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Honey1510

unregistriert

1

Mittwoch, 6. März 2013, 12:08

Mantrailing fördert Jagdinstinkt?

Hallo zusammen
Ich hätte da mal ein Frage an die erfahrenen Mantrailer. Fördert das Mantrailing die Jagdpassion, wenn man schon einen Hund hat, der einen guten Jagdinstinkt hat (was ja nicht unbedingt im Alltag immer positiv ist!)?
Oder geht das "selbständige" Jagdverhalten dadurch zurück, da der Hund lernt, gemeinsam mit dem Menschen zu jagen?
Ich möchte gerne ein Wochenend-Seminar als Einführung besuchen, denn meine kleine Maus setzt ihre Nase sehr oft ein und daher denke ich, dass es eine gemeinsame Beschäftigung wäre 1_(53) , die ihr Spass machen könnte.
ich fände es aber mühsam, wenn sie dadurch nur noch die Nase auf dem Boden hat und aufgeputscht vom Mantrailing das so toll findet, dass der Jagdtrieb grösser wird, weil die Lust gesteigert worden ist.
Was meint ihr? Ich danke euch für eure Inputs!

Mönchen

unregistriert

2

Mittwoch, 6. März 2013, 12:43

Meiner knapp 3jährigen Erfahrung nach mit eigenen und anderen Hunden, fördert es den Jagdinstinkt NICHT!
Die Bindung zum HF wird gestärkt und es lastet den Hund geistig wie auch körperlich sehr stark aus! Ich habe noch von niemanden gehört, dass der Hund mehr selbstständig jage. Mantrailing hat auch Null mit jagen zu tun, sondern mit Nasenarbeit. Drogenhunde und trüffelhunde jagen ja auch nicht mehr deswegen. Wie Mantrailing schon sagt, werden Menschen gesucht.

Ich sehe da Null Zusammenhang zum jagen :)
Und bin ein grosser Fan!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mönchen« (7. März 2013, 10:52)


Tinuvielle

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3

Mittwoch, 6. März 2013, 13:06

Also meiner ist ja ausgebildet für die Trüffelsuche und hat auch schon Mantrailing gemacht - keines hat seinen Jagdinstinkt hervorgeholt. Er hängt auch nicht ständig mit der Nase am Boden. Im Gegenteil, Fährten interessieren ihn kaum und Wild findet er langweilig. Sobald ich ihm aber das "Suchkommando" gebe, ist die Nase unermüdlich am schnüffeln, jedoch hört er auf zu suchen nach meiner entsprechenden Auflösung. Ich finde Mantrailing eine tolle Auslastung. Vielleicht kann dir der oder die Seminarleiter/in mehr Auskunft darüber geben?

Miro5

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4

Mittwoch, 6. März 2013, 15:50

Miro und ich trailen seit 1 Jahr. Mein Bub ist ein rechter Jäger.... :sad: Durch das Trailen wurde der Jagdinstinkt sicherlich nicht gefördert oder verstärkt! Ich finde die Teamarbeit beim Trailen absolut genial und es fördert die Hund-Mensch-Beziehung, ich kann es Dir nur empfehlen! Falls Du das Seminar besuchts, viel Spass dabei und ich nehme an, dass es auch Dir den Ärmel rein ziehen wird :smile:

Psovaya Borzaya

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5

Mittwoch, 6. März 2013, 16:09

naja, mantrailen hat durchaus mit dem jagdtrieb was zu tun, nicht umsonst sind die besten trailer die bloodhounds und von denen kann man keinen einzigen frei lassen (ausnamen bestätigen die regel). habe an der messe mit einer züchterin darüber gesprochen (die, die hunde für den kongo ausbildet). aber ich glaube nicht, dass man sich so einen abartigen jäger heranzüchtet. ausserdem verwendet man ja ein geschirr und der hund kann/soll das mit dem trailen in verbindung bringen. beim sanitätle früher zog ich meinem schäfer die schabracke über und sofort ging die nase hoch, er nahm witterung auf, etc. in der "freizeit" verliess er die wege im wald weiterhin nicht, ich merkte keinen unterschied zu der zeit wo wir noch kein sani gemacht haben. allerdings habe ich sichtjäger und die werden sowieso nicht anfangen auf spur zu gehen nur wegen dem trailen. aber wenn natürlich während dem trailen wild hochgeht, so wüsste ich nicht, was für konsequenzen das hat bei meiner dawn zb.
herzliche grüsse conny mit nastassja und jendayi und dawn im herzen

Zia

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6

Mittwoch, 6. März 2013, 18:14

ich habe (noch) nicht wirklich erfahrung... erst einmal einen kurs besucht (leider). ich gebe einmal weiter, was ich darüber gelernt habe bzw. was ich auch darüber denke.

ich denke du sprichst da 2 themen an, oder?
1. dass ein "Instinkt" gefördert wird, welcher vorher eher nicht zum vorschein kam
2. dass der hund dann immer im "suchmodus" läuft

zu frage 1; dass weiss ich ehrlich nicht. klar wird beim mantrailing ein mensch gesucht. aber die basis ist einer vorgegebenen spur folgen bis xy gefunden wird. rein theoretisch könnte dass was auch immer sein. aufgrund punkt 2 denke ich aber eher nein.

frage 2: nein, macht der hund nicht. das suchen bzw. der start wird richtig ritualisiert. grundsätzlich ist der hund im auto am warten. dann kommt ein spezielles Geschirr / Leine zum Einsatz. D.h. Hund aus dem Auto holen, spezielles Geschirr anziehen, Leine z.B. noch an Halsband. Zum Referenzgeruch führen, dort Leine an das Geschirr, riechen, und loooos. Sobald Zielperson gefunden wurde, wird die Leine wieder umgehängt bzw. das Geschirr abgezogen. Der Hund merkt da sehr schnell wann "Arbeit" angesagt ist.

noch was zum input von psovaya: mantrailing ist Jagd! die "besten" Hunde sind meistens die, welche jagdlich ambitioniert sind (nicht sichtjäger, mehr die stöbere). darum auch eine super beschäftigung für die jäger... er darf machen was er so gerne macht, dies zusammen mit dem menschen, belohnung / erfolg auch da, und das alles kontrolliert :-).


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7

Mittwoch, 6. März 2013, 18:38

@zia: genau, aber es können durchaus auch die sichtjäger dies machen, kenne eine barsoizüchterin die trailt mit ihren soilis sehr erfolgreich. aber bloodhounds macht man natürlich keine aus ihnen...
herzliche grüsse conny mit nastassja und jendayi und dawn im herzen

Zia

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8

Mittwoch, 6. März 2013, 18:44

ja klar, jeder hund mit nase kann es :-). die richtigen "stöberer" haben es einfacher :-)


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9

Mittwoch, 6. März 2013, 23:33

Miro5 und tinuvielle: ich schliesse mich euch absolut an.

Conny ich muss dir widersprechen. Beim "echten" Mantrailing geht es um das Opfer und der Opferbindung. Der Hund will nicht suchen, sondern so schnell wie möglich das Opfer FINDEN.
Dies hat rein gar nichts mit Jagen zu tun. Bluthunde werden für die Rettung (berufstrailer und Redog etc) natürlich bevorzugt eingesetzt, weil dessen Nasen und Riechzellen noch besser ausgebildet sind, als die von 0815 Hunden.

Zia

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10

Donnerstag, 7. März 2013, 07:53

Beim "echten" Mantrailing geht es um das Opfer und der Opferbindung. Der Hund will nicht suchen, sondern so schnell wie möglich das Opfer FINDEN.

Ich wäre ich froh, wenn du das "echte Mantrailing" definieren könntest. Es gibt ja nur 1 Mantrailing.

Jein. Mantrailing bzw. die Nasenarbeit ist für die meisten Hunde eine natürliche Art zu suchen. Klar sucht er, damit er ans Ziel kommt. Wobei wir wieder beim jagen sind. Der wilde Hund folgt ja auch keiner Wildspur zum Spass, er folgt ihr damit er zum Ziel kommt (Wild) und um sich dann zu belohnen. Also alles jagdlich angehaucht.

Die Bindung erfolgt zu mir weil wir etwas zusammen machen, ich lerne den Hund noch besser zu verstehen und vertrauen. Zudem spannend, der Hund übernimmt die Führung und ich bin "nur" der Leser. Da lernt man sehr viel.


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11

Donnerstag, 7. März 2013, 08:38

Im Mantrailing geht es um die Suche vermisster Menschen und wir pläuschler gehen nicht mit einer Ernsthaftigkeit daran, wie die Redog! Oder sind ihr auch schon aus dem Helikopter gestartet Zia? ;)
Ich kenne einen Redog-Trailer, der hatte bevor er auch nur einem Trail lief, ein ganzes Jahr Opferbindung.
Jetzt verstehst du worin der Unterschied liegt, zwischen "ich möchte meinem Hund auslasten" und dem ernsthaftem Mantrailing!

Frau F.

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12

Donnerstag, 7. März 2013, 08:58

Mantrailing fördert den Jagdinstinkt in keiner Art und Weise. Im Gegenteil, Hund mit erhöhtem oder ausgeprägtem Jagdinstinkt tun sich schwerer, der Instinkt ist hier also hinderlich. Generell können Gurppe 6-er Hunde als mehrheitlich höher begabt angesehen werden, ABER:

es gibt immer Hunde (gell Nikki) die, obwohl sie nicht der 6-er Gruppe angehören, eine Extrembegabung aufweisen. Und ja, beim Mantrailing eht es in keiner Art und Weise ums Suchen, es geht, wie dies Mönchenschön darlegte rein um die Opferbindung. Aber wenn der Hund ein Grenzgänger ist und Stöbert oder Fährtet, dann wird er kaum je ein guter Trailer, auch wenn er noch so eine gut antrainierte Opferbindung hat.

Zia

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13

Donnerstag, 7. März 2013, 09:19

helikopter, ja klar! :-)))) nein, natürlich nicht.

ich sage nicht, dass es jagdinstinkt fördert. ich ging nur davon aus, dass beim trailing ein bereits vorhandener instinkt geweckt / geschult wird.

spannend, danke für die infos.


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14

Donnerstag, 7. März 2013, 10:57

Vielleicht noch kurz was aus eigener Erfahrung:
Jaro jagd nur zu gern Katzen. Wenn er auf dem Trail ist, kann er direkt an Katzen vorbeilaufen, ohne, dass diese ihn interessieren. Auf dem Trail ist er so konzentriert Opferbezogen, dass sein Jagdinstinkt unterdrückt, vielleicht sogar ausgeschaltet ist.

Zia

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15

Donnerstag, 7. März 2013, 11:38

Danke für den weiteren Input. Ich hätte dies (anhand meiner Meinung) wie folgt interpretiert:

Wenn die Nase aktiv arbeitet, setzt ja teilweise das Gehirn sogar für anderes aus . Sprich wenn ein Hund extrem am Schnüffeln ist, ist alles um ihn herum vergessen bzw. er kann es gar nicht wahrnehmen. Die Riecharbeit braucht ja unglaublich viel Gehirnleistung wenn man liest was da alles im Kopf passiert. Entsprechend werden andere Funktionen heruntergefahren. Ergo „Fokus auf Trail = Katze egal“.

Wenn unsere Katzen rein kommen, findet das Zia auch immer spannend. Wenn Zia aber z.B. am fressen ist und die Katzen kommen; egal. sie merkt das gar nicht richtig. Fokus auf Essen = Katzen egal. Sobald fertig gegessen, Kopf hoch, aahhhh Katzen: und los geht es.
Anderes Beispiel: Hund jagt einem Hasen hinterer; Fokus voll auf den Hasen. Dabei „vertrampt“ sich der Hund ein Bein. Er merk es nicht einmal da er so auf den Hasen fokusiert ist. Erst wenn diese „Arbeit“ fertig ist, wird der Hund es merken und humpeln. Wiederum Fokus auf eine Arbeit.

Weiss Du was ich meine? Ich hätte Deine Beispiel eher abgetan als Fokus auf die Riecharbeit; und nicht auf das eigentliche Opfer am Ende.

Ich betone es noch einmal: ich habe KEINE AHNUNG  Das wäre nur meine persönliche Interpretation.


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Anne

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16

Donnerstag, 7. März 2013, 12:03

Ich hab ja auch keine Ahnung von Trailen, ABER wie Matthias fällt mir auch auf, dass dieses Phänomen sicherlich nicht nur auf das Trailen zutrifft. Generell denke ich, ist es vor allem die Nasenarbeit - fährte ich mit Mairin, ist ihr die Umwelt auch völlig egal. Neulich hat es sogar geschossen in der Nähe - Mairin ist nicht schussfest - sie hat in Ruhe weitergefährtet. Ich seh das teilweise schon nur auf dem Spaziergang, wenn sie sehr mit der Nase beschäftigt ist, ist sie tw gar nicht mehr ansprechbar.

Es ist also ganz sicher ein Fokus da. Ich denke trotzdem, dass das die Opferbindung nicht ausschliesst ;) Was versteht man denn genau unter Opferbindung? Es geht ja nicht in dem Sinn um eine 'soziale' Bindung (kennt, mag der Hund das Opfer), sondern eben genau um diesen Fokus, der in diesem Fall halt (erlernterweise) das Opfer ist, respektive die Duftspur, die zum Opfer führt.

Ich denke auch, es ist falsch, zu sagen, dass es mit dem Jagdinsitinkt nichts zu tun hat. Die Fähigkeit zur konzentrierten, treuen Verfolgung einer Fährte bis an ihr Ende ist durchaus aus dem Jagdverhalten abzuleiten, meine ich. Das Verhalten wird einfach umgelenkt - wie eigentlich jeder natürliche Trieb - Edit, ich korrigiere mich, das stimmt natürlich nicht, aber: viele der natürlichen, ausselektionierten Verhaltensweisen - des Hundes wohl daraus abgeleitet und daraus modifiziert wurde, auch das Hüten zB. Dass es das Jagdverhalten steigert, denke ich hingegen nicht. Als sehr intensive Auslastung, die den Hund auf einer sehr ursprünlichen Basis - der Nase - beschäftigt, denke ich sogar, dass es das Jagdverhalten dämpfen / in Bahnen leiten kann, weil der Hund ja jagdähnlich ausgelastet wird. .. Aber ganz ehrlich, ich weiss nix dazu, da lasse ich mich jetzt wirklich auf die Äste raus ;)
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