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pipolino

Alphadoggie

  • »pipolino« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 416

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21

Mittwoch, 6. Juni 2012, 13:08

@ cindy
Ich finde, du hast es gut gemacht. Du hast zwei Jahre lang deinem Trainer geholfen, dann hast du ihn ersetzt, wenn er abwesend war und dann hast du selber eine Gruppe übernommen. Das ist doch super so.

@ cella
Ich weiss, dass das bei dir der erste Kurs ist, den die Leiterin macht. Und auch aus meiner Sicht dürfen Fehler passieren. Das ist gar keine Frage. Was mich einfach stutzig macht, ist, dass diese Trainerin erst gerade selber einen Trail-Kurs besucht hat und jetzt schon unterrichtet. Nach mir müsste sie zuerst selber das Trailen eine ganze Weile betreiben. Am Besten in einer Gruppe, damit sie die verschiedenen Hunde beobachten und auch praktisch das Trailen lernen kann. Und erst wenn Theorie und Praxis vorhanden ist, würde ich mir zumuten, andere darin zu unterrichten. Das ist das, was ich meinte.

Namara

Alphadoggie

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22

Mittwoch, 6. Juni 2012, 13:15

Ich finde die Plauschgruppe auch sehr wertvoll. Bei unserem letzten Hund, den wir im Alter von 22 Monaten aus dem Tierheim übernommen haben und der absolut keine Erziehung bis dahin hatte, war es eine gute Möglichkeit zusammen ohne Druck und ohne Einschränkungen für die anderen Teilnehmer die Bindung zu fördern und gemeinsam auch in der Gruppe zu arbeiten und Spass zu haben.

Es ermöglichte auch zu sehen in welche Richtung mit dem Hund später gearbeitet werden konnte und war eine gute Basis und Sprungbrett dazu.

Ich muss noch anmerken, dass ich es sehr wichtig finde, dass der Hundehalter sich auch Gedanken dazu macht was er mit seinem Hund erarbeiten will und wie er vorgehen möchte und sich auch mit dem Hundetrainer austauschen kann. Es sollte ein Miteinander sein.
Es ist der Strom aus dem wir sind im Werden und Vergehen, aus dessen liebevoller Kraft wir unsere Wege gehen.


Sage es mir, und ich werde es vergessen; Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern; Beteilige mich und ich werde es verstehen!!! (lao tse)

Lapinporokoira

Alphadoggie

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23

Mittwoch, 6. Juni 2012, 13:44

Ein Mensch muss vermitteln können, ganz allgemein gesprochen. Manche können das von Haus nicht, da hilft der größte Erfahrungsschatz nichts. Allerdings ein Trainer ohne praktische Erfahrung ist in meinen Augen ebenfalls falsch am Platz. Viele Dinge kann man nur verstehen, wenn man sie selbst mit dem Hund erarbeitet hat! Und man lernt nie aus!!

Ich kann nur sagen, wie es bei uns früher war! Interessierte und Begeisterte in der Gruppe wurden angesprochen, im Folgekurs als "Beiwagerl" mitzulaufen, um den Alltag mitzubekommen und vom erfahrenen Trainer zu lernen. Wenn es nach mir ginge, sollte das mindestens 4 Kurse so sein, am besten mit verschiedenen erfahrenen Trainern + persönliche Weiterbildung selbstverständlich!

Juhu Gruppen für Anfänger find ich gänzlich falsch, gerade in dem Alter braucht man Erfahrung und sollte schon ein wenig mit pubertierenden Quälgeistern zu tun gehabt haben! ;) Ich sprech da aus Erfahrung.

Ich für mich persönlich geh nur dort hin zum trainieren, der auch mit seinen Hunden vorzeigbare Leistungen gebracht hat. Ist auf den Hundesport gemünzt!
Greetz July
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Parmaschinken

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24

Mittwoch, 6. Juni 2012, 13:58

Ein Hundetrainer sollte grundlegende Sachen beherrschen, z.B. dass bereits im Welpenspielkurs beim rumtoben Halsband und Brustgeschirr abgenommen wird. Gerade heute beim zusehen erlebt, dass dies eben nicht erwähnt und gemacht wurde. Ist nur ein Beispiel, ein kleines Detail, aber ich frage mich dann, was sonst noch alles vergessen geht, was essentiell ist. :thumbdown:

Bluenote

Admindoggie

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25

Mittwoch, 6. Juni 2012, 16:51

Ich bin auch der Meinung, dass man ja irgendwann mal irgendwie einsteigen muss, wenn man vor hat, etwas gruppenleitermässiges zu machen. Und es stimmt schon: Die Erfahrung mit verschiedensten Hunden/Menschen kommt halt nun mal erst durch das Arbeiten mit verschiedensten Hunden/Menschen. :zwinker:

Ich habe mir nun echt ewig überlegt, ob ich mir das schon zutraue, eine eigene Gruppe zu leiten. Bei uns im Verein "hacken" einige deswegen schon lange auf mir herum :d . "Mach doch endlich mal eine eigene Plauschgruppe!"
Die Idee finde ich schon lange super...aber ich musste echt erst ein Weilchen in mich gehen, um mit Überzeugung sagen zu können, dass ich das nun in Angriff nehmen möchte. :zwinker:

Denn ich finde, wo wir schon das Thema Plauschgruppe angeschnitten haben von wegen "anfängergeeignet": GERADE auch eine Plauschgruppe ist gar nicht so ohne und nicht unbedingt "ach, ist ja nur eine Plauschgruppe".

Weil: Diese Plauschgruppen besuchen oft Leute mit ihren Hunden, die zwar gerne was machen möchten, aber noch nicht so viel oder auch gar keine Hundesport-Erfahrung haben. Und z.B. auch noch nicht so recht wissen, ob und welchen HS sie vielleicht mal ausüben möchten. Da heisst es unter Umständen als Trainer ,mitzuhelfen, die vorhandenen Anlagen des Hundes zu erkennen und eventuell beratend zur Seite zu stehen. Und das Team zu fördern in die Richtung, in die sie vielleicht mal möchten, sich aber noch nicht ganz entscheiden können.

Sie wollen Spass, sie möchten möglichst, dass ihr Hund was lernt, aber bitte nicht verbissen.
Und gerade WENN die Ansprüche der HH nicht SO hoch sind wie z.B. in einer Obe-Prüfungsgruppe, wo von den Hundehaltern ein gewisser Stand erreicht werden möchte, ist es gar nicht immer so super einfach, die Leute bei der Stange zu halten, sie zu motivieren, z.B. Dinge auch zu Hause zu üben, Übungen zu erweitern und vielleicht ein Ziel zu erreichen. Oft üben diese Leute nämlich von sich aus nicht, weil es nicht "nötig" ist, machen nur gerade in der Plauschgruppe spezifische Übungen mit ihren Hunden. Und dann die Übungen so zu vermitteln und rüberzubringen, dass die Leute viel Freude haben und Lust bekommen, sich mit ihren Hunden zu beschäftigen, so, dass man auch mal zu was kommt (z.B. lernen, den Hund aus immer grösserer Distanz auf ein Podest zu schicken), und nicht immer quasi wieder in jeder Stunde von vorne zu beginnen, finde ich persönlich eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.

Und gerade Plauschhündeler sind vielleicht oft selber noch nicht so die erfahrendsten Hundehalter. Und fangen einfach mal mit einer Plauschgruppe an, gerade mit dem ersten Hund. "Mal schauen, worauf wir dann später Lust haben". Und auch wenn die Übungen spassig sind...so hat man gerade bei Leuten, die "nur" plauschmässig trainieren, teilweise noch unerfahrene Hundehalter dabei. Und da hat man schon viel Verantwortung, finde ich.

Klar sind die Ansprüche der Hundehalter in einer ganz spezifischen Gruppe wie einer Sport-Prüfungsgruppe, einer "Problemgruppe", einer Agigruppe...höher, weil man ja ein klares Ziel vor Augen hat und ganz klar auf ein Ergebnis hin trainiert. Dafür hat man da auch manchmal wieder den Vorteil, dass man öfters mal HH in der Gruppe hat, die schon viele eigene Erfahrungen haben mit ihren Hunden, schon wissen, welche Linie sie fahren möchten und nicht mehr so viel "Grundanleitung" brauchen.

Ich finde, jede einzelne Gruppe, jede Sparte hat ihre Tücken und ihre möglichen Schwierigkeiten, die auftreten können. Auch in einer Plauschgruppe können massive Probleme auftreten. GERADE in einer Plauschgruppe ist es wichtig, als Trainier stets acht- und aufmerksam zu sein, weil viele Leute vielleicht noch einiges an Anleitung brauchen. Ich finde es IMMER eine extrem anspruchsvolle Aufgabe, Leute mit ihren Hunde anzuleiten, ganz egal bei was.

Aber auch ich bin froh und meinem Verein dankbar, darf ich nun einfach mal einsteigen. Ich habe meine Erfahrungen gesammelt mit meinen eigenen Hunden, habe in verschiedene Sparten reingeschaut, durfte nun über eine längere Zeit beim Leiten helfen und auch Vertretungen machen, habe viele Bücher gewälzt und bin natürlich immer wieder dran und Gucke und höre zu und diskutiere mit. Aber den Praxisteil "Arbeiten mit dem Mensch-Hunde-Team" inklusive eine Vielzahl an verschiedensten Erfahrungen sammeln, lerne ich nun mal nur in der Praxis. Das Eingehen auf verschiedene Menschen mit ihren verschiedenen Hunden.

Und wenn Probleme auftauchen, Hilfe holen. Immer wieder hinterfragen, anpassen...dann wird das schon, denke ich. :smile:
Und Weiterbildung ist mir auch wichtig. GERADE jetzt, wo ich selber anfange zu leiten, finde ich, gehört das auch immer wieder dazu.

Ich freu mich jedenfalls ungemein auf meine Plauschgruppe. :yeah:
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cindy

Admindoggie

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26

Mittwoch, 6. Juni 2012, 17:10

Natascha ich freue mich mega hammer mässig das du nun bereit bist :spass: Denn DU bist GUT und DU kannst super das den Leuten durchgeben und ich bin immer wieder froh und dankbar das es DICH GIBT *herz3*
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

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inhii

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27

Mittwoch, 6. Juni 2012, 17:12

@bluenote

Grad in einer Plauschgruppe finde ich kann man eigentlich auch Sachen kaputt machen. Oder man muss sich einfach auch bewusst sein, dass graf Anfänger Hündeler dies als Einstieg nehmen und erst später sich auf eine Sportart ausrichten.

So muss man in einer Plauschgruppe aufpassen, dass Beispiel keine Pylonen als Leckerliversteck genommen werden. (Wurde bei Diuni so gemacht und im Obedience schnuffelte sie alle Pylonen ab oder warf sie sogar um). Warum dem Fall nicht einfach Blumentöpfchen nehmen oder so?

Man muss als Leiter einfach immer daran denken, dass auch die Plauschhündeler es auf einmal trotzdem packt und dann wäre es schade wenn so ,,Fehlerchen,, ich über Monate- Jahre eingeschlichen haben. Das natürlich ganz unbewusst aber man merkt es dann in der neuen Sportart und ärgert sich dann ein wenig. ;)

Sonst denke ich kann man in der Plauschgruppe sehr viele Ideen einbringen und es ist sehr vielfälltig.

Ich war mit Diuni mal in einer Plauschgruppe als sie noch jung war und wollte, dass sie mir erklären wie man Apportieren aufbauen kann weil sie es nicht konnte und teils so Apportierspiele kamen. Dann hiess es ,, hier kann man nicht auf so Sachen eingehen, wir sind in der Plauschgruppe und Jeder macht was man kann sonst muss man in die Erziehung gehen,, Das fand ich so schwach. Auch in der Plauschgruppe will man was lernen und ist froh um Tipps.

Ich denke es hat auch mit Einstellung was zu tun ob man sich ,,fähig,, fühlt. Ich wurde auch schon oft angesprochen für Plauschgruppe und auch Agility. Aber ich fühle mich einfach nicht fähig (obwohl ich es könnte) aber die Verantwortung... ich finde sie extrem gross. Ich will nicht schuld sein, wenn ein Hund verkorkst ist oder ich ihn nicht hinkriege. Aber teils wenn ich Leiterinnen sehe, dann muss ich manchmal sagen (ohne Eingebildet zu wirken) aber dass kann ich also auch. ;) Ich denke man muss auch einfach den Mut haben und mal anfangen. Der Rest kommt nach und nach. Niemand wird perfekt geboren, man lernt aus Erfahrungen....

Was ich noch Trainer hoch anrechne, wenn sie zugeben wenn sie keine Idee mehr haben. Oder auch sagen, sie wollen es mit Jemand anderem besprechen und geben nächstes Mal bescheid. Das finde ich nichts Negatives. Lieber sicher beraten oder abklären als einfach was sagen damit was gesagt wurde. ;)

28

Mittwoch, 6. Juni 2012, 17:14

Juhu Gruppen für Anfänger find ich gänzlich falsch, gerade in dem Alter braucht man Erfahrung und sollte schon ein wenig mit pubertierenden Quälgeistern zu tun gehabt haben! Ich sprech da aus Erfahrung.


da hast du mich falsch verstanden. ich sehe es nicht für anfängerhundetrainer, sondern dies würde mich persönlich interessieren und ich arbeitete bereits beruflich mit pupertierenden und war über jahren leiterin und ausbildnerin în einem jugendverband. daher mein interesse.

Lapinporokoira

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29

Mittwoch, 6. Juni 2012, 17:28

OK tut mir leid, hab ich total missverstanden! :smile:

Das was inhii schreibt ist wirklich wichtig! Deshalb mag ich es, wenn die Leutz bei mir im oder nach dem Welpenkurs, falls Interesse vorhanden ist, auch gleich im Obedience einsteigen. Die meisten bauen einfach anders auf und dann muss man es nicht mehr müssig umlernen!
Greetz July
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testudo

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30

Mittwoch, 6. Juni 2012, 20:45

Also mich nerven ehrlich gesagt gewisse "Hundetrainer", welche einfach den SKN -Kurs geben. Wenn man denen zum Teil zuhört..... Da gibts wirklich Leute darunter, die 0 Erfahrung haben und eifach schnell die Anerkennung gemacht haben. Dieser Wildwuchs in dem Bereich find ich echt schon krass.

Flitzebub

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31

Mittwoch, 13. Juni 2012, 18:25

Bei mir klingeln die Alarmglocken wenn eine Hundeschule ständig die neusten Hundesporttrends auf dem Markt anbietet. So quasi, ah das ist jetzt IN, da machen wir schnell eine Kurs und dann bieten wir dies in unserer Hundeschule an.

Geh ja auch nicht Obedience üben bei Jemandem der gerade mal einen 2-tages Einführungskurs gemacht hat!

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Admindoggie

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32

Donnerstag, 14. Juni 2012, 08:00

Ich habe hier ein Beispiel, von dem ich vor ein paar Tagen erfahren habe und über das ich mich echt aufrege. Es ist so ein richtig typisches No Go für mich, was das Thema Hundetrainer angeht.

Und zwar hüte ich doch den Lotus zwei Tage pro Woche. Am Dienstag haben wir Übergabe in der Stadt gemacht, die Besitzerin und ich. Da hat sie mir erzählt, dass eine Nachbarin (Kollegin? Weiss nicht genau) von ihr den Lotus ebenfalls einen halben Tag pro Woche hütet und ihr nun berichtet hat, dass sie eine Ausbildung zur "Problemhundetherapeutin" in Deutschland begonnen hat.

So weit so gut, warum auch nicht, so rein theoretisch.

Aber die Sache ist wirklich haarsträubend, findet auch Lotus Besitzerin und hat mir ganz aufgebracht davon erzählt.

Diese Frau hatte noch nie in ihrem Leben einen Hund. Möchte aber bald gerne mal einen eigenen haben. Und hat nun eben diese "Ausbildung" begonnen. Und lernt da so dermassen Kacke, ich glaubs gar nicht. Und weil sie noch nie selbst einen Hund geführt hat, glaubt sie natürlich alles, was sie dort "lernt".

Ein paar Beispiele:

- Lotus ist ein toller Hund. Er hat aber ein einziges Problem, wie sie wohl am letzten Kurstag mitgekriegt hat: Er markiert. Das ist gar nicht gut. Das muss man anschauen.
Ähm...?? Lotus ist ein Hund. Ein Rüde. Er pinkelt weder in der Wohnung rum, noch hebt er sein Bein an irgendwelchen Kleiderständern vor Boutiquen. Er markiert halt ganz normal hier und da an einem Baum, Busch, Grasbüschel. Will man es nicht, weil man vielleicht grad Stress hat und nicht überall stehen bleiben kann, läuft man einfach zu und nimmt den Lotus mit.
Ganz normal halt!
Aber sie findet nun, das Markieren sei ein Problem, das angegangen werden muss.

- Sie hat nun alle Spielzeuge weggeräumt und spielt nicht mehr mit Lotus, wenn er bei ihr ist. Weil sie gelernt hat: Spielen ist Stress für den Hund.
Lotus liebt es, wenn man ab und zu ein bisschen mit ihm spielt. Mache ich auch und ich beobachte meine Hunde durchaus auch im Spiel auf Stressanzeichen. Lotus hat aber keine, so weit ich das beurteilen kann. Wird er zu wild, was vorkommt, breche ich ab. Ganz einfach.

- Hunde, die Stress haben, stinken. Oder umgekehrt: Stinkt ein Hund, hat er Stress.

- Dann, und ab jetzt wirds kritisch: Es ist ja eine "Problemhundetherapeuten"-Ausbildung. Heisst, es geht da um "Problemhunde" (wohlverstanden auch mit Teilnehmern, die noch nie einen eigenen Hund gehalten haben). Und einige nehmen ihren Hund wohl jeweils mit in den Kurs. Und da ist ein Hund, der hatte früher mit dem Ex der Besitzerin ein paar Probleme. Was der Ex dazu beigetragen hat, weiss nur der Himmel. Jedenfalls haben sie dann im Kurs den Hund "ausgetestet" auf Aggressionen, welche er dann nach weiss ich was für einer Prozedur anscheinend auch tatsächlich gezeigt hat. Klingt für mich irgendwie 8| .

- Nun dürfen die Teilnehmer demnächst selber anfangen, Hunde zu therapieren in dem Kurs.

Toll, oder? :huh:

Erstens finde ich es absolut besch****n, Leute ohne jegliche Hundeerfahrung in eine Ausbildung zum "Problemhundetherapeuten" aufzunehmen, ganz egal wie gut der Inhalt des Kurses auch immer sein mag. Was er hier aber bestimmt nicht ist, nach dem, was ich nun schon gehört habe.

Respektive ist es nun mal Fakt, dass eine Anfängerin wie die Frau, von der ich hier erzähle, schlicht nicht dazu in der Lage ist, von den Infos, die sie bekommt, das rauszuziehen, was für sie stimmt. Denn sie hat null Vergleichsmöglichkeiten, null Erfahrungsschatz, aus dem sie schöpfen kann. Sie ist doch logischerweise gar nicht dazu in der Lage, zu beurteilen, was von dem, was ihr erzählt wird, brauchbar ist und was davon in dem Müll wandern kann. Sie glaubt jetzt einfach, was sie hört und nimmt an, das stimmt alles und ist professionell. "Problemhundetherapeutin" klingt ja auch super toll.

Und es kann echt gefährlich werden. Jemand, der mit Hunden arbeitet, die irgendein gravierendes Problem haben, muss nun mal einfach unendlich viel Erfahrung besitzen, um mit dieser Verantwortung angemessen umgehen zu können, aber das muss ich hier ja eigentlich nicht erwähnen.
Aber diese Frau, die niemals einen Hund gehalten hat, schliesst dann diese "Ausbildung" ab, nennt sich Problemhundetherapeutin und therapiert dann schwierige Hunde.

Mir stehen echt alle Haare zu Berge. Was das für Folgen haben kann! :(

Sie hat Hausaufgaben gekriegt. Möglichst viele Hunde beobachten. Meine Kollegin hat mich nun gefragt, ob ich die Frau mal auf ein paar Spaziergänge mitnehme und vielleicht mit ihr rede. Mache ich nun, wir haben schon was abgemacht, die Frau und ich. Ich möchte einfach versuchen, ihr klar zu machen, wo ich die Schwierigkeiten und Gefahren sehe bei der ganzen Sache. Und ich werde nett und anständig sein...aber Klartext reden. Weil ich finde, hier geht es um zu viel. Zu ernst, das Thema, so meine Meinung.

Und ich will rauskriegen, wo sie diese Ausbildung macht. Finde es so verantwortungslos von Leuten, die sich bestimmt "Fachleute" nennen, einen absoluten Anfänger glauben zu machen, er könne nach sowas einfach mal auf Problemhunde losgelassen werden. Zumal sie denen offensichtlich was weiss ich für komische Dinge erzählen.

Und ich will einfach selber noch hören, was die ihr wie rübergebracht haben. Um zu gucken, was SIE falsch versteht, weil sie es noch nicht besser weiss, oder was wirklich Bullshit ist von dem, was sie vermittelt gekriegt hat bis jetzt.

Ach. Ich reg mich echt auf. So entstehen dann eben diese unschönen Situationen. Es passiert was und der Besitzer beruft sich auf seine "Problemhundetherapeutin", die den Hund schliesslich vorher eingeschätzt hat.

Kann echt nur den Kopf schütteln.
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Udi

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33

Donnerstag, 14. Juni 2012, 14:25

Da kräuseln sich ja meine Fussnägel bei so nem Schwachsinn. Oh Herr, lass Hirn vom Himmel regnen und nimm vorher gewissen Leuten den Schirm weg. :k_irre:
Also Lotus hat bei mir nie markiert. :d
Gruss Claudia

inhii

Alphadoggie

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34

Donnerstag, 14. Juni 2012, 14:45

Bei mir hat Lotus mindestens 10x an Hosenbein markiert ;)

Nein, finde es eigentlich schon schlimm, dass man so eine wichtige Ausbildung (die sicher auch nicht nur 2 Tage geht) überhaupt machen/teilnehmen kann mit Null Hundeerfahrung :huh:

Und dann kann sich so eine Person ,,Problemhundetrainer,, nennen. Wow, klingt halt schon gut... sollten wir wohl alle auch machen. :nönö: Echt schlimm.

ich hoffe nur, dass sie sich vielleicht bei deiner Kollegin ungünstig ausgedrückt hat (aber dann wird sie auch nicht fähig sein es späteren ,,Kunden,, rüber zubringen).

Flitzebub

Wachdoggie

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35

Donnerstag, 14. Juni 2012, 19:14

Bin sehr gespannt was das für eine "Hundeschule" ist. Hoffe Du schreibst dann darüber.

Bluenote

Admindoggie

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36

Montag, 18. Juni 2012, 18:15

Ich war nun auf zwei Runden mit S., der angehenden Problemhundetherapeutin. Einmal mit Yanchi, einmal mit Shirin.

---> Ist ein echt unglaublich langer Text geworden, aber ich möchte es echt gerne loswerden. Und auch die Beispiele ein bisschen ins Detail erläutern, einfach fürs bessere Verständnis und...eben, weil ich es unbedingt irgendwo loswerden muss, wo man versteht, warum ich mich ein bisschen...tja, aufrege. :huh:

Wer keine langen Texte mag: Einfach nicht lesen, ok? Nicht über die Länge aufregen, sondern einfach ignorieren, wem es zu lang ist, ja? :smile:

Und möchte zuallererst anmerken: Liebe S., falls du das hier jemals zu lesen kriegen solltest, ich betone: Ich habe überhaupt nichts gegen DICH. Du bist mir sympathisch und ich habe heute gerne mit dir diskutiert und fand es interessant. Und dich als Menschentypen kann ich mir schon vorstellen als "Person, die mit Leuten und ihren Hunden arbeitet". Und ich will hier auch nicht über dich lästern, ok?
Meine Worte gleich könnten ziemlich schonungslos ausfallen und richtet sich einfach nach der Tatsache, dass ich noch immer viele Fragezeichen habe, wie es möglich sein soll, nach sechs Ausbildungswochenenden und ein paar Hausaufgaben, Problemhunde auszutesten und dann zu therapieren. Ohne breiten Erfahrungsschatz, sondern einfach nach spezifischer Methode X, die man in einem Kurs lernt.
Und auch viel Gefahrenpotenzial darin erkenne (erkennt wohl jeder, der seit langem mit Hunden zu tun hat), wenn man ohne wirklich breites Basiswissen und ohne Kenntnisse der vielen möglichen Wege und Methoden versucht, Hunde zu therapieren.

Also, falls du das mal liest...versuche doch bitte, es objektiv zu sehen, aus der Sicht der kritischen Hundehalterin, die du heute kennengelernt hast, die vieles erst mal hinterfragt und immer wieder mit Gegenargumenten kommt, ok? :zwinker:
Vielleicht kannst du es auch kritisch sehen und immer wieder hinterfragen und vielleicht bekommst du Lust, dich ganz breit zu informieren, über alles Mögliche was Hunde betrifft. Verschiedene Rassen und deren spezifisches Verhalten, über all die Ausbildungsmethoden usw.

Und eigentlich kritisiere ich ja nicht DICH, du hast sicher gute Absichten und tust einfach, was dich interessiert, sondern die Anbieter dieser Ausbildung, die sich viel zu wenig überlegen, bzw. gar nicht überlegen, wohin sowas führen kann.

Also: Ich habe bewusst erst Yanchi und dann Shirin auf eine Runde mit rausgenommen. Yanchi als problemloser Vorzeigehund und danach Shirin als Beispiel, mit dem sich S. nach der Ausbildung ja befassen möchte.

Yanchi war dann auch eher unspektakulär zu beobachten, S. hat ein paar Fragen gestellt und ich meinerseits auch, über die Ausbildung, wie diese aussieht, Dauer, was bisher vermittelt wurde und so.

Und da dann zum ersten Mal grosse Augen gemacht: Es ging bisher auch um Hunde-Grundlagen wie Anatomie, Körpersprache, Rudelverhalten, Instinkte. Natürlich ist es richtig und wichtig, dass man davon Kenntnis hat, wenn man mit schwierigen Hunden arbeiten oder überhaupt mit Hunden arbeiten möchte. Aber ich finde, wenn man erst mal lernen muss, wie ein Hund grundsätzlich funktioniert, Dinge, die eigentlich schon völlig intus und Gewohnheit sein sollten, bevor man eine solche Verantwortung auf sich nimmt, sich im gleichen Lehrgang dann schon selbst an schwierige Hunde heranwagen darf und das alles an sechs Wochenenden, also in 12 Tagen...finde ich schon krass. Ein gewisses Basiswissen über die grundlegenden "Funktionen" beim Hund sollte doch schon gegeben sein, oder? Und dass sie Leute aufnehmen, die noch nie wirklich einen eigenen Hund über längere Zeit geführt haben, finde ich eh ?( .

Und dann habe ich halt einfach im Laufe des Spazierganges und während unseres Gespräches immer wieder gemerkt, dass hier einfach eine solide Basis Hundewissen komplett fehlt. Man hat gesehen, dass S. wohl lernt und übt und büffelt, was ihr ihm Kurs vermittelt wird, und sie mir auch erklären kann, warum sie was wie sieht und was welchen Sinn haben soll, und ich fand auch nicht alles blöd oder so, die Ansätze sind sicher gut, respektive wird eine Methode gelehrt, die mich auch schon interessiert hat...aber der Erfahrungsschatz, aus dem man schöpfen können muss, ist schlicht nicht vorhanden.

Ich glaube, wenn ein Hund mal nicht nach Methode X funktioniert und man halt ins Erfahrungstöpfchen müsste greifen können, um es halt mal mit Y, vielleicht gepaart mit Z und einer Prise was weiss ich zu versuchen, wird es schwierig.

Ich habe heute einfach anhand gewisser Aussagen gesehen: Man KANN keine Hunde therapieren, wenn Wissen nur aus dem besteht, was man in einem auf eine spezifische Methode ausgerichteten Kurs lernt.

Ein paar Beispiele, und bitte, S., nimm mir das nicht übel, wenn du das mal lesen solltest, aber ich finde es heftig. Anscheinend lernst du sowas in deinem Kurs und ich finde es...nun ja, echt sehr schwierig. Ich habe S. kurz erzählt, aus was für Verhältnissen Shirin kommt und wie sie so tickt im Alltag. Dann sind wir los:

- Shirin hat logischerweise gebellt wie Sau und zwischendurch ein bisschen geknurrt, als ich mit ihr aus der Wohnung trat, weil S. gleich vor der Tür gewartet hat. Normalerweise handhabe ich Begegnungen mit fremden Leuten anders, aber heute war halt mal eine Ausnahme. Ausserdem war ich angespannt und S. ebenso, weils halt irgendwie eine spezielle Situation war. Wir sind dann ca. 150m die Strasse runtergegangen zu einem Weg, wo ich Shirin dann frei laufen lassen konnte. Die ersten etwa 70m auf dem Trottoir an der Leine hat sie gebellt und sich ziemlich aufgeregt.
In der zweiten Hälfte an der Leine war sie dann schon ruhig. Und: Sie hat ihre Rute oben behalten, das ist noch nicht so lange der Fall. Bis vor kurzem hatte sie sie bei solchen Begegnungen noch völlig eingeklemmt und hätte ewig nicht mehr aufgehört zu bellen. Also: Eigentlich habe ich schön die Fortschritte sehen können. Und habe das S. auch so erläutert.

Sie meinte dann: Shirins Rutenhaltung sei aber nicht normal, die Rute so weit oben zeuge von...?....weiss ich nicht mehr genau, was sie gesagt hat. Jedenfalls war sie nicht meiner Meinung, dass es ein gutes Zeichen sei, dass Shirin die Rute hoch trägt. Normal sei es, wenn die Rute gerade oder leicht nach unten getragen wird. Nun sollte man aber als angehende Hundetrainerin vielleicht wissen, dass je nach Rasse die Rutenhaltung total spezifisch ist. Ein Appenzeller wird seine Rute eher selten nach unten tragen, ein Border Collie wohl eher nicht nach oben über den Rücken gebogen. Border Terrier Und Goldies tragen die Rute meist gerade, der Windhund wieder anders...und je nach Situation muss man dann halt beobachten: Was ist der Normalzustand bei DIESEM Hund und was macht er JETZT gerade und WARUM?

Die Aussage "dein Hund trägt seine Rute jetzt aber gerade so und so, jedenfalls nicht normal", nach fünf Minuten Hund sehen und offensichtlich ohne Rassenkenntnisse, ist...nun ja. Eben. Schwierig.

- Auf dem zweiten Strassenabschnitt, als Shirin sich schon ziemlich beruhigt und mit dem Bellen aufgehört hatte, näherte sie sich im Laufen von hinten dem Wädli von S., um kurz zu schnuppern und sich gleich wieder zu entfernen. Ich habe sie gelassen, ist ja keine fremde Passantin und ich habe mich gefreut, dass sie so schnell so ruhig geworden ist und vorallem so kurz nur Zeit gebraucht hat, um Kontakt aufzunehmen.
S. war anderer Ansicht, sie war sich gar nicht sicher, ob Shirin sie nicht schnappen wollte. Im Treppenhaus habe sie ja schliesslich geknurrt. Und knurren sei eine Warnung. Ich habe ihr versucht zu erklären, dass knurren nicht gleich beissen bedeuten muss. Und dass ich Shirin nun seit zweieinhalb Jahren kenne und WEISS, dass sie garantiert NICHT schnappen wollte, sondern vorsichtig Kontaktaufnehmen. Dass das eine TOLLE Situation ist und keine gefährliche. Und erläutert, dass es Hunde gibt, die nach vorne gehen und schnappen, wenn sie Angst haben, und Hunde, die alles tun, um weg zu kommen, und niemals beissen, ausser man bindet sie auswegslos in eine Ecke und trampelt auf ihnen herum. Und selbst dann gibt es Hunde, die sterben eher an ihrer Panik, als dass sie zubeissen würden. Und dass Shirin zu dieser Spezies Hund gehört und sie mir das glauben kann. Sie meinte darauf, man wisse es eben doch nie genau.

Würde sie jetzt z.B. mit Shirin therapeutisch arbeiten, würde sie Maulkorbtraining machen. Ich wollte dann wissen warum und sie meinte, um sich abzusichern. Sie würde nie mit einem bellenden und KNURRENDEN Hund ohne Maulkorb arbeiten. Als ich fand, nun ja, mit MEINEM Hund würde ich das niemals zulassen, weil gar nicht nötig, weil wenn sie dazu in der Lage wäre, den Hund zu beobachten und ihre korrekten Schlüsse zu ziehen, dann würde sie sehen, dass dieser Hund eine ganze Menge braucht, bis er daran denkt, jemals zuzubeissen,und man da mit einem Maulkorb auch absolut kontraproduktiv "arbeiten" kann, meinte sie, ja nu, also sie würde sich immer und auf jeden Fall absichern, egal was der Hundehalter auch immer meint.

Ich verstehe es, wenn sich jemand, der mit einem WIRKLICHEN Aggrohund, der gefährlich sein kann, absichert durch z.B. einen Maulkorb (und Schutzkleidung, wie S. meinte), aber wenn jemand ganz bestimmt KEINEN Maulkorb brauchen kann, dann Shirin.

Wieder so ein Beispiel, das ich so unglaublich schwierig finde: Es fehlt auch hier wieder die ganze nötige Erfahrung. Wo sind die Grenzen? Wo hat ein Hund einfach nur Angst und gebärdet sich, ist aber echt harmlos und durch ein bisschen Beobachtungsgabe und Wissen schnell als ungefährlich identifizierbar (wie Shirin), und ab wann muss ich echt aufpassen? Das herauszufinden, kann einfach nicht an sechs Wochenenden gelernt werden.
And when the time comes, remember that dogs never die. They are sleeping in your heart.

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37

Montag, 18. Juni 2012, 18:17

-Nachher kamen wir dann auf den Weg, wo ich Shirin laufen lassen konnte. Erst noch kurz ein bisschen gebellt, dann ist sie ihrer Wege gegangen, uns bzw. S. immer im Blickfeld, aber ruhig und gesittet. Irgendwo meinte S. dann, sie werde sich mal hinknien und gucken, ob Shirin kommt. Sie kam natürlich nicht, sie kommt meistens nicht beim ersten Mal. S. meinte, es wäre besser, sie wäre angeleint und ich würde ihr die Leine in die Hand geben, sie würde nicht ziehen, sondern nur sanft die Leine gespannt halten. Auch da wollte ich wissen, warum.
Erklärung: Weil sie so schneller merkt, dass gar nichts passiert, als wenn ich ihr Gelegenheit gebe, rumzulaufen, dann kommt sie ja sowieso nie, dann kniet sie in einer Stunde noch am Boden und Shirin kommt immer noch nicht zu ihr hin. Die Leinenmethode funktioniert aber meist ziemlich schnell.

Warum ist das notwendig, dass es möglichst schnell geht, wollte ich wissen. Antwort: Na ja, man hat halt das Therapieziel und ja auch nicht ewig Zeit, will ja was erreichen in dem Zeitraum. :huh:

Ich erwiderte, das sei mir völlig egal, wie lange es dauert oder wenn Shirin rumläuft und Abstand hält, solange sie das ruhig und ohne Tohuwabohu macht. Dass ich gar nicht verlange, dass sie bei einer ersten Begegnung nach 20min zu jemandem hingeht, der ihr völlig fremd ist. Und dass ich will, dass sie ihren Abstand zu einer Person wenn möglich selber wählen darf, nämlich den Abstand, bei dem es ihr noch so wohl ist, dass sie ruhig beobachten kann und nicht bellen muss. Und dass es mir tausend Mal lieber ist, Shirin braucht ein paar Begegnungen mehr, um sich wirklich zu einem Menschen hinzutrauen, als dass irgendwas passiert, während sie eine fremde Person an der Leine hält. Ausserdem weiss sie genau, an der Leine kann sie nicht weg, wenn sie Panik kriegt, und entspannt sich nicht. Ist sie frei, kann sie sich so bewegen, dass sie sich sicher fühlen kann.

Und: Wenn man sie selber entscheiden lässt, wann sie wie nahe kommt, dann geht es inzwischen oft sehr schnell und sie kommt sich ein Gutzi abholen, kommt schnüffeln, lässt sich sogar streicheln. Aber sicher nicht bei einer fremden Person an der Leine.

Was, wenn sie in dem Moment wegen irgendwas erschrickt und das mit der Leine/der Person verknüpft? Dann fangen wir schön wieder von vorne an. 8|

Ich habe das dann da an der Stelle auch nicht ausprobiert, das mit der Leine.

Auch da wieder: Es kann Hunde und Situationen geben, da ist es ok, nötig, von Vorteil, sowas mit der Leine und der fremden Person zu üben. Aber um das an einem Hund anwenden zu können, muss ich a) seine Geschichte und die Entwicklung bis zum heutigen Tag wirklich kennen und b) einfach einschätzen können: Ist das ok mit DIESEM Hund, JETZT, wie viel mag es leiden, wann ist genug geübt, wie hoch ist der Stresspegel, bringt es was, brechen wir ab, machen wir vielleicht was ganz anderes (aber was, ohne Erfahrungs-/Wissensschatztruhe?)...auch das geht nicht ohne Hundeerfahrung und nach sechs Wochenenden.

- Als wir dann da so standen und darüber diskutierten, habe ich Shirin beobachtet. Und sie hat gezeigt, was ich immer so toll finde: Sie hat sich selber runtegeholt durch Schnüffeln, so, wie ich es ihr von klein auf gezeigt habe und was sie heute sehr gerne einsetzt. Die Aufmerksamkeit, den Blick, immer bei uns, aber die Nase intensiv am Boden, in ihrem Wohlfühlabstand ihre Kreise um uns ziehend. Rute entspannt, kein Bellen, ganz toll.

S. meinte, jetzt schnüffle sie ihr Revier ab. Ich meinte, ja, sicher AUCH zum Teil, aber hauptsächlich zeigt sie gerade ein schönes Verhalten, macht das von mir eben beschriebene und baut so selbständig Stress ab, was super ist . S. fand das glaube ich ziemlich schräg, respektive hat mir das nicht so recht geglaubt.

Und wieder: Erstens kenne ICH meinen Hund und sehe sehr gut, ob sie sich die Zeit grad mit purem Reviererkunden vergnügt, oder ob sie Stressabbau betreibt. Zweitens wäre auch da wieder einiges mehr an Wissen von Vorteil. Welche Arten von Schnüffeln gibt es? Welche Arten von Stressabbau? Und vorallem: Wie erkenne ich, was davon gerade geschieht?
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Montag, 18. Juni 2012, 18:18

- Dann wieder das "Aggressionsthema" bei Shirin, das nicht existiert. Ich behaupte nicht, dass ich mit viel Training oder nur noch falschem Verhalten meinerseits oder mit einer täglichen Portion Prügel nicht eine Portion Aggressivität aus Shirin herausbekommen könnte. Wo so viel Angst ist, muss auch daran gedacht werden. Aber so, wie alles läuft, wird aus Shirin nun mal kein Hund, der Leute anfällt, ist nun mal so.

S. wollte dann gerne wissen, wie das mit den Ressourcen zu Hause aussieht. Darf sie überall hin oder hat sie ihren festen Platz? Essen wegnehmen? So Dinge halt.
Ich habe geantwortet, dass meine Hunde überall hin dürfen, auch aufs Sofa und ins Bett, aber nur solange es für uns Menschen passt, dass immer ein, zwei Spielzeuge herumliegen und dass ich ihr alles aus Essbare weg und aus dem Fang nehmen kann, wenn ich das will. Und all das ist echt unser kleinstes Problem.
Und ich habe gespürt, am liebsten würde S. mir raten, dass ich das unbeding ändern muss. Aber da waren wir schon fast am Schluss und ich glaube, ich habe sie ziemlich herausgefordert mit all meinen Fragen und (Gegen-)Argumenten.

Sie hat mich dann gefragt, was passieren würde, wenn sie mit in die Wohnung käme und sich z.B. auf Shirins Bettchen setzen, mich stürmisch umarmen oder Shirin beim Fressen den Napf wegnehmen würde. Da würde sie doch bestimmt knurren und Aggressionen zeigen. Leider musste ich darauf erwidern, dass Shirin, wenn S. mit in die Wohnung käme, sich in ihrer Höhle in der Ecke der Eckbank verkriechen und sowohl Bettchen als auch sie/mich und ihren Napf für den Rest des Tages ignorieren würde. Würde das Wunder eintreffen und Shirin würde sich trauen, aus ihrem Napf zu fressen während S. dabei ist und diese sich dann bewegen, auf Shirin zu, um ihr den Napf wegzunehmen, dann wäre erst mal fertig mit fressen, weil Shirin nämlich schleunigst flüchten würde.

Und nochmals: Ressourcenkontrolle ist oft ein Thema. Japp. Aber S. kennt Shirin doch noch gar nicht. Um mit dem Thema zu kommen, müsste sie sie doch mal in der Wohung erlebt haben und sehen: Ok, ja, dieser Hund kontrolliert die gesamte Familie und jegliche Einrichtungs-, Spiel- und Futtergegenstände. Da müssen Grenzen gesetzt werden.
Aber bei einem hochsensiblen Hund wie Shirin, wo ich schon froh bin, dass sie nicht in ihr Loch in der Essecke kriecht, wenn man mal zu emotional etwas erzählt und wo ich nur streng gucken muss und sie hüpft schleunigst vom Sofa, zu mutmassen, dass sie, weil sie im Treppenhaus geknurrt hat, bestimmt aggressiv reagiert, wenn S. ihr das Futter wegnimmt oder sich auf ihr Bettchen setzt...zeigt auch wieder: Nur von sechs Wochenenden theoretischem Wissen und ein bisschen Übungspraxis kann man einfach keine komplexen Situationen beurteilen, das ist schlicht unmöglich.

Das waren ein paar Beispiele von unserer Begegnung heute, wo bei mir einfach die Alarmglocken klingeln. Die Leute müssen ja glauben, was ihnen erzählt wird, solange sie keine Alternativen kennen.

Dann habe ich noch gefragt, wie SIE denn darüber denkt, nach so kurzer Zeit Hunde/Menschen ausbilden zu können. Ihre Antwort lautete, na, ihre Aufgabe sei es ja nicht, die Hunde auszubilden. Ihre Aufgabe sei es, die Hunde auszutesten (mit Maulkorb und Schutzkleidung?) und die Probleme rauszufiltern.Und dann therapiere sie die Hunde. Nicht ausbilden. Und sie müsse ja dann die Menschen anleiten, nicht die Hunde, weil die Menschen sind es ja, die den Hund bisher falsch geführt haben. Ändern sie ihr Verhalten, ändert sich auch das Fehlverhalten vom Hund.

Mein Gegenargument: Es mag stimmen, dass viele Probleme bereits durch eine Verhaltensänderung beim Halter entschärft oder sogar behoben werden können. Dennoch gibt es Verhaltensweisen, die hat der Hund falsch bzw. für uns Menschen negativ erlernt. Vielleicht durch das Fehlverhalten des Halters, ja, aber eben doch völlig falsch gelernt, verknüpft, was auch immer. Und es kann sein, dass eine reine Verhaltensänderung seitens des Halters noch nicht die Lösung der Probleme ist. Vielleicht muss der Hund langsam an das neue, positive Verhalten herangeführt werden. Dinge müssen neu konditioniert werden. Es muss geübt und trainiert werden. Der Besitzer muss vielleicht zu all dem instruiert und angeleitet werden. Und niemand garantiert, dass Methode X aus der Ausbildung für diesen Hund die richtige ist. Vielleicht muss man das Pferd komplett von einer anderen Seite aufzäumen.

Was dann?

Und warum darf man es nicht "Hunde und Menschen ausbilden" nennen, was bitteschön ist es dann? Ist Therapieren nicht auch gleich Ausbilden, je nach dem, wie man es anschaut? Ich muss den Menschen umpolen, damit er sich dem Hund gegenüber korrekt verhält, danach muss der Mensch den Hund umpolen. Solange S. dabei die Leine selbst in die Hand nimmt, wie heute bei Shirin diskutiert, solange sie sich auf ihre Bettchen setzt und ihnen den Napf streitig macht und sicher auch entsprechend auf die Reaktionen reagiert, macht sie auch am Hund herum...und will etwas damit erreichen...und bildet somit beide aus, den Menschen und den Hund.

Darauf wusste sie dann keine Antwort.

Ich fand es interessant und ich finde S. nett. Aber sowas wie mit dieser Ausbildung geht einfach nicht, sorry. Ich finde es schlicht verantwortungslos und daneben von dieser "Ausbildungsstätte". Und ich bin schockiert über die Dauer. Wenn S. nun gesagt hätte, das dauert zwei Jahre oder so...ok. Aber sechs Wochenenden plus ein bisschen Hausaufgaben und dann weiss man, wie man Problemhunde therapiert...geht einfach gar nicht.

Und eben, ganz deutlich gemerkt: Da klaffen logischerweise immense Wissens- und Erfahrungslücken. Es ist auf diesem Stand einfach nicht möglich, diese "Problemfälle", Hund UND Halter, mit all ihren Aspekten, Fein- und Eigenheiten, alle diese wichtigen Puzzleteile, als Ganzes zu erfassen. Schlicht unmöglich.

Am meisten irritiert hat mich heute, und das habe ich S. auch gesagt, dass ich das Gefühl hatte, ich muss mich laufend verteidigen und ihr die Art, wie ich mit Shirin arbeite, verständlich machen. Zeigen, dass auch ANDERE Arten möglich sind, dass es keine alleingültige Hundeweisheit gibt. Hatte teilweise das Gefühl, sie findet alles was ich sage zwar ok, bzw. lässt mich reden, weiss aber eigentlich, das IHRE Methode die bessere ist, dass alles genau so stimmt, wie SIE es sich denkt, weil sie es ja schliesslich so lernt. Dass sie Shirin permanent eingeschätzt hat und das ziemlich falsch, und mir Tipps geben wollte, die ich a) so eh nicht annehmen kann, weil sie für uns nicht stimmen und die b) schlicht nicht fundiert sind aus all den oben genannten Gründen. Dass ich richtig kämpfen musste teilweise, um am Schluss nicht als Anfängerin dazustehen und S. als Expertin, weil sie ja gerade diese Ausbildung macht. Und halt die Tatsache, dass Dinge, von denen wir alle wissen, dass sie so NICHT oder nur teilweise stimmen, bzw. halt nicht IMMER, so dargestellt hat, als wäre es die nackte und immer geltende Wahrheit und punkt.

Mag ein subjektives Gefühl sein...aber es hat mich irritiert.

S. war ein bisschen eine Arme heute, glaube ich. :d Aber ich konnte es einfach nicht lassen mit meinen Gegenargumenten, mit vielen Fragen und "Aber".

Ich habe ihr angeboten, dass wir uns wieder treffen können und sie auch bei mir in der Plauschgruppe vorbeischauen und Hunde beobachten kann, solange wir danach die Dinge besprechen, die sie meint gesehen zu haben. Aber ich weiss nicht, ob sie nach heute noch Lust dazu hat. :hihi: Ich war freundlich...aber halt schon bestimmt. Hoffe nicht zu krass. :huh:

So. Punkt. Sorry nochmals für die Länge, echt. :peinlich: aber es hat so an mir genagt, dass ich jetzt einfach mal losschreiben musste. Hoffe es ist ok. :smile:
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Montag, 18. Juni 2012, 18:46

Ich gucke mir gerade die Homepage des Anbieters an. Zertifizierter Problemhundeberater wird man in drei Tagen. Zertifizierter Gebrauchshundeausbildner an sechs Wochenenden. Mit allem drum und dran, um danach Teams auf Prüfungen trainieren zu können.

Die Methode habe ich mir auch mal angeschaut, aber als zu Radikal empfunden. Und gerade WEIL sie so radikal ist und vom Halter - behaupte ich jetzt einfach mal - in den allermeisten Fällen eine riesige Umstellung bedeutet, gehören da nur echte Fachleute ans Werk, um das zu vermitteln.

Link für Interessierte per PN, ich will ja keine Probleme bekommen, nach dem ich mich hier so kritisch geäussert habe.
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Montag, 18. Juni 2012, 18:48

Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Ausser für die Problemhundetherapeutenausbildung, da braucht man einen eigenen Hund. S. hat aber keinen.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH!!!!!!!!!!!!!! :wall: :0haue-haue0: :k_irre: :pinch: :wacko: 8| X( :huh: :|
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