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AkiraOskar

unregistriert

21

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 12:25

Meiner Meinung nach sollte JEDER wissen wie viel Beschäftigung ein Hund braucht!

Akira hat jeden tag Beschäftigung es ist zwar nicht viel, weil ich auch arbeiten bin aber ich habe sie Abends glücklich und müde im Körbchen liegen. Oskar muss erst lernen im Haus ruhe zu halten und das draußen die Action ist.

Die Gesunde Mitte sollte immer im Auge bleiben !

22

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 12:29

Da reagiert eben jeder Hund anders Vreni! Lady war als Welpe auch in der "Pampa", d.h. es war total ruhig, sie kannte nichts, kein Autofahren, kein Lärm (kein Staubsauger usw.), aber kam ab und zu in den Welpengarten, wenn das Wetter es zu liess (November). Als sie zu uns kam, hatte sie vor allem Panik - vor dem Verkehr, dem Tram, dem Autofahren, dem Staubsauger usw. Und im Gegensatz zu Skipper, unserem vorherigen Pyrie, brauchte sie sehr sehr lange, bis sie sich an die täglichen Geräusche gewöhnte :S Ich habe sie fast 3 Monate im Babytragetuch bei uns dem Tram entlang auf dem Fussgängerweg getragen, weil sie sich vor Panik sonst fast stranguliert hat, zitterte, hechelte und weiter weg laufen geht da nicht, um sie "dosiert" ans Geräusch und den Anblick zu gewöhnen (sonst müsste ich auf Hochhausdächern tanzen :d ). Nach 3 Monaten war sie so weit, dass sie endlich ruhig und entspannt im Tuch liegen und den Kopf rausstrecken konnte :thumbup: Und ich bin JEDEN Tag die Strecke gelaufen... Denn das Tram fährt 10 m neben unserem Haus vorbei, Lady musste sich daran gewöhnen! Mit Skipper konnte ich schon in der ersten Woche, die er bei uns war diese Strecke stressfrei laufen und sogar eine Haltestelle im Tram mitfahren. Bei Lady brauchte ich dafür 6 Monate Training. Und Lady war nun ganz bestimmt nicht reizüberflutet, im Gegenteil! Sie kannte eben gar nichts. Ich dachte, sie holt das locker nach, aber eben - Fehlanzeige. War dann schlussendlich Stress pur für sie und mich. Und mehr als eine Neuheit pro Tag mute ich meinen Welpen eh nie zu... Sie sollen das ja verarbeiten können.

Anne

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23

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 12:38

Tinuvielle,
Pfote drauf bei deinem Beitrag, mal wieder ganz toll geschrieben! :good:
We think it's a dog's inalienable right to get dirty.

cindy

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24

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 12:38

Uiii da das ist wirklich hart, wenn man sieht das eigendlich normale Geräusche einen Welpen so Angst macht :sad: Aber ist es schlussendlich nicht egal wie lang ein Hund braucht, bis er mit unseren Gegebenheiten klar kommt? Ist es nicht auch normal das ein Hund eine gewisse Angst oder eher Respekt haben darf?
Erwarten wir (die Gesellschaft) nicht einfach zu viel von unseren geliebten Vierbeinern?
LG Vreni mit Charly und Cindy für immer im Herzen :0herzsm0:

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Tinuvielle

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25

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 13:18

Aber ist es schlussendlich nicht egal wie lang ein Hund braucht, bis er mit unseren Gegebenheiten klar kommt? Ist es nicht auch normal das ein Hund eine gewisse Angst oder eher Respekt haben darf?

So pauschal schwierig zu sagen. Natürlich darf ein Hund Angst und gesunden Respekt vor fremden Dingen haben, aber eben nicht vor allem. Nicht jeder Welpe kann alles gut wegstecken und wir können nicht vermeiden, dass unsere Hunde sich an unser Leben anpassen müssen und das auch nicht im Schneckentempo. Wenn, wie im Fall von Lady, ein Tram tagtäglich 10 Meter nebenan vorhanden ist, dann kann ich das nicht umgehen. Also wäre es doch besser, wenn ein Welpen bereits auf Verkehr geprägt wurde und somit keinen Stress die nächsten x Monate zeigt. Natürlich darf er fremde Dinge (z.b. ein komisch aussehende Figur) langsam erkunden und auch einen Respekt/Angst zeigen. Aber einen Welpen/Junghund x Monate Stress aussetzen zu müssen ist auch nicht toll, nur weil Sozialisierungsdefizite in Kauf genommen wurden. Ausserdem können einfach Dinge, die in der sensiblen Phase (meist so zwische 5 - 8 Wochen) TOTAL verpasst wurden je nach Charakter des Hundes einfach nicht mehr so gut und schnell eingeholt werden. Ich bin auch dagegen die Fellkugel jeden Tag von Schiff, zu Bahn, zu Sesselilift und co zu schleppen, denn er lernt nicht nur die ersten 16 Wochen. Das Sicherheitsgefühl geht hier vor. Es ist wichtig dem Welpen und Junghund Zeit zu geben sich an zu klimatisieren und auch dem Alter entsprechend zu handeln (z.b. kommen immer wieder Angstphasen zurück, die müssen dann auch respektiert und passend angegangen werden), aber wenn ich einen Welpen mit sorgfältiger Prägung auf sein späteren Leben in der Welt vorbereiten kann, dann sollte man es meiner Meinung ganz klar tun.

Holger

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26

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 13:26

Jetzt kommt wieder der oberkluge Pädagoge... aber beim lernen gibt es zwei Ebenen.

1. die individuelle. Da ist immer die direkt erziehende Person der Fachmann/ die Fachfrau. Die Mutter oder die Lehrerin weis in aller Regel genau, welche Anregung oder aber Pause ein Schüler braucht. Väter lasse ich ganz bewusst raus, die wissen es mangels Nähe leider auch 2013 eben oft NICHT oder haben sehr schräge Ansichten. Dies gilt für menschen UND Hunde ;)

2.: die lerntheoretische Ebene. Und hier ist es durchaus erlaubt, sich über Aussagen hinwegzusetzen, die beginnen mit "MEIN Hund..." und dann kommen gant tolle oder auch schlimme Berichte. Die Aufgabe der lerntheorie ist es, hunderte oder gar tausende solcher Einzelwahrnehmungen zu sammeln und zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Was dann oft mal den Praktiker nervt, wenn siech letztendlich die Theorie vom eigenen Erleben unterscheidet. Und dennoch liegt kein fehler vor. Denn wenn die korrekte Theorie besagt, dass es für die Entwicklung eine Welpen sehr wichtig ist, eine bestimmte Menge an Reizen entgegenzunehmen, damit er bestmöglich präpariert ist für den STres in unserer menschlichen Welt und dass hierfür ein Spielplatz beim Züchter und die Welpenstunde hervorragend geeignete methoiden sind, dann ist es doch völlig problemlos denkbar, dass Struppe und Hasso dies alles nicht benötigen, weil sie eben anders lernen als der Durchschnitt. genauso, wie all dies bei Lupo eventuell keinen Erfolg haben wird, weil er eben spezielle bedürftnisse hat. genauso ist es ja mit Fritzchen, Peter und Luise auch.

Warum sollte man nun aber, nur weil in einem oder auch zwei Dutzend Einzelfällen andere Lösungen besser zum Ziel führten, bestreiten, dass es eine allgemeingültige, generelle Methode kennt, die zum Erfolg führt? Das wäre weder logisch noch sinnvoll.

Also soll sich doch jede(r), dessen Hund auch ohne Hilfsmittel lernt, darüber freuen, nicht aber das Hilfsmittel an sich ablehnen. Denn das gros der Hunde benötigt es scheinbar. Sonst wäre nämlich die Lerntheorie eine andere ;)

Deshalb: Ja, jeder sollte selbst wissen, was gut ist für den eigenen Hund ist. Aber es sollte durchaus erlaubt sein, mal nachzufragen, wie genau "jeder" sich denn das Wissen angeeignet hat, was es braucht, um solche Entscheide zu fällen. Oder?



Bin ich altklug? Vielleicht. Aber ich halte mich selbst auch an meine Sprüche und renne grade von Hundeschule zu Hundeschule, um eben genau dies herauszufinden. WO kann ich mein mit 8 Jahren heillos veraltetes Wissen am besten ergänzen? Welche HS kann mir am besten helfen, meine Theoriekenntnisse aufzufrischen und in die Praxis umzusetzen?

So ists auch mit den Pausen: ICH kann vielleicht am besten erkennen, ob mein Hund eine Pause braucht oder überdreht ist. Aber wen lasse ich denn mal meine eigene Kompetenz überprüfen? Liege ICH mit meinen Empfindungen richtig oder übertrage ich eventuell nur mein Empfinden auf meinen Hund? Bei aller Liebe und individualität: Erziehung ist neben individueller Zuwendung eben immer auch der Auftrag, eine Verbindung zwischen Individuum und gesellschaft herzustellen. Reine Individualität hilft da eher weniger...



Zuletzt: Wenn mein Hund Angst hat vor Alltagsgeräuschen, dann geht es ja nicht darum, ob ich als gesellschaft zu viel erwarte. Dann geht es ja vor allem darum, dem Hund seine Angst bestmöglich zu nehmen und ihm Sicherheit zu geben! Nicht, indem ich ihn keiner beängstigenden Situation mehr aussetze, sondern indem ich ihn Vertrauen lehre. Das tu ich also nicht um der Gesellschaft willen sondern wegen meines Schutzbefohlenen



Ich finde übrigens Tinuvielles Posting um Klassen besser weil präziser als den Zeitungsartikel.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Holger« (9. Oktober 2013, 15:34)


Tabasco

Sportdoggie

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27

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 15:01

Zitat

Meiner Meinung nach sollte JEDER wissen wie viel Beschäftigung ein Hund braucht!

Und wo bitte steht geschrieben, wieviel Beschäftigung EIN Hund braucht?

Ich weiss mittlerweile, wieviel MEIN Hund an Beschäftigung braucht, und das ist von vielen Faktoren abhängig und nicht immer gleich. Aber grundsätzlich bekommt er wohl einiges weniger aktive Beschäftigung als andere Hunde. Dafür hat er auch passive Beschäftigung, wie zum Beispiel 2, 3 Stunden im Garten liegend die Umgebung zu "überwachen".

Ich denke, dass heutzutage viele Hundehalter ihren Hund überbeschäftigen. Nicht unschuldig daran ist meiner Meinung nach die Hundesportszene. Hundesport kann etwas ganz Tolles sein. Für den Hund, aber wohl noch wichtiger für seinen Mensch. Ich wurde häufig gefragt, welchen Sport ich mit meinem Aussie ausübe. Nicht ob, sondern welchen. Wie wenn es bei einem Aussie tierschutzrelevant wäre, darauf zu verzichten. Ein Aussie will und muss doch sowohl körperlich wie auch geistig beschäftigt werden!
Aber ehrlich gesagt, sind gerade bei uns im Dorf die "nur" Familien- und Spazierganghunde gelassener, freundlicher und ausgeglichener als diejenigen, mit denen im Hundesport "gearbeitet" wird.

In der Welpenzeit finde ich es sinnvoll, den Welpen mit den für ihn später normalen Alltagssituationen bekannt zu machen. Und je mehr Passung (sowohl was die Rassen- wie auch die Züchterwahl) betrifft, je einfacher fügt sich der Hund in den Alltag ein.

Tinuvielle

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28

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 15:09

Was ich auch noch zu Bedenken geben möchte, auch wenn es nur bedingt das Thema betrifft: Ich glaube nicht, dass unsere Hunde "verrückter" werden oder nur wir sie zwangsläufig so machen, sondern sich auch das Hundebild etwas gewandelt hat. Früher hielt man sich den Hund als Hofhund, als Jagdgefährte oder als Familienhund. Es gab vielleicht ein bisschen Erziehungskurs und gut ist es . Die Gesellschaft hat auch einen anderen Anspruch an die heutige Hunde und deren Halter. Sie sollen bitte nicht bellen, nur freundlich und nett sein und auch sonst bitte unproblematisch. Früher gab es auch hyperaktive Hunde, aber die wurden dann vielleicht in den Zwinger gesperrt oder haben sich sonst welche Freiheiten genommen, die heute unmöglich wären. Hinzu kommt, dass viele Rassen einer Modeerscheinung unterliegen. Was ich heute Border, Aussie und Malis sehe! Einige davon werden für mich aus total falschen Motiven geholt. Dies passiert vielleicht bei anderen Rassen auch, aber die Folgen sind oft unterschiedlich. Bei jedem Hund kann ich Fehler machen, aber es gibt gewisse Exemplare die schon rein von den rassetypischen Eigenschaften her ein grösserer Potential haben, damit ein Problem zu bekommen. Bei einem gemütlichem Molosser Bällchen zu spielen hat meist andere Folgen als mit einem Border. Diese reaktive Hunde brauchen ein gewisses Verständnis und das braucht sehr viel Geduld und die Motivation sich mit dem Hund auseinander zu setzen und die Abläufer "dahinter" zu verstehen. Er verknüpft nicht nur positives schnell, sondern auch ungewollte Dinge. Hinzu kommen all die Hunde, welche sich aus falschem Ehrgeiz angeschafft werden. Also, nicht das ich nun etwas gegen Hütehundis oder so hätte, im Gegenteil. :d Aber, dass sich gewisse Themen und die Verbreitung einiger Rassen in letzter Zeit häufen, halte ich für nicht ganz unbegründet. Ich halte die ganze "Überbeschäftigung" für ein sehr vielschichtiges Thema.

Bluenote

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29

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 15:51

@ Cindy: Ein gewisses Mass an verschiedenen Eindrücken ist für mich ein Muss - wenn auch sorgfältig und massvoll gestaltet. Aber seit ich Shirin habe, die ja nun mal gar nichts kennengelernt hat als Welpe, sage ich mir echt: Lieber ein Welpe mit einem "ordentlichen Programm", als einer mit zu wenig. Lernen zu entspannen bzw. das Mass an Eindrücken und Beschäftigung runterzuschrauben finde ich definitv einfacher, als nachher nicht kennengelernte Eindrücke und Dinge mühsam nachholen zu müssen.

Die richtige individuelle Dosis macht's für mich aus... :smile:
And when the time comes, remember that dogs never die. They are sleeping in your heart.

Namara

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30

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 15:55

Aber ist es nicht so, dass die Unternehmungen eben Spass machen sollten? Es wird meinem Hund und auch mir keine erfreulichen Ergebnisse bringen wenn ich viele Umweltreize mit ihm übe und für meinen Hund passt das eben nicht.

Wie Bluenote bin ich davon

Zitat

Die richtige individuelle Dosis macht's für mich aus... :smile:

überzogen.
Es ist der Strom aus dem wir sind im Werden und Vergehen, aus dessen liebevoller Kraft wir unsere Wege gehen.


Sage es mir, und ich werde es vergessen; Zeige es mir, und ich werde mich daran erinnern; Beteilige mich und ich werde es verstehen!!! (lao tse)

Bluenote

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31

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 16:06

Und: Nein, es ist definitiv NICHT egal, wenn der Hund Angst vor gewissen Dingen, Geräuschen etc. hat und wie lange er braucht, um diese Ängste zu überwinden. ;)

Jedenfalls ab einem gewissen Mass nicht mehr. Respekt und Skepsis ja, das darf man eine Welpen zugestehen, wirkliche Angst ist dann aber nicht mehr lustig. Weder für Hund noch Mensch. Da schliesse ich mich Lady und Tinuvielle an, toll geschrieben. Das ist es, was ich meine...lieber als Welpe etwas "zu viel" kennenlernen, als nachher monatelang (oder in Shirins Fall gar jahrelang) unter enormem Stress durch Angst leben zu müssen.

Der Stress bei dem, was ein Welpe in einer "engagierten" Zucht alles erlebt und kennenlernt, beträgt garantiert lediglich einen Bruchteil von dem Stress, der ihn beim Nachholen von Verpasstem dann unter Umständen beschäftigt.

Cindy ist ja nur ein Beispiel, wie ein Hund dann beim Aufwachsen auf Kennen- oder eben nicht Kennengelerntes reagiert. Da spielt garantiert die Rasse und der individuelle Charakter jeweils stark mit. Bei einem Schnauzermischling wie Shirin, die eh schon nicht ganz einfache Rassen mitbringt (Einmannhund, Schutztrieb, Wachsamkeit...), wäre ein Kennenlernen einer möglichst grossen Bandbreite an Dingen, Geräuschen und vorallem Lebewesen schon in der Welpenzeit enorm wichtig.

@ Namara: Ja...Spass soll es machen. Und zwar vorallem dem Hund. :smile:
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cindy

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32

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 16:09

Ich sage ja nicht, das man mit Welpenalter nichts machen darf :sad:

@Bluenote

Ja genau eine richtige Dosis ist ok, aber was ist die richtige Dosis? Wer entscheidet das? Ja klar der Züchter, aber auch Züchter sind doch nur Menschen und auch sie machen nicht alles perfekt.
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Tabasco

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33

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 16:20

Zitat

Ja genau eine richtige Dosis ist ok, aber was ist die richtige Dosis? Wer entscheidet das?.
Das kommt sehr stark auf den einzelnen Hund an, denke ich.
Es gibt Hunde, die haben in den ersten Wochen oder gar Monate beinahe nichts kennen gelernt und sind später im Leben total gelassen. Dann gibt es Hunde, mit denen versucht wurde, ein für diesen Welpen geeignetes Mass an Prägung zu bieten, und trotzdem wurde aus ihm kein gelassener souveräner Hund. Vieles ist schlicht eine Wesenssache.

Tinuvielle

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34

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 16:23

Ja genau eine richtige Dosis ist ok, aber was ist die richtige Dosis? Wer entscheidet das? Ja klar der Züchter, aber auch Züchter sind doch nur Menschen und auch sie machen nicht alles perfekt.

Wer und Was ist denn perfekt? Nicht ist perfekt.. weder Züchter, Trainer, Hundehalter noch ein Verhaltensbiologe. Und doch sollte ein (guter) Züchter über die nötige Erfahrung und das Wissen verfügen welchen Stress für seine Hunde/Rasse in dem spezifischen Alter das Richtige ist. Und ja, auch dort passieren Fehler und auch dort kann es Welpen geben die einfach von Natur aus ein schwacheres Nervenkostüm haben. Schon innerhalb eines Wurfes kann es zu klaren Unterschieden kommen in der stressresistenz. Genau dort ist dann anzusetzen, evtl. gezielte Förderung zu machen und die zukünftigen Hundehalter zu informieren. Auch der beste Züchter kann nicht alles 100% planen denn die Umwelt ist nicht statisch, aber ein Züchter sollte die Aufzucht mit aller nötigen Sorgsamkeit pflegen und dies beginnt schon bei der richtigen Wahl der Elterntiere. Ich finde es z.b. sehr lobenswert wenn Züchter so genannte Angstphasen-Tests machen, d.h. Welpen in verschiedenen Alter unbekannten Objekten unter Beobachtung vorstellen. Daraus lassen sich auch für die kommenden Würfe interessante Aussagen machen und wichtige Details (z.b. perfekter Abgabezeitpunkt) herausfinden.

Tabasco

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35

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 16:34

OT @ Tinuvielle: Man merkt, dass du dich offensichtlich stark mit Welpenaufzucht/Züchterwahl usw. beschäftigst. Dieses Thema (vor allem bezüglich Züchterwahl) wäre auch toll für einen eigenen Thread, so dass deine diesbezüglich äusserst interessanten Überlegungen auch später noch zugänglich wären.

Bluenote

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36

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 16:37

Ja...perfekt wird und kann es wohl nie sein, solange Lebewesen involviert sind. ;)

"Perfekt" ist ein Züchter für mich dann, wenn er die Fähigkeit und den Willen besitzt, ständig zu beobachten, und zwar sowohl den Wurf als Ganzes als auch die einzelnen Welpen mit ihren spezifischen Charaktereigenschaften, und sein Vorgehen was Prägung und das Mass der Beschäftigung angeht erstens immer wieder hinterfragt und prüft und zweitens wenn nötig stetig den Gegebenheiten anpasst. Ein Züchter, der weiss warum er was tut und sich selber auch immer wieder kritisch hinterfragt, ist für mich "perfekt". Fehler passieren, das ist einfach nur menschlich, und es spielen so viele Faktoren zusammen bei der Welpenaufzucht, dass es wohl schlicht kein pauschal richtiges Mass der Dinge gibt.

Solange der Welpe oder auch der erwachsene Hund sich in einem "normalen Verhaltensspektrum" durch die Welt bewegen, wird wohl auch das Beschäftigungsmass in einem vernünftigen Rahmen liegen. :smile:
And when the time comes, remember that dogs never die. They are sleeping in your heart.

Tinuvielle

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37

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 16:42

OT @ Tinuvielle: Man merkt, dass du dich offensichtlich stark mit Welpenaufzucht/Züchterwahl usw. beschäftigst. Dieses Thema (vor allem bezüglich Züchterwahl) wäre auch toll für einen eigenen Thread, so dass deine diesbezüglich äusserst interessanten Überlegungen auch später noch zugänglich wären.

Kann ich gerne machen . ich beschäftige mich tatsächlich grad intensiv damit - aus diversen Gründen. :d

inhii

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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 17:08

Früher hatten die Züchter herzlich wenig für die Welpen im Garten... Heute sind es ganze Welpenspielplätze mit verschiedenen Stationen usw. Teils sind die Aussenbereiche so überfüllt, dass sie kaum Platz haben um Rennspiele zu machen. ;)

Aber was ich mir nun selber grad fragte: Waren die Hunde früher schlechter als Heute? Wenn ich ganz ehrlich bin, dann muss man Nein sagen.

Ich finde die Welpen sollen verschiedene Sachen zur Verfügung haben, sich dabei frei bewegen und nicht gezwungen werden ein ,,Spielgerät,, an Tag X benützen zu müssen. Der eine Welpe geht halt 2 Tage vorher auf ein Wackelbrett, der Andere halt später... dafür spielt er mit einem krachmachendem Spielzeug. usw. usw.

Ich finde es sind doch noch Lebewesen, jeder Welpi/Hund ist anders. Warum lassen wir ihnen auch ein stückweit nicht sein Charakter?

Wenn ich nun nur schon meine Hundis vergleiche. Wie sie aufgewachsen sind, wie es ausgesehen hat und wie ich sie dann übernommen habe vom Züchter. Das sind Welten und doch kann ich auch heute nicht genau sagen warum sie in gewissen Sachen so und so reagierten als Welpe. :noidea:

Beispiel: Diuni wuchs auf dem Land auf (Sackgasse)...also nimmt man an wenig Lärmeinflüsse. Sie hatte eher wenig im Garten, es war Winter. Diuni: Hatte keine Angst vor Geräuschen (gar nichts hat sie da beeindruckt), keine Angst vor Untergründen oder wackeligen Sachen sowie Höhe. Aber! Sie hatte Panik vor Menschen. Was ist zwischen 6 und 8 Wochen gelaufen beim Züchter? Klar, laut Züchter nichts aber sie mussten gestehen, dass sie extra sehr viele Kinder kommen liessen weil sie eine gute Prägung auf Kinder wollten. Jaaaa, war wohl eben zu viel des Guten.

Pyri: wuchs auf dem Lande auf, total abgelegen, keine Nachbarn, keine Strasse. Schöner Garten mit ,,Klettergarten,, , verschiedene Untergründe, Wasserlandschaft usw. Kühe waren eine Wiese neben an immer zu sehen. Pyri: Hatte bei mir Angst vor Kühen und Pferden, jedoch keine Angst vor Menschen und Lärm.

Und nun? Genau das wo man meinte hätten sie nicht gelernt weil sie es nicht hatten (wie Lärm, Autos, usw.) hatten meine Welpen nie Mühe damit. Aber genau das was sie hatten, damit hatten sie im Vergleich mehr Mühe. Zufall?

Natürlich nicht Alles. Pyri kann über alle Untergründe gehen und liebt Wasser und hatte dies auch zur Verfügung. Aber ich will nur sagen, das was Welpen auch geboten bekommen, kann auch zu viel sein und ins Negative umschlagen. Manchmal ist einfach wirklich weniger mehr. ;)

Jedenfalls finde ich es wichtig wenn man einen Welpen dann bekommt an diesem zu arbeiten und zu formen. Damit meine ich nicht ins Resti und Zug sitzen und das ganze Programm innert 6 Wochen durchzukaufen weil sie ja nur bis 16 Wochen lernen ;) sondern mehr der Alltag. Strassen, Kindergeschrei, Menschen, Baulärm (einfach das wo in der Umgebung vorkommt, war bringt mir einen Welpen der Zugfahren kann ich aber später 1x im Jahr Zugfahren werde ;) )... einfach das nach und nach. Merkt man ein Welpe hat Angst vor was, dann muss man daran arbeiten und nicht den Welpen verhätscheln und ihn abschotten. Natürlich stelle ich einen Welpen mit Strassenkrachprobleme nicht 1m über Stunden neben eine Autobahn ;) aber ich arbeite an dem Problemchen und ignoriere es nicht.

Wir hatten bei jedem Welpen etwas wo man verbessern konnte. Die Grundlagen waren immer da aber jeder Welpe hat so seine Schwachstellen. Das finde ich ganz normal, den es sind Lebewesen. :nicken:

Mit Nibi werde ich die Kühe bei uns anschauen gehen (liegt sowieso auf ihrer kleinen Gassirunde) wenn sie bei uns ist ab Morgenabend und im Garten sie versuchen über den Gitterrost laufen zu lassen. Den vor lauter Welpenspiellandschaft/Hüpfburg und Klettergarten ;) gingen die Untergründe wohl vergessen sowie auch die Geräusche... aber das ist kein Problem und sicher auch keinen Vorwurf an den Züchter :nönö: sondern es liegt nun an uns dies Nibi zu zeigen. :nicken:

Beim erwachsenen Hund finde ich sollte man merken wann es zu viel wird... aber gell. Wir alle waren mal Anfänger und konnten unsere Hunde nicht richtig lesen. Also auch da... aus Fehler lernt man. Ich denke, dass man gewisse Rassen auch eher überfordern kann als andere. Ich meine wenn Eurasierlis nicht wollen, dann tun sie es einfach nicht und latschen davon. :hihi:

Bluenote

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39

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 17:49

Eben, Inhii, das ist ein schönes Beispiel für "zu viel des Guten", wenn ein Züchter extra sehr viele Kinder kommen lässt und meint, das sei dann eine tolle Voraussetzung, aber vielleicht dann nicht sieht, wenn es eben ZU viel wird. Viel ist nicht automatisch = gut, das sehen wir gleich.

Wenn aber ein Züchter dafür sorgt, dass Welpi zumindest schon mal wahrgenommen hat, dass ab und zu auch mal ein kleines Menschlein auftaucht...dann finde ich es sicher nicht falsch. Sofern es eben dient und nicht überfordert.

Yanchi hat als Welpe bei der Züchterin zwei, drei Mal ein Kind zu Besuch gehabt, ohne viel Tamtam, einfach ein bisschen bei den Kleinen hocken, reden...nicht mehr. Dann zwei Autofahrten zum TA, nicht weiss ich wie viele, aber halt diese zwei. In den letzten zwei Wochen (Woche 8-10) dann noch zwei Mal mit Halsbändli und Leine kurz vors Haus aufs Trottoir, ein paar Schrittchen gehen und wieder rein. Immer mal wieder Staubsauger, Geschirrgeklapper, Alltagsgeräusche. Und ein Garten mit Steinplatten und Wiese mit Platz zum Rumhüpfen. Plus kleiner Welpenspielplatz. Dazu weitere erwachsene Hunde im Haushalt inklusive grosser Dogge und Katzen.

Nicht viel eigentlich. Nur "normal aufwachsen" und den Familienalltag und Familienmitglieder kennenlernen. Dazu ein paar wesentliche Eindrücke wie diverse Geräusche, die Gattungen Frau, Mann und Kind, Halsband, das Auto, das "Draussen" auf der Strasse...

Und das finde ich eigentlich optimal. Keine Überbeschäftigung der Welpen oder zwanghaft allem Möglichen ausgesetzt werden, aber auch nicht abschirmen...eben einfach in einem natürlichen Mass halt.

Yanchi (und zahlreiche andere Border aus dieser Zucht, die ich kennenlernen durfte) sind "ganz normale" Hunde.
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erica

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40

Mittwoch, 9. Oktober 2013, 17:55

Sehr gut geschrieben Inhii!

Auch ich habe ähnliche Erfahrungen. Mein rüde stammt aus einer Zucht ohne welpenspielplatz. Die hatten einen riesigen Auslauf , Geräusche einer Strasse, einen Übungsplatz daneben, wo regelmässig geschossen wurde, Kontakt mit den erwachsenen Hunden und sahen viele Menschen. Und was er (wie alle Welpen dieser Zucht) mitbekommen hat: ganz viel Vertrauen in die Menschen. Der war von der ersten Stunde an bei uns zuhause, hatte nie Angst vor Geräuschen, Autos, riesentraktoren etc. Was immer an ihn herankam, er nahm es gelassen. Er konnte von Anfang an alleine bleiben, hat nie gejammert, immer gefressen und keine der oft üblichen trennungsprobleme gezeigt. Dieses grosse Vertrauen ersetzt sämtliche Welpengeräte und ist meiner Meinung nach der Schlüssel zur guten Entwicklung.

Ich sehe ja oft junghunde bei uns im club. Es ist mir schon öfters aufgefallen, wie viel gelassener die sind, als Hunde in der CH. ( aber die Besitzer machen auch einiges weniger an Theater )