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Sonntag, 2. Februar 2014, 10:49

Sind Vermehrer schlimmer als Qualzücchter?

Angeregt durch einen Thread, wo meine zugegeben extreme Haltung zu Irritationen führte, möchte ich die an mir geäusserte Kritik ernst nehmen.
Ich habe aufgrund persönlicher Erfahrungen die Haltung entwickelt, dass das Zuchtwesen als Solches sehr problematisch ist, dass es aber durchaus weisse Schafe gibt.
Diese etwas überzogene Einstellung zusammen mit meiner grossen Klappe... naja, dienlich ist das nicht.

Dennoch treibt mich das Thema " Qualzucht" ( mich stört der begriff, ich hab aber grad keinen besseren) wirklich extrem um.

Also versuch ich es mal anders. In der hoffnung, Menschen anzusprechen, die mir ihre sichtweise sachlicher erklären können als mir dies manchmal gelingt.
Am Beispiel der absolut schändlichen Hundevermehrer und des Problems der auslandstierschützerei kann man sehen, dass sowohl die einzelnen Zühter als auch die Verbände hervorragend informieren, aufklären und warnen können. Das funktioniert wirklich hervorragend! Danke für diesen wichtigen Kampf, denn die Vermehrer sind eine Pest.
Wieso verläuft denn der Kampf gegen Zuchtreglemente, die Qualzucht erlauben oder zumindest möglich machen, so viel leiser oder findet gar nicht statt?
Ich habe ausschliesslich ein wenig kenntnis über den harzigen Verlauf dieses Kampfes bei Bully und Schäferhund.
Gibt es denn Beispiele, wo man schneller handelte?
Wo liegen die Probleme in der Arbeit gegen gesundheitsschädliche Zuchten?
Wo kann ich offizielle Infos bekommen zu diesem thema, welche mir aufzeigen, dass man wirklich "dran ist"?
Auf eine Anfrage bei der SKG vor 7 Monaten habe ich leider nie eine Antwort erhalten.
Mein Ziel hier ist es, vor allem Infos zu erhalten. Oberhalb des blöden schlammschlachtniveaus, welches ich selbst mit ausgelöst habe. Weil ich die genannten Rassen liebe.

inhii

Alphadoggie

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2

Sonntag, 2. Februar 2014, 11:07

Ich finde zuerst muss man definieren was für dich Qualzuchten sind?

Optische die eben plattgedrücktes Aussehen wo man bewusst ja so züchtet (was ich übrigens auch sehr schlimm finde :bad: ) oder aber die gesundheitlichen ,,Schäden,, wie HD, ED usw.? Weil grad bei den inneren ,,Schäden,, (wo ja auch eine Qual für den Hund sind wenn er betroffen ist) kann man als Züchter leider nur so viel machen wie auch ans Tageslicht geführt wird. Da beginnt es schon dort, dass alle Welpenkäufer ihre Welpen testen lassen müssen, was auch in den Verträgen steht aber leider oft nicht gemacht wird. Wie soll da eine wirklich gesunde Zucht entstehen oder verbessert werden wenn nicht ALLE mithelfen.

Im übrigen wird wohl etwas dagegen getan, Grad die Schäfer wo doch in den letzten Jahren in Bezug auf HD einen grossen Fortschritt gemacht haben. Nur leider wurde zu lange zugewartet und es dauert nun seine Zeit, aber sie sind gegenüber früher ja schon viel besser... :noidea:

Es gibt aber leider Züchter wo grad in der Optik einfach eine ,,falsche,, Einstellung haben. Meine Mutter redet mal mit einem ChowChow-Züchter wo ausstellte, total platte Nase und Augen trieften. Als sie meinte, dass die Anderen ja viel schöner sind mit mehr Nase, dann tickte dieser aus und sagte, dass die Anderen die Zucht kaputt machen und er den ,,richtigen,, ChowChow hätte. Und als meine Mutter sagte, dieser könnte nicht mal rennen, da kam als Antwort. Die Rasse ist nicht da um zu rennen weil sie mögen es gar nicht :wall: Ja. Warum? Weil er ohne Nase und Sicht gar nicht spielen und rennen kann, er wird dazu verdonnert in einer Ecke zu liegen.

Also ich denke, es gibt schwarze Schafe und die machen den ,,guten,, Züchtern das Leben schwer. Ein grosser Teil liegt aber eben auch In der Kontrolle und Auswertung der Nachkömmlingen. Wie soll man wissen was man züchtet wenn keine Resultate geliefert werden. :noidea:

Bei Diunis Wurf, war gerade ich mit Diuni und die Züchter mit dem Rüden wo sie behalten haben die Einzigen wo vom Wurf ausgewertet wurden. Die 2 von 6 waren wohl gut aber zuwenig um was zu sagen. Ergebnis: Die Hündin wurde in DE gesperrt weil sie zu wenige Ergebnisse liefern konnte. Also können durchaus Käufer eine ganze Zucht kaputt machen, doch leider ist es vielen nicht klar. Dann werden halt oft ohne Papiere gekauft weil man dort ja keine Untersuchungen machen muss. Aber motzen wenn man dann paar Jahre später ein kranker Rassehund bekommt. :wall:

Wie du siehst, werde ich da auch Emotional ;) , weil ich die Seite eines Züchters kenne wo sich alles erdenkliche an Mühe gibt und gegen eine riesige Wand ankämpfen muss weil man die Rasse einfach liebt.

Ob Vermehrer schlimmer sind als Qualzüchter? hmm, da kommt es eben drauf an was man unter Qualzucht versteht. Wenn man wissentlich kranke Hunde züchtet, denke ich, ist man kein bisschen besser. Also Beispiel mein Hund hat eine Krankheit, ich weiss es aber züchte den noch mit ihr, dann bin ich kein Züchter sondern ein Vermehrer. Züchter ist einer wo wirklich zum Wohle der Rasse handelt und sein allerbestes dazu beiträgt. Dazu gehört auch eine Hündin oder Rüde aus der Zucht zu nehmen wenn was ist. :nicken:

Joline86

unregistriert

3

Sonntag, 2. Februar 2014, 12:07

Definition Qualzucht ist für mich, wenn ein Tier in seinem natürlichen Verhalten eingeschränkt wird, Punkt. Das kann alles mögliche sein, Atemprobleme, Herzprobleme, Entzündungen etc.

Meiner Meinung nach liegt das Problem ganz klar bei den Käufern. Viele wollen einfach einen optisch ansprechenden Hund, ganz egal ob gesund oder nicht. Der Mops ist ja so herzig, dass er kaum Luft bekommt spielt keine Rolle. Bulldoggen fallen bei grosser Hitze um, kein Problem! Der Shar Pei muss möglichst viele, tiefe Falten haben. Führt zu Entzündungen, man muss die Augenlider operieren, damit sie überhaupt was sehen, egal! Wir Menschen möchten immer wieder DINGE, die grad in Mode sind. Es interessiert nicht, ob unsere Haustiere gesund und glücklich sind, Hauptsache sie schmücken uns. Der Hund ist das Säugetier, welches die meisten Variationen hat, weil der Mensch egoistisch handelt ohne die Konsequenzen zu bedenken. Klar gibt es dann auch "Züchter", die Profit daraus schlagen, die laufen bei mir aber unter Vermehrer.

Aber trotz allem denke ich, dass ein Wandel im Gange ist. Man hört immer mehr von diesen Themen und es wird viel mehr darüber geredet, als noch vor 10 Jahren. Hoffentlich folgt auf das Reden dann auch ein Umdenken. Es braucht halt seine Zeit, um die Zuchtfehler wieder zu eliminieren, was bestimmt bei vielen Rassen sehr schwer sein wird. Aber z.B. beim Retro-Mops scheint man ja auf dem richtigen Weg zu sein, es geht halt einfach noch eine gefühlte Ewigkeit, bis er den "Mode-Mops" verdrängt haben wird.

Leider ist es auf beide Seiten ein schleichender Prozess, beim wieder gesund züchten und beim krank züchten auch, sodass es nicht sofort ersichtlich ist. Beispiel Weisser Schäfer: Diese Rasse war lange Zeit eher unbekannt und wurde nicht viel gezüchtet. Dementsprechend war es eine gesunde Liebhaberrasse. Mittlerweile werden sie immer bekannter, sehen so schön nach weissem Wolf aus und werden gleichzeitig als super kinderlieb beschrieben, ergo steigt die Nachfrage. Das Problem ist nun, dass es schnell gehen muss und meiner Einschätzung nach geht das auf Kosten der Tiere. Der Wunsch nach stattlichen, grossen Schmusehunden ist da, dementsprechend werden die Hunde immer grösser gezüchtet. Das hat natürlich gesundheitliche Folgen. Das ist ein schleichender Prozess, dem momentan keine Beachtung geschenkt wird, weils noch nicht akut ist. In ein paar Jahren haben wir dann den Salat. Der Züchter meines weissen Schäfers hat mir das so gesagt. Wie oder ob er dagegen vorgeht, weiss ich nicht.

4

Sonntag, 2. Februar 2014, 13:27

Ich finde eben den begriff qualzucht genau deshalb schlecht. Jeder denkt sich sein Teil dabei.
Ich kann nur Beispiele nennen. Vielleicht nicht immer 100% fachlich genau...
- dermassen verkürzte schnauzen, dass eine normale Atmung erschwert oder fast unmöglich ist. Dazu fällt mur natürlich der Bully, aber auch Mops oder teilweise boxer ein.
- Durch Kleinzüchtungen ( glaub ich) verengte Luftröhren.
- Haltung beim DSH. Hinten geduckt.
- triefaugen durch zu schwere Behänge. In der Folge entzündete Augen undoder erblindung. Hier sind viele betroffen. Bernhardiner beispielsweise.
- rückenprobleme bei den zusammengestauchten bullys.

Das sind für mich Beispiele von qualzucht, gegen die man sowohl als Käufer, vor allem aber als Züchter vorgehen kann.

Erbkrankheiten aufgrund schlechter oder verantwortungsloser Verpaarungen, zu enger Genpool etc. Das sind keine qualzuchten sondern Nachteile des zu schwach kontrollierten Zuchtwesens. Aber hier fehlt mir das notwendige Wissen, um zwischen Wahrheit und Gerücht zu unterscheiden.
Bei diesen dingen glaube ich gern der aussage, dass Verbesserungen Zeit benötigen und dass hier die SKG hilfreich sein kann.

Bewegung gibt es. Ich gab gestern den Link bekommen bezüglich Dalmatiner.
Ich weiss bzw. konnte lesen, dSs beim Bully die Zahl der unnatürlichen Geburten zurückgeht. Allerdings quälend langsam.

Und dann die miniaturisierung der Rassen. Beispielsweise Minilabradore. Das ist für mich das, was ich gestern etwas frech "Zuchtwahn" nannte. Dies und die aktuellen designerhunde- hier weiss ich nicht, was ich davon halten soll. Einerseits für mich schlimm, andererseits schlicht die moderne Fortführung der Rassebildung.
Ich konzentriere mich konkret auf den ersten Aspekt. Da fehlt mich das Engagement der anständigen Züchter. Mit dem Rest hab ich weniger Probleme.

DoggyHZ

Sportdoggie

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5

Sonntag, 2. Februar 2014, 16:31

Zu den Boxern: Die kurze Schnauze ist schon länger nicht mehr erwünscht und man ist wieder am Rückzüchtungen machen.
Zum DSH: Die Winkelungen werden, gerade in der Arbeitslinie, wieder weniger extrem.
Mops und Konsorte sind gerade die Modehunde, da braucht es eine Zeit, bis das wieder "normal" wird.

Und die Züchter haben irgendwo auch nur bedingt Einfluss. Letztlich wird das gezüchtet, wo die Nachfrage ist. Wenn nicht das gezüchtet wird, geht man einfach ins Ausland und kauft dort den Hund für weniger Geld aber mit den erwünschten Eigenschaften.

Wichtig ist, dass die SKG begonnen hat, mit den Rasseclubs und den Ringrichtern zusammen zu arbeiten. Man will an den Ausstellungen wieder vermehrt Wert auf gute Gesundheit legen. Bei den Bordeaux-Doggen z. B. dürfen nur noch Hunde gewinnen, die nicht nach zweimal im Ring laufen zusammen fallen.

Und zu diesen Designerhunde: so lange kein Zuchtziel bekannt ist, ist und wird es auch nie eine anerkannte Rasse. Und solange kann man das alles auch nicht Zucht nennen. Erst wenn ein Zuchtziel und ein Standard definiert ist, kann man auf etwas bestimmtes hinzüchten. Und dies muss durch Niedergeschriebenes belegt werden. Dann kann man von einer beginnenden neuen Rasse reden. Da dies aber kaum der Fall ist, sind weder Labradoodle, Goldendoodle, Puggle, Beabull und wie sie alle heissen, ein Beginn einer neuen Rasse.

Und ob Vermehrer schlimmer sind als Züchter von "Qualzuchten", ja, das sind sie. Denn immerhin werden sie doch noch von der SKG kontrolliert und können nicht einfach drauf los verpaaren. Das Risiko von Innzucht wird minimal gehalten und gewisse gesundheitliche Attests müssen vorlegen. Vermehrer werden überhaupt nicht kontrolliert, die können alles machen.
"Liebe, Konsequenz, Vertrauen und ein gesundes Verständnis für den Ursprung des Hundes - damit kommen wir ans Ziel"

Fantaghiro

Schnupperdoggie

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6

Sonntag, 2. Februar 2014, 16:46

und schlussendlich sind es die Käufer die es in der Hand haben, solange die Nachfrage da ist, wird es auch Leute geben die auf den Zug auspringen.

7

Sonntag, 2. Februar 2014, 18:19

Ja, das mit den Käufern ist wohl die traurige Wahrheit.
Und genau deshalb vermisse ich ja sosehr das selbe Engagement der grossen europäischen Züchterverbände gegen die Schmutzfinken in den eigenen Reihen, wie sie es gegen Aussenstehende seit Jahren zeigen.
Das ist ja das Grundübel: Viele Qualzüchter treiben ihr böses Spiel unter den Augen des Dachverbandes, vielleicht sogar des Rasseclubs.
Mit welcher Legitimation kann ich denn gegen missbrauch angehen, wenn ich keine Ordnung in den eigenen Reihen halten kann?
Eine nutzlose Kontrolle ist nicht besser als gar keine. Und tatsächlich bewerte ich beide Formen der Tierquälerei ( Qualzucht und massenvermehrung) maximal gleich schlimm, eigentlich aber die qualzucht noch schlimmer. Denn sie liesse sich leichter beheben- sie findet INNERHALB eines kontrollierten Systems statt.
Danke für die wirklich interessanten Gedanken zur Rassebildung!!
Bin mal gespannt, ob es diese Modewesen in 10 Jahren noch gibt.
Ich denke, die zusammenarbeit mit den Clubs etc. DAS ist gut. Das freut mich und das kann eventuell helfen. Denn das sind ja multiplikatoren.
Was mich halt traurig dünkt:
2014 sind wir in dieser Frage nicht weit weg vom stand 1990. und du schreibst:"man will..." Warum so lang? Muss da erst eine Züchtergeneration aussterben? Wird da entwicklung blockiert? Ich hab Genetik nicht studiert. Aber das solch simple Rückzüchtungen, wie sie bei genannten Beispielen ausreichen würden, nicht im entferntesten so viel zeit benötigen, das weiss ich noch ;)

Was ist denn das Ziel bei den Schäferhunden? Diese trennung in verschiedene Linien- wie hilft das den Tieren, die nicht einer Arbeitslinie entstammen?
Was hindert denn nur die Verbände daran, solche bewussten Verkrüppelungen zu verhindern?

inhii

Alphadoggie

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8

Sonntag, 2. Februar 2014, 18:32

Es gibt glaub einfach Leute die das schön finden... :bekloppt: sich es süss finden wenn einem Hund die Augen rausplatzen, oder keinen Schnauf kriegen. Wie oft höre ich, der ist so süss, schau mal die Augen an,, und meinen da einen Mops wo die Augen extrem rausstechen... :uebel: Es gibt doch auch ,,schöne,, Möpse. Wie es auch schöne Chi's gibt oder wirklich tolle Schäfer. Aber leider finden die Leute degeneriertes Aussehen noch schön und süss. :noidea:

und kriegen sie es nicht von einem ,,richtigen,, Züchter so gehen sie zu Papierlosen oder Pseudopapierzüchter. Sie kriegen ihre Hunde mit den Merkmalen wo sie wollen. :noidea:

Bolotta

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Sonntag, 2. Februar 2014, 23:51

Eine Frau, die vor längerer Zeit Cocker Spaniel züchtete, coupierte (damals noch erlaubt) ihren Welpen den Schwanz, obwohl sie das nicht wollte. Sie befürchtete, dass sie die Welpen nicht verkaufen könne, mit langem Schwanz. Bin mir nicht mal sicher, ob dies überhaupt SKG anerkannt gewesen wären, ohne coupierten Schwanz. Damals züchtete sie noch mit SKG, danach wurde sie lebenslang gesperrt.

Unsere Taiga war ein Engl.Springer Spaniel. Sie war ja recht gesund. Die Beschwerden, die dann auftauchten, hatten nichts mit der Zucht zu tun. Schlimm finde ich halt auch, wenn eine Hündin als Gebärmaschine missbraucht wird. Also immer wieder einen Wurf. Solche Hunde können ja nicht stark und gesund werden.

Unsere Luna ist ein Mischling, Mutter ist Mischling, von einem Bauernhof. Diese Hündin hatte das erste und letzte mal Junge. Ob solche Mischlinge wirklich gesünder sind, als jene von einer Zucht kann ich nicht beurteilen.

10

Montag, 3. Februar 2014, 06:16

Inhii, das sehe ich genau so. Ein Züchter, welcher sich korrekt verhält, wird nicht verhindern, dass uneinsichtige Kunden sich ihren zurechtgebogenen Hund aus weniger fairen Quellen besorgen. Aber das kann ja kein Argument dafür sein, selbst auch unfair zu züchten, oder?

11

Montag, 3. Februar 2014, 09:09

Ich finde alles, was durch Zucht Tiere zu einen nicht artgerechten Leben verdammt, ist Quälerei! Ob das jetzt verkürzte Schnauzen sind, die ein normales Atmen unmöglich machen, verengte Tränenkanäle oder Patella Luxationen bei Zwerghunden, tiefe Falten beim Shar Pei, hinten tiefer Hüftstand beim DSH und dadurch HD und Rückenproblematik usw. Es gibt ja unendlich viele gesundheitliche Probleme, die durch angeblich "schöne" Hunde angezüchtet wurden.
Obwohl ENDLICH mehr darüber informiert wird, gibt es immer noch viel zu viele Hundekäufer, die dann trotzdem - sobald es ums Geld geht - sich selbst belügen und halt einen Billigwelpen kaufen, so quasi unter dem Motto: die Züchter verdienen sich ja doch nur dumm und dämlich, ein "Hobby Züchter" tuts auch. Wenn ihr geliebtes, süsses Hündchen dann krank ist und sie plötzlich viel Geld zum Tierarzt tragen müssen, dann ist das Gejammer gross und und ebenso die Anklage gegen den ach so bösen "Hobby Züchter". Dabei wäre es so einfach: Würden solche Welpen nicht mehr gekauft und gäbe es keine Nachfrage mehr, würde auch das Angebot rasch abnehmen. :nicken: Darum ist jetzt der Vermehrer schlecht oder der Käufer, der ihm Welpen abkauft?

Tinuvielle

unregistriert

12

Montag, 3. Februar 2014, 09:17

Den Begriff Qualzucht ganz genau zu definieren finde ich schon sehr schwer. Denn neben den eher offensichtlichen Fällen wie die eingedrückte Nase oder die Atemnot gibt es ja auch noch weitere Faktoren: Die allgemeine Übertypisierung, vor allem in der Grösse. Ich war grad am Freitag im Rahmen meiner Ausbildung an einem Vortrag über Pathologie und es ist schon krass welche Probleme die Kleinst- und Riesenrassen inzwischen haben. Bänder die das massive Gewicht von +70kg Hunden überhaupt nicht mehr tragen können, Kniescheiben die aufgrund der Anatomie gar nichts anderes mehr können als rausspringen. Es ist einfach nur traurig und tragisch, dass die Dach- und Rassenverbände so lange geschlafen haben und oftmals erst jetzt zusammenarbeiten. Bei gewissen Rassen den "Charre" rumzureissen ist unglaublich schwierig. Rückzüchtungen sind leider ebenso schwierig, vor allem wenn der Genpool schon zu klein ist. Hier würde nur Fremdblut (Fremdrasse) helfen. Aber solange sich mit der "festgefahrenen" Situation Geld und Anerkennung verdienen lässt, gibt es immer die schwarze Schafe. Die wirklich guten und gewissenhaften Züchter, die sich nicht von den Käufern/Markt beeinflussen lassen, haben es schließlich unendlich schwer mit ihren wenigen Hunden DEN Unterschied in der Zucht zu machen. Darum braucht es neue Regulierungen durch die Verbände.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tinuvielle« (3. Februar 2014, 10:26)


13

Montag, 3. Februar 2014, 10:20

Danke 1: für den Begriff Übertypisierung!!! Den hab ich gesucht, und der drückt erheblich weniger emotional als "Qualzucht" genau das aus, um was es mir hier geht. Denn ich unterstelle nicht einmal allen betroffenen Züchtern Tierquälerei, sondern viel mehr Augenmassverlust.


Danke 2: einige hier spüren, dass ich das Thema nicht aus streitlust anschneide, sondern weil es mich seit bald 20 Jahren stark beschäftigt und nehmen es dementsprechend ernst!

Und ja: die Käufer solcher übertypisierten Hunde sind noch einmal schlimmer, weil sie mit solch armen Wesen ihr Leben anreichern.
Aber die Züchter sollten ethisch auf einem höheren Level sein, weil sie halt tiefer im Thema stecken...

inhii

Alphadoggie

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14

Montag, 3. Februar 2014, 16:37

Nein Holger, das ist kein Grund selbst unfair zu züchten. :nönö:

Nur denke ich, dass leider diese extremen Zuchten nie ganz von der Bildfläche verschwinden werden, weil die Leute sich eben dann einfach Papierlose holen gehen.... :noidea: Und solange es nicht verboten und auch streng kontrolliert wird, wird sich wohl auch nichts ändern, denn Käufer gibt es immer wo das toll finden. :huh:

TalkingAnimals

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15

Montag, 3. Februar 2014, 16:46

Ich finde beide Aspekte nicht gut, die Qualzucht (für mich ist Qualzucht, wenn die Körperform oder bestimmte Körpereigenschaften zu Leiden, Krankheit oder sogar Tod führt) und auch das Vermehren von irgendwelchen Hunden, ob Mischlinge, Pseudo-Designerrassen oder einzelne Rassen. Wer von Genetik null Ahnung hat, soll auch nicht züchten.

16

Montag, 3. Februar 2014, 16:50

Ich wäre froh, wenn man irgendwann mal sagen könnte: Die grossen Verbände sind Garanten dafür, dass solche Übertypisierungen effektiv verhindert werden. Mit strengen Auflagen und Kontrollen intern und guter Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit. Irgendwo muss man ja anfangen!

17

Montag, 3. Februar 2014, 17:08

Wer von Genetik null Ahnung hat, soll auch nicht züchten.
Ich bin früher oft darauf angesprochen worden, warum ich mit meiner "hübschen" Hündin, die doch einen hervorragenden Platz an einer Ausstellung (Ladys Züchterin wollte unbedingt, dass ihre Nachzucht einmal ausgestellt wird und so haben wir ihr das zugesagt und eingehalten, aber einmal und nie wieder, ist nicht unsere Welt...) geschafft hat nicht züchte. Ich wurde nach der Ausstellung auch kontaktiert, wann - nicht ob - ich Lady decken lasse und Interesse an Welpen von ihr gezeigt. Aber ich habe Lady nur ausgestellt, nicht angekört!
Im Laufe der Jahre habe ich wirklich viele Berger des Pyrénées Züchter kennengelernt. Darunter sind ganz ganz viele, die sich wirklich mit Herzblut, Motivation und auch sehr viel finanziellem Engagement der Gesund-, aber auch der möglichst urgetreuen Wesenserhaltung widmen, indem sie sich eben mit Genetik auseinandersetzen und sogar Länder übergreifend die diversen Stämme studieren. Ich finde das toll :thumbsup: Ich bin begeistert, wie sie Weiterbildungskurse zu diesem Thema besuchen, sich austauschen und auch punkto Welpenprägung hat sich in den Jahren, seit wir unseren ersten Pyrie holten unheimlich viel Positives verändert. Nicht bei allen, aber bei sehr vielen.
Mein Mann und ich haben uns gegen das Züchten entschieden! Wir sind nicht bereit so viel Zeit und Geld in die Ausbildung der Genetik, Prägung der Welpen usw. zu stecken. Andererseits sind wir genau deiner Meinung Talking Animals:

Wer von Genetik null Ahnung hat, soll auch nicht züchten.

Tinuvielle

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18

Montag, 3. Februar 2014, 17:43

Wer von Genetik null Ahnung hat, soll auch nicht züchten.

Und da würde ich gerne auch mehr die Deckrüden Besitzer in der Pflicht sehen. Denn auch die sollten sich im Interesse der Rasse überlegen ob die Verpaarung Sinn macht und nicht nur die Deckgebühr und den Ruhm in den Vordergrund stellen. Dazu gehört ein guter Rüde auch nach einigen Deckakten aus der Zucht zu nehmen (Problem of the popular Sire). Ich habe schon Rüdenbesitzer mit Deckrüden gesehen, die haben null Plan von Genetik. Und das Wissen muss über ein bisschen HD hinaus gehen.

Anij

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19

Montag, 3. Februar 2014, 18:25

Ich wäre froh, wenn man irgendwann mal sagen könnte: Die grossen Verbände sind Garanten dafür, dass solche Übertypisierungen effektiv verhindert werden. Mit strengen Auflagen und Kontrollen intern und guter Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit. Irgendwo muss man ja anfangen!

Als ich das gelesen habe, mußte ich jetzt doch mal gepflegt lachen. Eine Freundin von mir hat es sich vor Jahren zur Aufgabe gemacht, dabei zu helfen, dem Mops wieder Lebensqualität zu verschaffen. Da der Genpool der Möpse in Hinsicht auf Augen und verkürzte Nase viel zu klein ist und die Rasse aus dem Dilemma alleine nicht mehr raus kommen wird (das wird ja schon seit Jahrzehnten von einigen Züchtern vergeblich versucht), hat sie sich entschlossen, in Ihre Zucht einen Rassmo aufzunehmen, also einen Hund mit 25 % JRT- und 75% Mopsgenen. Ihre Nachzuchten sind heute rein optisch nicht mehr von einem Mops zu unterscheiden, haben aber keine der üblichen Beschwerden wie Kurzatmigkeit, Augenprobleme, Probleme mit der Nasenfalte etc.

Was sie sich für diesen Schritt von den ach so ehrenvollen Züchtern des VDH anhören durfte, schreibe ich hier lieber nicht auf, denn das war teilweise weder Jugendfrei und absolut unter der Gürtellinie. Fazit, der geneigte Mopszüchter im VDH findet es entweder toll, wenn seine Möpse kurzatmig durch die Welt gurgeln und meinen, das Gros der Käufer will das so.

Nein, also zumindest im VDH ist die Tendenz eine solche Übertypsierung effektiv zu verhindern eher gegen Null.
Viele Grüße von Daniela, Velvet und Sira

und Silky im Herzen.









Wenn du redest, muss deine Rede besser sein, als es dein Schweigen gewesen wäre.
(arabisches Sprichwort)

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20

Montag, 3. Februar 2014, 21:40

Wer von Genetik null Ahnung hat, soll auch nicht züchten.

Und da würde ich gerne auch mehr die Deckrüden Besitzer in der Pflicht sehen. Denn auch die sollten sich im Interesse der Rasse überlegen ob die Verpaarung Sinn macht und nicht nur die Deckgebühr und den Ruhm in den Vordergrund stellen. Dazu gehört ein guter Rüde auch nach einigen Deckakten aus der Zucht zu nehmen (Problem of the popular Sire). Ich habe schon Rüdenbesitzer mit Deckrüden gesehen, die haben null Plan von Genetik. Und das Wissen muss über ein bisschen HD hinaus gehen.

:good: Seh ich ganz genau so!! Zu vielen anderen klugen Dingen, die hier gesagt wurden.

ICh finde es nur immer wieder lustig, dass die Züchter immer noch mehr kontrolliert werden müssen. Wer kontrolliert denn den ganzen Vermehrer (und das sind für mich persönlich alle ,die außerhalb der FCI züchten, mit wenigen Ausnahmen) Es gibt eine vage Statistik für Deutschland, wo die Mehrheit der Hunde eben nicht aus FCI Zuchten sind. Wie ist also nachzuvollziehen, welche der kranken, betroffenen Hunden wirklich aus echten Zuchten stammen und welche von Vermehrern?!

Ich will nicht bestreiten, dass es natürlich auch in der FCI Probleme gibt. Der ÖKV z.B. hat mit dem Projekt Konterqual schon etwas g eschaffen, wo sie Rasseclubs zum handeln anregten und ab 2018 dann auch zwingen. Ein weiterer wichtiger Punkt wurde in der Ausstellungsordnung ergänzt. Nämlich dass jene Aussteller, die sich nicht an das TschG halten, sowie augenscheinlich kranke Hunde ausstellen, zumindest mal die Ringnummer und alle an diesem Tag errungenen Titel aberkannt werden können. Definitv ein Schritt in die richtige Richtung, denn das tut einem Aussteller am meisten weh und es kann dadurch ein Umdenken stattfinden.

Also ganz so, ist es nicht, dass nichts geschieht. Aber es liegt natürlich stark an den Dachverbänden undden jeweiligen Rasseclubs

Zu den Möpsen möcht ich noch Ergänzen, dass es offenbar noch genug "RetroMöpse" gibt, die die gleichen Probleme haben. Ganz so einfach funktioniert Zucht einfach nicht. Und es gibt Ausstellungschampions bei den Möpsen, die normal funktionieren. Eine Bekannte von mir züchtet jene, und geht trotzdem täglich stundenlang ohne Probleme spazieren. Man muss halt, und da sind wir wieder, auch als Käufer etwas genauer schauen und vielliecht auch tiefer in die Tasche greifen.

Und jenen, die meinen normale Hobbyzüchtern (das sind nämlich in der Regel alle ÖKV/VDH/SKC Züchter) die einmal im Jahr nen Wurf machen, machen die große Kohle, kann ich nur empfehlen das Abenteuer Zucht mal selbst zu starten. Ganz so, ist es leider nicht. Schön, wenn was in der Kasse bleibt, denn das wird bei jenen im NOrmalfall wieder in die Hunde gesteckt oder für den Fall der Fälle in den nächsten Wurf gesteckt. Leider kann ich mittlerweile sagen, wie teuer so ein Kaiserschnitt plus nem später fast sterbenden Welpen etc. ist. Ich will nicht jammern und tu es auch nicht. Aber ich kann das Gesuder von den Leuten einfach auch nicht mehr hören. Man steckt derart viel Herzblut, Wissen und Zeit in so einen Wurf, selbst wenn was über bleibt, soll es einem vergönnt sein. Denn dafür bekommt man im Normalfall einen genial sozialisierten und geprägten Hund für die hoffentlich nächsten 15 Jahre! So seh ich das zumindest!
Greetz July
Nuortariikas Lapinporokoira
Ridikkulus Orientale
www.lapinporokoira.at


und Robin für immer im Herzen!