Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: doggies.ch - das Hundeforum der Schweiz. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Lia

Sportdoggie

Beiträge: 1 483

  • Nachricht senden

41

Freitag, 12. Dezember 2014, 17:28

Das mit dem Verstecken funktioniert sicher nicht bei allen Hunden. Ich weiss von einem Hund, wenn der weg war zum Jagen, dann war er aber für Stunden weg. Korrigieren konnte man ihn sein Leben lang nicht. Die Besitzer gaben sich alle Mühe. Auf der Jagd interessierte es ihn nicht, ob er alleine ohne sein Herrchen war.... Crischa wäre sicher auch so ein Typ, wenn er das Jagen entdecken würde. Er ist ein so selbständiger Hund und "braucht" mich nicht für seine Sicherheit. Da ist Flash schon anders. Wenn er sich allein gelassen fühlt an einem fremden Ort, ist es ihm nicht mehr ganz geheuer...

testudo

unregistriert

42

Freitag, 12. Dezember 2014, 17:38

Odin wäre sicher auch für Stunden weg,bevor er überhaupt merken würde, dass wir nicht mehr da sind, wenn man ihn dann liesse....

Lagotto

Sportdoggie

Beiträge: 1 452

  • Nachricht senden

43

Freitag, 12. Dezember 2014, 19:03

Das was Patzbatz erwähnt, finde ich noch wichtig. Seit einiger Zeit schon probiere ich aus, dass er auf mich achten muss und nicht umgekehrt. Zudem rufe ich ihn selten. Ab und zu gibt es einen Pfiff, da reagiert er besser drauf, als auf seinen Namen.
Üben kann ich diese Situation natürlich am besten auf Wiesen und Feldern. Im Wald würde das, wegen Reizüberflutung, nicht funktionieren. :wacko:
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

Psovaya Borzaya

Alphadoggie

Beiträge: 3 469

Doggie(s): ein barsoi und ein whippet

Wohnort: Balterswil TG

Beruf: dipl. pflegefachfrau, 20% pensum im nachtdienst

  • Nachricht senden

44

Freitag, 12. Dezember 2014, 19:05

dawn bleibt zwar niemals stunden weg, aber ich könnte mich hundertmal verstecken, beim nächsten reh wär sie genauso weg wie die 99 male davor auch... die hat zudem eine fantastische orientierung, die würd mich wohl auch im dachsbau wieder finden, allerdings erst, wenn sie findet dazu sei es jetzt an der zeit.
reizangel, wildgehege, etc pp interessieren sie nicht die bohne. das rehwild an unserem zaun? kein problem, sie bleibt ruhig liegen. da könnte ich antijagdtraining machen bis ich schwarz werde... das einzige was hilft ist ein simples hilfsmittel namens "leine". hab gelernt den hund zu lesen und zu reagieren bevor sie startet. an "gefährlichen" orten wird eben angeleint, im wald läuft sie niemals frei. wir haben genügend gebiete wo sie frei laufen kann. schwierig ist nur die zeit die wir jetzt haben: treibjagdzeit. die vergeht aber zum glück ja wieder...
abruf festigen ist sicher eine wichtige grundvoraussetzung. wenn der hund beim entsprechenden hörzeichen oder pfiff sofort kehrt ohne sich erst noch umzusehen, hat man die besten chancen, das wild vor dem hund zu sehen, wenn dann mal welches auftaucht wo man es nicht vermutet.

den absatz zu den "penner hunde" kommentiere ich mal lieber nicht, das käme nicht gut...
herzliche grüsse conny mit nastassja und jendayi und dawn im herzen

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Psovaya Borzaya« (12. Dezember 2014, 19:10)


Patzbatz

Wachdoggie

Beiträge: 1 007

Doggie(s): Amy silver Labrador dame

Wohnort: Kanton Bern

Beruf: Rangierspezialistin

  • Nachricht senden

45

Freitag, 12. Dezember 2014, 23:30

Ihr kennt eureHunde am besten. Ich weiss wie ich das Vertrauen zu amy wieder aufbaue und sie jagd alles. Katzen, fuchs, reh...
meist hat das was mit abgelenktheit zu tun vom Besitzer. Ich schrieb ja schon ein sehr gutes Beispiel von den "Strassen Hundenbei den Obdachlosen".

Warum haben wir "bessere Gesellschaft" solche Probleme die sie quasi nicht kennen?
Fragt euch das... klar die Hunde werden zum teil sehr über behandelt. Abermit weglaufen haben die meist kein Problem...
Dein Hund ist dein Spiegelbild, dass niemals lügt. 00100-2:pics

46

Samstag, 13. Dezember 2014, 00:54

Wieso die Obdachlosen mit ihren Hunden dieses Problem nicht kennen? (wenn das überhaupt so stimmt) Vermutlich weil sie sich kein Problem draus machen. Und mal ehrlich...... ich weiss nicht wieviele "Pennerhunde" überhaupt jemals in ihrem Leben ein Reh oder eine Gämse sehen.

Gruss Eva

ps. Kimba währe es im Moment des Hetzens auch egal wenn ich mich verstecke.

Psovaya Borzaya

Alphadoggie

Beiträge: 3 469

Doggie(s): ein barsoi und ein whippet

Wohnort: Balterswil TG

Beruf: dipl. pflegefachfrau, 20% pensum im nachtdienst

  • Nachricht senden

47

Samstag, 13. Dezember 2014, 07:48

genau damisi, das dachte ich mir auch...
herzliche grüsse conny mit nastassja und jendayi und dawn im herzen

Bluenote

Admindoggie

Beiträge: 8 154

Doggie(s): *Shirin* Schnauzer-Mix

Wohnort: Kanton ZH

Beruf: Diplomierte Verpeiltheit

  • Nachricht senden

48

Samstag, 13. Dezember 2014, 08:13

Meine ältere Schwester hält eigene Hunde seit Teenie. In ihrer rebellischen Phase so von 17 bis Mitte 20, lebte sie sehr "vagabundisch", obwohl sie eigentlich ein Zuhause hatte. Sie zog viel herum, war viel in der Stadt, ging über mehrere Wochen/Monate nicht heim. Mit dabei immer ihre Hunde. Immer ohne Leine, überall. Die waren einfach dabei und top erzogen, hielten an jeder Strasse von sich aus an, warteten vor Läden, gingen nicht zu fremden Hunden, waren wie ein Schatten immer da, wo meine Schwester war.
Auch später, als sie wieder "gesittet" unterwegs und ich schon alt genug war, um sie mit den Hunden zu begleiten (sie ist 17 Jahre älter als ich), liefen ihre Hunde immer frei, waren aber top erzogen (80er-/frühe 90er-Jahre...da konnte man das noch machen mit unangeleinten Hunden und sie mussten auch noch nicht so unsichtbar sein wie heute und wenn zwei mal rauften, war das normal und es gab keine Anzeigen).

Aber: Wehe, Tessa, ihr Labimix, sichtete ein Reh, wenn sie in der Natur unterwegs war. Da war der Schatten aber ruckzuck weg. Einmal haute sie nachts ab, in dem sie die Tür selbst öffnete (wir wohnten in Tobel- und Wald-/Wiesennähe), riss wahrscheinlich irgendwas und kam mit blutgetränktem Gesicht und total ausgepumpt, aber sehr happy zurück.
Nina, der Schäfer-Beauci-Irgendwasmix, der war überall, wo's kein Wild gab, der perfekte Vorzeigehund. Im Wald...Leinenpflicht. Wild = adieu die Dame.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Obdachlosen-Stadthund ist noch lange nicht automatisch kein Jäger.
And when the time comes, remember that dogs never die. They are sleeping in your heart.

49

Samstag, 13. Dezember 2014, 12:29

Bluenote......zustimmend nicke ich. :thumbsup:


Wuschy
jetzt herrscht halt wieder eine Zeitlang leinenzwang :S
ist das wirklich sooo schwierig, in so einem Moment den Hund abzurufen?
was für Methoden wendet ihr in solch einem fall an?
um nochmal auf deine Fragen zurückzukommen.

1. Mit ein "zeitlang" Leinenzwang ists nicht getan. Eure Hund sollte keine weiteren "Erfolge" mit abhauen haben. Jeder weitere wird euer Training nutzlos machen.

2. Ja, für einen Hund ist dies derart selbstbelohnend, dass er von mal zu mal noch weniger abrufbar sein wird. Selbst super, super folgsame "Jagd"- Hunde die im Alltag absolut zuverlässig gehorchen, blenden in diesem höchsten und plötzlichen Reiz alles andere aus.

3. Aufpassen, beobachten, Motivationen nutzen im Training, vielfältig arbeiten - schauen, was bietet der Hund an und dies ausbauen (z.B. Vorstehen in ein sicheres Stehenbleiben, Absitzen oder Abliegen, und/oder einen apportierfreudigen Hund mit Dummyarbeit abholen und/oder einen motivierten Fährtenläufer mit Sucharbeit belohnen eventl. Impulskontrolle - Aufbautraining mit Reizangel ) usw.
Trainingsaufbau, festigen, dranbleiben und bis das richtig gut sitzt, den Hund sichern.

viel Spass dabei

Gruss Eva

Bolotta

Alphadoggie

Beiträge: 4 748

Doggie(s): Luna, Labi Mischling und Honey Mischling

  • Nachricht senden

50

Samstag, 13. Dezember 2014, 17:53

vorhin gingen Luna und ich joggen. Erst über ein Feldweg, wo auf der einen Seite eine grosse Wiese ist, auf der andern Häuser. Dort durfte sie frei sein. Weiter näherten wir uns dem Wald. Erst stärkten wir uns bei einem Schluck Wasser und weiter gings. Da ich erst noch die Mütze anziehen musste, war Luna ausnahmsweise noch frei, aber unter Beobachtung. Auf einmal verlässt sie den Weg und will schon den Hang hinauf in den Wald. Ich rufe ganz scharf: "Fuss". Und Luna kehrte tatsächlich um. Ich lobte sie überschwenglich :d .
Ab da war sie an der Schlepp, bis wir den Wald verliessen. Einmal blieb sie stehen, stand vor und hielt die Nase in die Luft, ganz aufgeregt. Sie machte keine Anstalten, in den Wald reinzulaufen, was sie aber nie tut, wenn sie angeleint ist. Ich bin sicher, sie weiss genau, dass sie es erst gar nicht versuchen muss, wenn sie angeleint ist.

Idesiree

Streunerdoggie

Beiträge: 113

Doggie(s): Venia of Gentle Mind, Whippet 2010 Origine of Gentle Mind, Whippet 2014

  • Nachricht senden

51

Samstag, 13. Dezember 2014, 19:31



Bei allen anderen "angeblich" Vollblutjägern sah ich immer mehr oder weniger inkonsequente, planlose und ohne sinnvollen Aufbau trainierende Hundeführer, deren Hunde sich erst dadurch zu derart ambitionierten Jägern entwickeln konnten.

Gruss Eva


Für mich ist keine Erziehung/Umlenkung/Verhinderung stärker als die Jahrhunderte verankerten und herangezüchteten Gene. Jagdhunderassen und generell Rassen die gezüchtet wurden, um mit dem Menschen gemeinsam zu arbeiten oder zu jagen, sind in der Regel auch in den hochtriebigen Situationen besser lenkbar als diejenigen, die Jahrhunderte dazu gezüchtet wurden selbständig und völlig eigenständig zu handeln.
Natürlich gibt es auch bei diesen Rassen die Modelle, die nicht sehr jagig sind und die sind dann wiederum leichter lenkbar. Aber belächelnd über "angebliche" Vollblutjäger zu schreiben, dann weiss ich nicht, was du dir bis anhin angeschaut hast. Diese Meinung hatte ich auch, solange ich meine perfekt im gehorsame Borderdame noch einen Meter vor einer Katze ins Platz rufen konnte, locker, kein Problem :rolleyes:
Daher kann ich mit deiner obigen Aussage nichts anfangen.
Sicher gibt es viele Beispiele, die durch mangelnde oder völlig falsch angegangene Erziehung zu stärkeren Jägern erzogen wurden, als es möglich gewesen wäre. Es gibt aber auch grad so gut die anderen Beispiele, wo sich Besitzer ein Bein ausreissen und bei namhaften Trainern unter vollstem Einsatz Jahrelang dem ATJ widmen, wenn man dem so sagen will, aber das Endergebnis einfach dasselbe ist im Zweifelsfalle: nämlich ein jagender Hund sobald sich die Gelegenheit ergibt!
Es Grüessli Iris mit Venia & Origine

wuschy

Sportdoggie

  • »wuschy« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 471

Wohnort: nähe rheinfall

Beruf: hausfrau, kind und hund sitterin

  • Nachricht senden

52

Samstag, 13. Dezember 2014, 20:42

@damisi
ja da hast du schon recht, mit dem "eine Zeitlang wieder leinenzwang", aber das weiss mein sohn auch, war einfach so seine kurzschluss aussage!

Ja eben, antijagttraining hat er ja gemacht bei seinem hundetrainier, aber leider hats demfall nicht wirklich geholfen ;(
aber er bleibt dran mit üben, üben, üben..! hoffenlich klappts dann beim nächsten reh :zwinker:
aber er wird winja, sobald wald in der nähe zu sehen ist, sie anleinen, schleppleine !

danke euch

gruss wuschy

Lagotto

Sportdoggie

Beiträge: 1 452

  • Nachricht senden

53

Samstag, 13. Dezember 2014, 20:43

Für mich stellt sich die Frage, jagt ein Hund, bzw. rennt mit grosser Freude Fährten hinterher, weil er nicht ausgelastet ist, oder ist der "Spieltrieb" in dem Moment einfach stärker...?
Ich habe den Eindruck, ein eher selbstbewusster Hund entscheidend manchmal selbstständig, wenn Frauchen/Herrchen nicht rechtzeitig eingreift, ob er lossprintet oder nicht. Ich sehe das nicht als Trainings- oder Erziehungsmisserfolg, sondern als, das kann halt passieren. Mein Hund hat sehr viel Energie und ist leicht ablenkbar, damit kann ich leben und muss ihn einfach immer im Auge behalten. Bei ihm habe ich die Erfahrung gemacht, je mehr er körperlich gefordert wird, desto aufgedrehter ist er. Deshalb lasse ich ihn generell immer wieder warten und mache viele Konzentrationsspiele und eher selten Wurfpiele. 
Ein Hund liebt Dich immer mehr als sich selber :smile:

54

Samstag, 13. Dezember 2014, 20:58

Sicher gibt es viele Beispiele, die durch mangelnde oder völlig falsch angegangene Erziehung zu stärkeren Jägern erzogen wurden, als es möglich gewesen wäre. Es gibt aber auch grad so gut die anderen Beispiele, wo sich Besitzer ein Bein ausreissen und bei namhaften Trainern unter vollstem Einsatz Jahrelang dem ATJ widmen, wenn man dem so sagen will, aber das Endergebnis einfach dasselbe ist im Zweifelsfalle: nämlich ein jagender Hund sobald sich die Gelegenheit ergibt!

Hallo
Ich belächle keinenfalls die angeblichen Vollblutjäger. Ich habe nach 2 supergehorsamen DSH die ich 2 Meter hinter dem Poppers vom Reh umgehend zurückrufen konnte, nun eine ausgesprochene, unabhängige und freudig selbst entscheidende Ridgeback-Jagdsemmel. Ich bin gehörig auf die Welt gekommen. Aber ich mache das Ergebnis definitv nicht am "unbesiegbaren" Jagdinsinkt meines Hunde fest, sondern am inkonsequenten ersten Jahr, wo ich definitiv einiges verpasste und einiges auch falsch angegangen bin.

Ich bin vollkommen deiner Meinung, dass es sehr anspruchsvoll ist, so einen Hund soweit im GEhorsam zu haben, dass er im Freilauf zuverlässig unter Kontrolle ist. (Ich schreibe bewusst nicht abrufbar, weil ich "unter Kontrolle" auch ein fixieren an Ort und Stelle durch Platz oder Sitz verstehe.)

Was ich aber wiederum zu bedenken gebe ist folgendes:
Zum einen braucht es keine "völlig falsch angegangene Erziehung" um einen "Halbblutjäger" zur Festigung der Ansätze seiner unerwünschten Leidenschaft zu verhelfen. Es genügen ein paar wenige Fehler. z.B. falsches Timing, zwischendrin doch mal abzischen, zu wenig solide Stufe für Stufe gefestigt und zu früh zuviel gewagt, also wenn man sein "jahrelanges AJT eben nicht konsequent und von Anfang an durchzieht. Was dann erst los ist, wenn man wirklich einen Vollblutjäger hat, ist dann ja klar.

Und zum anderen kann und will ich dem Hund das "Jagen" ja gar nicht abgewöhnen. Dehalb ziehe ich einem jahrelangem Antijagdtraining schlicht und einfach eine ganz normale Hundeerziehung vor.

Das heisst z.B. dableiben auf Kommando, zurückkommen auf Kommando, stehenbleiben auf Kommando und absitzen/abliegen auf Kommando.

Und wie schon gesagt, ich kenne genau 2 Hunde im 40 Jahren, die definitiv immun gegen den solidesten Aufbau waren und das waren ein Husky und ein Alaska Malamut.

Komischer Weise kenne ich ausgerechnet viele jagdlich geführte und jagdlich hochmotivierte Hunde ( diverse Schweisshunde, Bracken, Weimaraner, Ridgeback, deutsche Drahthaar, engliche und irische Setter, ja sogar 2 Jagdterrier) die ausgezeichnet im Gehorsam stehen und am Wild abrufbar, bzw. unmittelbar das Kommando ins down, platz, sitz oder verharren im Vorstehen befolgen.
Und viele, viele Hunde die ursprünglich nicht mal die halbe Jagdmotivation mitbringen, aber regelmässig in den Wald abhauen und sogar Wild hetzen, wenn sie die Möglichkeit dazu bekommen, jegliches Rufen ihrer Besitzer ignorierend.

Woran mag das wohl liegen, hm?

Ich jedenfalls habe meine Lektion gelernt und seitdem sind die Fortschritte enorm und wo es unsicher ist, ist der Hund an der Leine und Punkt.

Gruss Eva

Idesiree

Streunerdoggie

Beiträge: 113

Doggie(s): Venia of Gentle Mind, Whippet 2010 Origine of Gentle Mind, Whippet 2014

  • Nachricht senden

55

Samstag, 13. Dezember 2014, 22:17

Schau, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einfach Hunde gibt, die absolute Jäger sind und die sich auch durch den saubersten Aufbau nicht vom Jagen abhalten lassen;-) Es gibt Exemplare da helfen auch die 2500 Wiederholungen nix, jegliche Umorientierungssignale paffen ins Leere und intermediäre Brücken schmieren haltlos ab.
Diese Aussagen, es liegt nur an der Konsequenz des Besitzers zeigt in vielen Fällen lediglich das Unvermögen einiger Trainer zuzugestehen, dass das ATJ einfach Grenzen hat;-)
Ich bin aber absolut bei dir, dass es immer lohnt das Optimum rauszuholen und am Gehorsam und Kontrollierbarkeit zu feilen! Absolut! Nur bitte nicht immer behaupten, das klappt SICHER bei jedem Hund:smile:
Es Grüessli Iris mit Venia & Origine

56

Sonntag, 14. Dezember 2014, 11:57

Nur bitte nicht immer behaupten, das klappt SICHER bei jedem Hund:smile:
Tu ich ja nicht. Hab doch geschrieben, dass ich 2 kenne, bei denen es eben nicht zum gewünschten Erfolg führte. :zwinker: Inzwischen ist mir noch ein Grosspudel eingefallen, bei dem es nicht funktioniert.

Oft, meist, höre ich die Aussagen, "ich hab nun einen Kurs besucht, aber das hat nichts gebracht" oder "ich habe lange trainiert, aber jetzt läuft er wieder davon". Als wenn erwartet wird, dass der Hund es nun gelernt hat, nun immer so folgen wird und man nun seine Ruhe von diesem "mühseligen" Training hat.

Ich bin der Meinung, dass ein Jäger immer ein Jäger sein wird. Auch wenn man ihn soweit trainiert hat, dass er vom Hetzen abrufbar ist, wird das bei Unachtsamkeit und Inkonsequent sich wieder aufheben. Man muss IMMER dran bleiben und die Durchlässigkeit der Kommandos sein Lebenlang auffrischen.

Ich finde das jedoch nicht mühselig, sondern unser Training ist ja auch ein Fördern/Fordern, also auch eine Auslastung für Kimba und macht uns zusammen viel Spass. Ich mache mit Kimba kein ANTIjagdtraining. Ich mache mit Kimba Jagdtraining. Denn Fährten, Revieren, Apportieren, Geschicklichkeitsparcours usw. das ist JAGEN.
Und dabei sind die Elemente der Alltags-Kommandos mit integriert, wie im ganz normalen Leben. Ich nutze nach einem soliden Grundaufbau lediglich die erhöhte Reizlage zum Festigen des Kommandos, bis hin zur höchsten Reizlage. Und diese höchste Reizlage, ( bei Kimba "hetzen" ) die wird immer eine Aufgabe der Achtsamkeit und es Festigens bleiben.

Wer das nicht möchte und zufällig an einen Jagdhund geraten ist, der muss ihn halt an der Leine behalten und nur Freilauf gewähren, wo nichts passieren kann. Ist doch auch ok. Schlittenhunde z.B. muss ich nicht mit Jagdtraining auslasten. Viele von ihnen sind begeisterte Jäger, aber in erster Linie motivierte Läufer und da ist damit eine gute Auslastung möglich, so dass der Hund halt ansonsten im Wald an der Leine bleibt.

Wer sich jedoch bewusst einen Jagdhund ins Haus holt, sollte sich vorher der möglichen Leidenschaften seines Hundes bewusst sein und sie dann nicht als lästig empfinden, bzw. von seinem Hund sich dann enttäuscht zeigen und nach Methoden suchen, die einem das lästige Problem vom Hals schaffen.

Das ist nicht fair.

Gruss Eva

Idesiree

Streunerdoggie

Beiträge: 113

Doggie(s): Venia of Gentle Mind, Whippet 2010 Origine of Gentle Mind, Whippet 2014

  • Nachricht senden

57

Sonntag, 14. Dezember 2014, 14:34



Ich finde das jedoch nicht mühselig, sondern unser Training ist ja auch ein Fördern/Fordern, also auch eine Auslastung für Kimba und macht uns zusammen viel Spass. Ich mache mit Kimba kein ANTIjagdtraining. Ich mache mit Kimba Jagdtraining. Denn Fährten, Revieren, Apportieren, Geschicklichkeitsparcours usw. das ist JAGEN.
Und dabei sind die Elemente der Alltags-Kommandos mit integriert, wie im ganz normalen Leben. Ich nutze nach einem soliden Grundaufbau lediglich die erhöhte Reizlage zum Festigen des Kommandos, bis hin zur höchsten Reizlage. Und diese höchste Reizlage, ( bei Kimba "hetzen" ) die wird immer eine Aufgabe der Achtsamkeit und es Festigens bleiben.

Gruss Eva


Nicht jeder Hund ist motivierbar für Jagdtraining mit dem Menschen. Handkehrum kann auch ein Jagdtraining mit dem Menschen nicht genau das auslösen, was in der Hatz oder sogar der Erbeutung eines Wildtieres mit dem Hund passiert. Dies zu glauben ist in meinen Augen Illusion.
Ein Hund kann an der Reizangel zu 100% locker kontrollierbar sein und in seinen Reizen voll ausgelastet, der Hase der auf dem Feld davonhoppelt, der löst nur schon alleine Hormonell einfach vielmehr aus, als wir mit Ersatztraining je auslösen können...
Das ist schliesslich und endlich auch der Grund, warum viele ihre Hunde von solchen Reizobjekten nicht mehr abrufen können und im Zweifelsfall halt auch mit optimalem Training der Rückruf versagen kann.
Es Grüessli Iris mit Venia & Origine

Tabasco

Sportdoggie

Beiträge: 1 999

  • Nachricht senden

58

Sonntag, 14. Dezember 2014, 18:59

Zitat


Ein Hund kann an der Reizangel zu 100% locker kontrollierbar sein und in seinen Reizen voll ausgelastet, der Hase der auf dem Feld davonhoppelt, der löst nur schon alleine Hormonell einfach vielmehr aus, als wir mit Ersatztraining je auslösen können...
Das ist schliesslich und endlich auch der Grund, warum viele ihre Hunde von solchen Reizobjekten nicht mehr abrufen können und im Zweifelsfall halt auch mit optimalem Training der Rückruf versagen kann.

Das sehe ich aus so.

Was man mit einem solchen Hund jedoch machen kann oder besser gesagt hätte machen können, ist, ihn von Beginn weg so zu führen/sichern, dass er nie ein Tier hetzen kann.
Ich glaube, das ist das grosse Problem: Wenn er einmal dieses hormonell einzigartige Erlebnis hatte, prägt sich das bestimmt enorm ein. Gerade in jungen Jahren.

Bei Tabasco passierte das, wie gesagt, im Alter von ca. 5 Monaten. Ein Reh, das in 10m Entfernung aus der Tarnung aufschreckte, und ein Hund der eine Viertelstunde lang DAS Erlebnis seines noch jungen Lebens hatte.

59

Sonntag, 14. Dezember 2014, 20:07

Ein Hund kann an der Reizangel zu 100% locker kontrollierbar sein und in seinen Reizen voll ausgelastet, der Hase der auf dem Feld davonhoppelt, der löst nur schon alleine Hormonell einfach vielmehr aus, als wir mit Ersatztraining je auslösen können...
Da stimme ich dir und Tabasco vollumfänglich zu. Das meinte ich auch, mit dem IMMER achtsam sein. Kimba ist mit 8 Monate ab wie eine Semmel und Rehen nach. Als 2 jährige Hündin hat sie an der Reizangel voll motiviert mitgearbeitet und zeigte eine dem Hetzen sehr nahe Motivation. Damit konnten wir den Abbruch in sehr hoher Motivation richtig gut trainieren. Als jedoch beim Pilzesuchen ein paar Meter vor uns eine Hirschkuh aus dem Gebüsch sprang, schoss Kimba derart umvermittelt und entschlossen los, dass ich keine Chance hatte sie noch abzurufen, oder die Schlepp noch festzuhalten. Auch als sich diese um einen Baum wickelte, stoppte sie das nicht, die Leine riss einfach durch und weg war der Hund.

Deshalb ists ja auch derart wichtig, dass der Hund in den ersten Jahren eben keine derart selbstbelohnende Erlebnisse hat. Wir konnten Kimba nun in solchen Situationen durch die Leine stoppen. Das sah nicht immer toll aus, es hat sie auch mal grausig überschlagen. Und zusammen mit dem konsequenten Gehorsamstraining kam mit der Zeit auch bei Wildsichtung das Sitzkommando durch.

Heute kann ich den Hund stoppen, wenn ein Reh aus dem Gebüsch springt, sie platscht regelrecht ins Sitz, sie zittert, sie fiept und jault aber...... sie sitzt. Ich habe Kimba im Freilauf IMMER im Auge und reagiere umgehend, wenn sie etwas anzeigt, in Spannung kommt, fixiert. Meist blickt sie heute sogar kurz zurück zu mir.....und dann habe ich ihn, den Zugang zu ihr, den ich dann aber auch nutzen muss.

Mir hat man auch gesagt, mit diesem Hund kriegst du das nicht mehr hin und prognostizierten mir, dass Kimba mehrheitlich an der Leine laufen muss. Ich habs aber hingekriegt, so dass Kimba (heute 5 1/2 Jahre alt) viel, viel Freilauf hat und jedem Kommando von mir fleissig und sofort nachkommt. Diesen Herbst ist es passiert, 2 Rehe springen vor uns aus dem Wald über die Wiese, Kimba und 2 andere Hunde spielend im Freilauf und im Vollspeed los, ein Brüller von mir, sie bremst ab, das Sitzkommando.... und sie sass!
Die anderen 2 angeblichen "meiner jagt nicht" und "macht doch nix, wenn ich zweimal rufen muss, er kommt ja"-Hunde, hetzten weiter den Rehen nach.

Ich nahm sie dann für eine Weile aber an die Leine, denn sie war voll ins Spannung, bei jedem Knacksen im Wald. Und liess sie dann auf einer grossen übersichtlichen Alpwiese mit ihren "Schweineschwanzkatzenbuckelvollspeedgrinsgesichtrennsaussrunden" den Dampf ablassen.

Ja ich weiss, das klingt jetzt wie angeben. Aber ich habe mich derart gefreut, das kann ich garnicht beschreiben.
Geschenkt hat uns das keiner. Das war nach Fehlern in den ersten 2 Jahren nun 3 Jahre Arbeit und dranbleiben, jeden Tag immer und konsequent.

Ich spreche nicht ab, dass es Hunderassen gibt, die es fast aussichtslos erscheinen lassen. (das schreibe ich nun glaub zum 3. mal... :sad: ) Doch die Mehrheit hats in der Hand den Hund unter Kontrolle zu bekommen.

lieber Gruss Eva

Lia

Sportdoggie

Beiträge: 1 483

  • Nachricht senden

60

Sonntag, 14. Dezember 2014, 21:36

Mit den Trieben wecken gibt es ja die verschiedensten Meinungen. Mir wurde auch prophezeit, dass ich Crischas Hütetriebe wecke, wenn ich mit ihm in den Schafhütekurs ginge. Aber diese Triebe mussten nicht geweckt werden! Als wir am Schafe scheren waren, nahm ich den 6 monatigen Pfüdi mit. Vorher hatte er die Schafe beim Spazieren gehen überhaupt nicht angeschaut. Er war eine Weile dabei, nach einer halben Stunde zuschauen fing er zu winseln und zittern an. Da ist ihm wohl eingefallen, wozu er eigentlich geboren wäre. Im Schafhütekurs lernten wir seine Triebe zu kontrollieren. Er machte sich danach nur ein einziges Mal selbständig, als die Schafe vor unserem Haus gezäunt waren und er alleine im Garten war. Er hat jedoch nur alle ganz brav zusammen getrieben und gewartet, bis ich seine "Arbeit" sah. Leider war ich nicht so begeistert wie er, da er ohne mich ans Werk ging. Ich bin überzeugt, wenn ich mit ihm nicht im Kurs gewesen wäre, müsste ich ihn jedes Mal in der Nähe von Schafen an die Leine nehmen. Er ist so hoch im Trieb. Mit Flash konnte ich mir alle Mühe geben um zu Hüten. Wo kein Trieb ist, ist auch nichts zu wecken. :nönö: Ich denke, bei den Jägern ist es dasselbe. Wie Damisi schreibt, finde ich es gut, mit den Hunden von Anfang an zu Fährten, Revieren etc. Dabei kommen sie mit dem HF zusammen zum Jagderfolg. Heute hatte ich mit Flash wieder ein tolles Erlebnis beim Joggen. Von Weitem sah ich bei einem Bauernhof zwei "Katzen". Flash lief interessiert darauf zu, ich bewunderte noch die schöne braune Farbe der einen Katze. Ein paar Meter vor Flash hoppelten die zwei "Katzen" Richtung Stall. smilie_sh_019 Ich schrie nur noch "Flaaaaaaash"!!!!!! und er kam trotz der Kaninchen zu mir! :brav0: Dies obwohl er als Welpe sehr interessiert war am Vögel und Katzen jagen. Eine Kollegin von mir hat auch zwei Ridgebacks. Mit einer sehr konsequenten Erziehung und viel Auslastung kann sie die zwei überall frei laufen lassen, obwohl beide sehr viel Jagdtrieb zeigten. Damit will ich nicht sagen, dass man alle Hunde unter Kontrolle bringt. Aber ich denke, bei recht vielen hat man doch gute Chancen dazu.