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Anne

Moderatordoggie

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1

Sonntag, 11. August 2013, 20:02

Einfache Erklärungen zur Genetik - Mischlinge aus "Zucht" - Thema aus Lios Katzenthread

Ich eröffne hier dieses Thema, weil es in Lios Katzenthread aufgekommen ist, und ich es wichtig finde, dass wir das aufnehmen und das Thema sachlich erklärt wird :) Ich weiss, dass wir dazu schon ein paar Threads haben, mir lag es einfach am Herzen, ein bisschen was noch zu erklären und dazu zu schreiben, da Lio aufgrund ihres Alters natürlich mit einer anderen Wissensbasis mitdiskutiert :) Ich hoffe, Lio, dass du nachher auch nicht mehr sagst, 'interessiert mich nicht', denn es ist ein Thema, dass einen als Hundehalter (leider?) einfach interessieren MUSS, denn es ist wirklich sehr, sehr wichtig. Vielleicht nicht auf dein einzelnes, liebes, gesundes Tierchen daheim bezogen, aber auf alle Hunde und die Hundezucht, egal ob rasserein oder Mischlinge.

Also, ich erkläre mal vor allem das etwas reisserische Statement von Lilith von wegen krank x krank = gesund.

Mit krank gemeint ist hier nicht so krank, wie man vielleicht denken könnte: Also nicht, dass ein Hund oft krank wird und zum Tierarzt muss. Gemeint ist hier die genetische Gesundheit. Ich nehme an, Lio, dass du noch keine Genetik hattest in der Schule, deshalb nur eine ganz kurze und wirklich einfach ausgedrückte Einführung: Die Gene bestimmen, wie ein Tier (oder auch der Mensch) ist, wie es äusserlich aussieht, aber auch, wie es innerlich funktioniert. Es gibt Gene für die Augenfarbe, für die Haarfarbe, für die Körpergrösse, für alles mögliche. Sie sind das Puzzle, aus dem jedes Lebewesen besteht. Da gibt es dann eben auch Gene, die zum Beispiel bestimmen, wie das Skelett aussieht, wie gut die Knochen sind, wie gut die Zähne sind, wie der Magen funktioniert und das Herz und die Leber, einfach ALLES. Und es gibt eben auch defekte Gene, die dann leider dafür sorgen, dass zum Beispiel der Magen nicht richtig funktioniert, oder dass ein Lebewesen anfälliger ist auf Allergien, oder auch ganz schlimme Defekte, die dann dazu führen können, dass so viel kaputt ist, dass ein Tier gar nicht lebensfähig ist. Von diesen Defekten gibt es leider sehr viele - eins davon ist zum Beispiel, wenn zu wenig Pigment (also Farbe) vorhanden ist, so wie bei meiner Mairin. Sie ist deshalb taub auf einem Ohr, das hängt zusammen. Ebenso hat sie ein kaputtes Gen bekommen, das mit den Augen zu tun hat, und sie früher oder später blind machen wird. Das sind beides genetische Krankheiten, Mairin ist also sozusagen ein "kranker" Hund, obwohl sie sonst nie krank ist und quietschfidel rumspringt und kaum zum Tierarzt musste in den 5 Jahren, die sie jetzt schon alt ist.
Bei vielen Rassen sind zum Beispiel Verformungen der Hüftgelenke ein Problem (Hüftdisplasie, HD), und ein Teil davon ist eben durch die Gene bestimmt. Andere haben ein Problem, dass manche Stoffe, die im Körper arbeiten, ihre Aufgaben nicht richtig ausführen, weil die Gene eben kaputt sind, die das bestimmen müssten. Da gibt es also ganz schön viel, dass in den Genen sitzt, und eben schief laufen und einen Hund 'krank' machen kann, ohne, dass wir es unbedingt merken, weil der Hund eigentlich ganz gesund wirkt.

Diese Sachen werden vererbt. Das heisst, dass beide Elterntiere für jedes Gen, also jedes Puzzleteil des Körpers, immer eine Information geben - zum Beispiel dafür, ob die Augen blau oder braun werden. Es kann sein, dass vom Papa blaue Augen vererbt werden, und von der Mama braune Augen. Diese Gene werden dann nicht einfach vermischelt, sondern EINS von beiden wird dann umgesetzt. Dabei gibt es bei vielen Genen eine Art 'Regeln'. Bei den Augenfarben beim Menschen ist es zum Beispiel so, dass braune Augen blaue Augen immer schlagen. Wenn also der Papa braune Augen vererbt und die Mama blaue, dann wird das Kind braune Augen haben, immer. Auch bei den kranken Genen geben immer beide Eltern ein Gen weiter, es kann also sein, dass die Mama etwas gesundes weitergibt, und der Papa etwas krankes. Je nach dem Gen ist es jetzt so, dass dann beim Jungen das gesunde Gen durchschlägt, er hat also das Problem dann nicht. Trotzdem trägt er aber das kranke Gen in sich und kann das weitervererben, man sieht es ihm nur nicht an, weil er an der Krankheit nicht leidet.

Für einen einzelnen Hund spielt das dann auch keine grosse Rolle. Es kann sein, dass ein Hund ein krankes Gen trägt, das aber keine Rolle spielt und er kerngesund ist. Das Problem ist, wenn dieser Hund jetzt Junge hat, und zufällig mit einem Hund gepaart wird, der das gleiche kranke Gen auch weitergibt - dann sind nachher die Jungen krank.

Nun ist es so, dass wir mit der heutigen Wissenschaft viele dieser Gene testen können, und dann sehen, ob sie gesund sind oder krank. Darum werden in seriösen, richtigen Zuchten ganz viele Gesundheitstests gemacht. Das ist dann viel mehr als nur, ob ein Hund gesund aussieht und wenn der Tierarzt ihn untersucht gesund scheint, da wird Blut abgenommen und dann wirklich im Labor geschaut, was sich da im Puzzle versteckt. In einer guten Zucht weiss der Züchter also genau, dass beide Eltern gesunde Gene weitergeben, und dass deshalb auch die Jungen gesund sein werden. Oder wenn er weiss, dass die Mama ein krankes Gen weitergeben kann, wählt er den Papa so aus, dass der nur gesunde Gene weitergibt. So wird sichergestellt, dass eine Rasse gesund bleiben kann.

Viele Leute, die Mischlinge machen, schauen eben nicht auf diese genetische Gesundheit, sondern nehmen einfach zwei Hunde, die zwar scheinbar gesund sind, aber eben nicht getestet. Und wenn die Hunde nicht getestet sind, kann es einfach sein, dass da dann kranke Gene drin sind. Und das weiss man dann einfach nicht. Für Lio spielt das dann vielleicht gar keine Rolle, weil er Glück hatte und nur gesunde Gene abbekommen hat, aber es kann sein, dass ein paar seiner Geschwister zum Beispiel kranke Gene haben und später deswegen mal Probleme haben werden, und vor allem ist es eben gefährlich, weil es dann immer mehr Hunde gibt, bei denen nicht klar ist, was für Gene sie haben. Und wenn dann mit denen weitergezüchtet wird, verbreiten sich diese kranken Gene immer weiter, und wir merken das vielleicht erst zu spät.

Jetzt wird eben ganz oft behauptet, dass Mischlinge gesünder sind. Damit ist dann genau wieder die genetische Gesundheit gemeint, also nicht, ob ein Hund viel krank ist oder nicht. Es ist eben so, dass es bei den Rassehunden nur noch eine kleine Anzahl möglicher Informationen für ein Gen gibt. Bei vielen Rassen gibt es zum Beispiel gar keine blauen Augen mehr, oder nur noch Stehoren, und auch die Grösse ist genetisch festgelegt. Du findest keinen Collie, der nur 20cm gross ist. Das sind alles Sachen, auf die bewusst hingezüchtet wurde, weil das zur Rasse gehört. Auch der Charakter ist bis zu einem gewissen Grad genetisch bestimmt, deswegen ist der Appenzeller zum Beispiel ein Wächter und der Border Collie will so viel arbeiten. Das heisst, es wurden immer die Tiere miteinander verpaart, die diese Eigenschaften weitervererbt haben, und andere wurden aus der Zucht ausgeschlossen. Deswegen gibt es nur ein paar wenige Hunde, die an der Basis einer Rasse stehen, und alle anderen sind dann mehr oder weniger eng miteinander verwandt. Das Problem ist, dass dann auch die genetische Information immer enger wird. Zum Beispiel siehst du vielleicht ähnlich aus wie deine Cousinen und deine Cousins - das ist bei den Hunden auch so, nur hat man dann bei den Hunden aus den Cousinen und Cousins Welpen gemacht, weil man ja will, dass die alle ähnlich aussehen. Dadurch werden alle Informationen, wie ein Gen aussehen kann, immer weniger, und das kann zu einem Problem werden, weil es zum Beispiel plötzlich ganz schwierig ist, Eltern zu finden, die eine gute Hüfte haben (wie beim Deutschen Schäferhund). Es wird deshalb oft behauptet, dass Mischlinge gesünder sind, weil die Eltern dann eben gar nicht verwandt waren und sehr unterschiedliche Informationen vererben können. Das kann man aber nicht wissen, wenn die Eltern nicht auf alle möglichen Krankheiten getestet wurden und dann bewusst so verpaart, dass sich dort keine schlechten Gene mehr finden. Und ganz viele Leute, die Mischlingswelpen haben, schauen eben überhaupt nicht darauf.

Es gibt viele Leute, die finden, dass die Rassezucht die einzige Möglichkeit ist, sicherzustellen, dass sich keine unbekannten Krankheiten plötzlich verbreiten, und weil man bei Mischlingen einfach nie so genau weiss, welche Gene da durchschlagen am Ende, sowohl vom Körper und den Funktionen wie vom Charakter, und andere sagen, es ist in Ordnung, Mischlinge zu züchten, wenn man auf die genetische Gesundheit achtet - das ist ein riesengrosses Streitthema in der Hundeszene, und es ist im Moment grad sehr, sehr aktuell :)

Ich hoffe, ich habe das einigermassen verständlich erklärt, und dass du, Lio, jetzt auch siehst, dass es ein wichtiges Thema ist. Scheu dich nicht, viele, viele, viele Fragen zu stellen, auch wenn du etwas nicht verstehst! Wir beantworten sie gerne (und freundlich - wenn ich dazu bitte alle auffordern darf ;))
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batina

Streunerdoggie

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2

Sonntag, 11. August 2013, 20:13

Danke Anne, super gut und Verständlich geschrieben. Und auch sehr sachlich.

betti86

Sportdoggie

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3

Sonntag, 11. August 2013, 20:22

Ja, danke anne!
Super geschrieben ;-)
Kira, 20.01.2003, Border Mix
June, 19.01.2012, Border Collie

,,Ein Hund ist nicht "fast ein Mensch", und ich kenne keine grössere Beleidigung des Hundes, als ihn so zu bezeichnen,,

Tinuvielle

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4

Sonntag, 11. August 2013, 20:39

:super: Einfach nur Klasse Anne!

Bluenote

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5

Sonntag, 11. August 2013, 21:27

Thanks! :super:
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cindy

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6

Sonntag, 11. August 2013, 21:38

Wow :/dank:/ Anne, Klasse geschrieben :thumbsup:
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

Foto Homepage tier-natur-foto

7

Sonntag, 11. August 2013, 22:16

Schön verständlich beschrieben :super:

TalkingAnimals

unregistriert

8

Sonntag, 11. August 2013, 23:11

Super geschrieben!

Ich kann dazu ein Beispiel geben zu meinem Sheltie Speedy. Bei den Shelties gibt es eine Augenkrankheit, die ein Welpe von seinen Eltern erben kann. Diese Krankheit ist versteckt in einem Gen. Wenn der Welpe die Krankheit erbt, kann diese irgendwann ausbrechen, bei manchen bleibt sie versteckt und bricht nie aus. Aber wenn man so einen Sheltie, der die Krankheit versteckt in sich trägt, Welpen haben lässt mit einem Sheltie der die Krankheit bereits hat, dann werden die Welpen die Krankheit auch wieder erben und sie wird auch bei diesen Shelties vielleicht irgendwann ausbrechen.

Deshalb müssen Züchter, die mit Papieren züchten, ihre Shelties untersuchen lassen. Der Tierarzt macht dazu einen Augentest und einen Bluttest, wo man genau sehen kann, ob das Gen zur Vererbung der Krankheit da ist, oder ob der Sheltie die Krankheit sogar bereits ausgebrochen im Auge hat. Ausserdem muss jeder Welpe vor dem Verkauf an einen neuen Besitzer diesen Augentest machen, man bekommt die Bestätigung vom Züchter, wenn man den Welpen abholt.

Hobbyzüchter oder Leute, die Mischlinge aus Shelties züchten, machen diese Tests nicht. Diese kosten Geld und benötigen Aufwand und Zeit. Und so kann sich das Gen fleissig weiter verbreiten, ohne dass jemand etwas davon sieht - bis die Krankheit irgendwann ausbricht und der Hund erblindet oder man sogar die Augen herausoperieren muss.

Lia

Sportdoggie

Beiträge: 1 532

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9

Montag, 12. August 2013, 07:50

Super und verständlich erklärt Anne!! Obwohl ich selber zwei Hunde mit Papieren halte, möchte ich für Lio noch folgende Anmerkungen beifügen: Es gibt viele Rassen, die trotz all den Untersuchungen viele Krankheiten mit sich "herumschleppen" und die Hunde leider nicht alt werden oder dauernd beim Tierarzt in Behandlung sind. Auch ist es einfach schwierig, schöne und gesunde Hunde zu züchten und es werden doch da und dort Kompromisse eingegangen, soweit es das Zuchtreglement zulässt. Es sind nämlich längst nicht alle "Abweichungen" Zucht ausschliessend und werden in Kauf genommen, vielleicht auch zum Nachteil für die Gesundheit der Hunde.

Ich kenne sehr viele Appenzeller Mischlinge (mein erster Pflegehund war auch einer und wurde gesunde 15 Jahre alt). Diese sind - bis auf eine Ausnahme - sehr gesund. :nicken: Ein Bordi-Zeller läuft aktuell noch mit seinen 10 Jahren erfolgreich im Canin Cross. Zudem kennt der Appenzeller viele gesundheitliche Probleme nicht (u.a. Schaltwirbel), was natürlich von Vorteil ist, für dessen Mixe. Vorsichtig wäre ich mit Hunden von Moderassen oder sonst belasteten Rassen, wenn sie ohne Papiere und somit ohne Untersuchungen vermehrt werden!!! Bei den "Bauernhofmischlingen" (absolut nicht böse gemeint :smile: ) sehe ich das Problem eher darin, dass so ein günstiger Hund einfach unüberlegter angeschafft wird als ein teurer Rassehund, damit auch schneller wieder abgeschoben wird und im Tierheim landet. Bei Bauernhofhündinnen bin ich ganz klar auch für die Kastration (es werden ja so oft auch die Welpen gleich nach der Geburt entsorgt :cry:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lia« (12. August 2013, 08:02)


Joline86

unregistriert

10

Montag, 12. August 2013, 20:15

Wow Anne, echt toll und gut verständlich geschrieben! Deinen Thread würd ich jedem empfehlen, der noch nicht viel vom Thema versteht!
3*0

11

Montag, 12. August 2013, 21:15

Wow ich hab jetzt grad denn ganzen Thread durchgelesen und ich kann nur sagen: Danke vielmals Anne du hast es mir wirklich verständlich erklärt ich hab alles verstanden. Du wärst eine super Lehrerin. Nicht so wie viele Andere hier im Forum (natürlich nicht böse gemeint;) ) Die keine Rücksicht auf mein Alter nehmen und einfach drauf los schreiben dass ich nichts verstehe. Wircklich super dieses Forum kann froh sein das wir dich haben! Nicht nur dieser Text ist super geschrieben sondern auch viele andere informative Texte in anderen Threads:) .
Du bleibst auch sehr nett und schweifst nicht vom Thema ab:) .Fazit: Ich hab jetzt grad so viel gelernt wie ich in einer Woche Mensch und Umwelt noch nie gelernt hab auch wenn es nicht das gleiche Fach ist. Nochmals danke danke danke für diesen Text:) .

Anne

Moderatordoggie

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12

Montag, 12. August 2013, 21:25

Danke euch allen für die liebe Rückmeldung :)

Lio, es freut mich SEHR, dass du dir den Thread durchgelesen und etwas daraus mitnehmen konntest! :) Ich finde es wirklich wichtig, dass wir daran denken, dass du noch so jung bist, und halt noch nicht so viel davon gelernt hast, wie andere hier. Dann können wir uns ja Mühe geben und es erklären :) Also wenn doch noch irgendwelche Fragen auftauchen, einfach stellen! :good: Nur so kann man dazulernen. Es geht unter Hundehaltern leider oft vergessen, dass wir alle mal irgendwo angefangen haben :)
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Flint

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13

Montag, 12. August 2013, 23:33

Super toll Geschrieben :thumbsup:

Bei den Dalmatiner ist es so mit der Taubheit.Darum ist es Pflicht der Züchter den Hörtest zu machen und nur mit Hunden zu verpaaren die beidseitig hörend sind.

Bei meinem Flint ....habe ich das problem das er massive Hautreizungen hat.... :( .Und ein problem mit dem Trochenfutter wir haben bis jetzt noch kein Futter gefunden das man in einer normalen vorgeschriebenen dossis füttern kann.Sprich wenn auf der Verpackung steht 300g und ich aber trotz unsicher und aus erfahrung mehr füttere als vorgeschrieben er trotzdem abnimmt.Weiss zwar nicht ab das ev auch mit genetik zu tun hat.Bis jetzt ist Flint von seiner Verwanntschaft der einzige der dieses Problem hat ev einen einzelfall in seiner nahen verwanntschaft halbgeschwistern, bei seinen Vollgeschwistern weiss ich es leider nicht ob es nochmals so einen fall gibt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Flint« (12. August 2013, 23:41)


smu7

Kläfferdoggie

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14

Dienstag, 13. August 2013, 11:07

auch noch von mir ein kompliment an anne. die Infos sind immer sehr aufschlussreich. bekomme dass irgendwie nie so exakt auf den punkt. :kaug:

bei einigen Hunden, Collies, Border Collies, Aussis, Schäfern und noch ein paar andern gibts da noch das Problem mit dem MDR1 defekt.
welche eine Unverträglichkeit bei gewissen Medis hervorruft, welche sogar zum tod führen kann.
hab 7 testen lassen da er ja beide rassen drin hat.

TalkingAnimals

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15

Dienstag, 13. August 2013, 11:46

@smu7: ich finde das super, dass du den MDR1 Test hast machen lassen.

Bei den Shelties müssen (bei FCI-Zuchten) die Zuchthunde vor der Ankörung den Test machen, weil es leider auch die Shelties betrifft.
Speedy hat aufgrund seiner Vorfahren MDR1 +/+

Lia

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16

Dienstag, 13. August 2013, 13:17

Für Lio habe ich mir auch schon überlegt, ob ein Test nicht besser wäre, da er ja auch Border drin hat.(Die Laborkosten sind überraschend günstig). Weiss jemand ob ein Border / Appi Mix auch MDR +/- sein kann? Nach den neusten Erkenntnissen können auch die +/- Hunde auf gewisse Medis und Narkosemittel sensibler reagieren, da die Gehirnschranken nicht entsprechend der +/+ Hunden sind. Als Flash einmal in Narkose gelegt wurde, handelte der Tierarzt auch entsprechend um kein Risiko einzugehen. (Flash ist +/-, Crischa ist zum guten Glück +/+)

Bolotta

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17

Dienstag, 13. August 2013, 13:55

Super gut erklärt, Anne.

Welche Augenkrankheiten haben denn eure Hunde? Also, jene, die von Augenkrankheiten geschrieben haben. Wir haben Luna ja auch als Bauernhof Hund gekauft. Dort ist es jedoch keineswegs so, dass Welpen einfach umgebracht werden. Die wurden liebevoll aufgezogen und betreut.

Dafür gab es mal einen Bauern, der junge Katzen hatte. Die Mutter wurde vom Marder getötet, als die Babies noch ganz klein waren. Der Bauer meinte, die Jungen würden wohl auch vom Marder geholt oder sterben. Einige Frauen aus dem Ort starteten dann eine Aktion und retteten diese Büsis und brachten sie ins Tierheim. Ich finde es tragisch, wenn Bauern (oder sonst Leute) nicht gut zu ihren Tieren sorgen, diese sich vermehren können und niemand für die Jungen schaut.

Mich würde noch intressiern: Diese Abklärungen (Gen-Tests), welche erwähnt wurden, machen ja nur Sinn, wenn mit dem Hund Nachwuchs geplant wäre, oder? Unsere Taiga ist ein Rassen-Hund, Engl.Springer Spaniel, mit SKG Papieren. Leider hat sie, angeboren, den "grünen Star", Glaukom genannt. Das bedeudet, der Abflusswinkel oder Kammerwinkel ist zu eng, wo das Kammerwasser abfliessen sollte. Mit der Zeit verstopft das, das Kammerwasser kann nicht mehr abfliesen, es entsteht ein (sehr) hoher Augeninnendruck. Nur 1 Hund aus der selben Zucht, nicht dieselbe Rasse - Welsh Springer Spaniel - , hätte dies mal gehabt, teilten mir die Züchter mit. Taiga ist nun 9 Jahre alt. Fast 9 Jahre lang blieb diese Krankheit unbemerkt, obwohl die Zuchthündin auch auf alles mögliche getestet wurde, so auch die Augen.

Bei Luna (Appenzeller-Labi-Goldi-Mix) würde ich keine Tests machen lassen. Was nützt es mir, wenn ich weiss, sie hat diese und jene Krankheit, muss aber nicht ausbrechen? Ich würde Luna auch nicht mehr zurückgeben, wüsste ich, dass sie eine (schwere) Krankheit hätte. Lieber nichts wissen, und darauf vertrauen, dass sie ein langes, gesundes Hundeleben führen darf.

Tinuvielle

unregistriert

18

Dienstag, 13. August 2013, 14:18

Bei Luna (Appenzeller-Labi-Goldi-Mix) würde ich keine Tests machen lassen. Was nützt es mir, wenn ich weiss, sie hat diese und jene Krankheit, muss aber nicht ausbrechen? Ich würde Luna auch nicht mehr zurückgeben, wüsste ich, dass sie eine (schwere) Krankheit hätte. Lieber nichts wissen, und darauf vertrauen, dass sie ein langes, gesundes Hundeleben führen darf.



Also mal grundsätzlich zu den Gen-Tests: Es kann noch nicht alles per Gen-Test herausgefunden werden. Es gibt bestimme Tests für bestimme Krankheiten, aber nicht für alles. Man wird immer ein Risiko haben, dass auch ein Hund aus serioöser Zucht einen Gendefekt oder eine Krankheit trägt. Wurde denn beide Eltern von Taiga auf Glaukom untersucht? Nur die Zuchthündin zu untersuchen reicht nicht (besonders wenn sie auch eine Trägerin ist)

Also ich finde es grundsätzlich schon wichtig zu wissen, ob mein Hund nun z.b. HD hat oder nicht. So könnte ich bereits früh darauf reagieren und den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Aber das ist wohl eine persönliche Ansicht. Für rassenreine Tiere mit Stammbaum machen gewisse Untersuchungen schon nur Sinn um mehr über die Zuchtlinie zu erfahren. Umso mehr Nachkommen z.b. HD/ED geröngt werden umso besser sieht man die Vererbung von gewissen Linien/Tieren.

Anne

Moderatordoggie

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19

Dienstag, 13. August 2013, 14:36

Mairin hat die HSF-4 Mutation (erblich bedingter grauer Star). Das wurde nicht über einen Gentest rausgefunden, sondern von der Augenärztin, als ich wegen einer Augenentzündung mit Mairin bei ihr war. Die Züchterin hat mir dann gesagt, dass man vom Deckrüden weiss, dass er diese Mutation hat und vererben kann.

Zu den Tests:
Ich finde es absolut sinnvoll, bei Mischlingen aus betroffenen Rassen auf MDR zu testen (ich weiss nicht, ob der Appenzeller davon auch betroffen sein kann), weil das eben eine Krankheit ist, die zu einer Medikamentenunverträglichkeit führen kann. Eine Gefahr, die sich leicht bannen lässt, wenn man weiss, dass der Hund MDR Träger ist. Auch das HD Röntgen finde ich eine gute Sache und würde ich immer und bei jedem Hund machen, egal ob Mischling oder reinrassig, einfach, weil dann die Belastung angepasst werden kann (mit einem Hund, der schlechte Hüften hat, würde ich zum Beispiel kein Agility und kein Frisbee machen, und auf einen guten Muskelaufbau achten).

Beim grauen Star wärs mir jetzt ehrlich gesagt egal, bei Mairin zu wissen, ob sie den hat oder nicht. Die Chance, dass Hunde erblinden im Alter, ist so oder so gross, und machen kann man nicht wirklich was (man könnte eine künstliche Linse einsetzen beim grauen Star, aber das werde ich nicht machen lassen). Was ich aber ganz wichtig finde: Dass Halter von Rassehunden aus einer guten Zucht die bei der Rassen üblichen Tests machen lassen und die Resultate den Züchtern rückmelden. Nur so kann nachverfolgt werden, was die Elterntiere vererben! Die Überprüfung des Nachwuchses ist die beste Möglichkeit, die Zucht unter Kontrolle zu halten. Auch zum Beispiel, was Epilepsie anbelangt - da wird leider noch sehr viel gelogen.

Bei einem Mischling aus Ups-Wurf, bei dem die Eltern nicht noch einmal gedeckt werden und der selber auch nicht gedeckt werden soll, also quasi bei "Sackgassen-Hunden", die zur Hundepopulation nix mehr beitragen werden, müssen von mir aus die Tests auch nicht unbedingt sein. Bei Mischlingen aus Zucht würde ich die Tests aber auf jeden Fall machen lassen, weil hier eben wie bei den Reinrassigen der Überprüfungsfaktor reinkommt: Die Nachkommen zeigen erst, was die Eltern wirklich vererben. Insbesondere auch bei Dingen, die über einen Gentest nicht rausgefunden werden können (zum Beispiel das übermässige Weiss), ist es wichtig, den Nachwuchs im Auge zu behalten und Rückschlüsse zu ziehen (aus Mairins Wurf waren 3 von 5 Hunden übermässig weiss, im darauffolgenden Wurf mit der gleichen Hündin war auch ein Welpe übermässig weiss .. )
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Lia

Sportdoggie

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20

Dienstag, 13. August 2013, 14:38

Tinuvielle da habe ich die gleiche Einstellung. Flash ist nicht für die Zucht vorgesehen. Trotzdem ist er geröntgt (aber ohne Auswertung in Zürich), Augenuntersuch und MDR 1 getestet. Das Röntgen haben wir u.a. auch gemacht, um zu wissen ob er HD etc. habe und er besser nicht im Sport eingesetzt würde. Erst nach dem ok vom Tierarzt haben wir mit dem Training begonnen.

Crischa ist Zuchtrüde, bei ihm habe ich zu den obligatorischen Röntgen etc. auch weitere Gentests betreffend der Augen machen lassen. Mir ist sehr wichtig, dass ich nur einen absolut gesunden Hund (soweit man es testen kann) zur Zucht gebe. Ich bin auch froh um jede Auswertung, die von seinen Welpen gemacht wird.