uns wirklich mal wieder treffen und uns gegenseitig zeigen, wie wir trailen. Das ist sicher spannend und man lernt ja ständig dazu. :nicken:

rubahe

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13

Freitag, 25. Mai 2012, 10:40

:thumbsup: super pipolino, du kannst mir sagen, wenn es dir einmal passen würde und ich kann mich meistens richten. Nur dienstags und mittwochs sind wir schon verplant. Ich gebe dir per PN noch meine Handy-Nr. durch.

Ich hatte grosse Mühe, wieder eine Gruppe zu finden, welche in der Nähe trainiert. Wir trailen zwischen Chur und Thusis, da fahre ich eine halbe Stunde oder etwas länger, das liegt noch drin. Ich werde aber nun bestimmt nicht unserer Trainerin dreinreden, auch wenn sie vielleicht noch nicht so viel Erfahrung hat. Bin ja froh, dass ich dort mittrailen darf. :)

Wir trailen seit ca. drei Jahren, aber mit grösseren Unterbrüchen. Es wäre für mich sehr interessant, was du zu den Arbeiten meiner Hunde sagen würdest. :good:
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pipolino

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14

Freitag, 25. Mai 2012, 10:59

Ok, ja ich überlege mir was und melde mich :thumbsup:

cindy

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Freitag, 25. Mai 2012, 15:15

@pipolino

DANKE für deine super Erklärungen :/dank:/ so gut hätte ich es nicht können :zwinker:
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

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pipolino

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16

Freitag, 25. Mai 2012, 21:07

Ich danke dir für die lieben Worte! Ich hoffe, man kommt jeweils draus, was ich sagen möchte. Ist noch schwierig, so ohne ein direktes Gegenüber. :hihi:

Bluenote

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Samstag, 26. Mai 2012, 11:09

Also ich komm draus. :thumbsup:
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Cella_12000

unregistriert

18

Sonntag, 27. Mai 2012, 00:40

Ich lese jetzt hier mal mit Spannung mit und bin gespannt was noch kommt.

Bei Aslan habe ich die Nase auch nicht extrem am Boden. Es wurde mir auch erklärt, dass die Hunde verschiedenstlich die Nase halten.

So, ich bin Anfänger, halt mal die Klappe und habe ja meinen Fred :hihi: